Kann man der Frühjahrsmüdigkeit vorbeugen?

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Mensch, bin ich müde!
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Mensch, bin ich müde!

Frühjahrsmüdigkeit, so wissen wir heute, ist eine Folge verschiedener biochemischer Prozesse und einem Ungleichgewicht in unserem Hormonhaushalt, das in den langen, dunklen Wintermonaten entstand. Erhöhter Melatoninspiegel und wahrscheinlich reduzierte Versorgung mit Vitamin D lassen uns dauerhafte Müdigkeit empfinden, die durchaus mit depressiven Stimmungen verbunden sein kann. Wir möchten aktiv sein, können uns jedoch nicht aufraffen und erleben in jedem Frühling wieder dieses ungeliebte Phänomen. 

Gibt es wirklich nichts, was wir dagegen tun können? Doch! Wir können sogar sehr viel tun, um die Frühjahrsmüdigkeit in Grenzen zu halten. Je früher wir damit beginnen, desto seltener werden wir den Frühling gähnend begrüßen. Schon in Herbst und Winter spüren wir häufig eine Art Melancholie. Das hängt mit den kürzer werdenden Tagen und längeren Nächten zusammen. Unser Körper braucht das Tageslicht, um den in der Dunkelheit ansteigenden Melatoninspiegel wieder zu senken, der uns müde werden lässt. Ebenfalls durch Sonnenlicht wird die Produktion von Vitamin D in unserem Körper angeregt und gesteuert. Da es in der kalten Jahreszeit an natürlichem Tageslicht weitestgehend mangelt, sollten wir Maßnahmen ergreifen, um einen bestmöglichen Ausgleich zu schaffen.

Soweit es möglich ist, können wir versuchen, das Tageslicht in der kalten Jahreshälfte für uns zu nutzen. Ausgedehnte Spaziergänge oder einfach die tägliche Stunde, die man warm angezogen auf dem Balkon sitzt, sind da schon wertvolle Schritte des Vorbeugens. Je mehr Zeit unser Körper hat 'Licht zu tanken', desto mehr Melatonin kann ab- und Vitamin D teilweise aufgebaut werden. Natürlich erzielt man dabei nicht die selben Erfolge wie im Sommer. Denn dann hat man die Chance, gut und gern 12 bis 14 Stunden Sonnenlicht nutzen zu können. Aber zumindest teilweise beugen wir damit der Frühjahrsmüdigkeit vor, vorausgesetzt, wir kosten das Licht regelmäßig aus.

Besonders wichtig ist in Herbst und Winter auch die Ernährung. Während wir im Sommer bevorzugt frisches Obst und Gemüse zu uns nehmen, reizt uns in der kalten Jahreshälfte oft das süße und schwere Essen wie Kuchen, Torte oder auch Braten. Diese Vorliebe haben die Menschen schon seit Urzeiten und dies hat etwas mit dem Überleben zu tun. In der Vorgeschichte war der Mensch wesentlich abhängiger von den Jahreszeiten, als wir es heute sind. Denn im Winter war an frisches Obst und Gemüse kaum zu denken. Fleisch und Fisch wurden häufig zur einzig möglichen Nahrungsquellen, die dann auch erst gejagt oder gefangen werden mussten. Der Mensch war also angewiesen, so viel Energie wie möglich in Form von Fett, im Körper zu speichern, um nicht Gefahr zu laufen, den Winter nicht zu überleben.

Wir genießen heutzutage den Vorteil, eigentlich alle Nahrungsmittel das ganze Jahr beziehen zu können und somit einseitiger Ernährung und Mangelversorgung vorzubeugen. Ebenso sind Getreidesorten, vor allem die Hülsen, sehr gute Lieferanten von Vitaminen und Kohlenhydraten. Vollkornprodukte sollten daher vor allem im Winter bevorzugt auf dem Speiseplan stehen. 

Da Vitamin D in natürlicher Form eher wenig in unseren Nahrungsmitteln vorhanden ist, rät es sich, Vitamin D Lieferanten bevorzugt zu verzehren. Vorteil dabei: Unser Körper benötigt verhältnismäßig wenig Vitamin D. Ein weiteres Plus für Vitamin D ist seine Hitzebeständigkeit. Während die meisten anderen Vitamine beim garen einen hohen Verlust verbuchen, bleibt es weitestgehend erhalten. Der tägliche Bedarf an Vitamin D ist von Alter und eventuellem Wachstumsverhalten des Körpers abhängig. Empfohlen wird folgende Menge:
  • Säuglinge bis zu einem Jahr und Menschen über 65 Jahren 10 µg  (Mikrogramm) pro Tag
  • Kinder ab einem Jahr, Erwachsene und Stillende 5 µg pro Tag
Mit ein bis zwei Scheiben Käse (zum Beispiel Tilsiter) kann man so bereits den zusätzlichen Bedarf an Vitamin D im Winter abdecken. Weitere besonders reichhaltige Lieferanten des Vitamins sind vor allem sogenannte 'fette' Fische wie Lachs, Makrele, Aal, Hering, Forelle und Thunfisch. Ebenso beugen Kalbfleisch, Eier und Milchprodukte einer Mangelversorgung vor und auch Champignons, Spinat und Avocados können für eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D sorgen.

Beherzigt man alle diese Tipps, ernährt sich auch in der kalten Jahreshälfte ausgewogen und 'tankt' möglichst viel Tageslicht, hat die Frühjahrsmüdigkeit kaum eine Chance. Wir können also im Frühling munter und beschwingt durchstarten.

[SyKo]

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