Plazentainsuffizienz

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AutoreninfoSylvia Koppermann
aktualisiert: 16.05.2011Mehrfache Mutter
Medizin, Gesundheit und Erziehung
Als wichtigstes Organ bei der Versorgung des ungeborenen Kindes hat die Plazenta ein enormes Aufgabengebiet. Nur so kann gewährleistet werden, dass sich das Kind gut entwickelt.

Verschiedene Ursachen können jedoch dafür sorgen, dass die Plazenta nicht ausreichend arbeitet. Sie stellt ihre Leistung ein, versorgt das Kind also unzureichend und man spricht von einer Plazentainsuffizienz.

Die Plazenta ist bis zur Abnabelung nach der Geburt das wichtigste äußerliche Versorgungsorgan für das Kind. Sie besteht sowohl aus mütterlichen, wie auch embryonalen Zellen und sichert den gesamten Stoffwechsel, die Sauerstoffversorgung und Ernährung des Kindes. Da die Plazenta ein Organ mit begrenzter Lebensdauer ist, das lediglich für den Zeitraum der einen Schwangerschaft benötigt wird, muss sie schnellst möglich die volle Funktionstüchtigkeit erreichen. Das bedeutet, dass sie während der eigenen Ausreifung bereits die kindlichen Bedürfnisse befriedigen muss. Aufgrund dieser Sonderrolle altert die Plazenta auch wesentlich schneller als übliche Organe und ist zudem besonders anfällig gegenüber Einflüssen, die ihre Funktionalität stören, beziehungsweise einschränken.

Was genau ist eine Plazentainsuffizienz?

Von einer Plazentainsuffizienz spricht man dann, wenn die ausreichende Versorgung des Kindes nicht mehr gegeben ist. Hierbei wird unterschieden zwischen der chronischen und der akuten Plazentainsuffizienz.

Die chronische Plazentainsuffizienz macht sich in der Regel durch eine Ultraschalluntersuchung im Verlauf der Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchung bemerkbar. Häufig sind die ersten Anzeichen, dass das Kind sich nicht zeitgerecht entwickelt und zu klein ist und die Fruchtwassermenge sich verringert. In Normalfall warten Ärzte zuerst einmal ab. Sie beobachten genau, ob das Kind generell nur etwas kleiner ist als der Durchschnitt oder, ob ein konstant wachsendes Defizit in der kindlichen Entwicklung besteht.

Ursachen

Chronische Plazentainsuffizenz

Eine chronische Plazentainsuffizienz kann verschiedene Ursachen haben. Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) der Mutter kann ein Grund dafür sein, genauso wie die Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes). Weiters können eine Gestose (Schwangerschaftsvergiftung), Niereninsuffizienz der Mutter, Anämie, Bluthochdruck, Infektionen Rhesus-Inkompatibilität, Präeklampsie, Nikotingenuss und Überschreitung des Geburtstermins verantwortlich sein.

Je nach Schwere der chronischen Plazentainsuffizienz kann es unter Umständen nötig sein, dass die Schwangerschaft vorzeitig beendet werden muss. Dies ist meist der Fall, wenn die chronische in die akute Plazentainsuffizienz übergeht.  In der Regel versucht man jedoch weitestgehend alles, um die Schwangerschaft so lang wie möglich zu erhalten. Somit erhält das Kind die Chance, die bereits entstandenen Entwicklungsdefizite bestmöglich aufzuholen.

Akute Plazentainsuffizienz

Die akute Plazentainsuffizienz tritt meist ohne vorherige Warnhinweise auf. Zu ihren Ursachen zählen Ablösung der Plazenta, Plazentablutungen oder auch Nabelschnurkomplikationen, bei denen die Versorgung erschwert oder unterbrochen wird. Liegt eine akute Plazentainsuffizienz vor, die sowohl in der Schwangerschaft als auch während der Geburt auftreten kann, ist sofortiger Handlungsbedarf geboten. Denn die Unterversorgung des Kindes, vor allem bei mangelndem Sauerstoff, kann schnell zur Lebensgefahr für das Kind werden.

Grundsätzlich kann eine Plazentainsuffizienz nicht direkt behandelt werden. Liegt eine chronische Plazentainsuffizienz vor, verordnet man zumeist der Mutter strengste Ruhe und behandelt die Ursachenerkrankung medikamentös. Die akute Plazentainsuffizienz erfordert in der Regel Sofortmaßnahmen wie eine Beschleunigung des Geburtsablaufs durch Saugglocke oder Zangengeburt, beziehungsweise Kaiserschnitt.

[SyKo]

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