Plazenta Accreta - Increta - Percreta

schwangerschaftsbauch

Fällt die Diagnose Plazenta Accreta, ist das zunächst einmal wie ein Schock.

Die Plazenta ist mit der Gebärmutterschleimhaut verwachsen und kann sich nach der Geburt nicht selbstständig lösen. Dies kann vielfältige Komplikationen, ja, sogar Lebensgefahr mit sich bringen, sollte nicht umgehend ein Eingriff durchgeführt werden, bei der operativ die Plazenta von der Gebärmutter gelöst wird.

Was bedeutet "Plazenta Accreta" überhaupt?

Mit dem Bergriff "Plazenta Accreta" wird die Art beschrieben, mit der die Plazenta an der Gebärmutter verwachsen ist. Normalerweise bildet die Plazenta, über die Gebärmutterschleimhaut, eine Verbindung zwischen Mutter und Kind, über die die gesamte Versorgung und der Austausch stattfindet. Ist das Kind geboren und abgenabelt, löst sich die Plazenta von der Gebärmutterwand in der Regel selbstständig ab und wird über Wehen ausgetrieben. Die Blutgefäße, die Mutter und Plazenta verbanden, schließen sich und der Abheilungsprozess beginnt.

Die Plazenta kann sich nicht von selbst lösen

Bei der Plazenta Accreta kommt es zu einem eher seltenen Phänomen, da die gesamte Plazenta oder Teile davon soweit wachsen, dass sie bis an die Gebärmutterwand (Myometrium) dringen. Als Folge hierdurch, ist es, im Geburtsverlauf, nicht möglich, dass sich die Plazenta eigenständig löst. Durch den Anschluss an den mütterlichen Blutkreislauf, entsteht praktisch eine Art offene Wunde, die ungehinderte Blutungen mit sich zieht.

Plazenta Increta und Palzenta Pecreta

Abweichende Formen der Plazenta Accreta sind die Plazenta Increta und die Plazenta Percreta.

Bei der Plazenta Increta wuchert Plazentagewebe bereits tief in das Myometrium hinein, gelangt jedoch nicht bis zum Bauchfell (Peritoneum).

Bei der Plazenta Percreta handelt es sich um die komplizierteste Form. Hierbei durchdringt das Plazentagewebe das Myometrium bis in die Bauchhöhle (Serosa) und wuchert sogar in benachbarte Organe (Harnblase, Rektum).

Bei der Plazenta Accreta besteht ggf. noch die Chance für eine konservative Behandlung. Ist es dafür zu spät, kann sie durch einen schnellstmöglichen, operativen Eingriff entfernt werden. Für die Plazenta Increta und die Plazenta Percreta ist in der Regel eine Operation unumgänglich.

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Vorgeburtliche Diagnose

Bei vorgeburtlich diagnostizierter Plazenta Accreta, wird meist von vornherein ein Kaiserschnitt empfohlen (mehr dazu kannst Du hier lesen Kaiserschnitt). Auf diese Weise soll einerseits Zeit erspart werden und umgehend die Plazenta entfernt werden. Andererseits will man mit dem Kaiserschnitt unnötige Risiken vermeiden, die auch durch eine längere Geburt entstehen könnten. Da eine Geburt mit Plazenta Accreta meist mit einem operativen Eingriff endet, möchte man der Mutter die Doppelbelastung aus der vorangehenden Geburt und der gleich anschließenden Operation, möglichst ersparen.

Plazenta Accreta tritt zum größten Teil in Verbindung mit Plazenta praevia auf.

Palzenta Accreta und Plazenta praevia in Kombination

Bei der Plazenta praevia handelt es sich um einen tiefen Sitz der Plazenta, der teilweise oder komplett, den Muttermund, durch die Plazenta, verdeckt (mehr zur Plazenta Praevia erfährst Du in unserem gleichnamigen Artikel Plazenta Praevia). Je nach Art der Plazenta praevia, ist eine normale Geburt, unter Umständen, sowieso bereits ausgeschlossen und kann nur durch Kaiserschnitt stattfinden, insbesondere dann, wenn eine Plazenta praevia totalis, eine komplette Verdeckung des Muttermundes, vorliegt.

Ursachen der Plazenta Accreta

Die Ursachen der Plazenta Accreta sind nicht zwangsläufig festzulegen. Zwar kommt sie häufiger bei Frauen vor, die bereits einen oder mehrere Kaiserschnitte hatten, auch Ausschabungen der Gebärmutter begünstigen die Plazenta Accreta, jedoch kann sie auch ohne diese Voraussetzungen auftreten.

Oftmals wird Frauen, die bereits einen Schwangerschaft mit Plazenta Accreta hatten, bei nachfolgenden Schwangerschaften pauschal zum Kaiserschnitt geraten. Natürlich besteht gerade nach dem vorher gegangenen Fall der Plazenta Accreta, eine Wiederholungsgefahr, jedoch kann diese durch Ultraschalldiagnostik bereits im Vorfeld abgeklärt werden.

Tipp: Zu den empfohlenen Ultraschalluntersuchungen im Schwangerschaftsverlauf und was damit diagnostiziert werden kann, lies bitte unseren Beitrag Ultraschall in der SSW.

Liegt demnach keine erneute Plazenta Accreta vor, kann sogar eine Hausgeburt in Erwägung gezogen werden, wobei dabei jeweils im Einzelfall alle möglichen, weiteren Risikofaktoren gegeneinander abgewogen werden müssen.

[SyKo]

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