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Gewebeentnahme in der Schwangerschaft
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Gewebeentnahme in der Schwangerschaft

Ähnlich der Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) ist auch die Chorionzottenbiopsie eine Diagnosemöglichkeit in der frühen Schwangerschaft. Im Gegensatz zur Amniozentese können mit der Chorionzottenbiopsie allerdings keine Neuralrohrdefekte, Anencephalie, Spina Bifida oder Bauchwandfehlbildungen festgestellt werden.

Hauptaugenmerk der Chorionzottenbiopsie liegt bei genetischen Defekten und einigen Stoffwechselerkrankungen. Hier gezielt auch Edwars-Syndrom (Trisomie 18), Down-Syndrom (Trisomie 21) und Pätau-Syndrom (Trisomie 13). Aufgrund der eingeschränkten Diagnosemöglichkeiten gehört die Chorionzottenbiopsie nicht zum Standard der Konsiliaruntersuchungen.

Eine Konsiliaruntersuchung bedeutet, dass eine weitere Untersuchung durch einen anderen Arzt stattfindet. Meist handelt es sich hierbei um Fachärzte oder solche, die sich auf bestimmte Gebiete spezialisiert haben. Die Chorionzottenbiopsie findet nur auf ausdrücklichen Wunsch der Eltern statt. Der Arzt wird sie über die Risiken und Diagnosemöglichkeiten aufklären. Gemeinsam ist nun abzuwägen, ob der Risiko-Nutzen-Faktor gerechtfertigt ist. Meist wird der Arzt jedoch zur späteren Amniozentese raten, die aufschlussreicher ist.

Was ist die Chorionzottenbiopsie und wie unterscheidet sie sich von der Amniozentese?

Während bei der Amniozentese um die 15. bis 16. Schwangerschaftswoche Fruchtwasser aus der Fruchtblase entnommen wird, aus dem die embryonalen Zellen extrahiert und ausgewertet werden, kann die Chorionzottenbiopsie bereits nach der 11. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Üblich ist hierbei der Zeitraum 11. bis 13. SSW. Wie auch bei der Amniozentese wird bei der Chorionzottenbiopsie zuvor per Ultraschall , die Lage des Kindes und Sitz der Plazenta festgestellt. Ebenfalls wird nun eine Injektionsnadel durch die Bauchdecke der Schwangeren in die Gebärmutter eingeführt. Allerdings wird nun nicht Fruchtwasser aus der Fruchtblase entnommen, sondern etwa 20-30mg Zellgewebe der Plazenta.
Alternativ zur Entnahme über die Bauchdecke gibt es noch die Methode der Chorionzottenbiopsie über die Scheide. Dazu wird ebenfalls die Lage des Kindes sowie der Plazenta per Ultraschall ausgelotet, statt jedoch mit einer Kanüle durch die Bauchdecke zu gehen, führt der Arzt einen dünnen Katheder über Scheide und Gebärmutterhals bis zur Fruchtblase und entnimmt so die Zellprobe.

Die Zellen der Zellgewebe nennt man Chorionzotten. Es handelt sich bei ihnen um zottige Ausstülpungen der Plazenta, die die Kontaktfläche zum mütterlichen Blutkreislauf vergrößern und dem Stoffwechsel zwischen Mutter und Kind dienen. Aus der Zellprobe werden nun im Labor die embryonalen Zellen extrahiert und ausgewertet.

Mögliche Risiken

Die Risiken des Eingriffs liegen in verschiedenen Bereichen. Zum Einen besteht ein erhöhtes Risiko für Deformationen der kindlichen Extremitäten, zum Anderen liegt die Gefahr einer Fehlgeburt bei diesem Eingriff bei ca. 2-3%, also ein Vier- bis Sechsfaches höheres Risiko als bei der aufschlussreicheren Amniozentese.

[SyKo]

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