Elternzeit bald zu Ende, bekomme nur Vollzeitstelle, was soll ich machen

jaz11
jaz11
06.11.2013 | 48 Antworten
Hallo zusammen, habe am Montag ein Einschreiben von meiner Firma erhalten.
Ich bin seit 2009 in Elternzeit, erst ein Kind, dann das zweite.
Im Februar wird meine kleine 3 Jahre und da wollte ich jetzt auch gerne wieder arbeiten.
Zumal ich es finanziell merke und wir das Geld auch für unser Projekt Haus bauen wirklich brauchen.
In dem Brief stand, dass es meinen alten arbeitsplatz nicht mehr gibt. (War früher Key Account Assistentin)und Sie mir aber eine andere Stelle im Vertrieb anbieten können, diese ist dringlich zu besetzen aber nur in Vollzeit und eine andere Möglichkeit gebe es nicht : ... (
Ich war/bin echt traurig/sauer, leider sind alle meine alten Vorgesetzen nicht mehr in dieser Firma, noch schlimmer ist, die Dame mit der ich nie klargekommen bin, schafft jetzt in der Personalabteilung, die sich nie und nimmer für mich einsetzen würde ...

Erst vor kurzem hatte ich mit meiner Firma kontakt und die hatten mir sogar gesagt, dass ich meine Arbeitszeit individuell planen könnte, ich hatte mich so sehr darauf gefreut, wollte nur Montag-Donnerstag je 4 Stunden arbeiten ...
Und jetzt heisst es, es geht nur in Vollzeit
Wie soll ich das schaffen, Kindi ist nur von 7.30- 13.00Uhr, da müsste ich nach einer Vollzeittagesstätte schauen, aber ich möchte meine Kinder nicht so lange in eine Kika stecken, dafür habe ich meine Kinder nicht in die Welt gesetzt.

Als ich bei meiner zweiten Tochter Elternzeit beantragt hatte, hatte ich erst 2Jahre genommen, da hiess es letztes Jahr aber, ooh wir sind grad gut besetzt nimm doch bitte noch ein Jahr und dann finden wir was für dich ...
Natürlich wurde das nicht schriftlich geschrieben, nur das meine Elternzeit um 1 Jahr verlängert wird ...

Meine Frage, vielleicht hat jemand schon so ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir behilflich sein ...

1. Wie würdet ihr vorgehen
- habe heute bei meinem Arbeitgeber angerufen und habe einen Termin ausgemacht, lediglich die Sekretärin wird dabei sein, der neue Chef hat keine Zeit ...

Wie würdet ihr euch vorbereiten auf das Gespräch

soll ich nochmals einen Brief schreiben, indem ich meine gewünschten Arbeitszeiten in Teilzeit aufliste, diese hatte ich in meinem Antrag auf Elternzeit nicht angegeben, da ich dachte das dies wenn ich zurückkomme keine Probleme bereiten wird.
Weil bis jetzt alle Mamis ohne Probleme zurückgekehrt sind. Sogar anfangs nur für 1- 2 TAge, leider habe ich jetzt pech ...

Wie ihr seht, bin ich bisle durcheinander, bitte um Hilfe

danke danke danke :)
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48 Antworten

