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Rhesusfaktor in der Schwangerschaft

rhesusfaktor
Bubbels / sxn.hu
Rh positiv oder Rh negativ?
Bild: Bubbels / sxn.hu

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AutoreninfoSylvia Koppermann
aktualisiert: 06.09.2010Mehrfache Mutter u. Autorin
Medizin, Gesundheit und Erziehung
Zu Beginn der Schwangerschaft, mit Ausstellen des Mutterpasses, wird der werdenden Mutter Blut abgenommen, das in einem Labor auf ihre Blutgruppe und Immunität gegenüber einigen Erkrankungen, die dem Baby schaden könnten, untersucht wird.

Viele Frauen erfahren erst durch diese Untersuchung ihre eigene Blutgruppe und sind manchmal sogar verwundert, was der Eintrag über den Rhesusfaktor, neben der Blutgruppe bedeutet.

Was ist der Rhesusfaktor

Die Abkürzungen können unterschiedlich sein. Da der Rhesusfaktor auch D-Faktor genannt wird, variieren die Kürzel zwischen "Rh" oder "D". Dem schließt sich nun wiederum ein "pos." oder "neg." an, manchmal ein einfaches "+" oder "-". Vereinfacht ausgedrückt, beschreibt der Rhesusfaktor eine mögliche Struktur, die sich durch ein Protein auf den roten Blutkörperchen, die medizinisch Erythrozyten genannt werden, bildet. Diese Struktur ist unabhängig von der Blutgruppe. Zeigt die Blutuntersuchung nun an, dass die Schwangere Rh+, bzw. D+ oder Rh pos, bzw. D pos ist, bedeutet dies, dass ihre roten Blutkörperchen diese Struktur aufweisen.

Rhesusfaktor bei Mutter und Kind stimmt nicht uberein

Stellt sich nun heraus, dass die werdende Mutter Rhesus negativ ist, ihre roten Blutkörperchen diese Struktur also nicht aufweisen, könnte es zu möglichen Komplikationen und Risiken für die Schwangerschaft kommen. Da sich bei der Zeugung die Erbanlagen beider Elternteile miteinander verbinden, könnte es durchaus sein, dass der Vater, mit Rhesusfaktor positiv, diesen an sein Kind weiter gibt.

Die Rhesus negative Mutter trägt nun also ein Rhesus positives Kind in sich, das unter Umständen von ihrem Körper, aufgrund der unterschiedlichen Blutkörperstruktur, als Fremdkörper angesehen werden kann. Das Immunsystem der Mutter bildet also Antikörper, wie es das auch ähnlich bei Krankheiten macht. Diese Antikörper haben die Aufgabe das Fremde im Körper der Mutter, in diesem Fall also den Rhesusfaktor positiv des Kindes, zu bekämpfen.

Diese Antikörper bilden sich dann, wenn das Blut der Rhesus negativen Mutter bereits einmal mit Rhesus positivem Blut zusammen kam. Es wird zwar generell möglichst vermieden, dass bei einer lebensrettenden Bluttransfusion Rhesus negativen Menschen Rhesus positives Blut übertragen wird, da aber beispielsweise in Europa nur etwa 15%-17% der Menschen Rhesus negativ sind, ist nicht immer ein ausreichender Vorrat an Rhesus negativem Blut vorhanden, so dass Ärzte im Einzel- und Ausnahmefall entscheiden könnten, einem Rhesus negativem Menschen Rhesus positives Blut zu übertragen, wenn davon dessen Überleben abhängt. Das Immunsystem des Rhesus negativen Menschen erkennt den "Fremdkörper" Rhesusfaktor als Feind, bildet Antikörper aus und sollte es erneut zu einer Zusammenkunft zwischen den Rhesus positiven Blutkörperchen und der Rhesus negativen Person kommen, bekämpfen die Antikörper die Rhesus positiven Blutkörperchen.

Antikörpersuchtest

Daher ist es also besonders wichtig bei einer Rhesus negativen Mutter einen Antikörpersuchtest durchzuführen, der Hinweise darauf gibt, ob ihre körpereigene Abwehr sich schon darauf eingestellt hat, das Blut des Babys zu bekämpfen. Es gibt Mittel, die durch Spritzen verabreicht werden, die das Bilden der Antikörper hemmen, so dass keine Gefahr für das Baby besteht. Würde man diese der Rhesus negativen Mutter nicht verabreichen, könnten schwere Schädigungen am Embryo erfolgen, die bis hin zum Tod gehen können. Gerade Menschen mit Rhesus negativem Blut sollten daher unbedingt immer ihren Notfallausweis bei sich tragen, in dem in der Regel auch alle Maßnahmen gegen die Bildung der Antikörper eingetragen werden. Generell gibt es allerdings keinen Grund zur Panik, denn bei rechtzeitiger Feststellung des nicht vorhandenen positiven Rhesusfaktors ist, unter regelmäßiger Beobachtung und Beigabe des Antikörper hemmenden Mittels, recht gut zu verhindern, dass es zu Komplikationen kommt.

Zusätzlich wird jedes Baby, das von einer Rhesus negativen Mutter geboren wird, und selbst Rhesus positiv ist, auf Antikörper der Mutter getestet. Dies geschieht für das Kind schmerzfrei, denn das dafür benötigte Blut wird der Nabelschnur entnommen. Diese gleiche Prophylaxe wird einige Stunden später gegebenenfalls auch nochmals bei der Mutter durchgeführt und es wird im Bedarfsfall umgehend die Bildung der Antikörper eingedämmt.

Es ist also heutzutage kein Problem mehr als Rhesus negative Frau mehrere gesunde Schwangerschaften auszutragen, sofern sie sich regelmäßig untersuchen lässt, um bei Notwendigkeit Gegenmaßnahmen einleiten zu können.

Bei Frauen, deren Rhesusfaktor positiv ist besteht kein Risiko für die Schwangerschaft und das Baby, was eine Antikörperbildung aufgrund der Differenz der Rhesusfaktoren betrifft. Selbst dann nicht, wenn der Vater sein Rhesus negatives Blut weiter vererbt. Da der Rhesusfaktor im Blut der Mutter positiv ist, wird ihr Körper keine Antikörper gegen ihn entwickeln.

[SyKo]

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