Die Zwillingsschwangerschaft

zwillinge
Das doppelte Chaos braucht doppelte Organisation!
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AutoreninfoMag. Reka Schausberger
aktualisiert: 04.12.2012Mehrfache Mutter
Erziehung, Familie, Psychologie
Jede 85 Schwangerschaft ist eine Zwillingsschwangerschaft, das sind ca. 1,2 Prozent aller Schwangerschaften.

Die eine oder andere mag im ersten Moment über die Nachricht, dass sie zwei Kinder erwarten wird erstaunt oder sogar schockiert sein. Da muss Frau sich an den Gedanken gewöhnen, dass von nun an nicht ein Kind sondern gleich zwei im Bauch heranwachsen!
Aber mit der Zeit kommt die Routine und es wird zur völligen Selbstverständlichkeit. Trotzdem solltest Du einige Dinge über die Zwillingsschwangerschaft wissen.
Wir haben ein paar wichtige Aspekte für Dich zusammengestellt!

Anzeichen für eine Zwillingsschwangerschaft

  • ungewöhnlich starke Übelkeit
  • schnelle und starke Gewichtszunahme
  • starke Kurzatmigkeit
  • sehr früh großes Bauchvolumen
Eine Zwillingsschwangerschaft kann jedoch nur durch eine präzise Ultraschalluntersuchungen festgestellt werden. Diese kann in der Regel schon ab der sechsten Schwangerschaftswoche (SSW) durchgeführt werden. Eine Zwillingsschwangerschaft zeichnet sich auf einem Ultraschallbild durch eine vergrößerte Gebärmutter oder sogar durch zwei sichtbare Feten aus. Anderenfalls können zwei Herztöne in unterschiedlichen Takten und Frequenzen erkannt werden.

Unterschiede bei einer Zwillingsschwangerschaft

Für Dich:die üblichen Schwangerschaftsbeschwerden sind meist stärker als bei Einlingsschwangerschaften.
  • Müdigkeit, starkes Ruhebedürfnis
  • verstärkte Übelkeit
  • Blutungen (z. B. durch Hämatome in der Gebärmutter)
  • verstärkte Kurzatmigkeit
  • Verstopfung oder Blähungen (die Darmtätigkeit wird durch die große Gebärmutter beeinträchtigt)
  • ständiger Harndrang (die Blase hat zu wenig Platz) in der späteren Schwangerschaftsphase
  • Rückenschmerzen in der späten Phase der Schwangerschaft
  • Bluthochdruck(von Hypertonie bis Präeklampsie)
  • Blutarmut (Anämie)
  • starke Gewichtszunahme (monatlich bis zu 2,7 kg, insgesamt 15,9 kg – 20,4 kg)
  • Wassereinlagerungen in den Extremitäten (Stauungsödeme)
  • Schwangerschaftsgestose (Schwangerschaftsvergiftung oder Gestose)
  • Schwangerschaftsstreifen
  • Krampfadern (Varizen)
  • Es werden mehr Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt (ab dem 6. Schwangerschaftsmonat in der Regel alle zwei Wochen)
Bei Zwillingsschwangerschaften werden mehr als die drei üblichen Ultraschalluntersuchungen durchgeführt. Die Chance (nochmal) Zwillinge zu bekommen kann bis zu 8 Mal höher sein als im Normalfall, wenn Du bereits mit Zwillingen schwanger warst!

Mögliche Risiken einer Mehrlingsschwangerschaft

  • In der frühen Phase der Schwangerschaft kann es vorkommen, dass sich nur einer der Embryonen weiterentwickelt, dies nennt man das „Vanishing Twin Syndrom“
  • Vorgelagerte Plazenta und vorzeitige Plazentalösung
  • Eingeschränkte Funktion des Mutterkuchens (Plazenta-Insuffizienz) mit Wachstumsstörungen des Kindes
  • Verkürzter Gebärmutterhals und vorzeitige Öffnung des Muttermunds (Zervix-Insuffizienz), was dann die Frühgeburt auslöst
  • Blutübertragungen zwischen den Mehrlingen (Fetofetales Transfusionssyndrom FFTS), es führt dazu, dass eines der Zwillinge mehr Blut erhält als das andere.
  • Übermäßige Fruchtwasserbildung (Polyhydramnion)
    Tipp: Mehr zum Thema Fruchtwasser findest Du hier: Fruchtwasser.
  • Nabelschnurumschlingungen
  • Oft ist ein Kaiserschnitt zwingend notwendig
  • Das Risiko einer Frühgeburt ist deutlich höher

Besonderheiten bei einer Zwillingsschwangerschaft

Der einen oder anderen werdenden Mutter mag es zuweilen nicht immer bewusst sein, dass sie zwei kleine Menschen in sich heran wachsen lässt. Sie müssen sich beide optimal entwickeln können; das heißt für Deinen Körper: Hochleistung! Deshalb ist es besonders für eine werdende Zwillingsmami wichtig auf ihre Gesundheit zu achten. Auch hier gilt, die Nahrung, die du zu dir nimmt ist ein wesentlicher Entwicklungsfaktor für deine Kinder. Stelle am besten einen speziellen Ernährungsplan mit Deiner Frauenärztin oder Deinem Frauenarzt zusammen, damit du nicht unnötig Gewicht zunimmst. Außerdem ist es von größter Wichtigkeit und essenziell für den Verlauf Deiner Schwangerschaft, dass Du Dich ausreichend schonst und erholst. Lass Dir helfen wo es geht und lege täglich mindestens eine einstündige Ruhepause ein. Denk daran, dass eine Mehrlingsschwangerschaft in Deutschland als Risikoschwangerschaft eingestuft wird! Gleichzeitig musst du auch deinen Babys die Ruhe und Geborgenheit geben, die sie brauchen. Dein Ziel muss es immer sein sie so lange wie möglich in Deinem Bauch beschützen zu können und eine Fehl- oder Frühgeburt zu verhindern!

Tipp: Zu den möglichen Ursachen einer Fehlgeburt lies am Besten unseren Artikel hier: Fehlgeburt.

Übrigens: Die Mutterschutz-Frist nach der Geburt ist 12 Wochen, also 4 Wochen länger als nach einer "normalen" Schwangerschaft.

[LS]

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