Normale Geburt nach Kaiserschnitt (VBAC)

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Foto: Ben Cumming / Flickr.com
Baby und Mami sind glücklich

Im Fachjargon heißt es VBAC (Aussprache: vi-back) und steht für "vaginal birth after caesarean section", zu Deutsch: Vaginalgeburt nach einem Kaiserschnitt. Galt im 20. Jahrhundert noch die gängige Ärzte-Meinung "einmal Kaiserschnitt, immer Kaiserschnitt", so wurde diese Auffassung durch aktuelle Untersuchungen widerlegt. Es ist durchaus möglich und relativ ungefährlich, nach einem Kaiserschnitt eine normale, sprich vaginale, Geburt zu erleben.

Jede Mutter, die bereits einen Kaiserschnitt hatte, kann wählen, wie sie das nächste Mal gebären möchte. Vorausgesetzt es ist generell möglich. Wenn etwa ein Kaiserschnitt gemacht werden musste, da ein permanentes Problem vorlag (zum Beispiel ein zu enges Becken), so ist es wohl nicht möglich, das nächste Mal auf normalem Wege ein Kind zu gebären. Mittlerweile befürworten Experten, Frauen, die eine VBAC wünschen, zu unterstützen. Vorausgesetzt sie wurden vorher ausreichend über die Vor- und Nachteile informiert.


Das größte Risiko einer VBAC ist eine Uterus-Ruptur, also ein Riss der Gebärmutter. Dies kann schon zum Ende der Schwangerschaft hin passieren, meistens aber während der Geburt. Da die Wehen einen zu großen Zug auf die Kaiserschnitt-Narbe ausüben, reisst die Gebärmutter an dieser Stelle ein. Dies ist eine lebensbedrohliche Situation für Mutter und Kind, passiert jedoch nur bei rund 0,9 Prozent aller Fälle, also sehr selten. Je länger der Kaiserschnitt zurückliegt, desto geringer ist das Risiko. Bei einer Uterus-Ruptur kann es zu Blutungen und einer vorzeitigen Ablösung der Plazenta kommen, was eine sehr gefährliche Situation für die Gebärende und das Kind darstellt.

Grundsätzlich sollte man sich über Pro und Kontra einer VBAC beim Arzt informieren. Dieser gibt eine individuelle Beratung und kann abschätzen, ob man es auf einen sogenannten "Entbindungsversuch" ankommen lassen kann. Die Vorteile einer VBAC sind die selben, die generell für eine normale Geburt sprechen: eine kürzere Erholungsphase danach, weniger Unterleibsschmerzen, ein geringeres Thromboserisiko und weniger weitere notwendige medizinische Behandlungen. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit von Atembeschwerden des Babys geringer und die Frau kann schneller wieder schwanger werden.


Nach dem letzten Kaiserschnitt sollte mindestens ein Jahr vergangen sein, besser noch zwei oder mehr. Alle Voraussetzungen für eine vaginale Geburt müssen gegeben sein. Es wird auch zu einer Geburt in der Klinik geraten, da dort alles für einen Notkaiserschnitt bereit ist, falls Komplikationen auftreten. Die Entbindungsstation sollte ebenfalls in der Lage sein, die Herztöne des Fötus elektronisch abhören und eine Bluttransfusion durchführen zu können. Zu beachten ist zudem, dass das Risiko eines Uterus-Risses bei einer vertikalen oder klassischen Narbe höher ist. Es ist sogar um 24 Prozent erhöht, wenn Prostagladine oder Oxytocin zur Weheneinleitung gegeben wurden. Deshalb sollte eine horizontale Narbe vorliegen (die heute am meisten angewendet wird) und die Wehen von selbst auftreten. Wichtig ist ebenfalls die Motivation der Mutter und die kontinuierliche Begleitung durch die zuständigen Ärzte.

Bei fast drei Viertel der Frauen, die sich für eine VBAC entscheiden, verläuft diese erfolgreich. Die Chancen stehen höher, wenn vor dem letzten Kaiserschnitt schon einmal eine vaginale Geburt stattgefunden hat und wenn dieser aufgrund der Steißlage des Babys durchgeführt wurde. Hingegen verringern sich die Erfolgschancen, wenn bereits zwei oder mehr Kaiserschnitte durchgeführt wurden. In diesem Fall ist ein VBAC-Versuch gründlich mit dem Frauenarzt zu besprechen.

[LL]

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