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41 Antwort
@gina87 so viel ich weiß ist dass nur wenn man IN der Elternzeit ist. Aber bei einem NACH der der Elternzeit muss der Arbeitgeber nur dass anbieten was man zuvor gemacht hatte.
Phanthera
Phanthera | 07.11.2013
42 Antwort
so weit ich auch weiß muß man erst drei monate wieder vollzeit arbeiten und hat dann einen anspruch auf teilzeit. so hab ichs beim betriebrat gelernt.
SrSteffi
SrSteffi | 07.11.2013
43 Antwort
@Phanthera so kenne ich das auch. ist ja gar nicht in jeder firma möglich
Tinus79
Tinus79 | 07.11.2013
44 Antwort
@Tinus79 jep, weil viele nicht mal Teilzeit anbieten.
Phanthera
Phanthera | 07.11.2013
45 Antwort
@Phanthera naja ich fahre LKW und wenn ich nur halbe Tage fahre steht der LKW auf dem Platz und kostet Geld. oder ich müßte nachmittags anfangen und nen anderen LKW nehmen. Aber dann hätte ich nur Spätschicht und wechselnde LKWs. Will ich auch nicht.
Tinus79
Tinus79 | 08.11.2013
46 Antwort
es gibt gesetzlich zwei Arten von Teilzeitansprüchen, zum einen nach § 15 BEEG und zum anderen nach § 8 TzBfrG. Der Anspruch nach § 15 BEEG besteht während der Elternzeit, der nach § 8 TzBfrG ist der allgemeine Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit, welcher außerhalb der Elternzeit anwendbar ist. Wie angeführt, ist eine Verringerung der Arbeitszeit nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz möglich. Nach § 8 TzBfrG hat jeder Arbeitnehmer Anspruch auf eine Verringerung der Arbeitszeit, wenn er länger als 6 Monate in einem Betrieb beschäftigt ist, das Unternehmen mehr als 15 Beschäftigte hat und keine betrieblichen Gründe entgegenstehen. Man muss den Anspruch auf Teilzeit mindestens 3 Monate vor Beginn geltend machen und sollte dabei auch die Verteilung der Arbeitszeit angeben. Der Arbeitgeber muß spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn schriftlich eine Entscheidung mitteilen. Unterläßt er diese schriftliche Mitteilung, dann verringert sich Ihre Arbeitszeit automatisch auf das gewünschte Maß. Dies gilt genauso für die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit. Der Arbeitgeber kann aber die Verteilung der Arbeitszeit wieder ändern, wenn das betriebliche Interesse das Interesse des Arbeitnehmers überwiegt. Erforderlich ist aber eine Änderungskündigung, gegen die auch geklagt werden kann. Sollte Ihr Arbeitgeber die Teilzeit fristgemäß schriftlich ablehnen, dann können Sie Klage beim Arbeitsgericht auf Zustimmung zur Reduzierung der Arbeitszeit erheben. Es handelt sich dabei um eine Leistungsklage, die auch im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes verfolgt werden kann. Hat der Arbeitgeber die Verringerung der Arbeitszeit abgelehnt, dann müssen Sie weiter arbeiten wie bisher oder können natürlich auch selbst den Arbeitsvertrag fristgemäß kündigen. Bei der Eigenkündigung haben Sie leider keinen Anspruch auf eine Abfindung, es sei denn, dieses ist im Arbeitsvertrag vorgesehen, was in der Regel nicht der Fall ist. Grundsätzlich ist von einer Eigenkündigung abzuraten. Nicht nur, daß Sie keine Abfindung bekommen, es besteht auch die Gefahr, daß das Arbeitslosengeld für 3 Monate gesperrt wird.
gina87
gina87 | 08.11.2013
47 Antwort
Als Beispiele für entgegenstehende betriebliche Gründe hat der Gesetzgeber folgendes angeführt: Ein betrieblicher Grund liegt insbesondere vor, wenn die Verringerung der Arbeitszeit die Organisation, den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigt oder unverhältnismäßige Kosten verursacht. Das ist leider etwas schwammig, jedoch hat das Bundesarbeitsgericht die Hürden für Arbeitgeber durchaus hoch gelegt. Der Arbeitgeber muss z. B. ein Arbeitszeitkonzept darlegen, das von vernünftigen und plausiblen wirtschaftlichen oder unternehmenspolitischen Gründen getragen wird. Der Arbeitgeber muss also begründen, warum eine Teilzeittätigkeit des Arbeitnehmers dem Konzept des Unternehmens widerspricht. So zum Beispiel, dass eine Kundenbetreuung nur aus einer Hand erfolgen soll, oder die Anwesenheit bestimmter Mitarbeiter laufend erforderlich ist. Das Organisationskonzept muss dabei die Arbeitszeitregelung bedingen. Weiter wird dann geprüft inwieweit der Reduzierungswunsch dem Organisationskonzept entgegensteht. Es kommt also darauf an, ob das Organisationskonzept auch dann noch sinnvoll durchgeführt werden kann, wenn der Arbeitnehmer in die Teilzeit geht. Sollte sich herausstellen, dass das Organisationskonzept tatsächlich dem Teilzeitwunsch entgegensteht, dann folgt in einem dritten Schritt noch eine Interessenabwägung. Hier werden das Interesse des Arbeitnehmers, also bei Ihnen die Notwendigkeit der Kinderbetreuung und die Interessen des Arbeitgebers gegeneinander abgewogen. Die Teilzeitarbeit kann auch zurückgewiesen werden, wenn sie die Arbeitsabläufe wesentlich beeinträchtigt. Im Falle bestimmter Maschinenlaufzeiten oder eines Schichtsystems ist es kaum möglich, daß ein Arbeitnehmer einfach einen oder zwei Arbeitstage streicht. Gerade bei schwierigeren Maschinen- oder Schichttätigkeiten ist es nicht ohne weiteres möglich, einen Ersatzarbeitnehmer für eine Teilschicht oder einen Teil der Maschinenlaufzeit einzusetzen. Arbeitsabläufe können auch gestört werden bei häufigen Reisetätigkeiten, z.B. im Bereich der Spedition und Fernfahrer. Inwieweit Arbeitsabläufe durch Teilzeitarbeit im Bereich des Kundenverkehrs beeinträchtigt werden, muß im Einzelfall beurteilt werden. Solche Beeinträchtigungen werden z.B. im Bereich des Verkaufes, der Auftragsbearbeitung, des Chefsekretariats etc. behauptet. Dies ist aber nicht generell einleuchtend. Arbeitsabläufe können dagegen leichter gestört werden, wenn intensive Übergabegespräche und intensive Einweisungen für jede Übergabe erforderlich sein sollten. Auch wenn übermäßige Kosten entstehen, kann der Teilzeitwunsch abgelehnt werden. Das wäre z. B. der Fall, wenn ein völlig neuer Arbeitsplatz zusätzlich eingerichtet werden muss, ein weiterer Büroraum notwendig wird o. ä.. Die Gründe, die von Arbeitgebern vorgebracht werden, sind vielfältig und müssen einzeln geprüft werden.
gina87
gina87 | 08.11.2013
48 Antwort
Im Ergebnis kann Ihr Arbeitgeber Ihren Teilzeitwunsch nicht einfach pauschal ablehnen. Nach der Konzeption des TzBfG soll der Arbeitgeber Ihren Teilzeitwunsch mit Ihnen erörtern und es soll eine einvernehmliche Lösung gefunden werden. Ist dies nicht möglich, dann ist auch eine gerichtliche Durchsetzung des Teilzeitanspruchs möglich.
gina87
gina87 | 08.11.2013

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