Frühjahrsmüdigkeit: Wahrheit oder Mythos?

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Wir kennen es wohl alle. Das Gefühl, im Frühjahr abgeschlagen und lustlos zu sein, wo uns doch eher der Sinn danach steht, mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen Bäume auszureißen und emsig Neues anzupacken. Der körperliche Antrieb scheint irgendwie gehemmt. Nur träge kommen wir in Fahrt und brauchen nicht selten sogar einige Wochen, um wieder neuen Schwung und Elan zu bekommen. Frühjahrsmüdigkeit! 

Doch gibt es sie wirklich oder ist sie ein Mythos? Was geschieht in unserem Körper, wenn der Antrieb im Frühjahr zu fehlen scheint? Wir haben das Phänomen von der medizinischen Seite betrachtet und erstaunliche Erkenntnisse gewonnen.Verantwortlich für die Frühjahrsmüdigkeit ist ein komplexer, hormonelle Vorgang im Körper.
Zum einen ist in den Wintermonaten, ein erhöhter Melatoninspiegel im Körper nachzuweisen. Über Augennetzhaut, Darm und Zirbeldrüse bildet sich das Hormon Melatonin vor allem in der Dunkelheit. Diese geschieht zeitlebens in der Nacht. Am Tag sinkt der Melatoninspiegel wieder stark ab, um dann in der nächsten Nacht wieder anzusteigen. In den Wintermonaten wird es erst spät hell und sehr früh wieder dunkel. Der Zeitraum, in dem das Melatonin verstärkt gebildet wird, verlängert sich somit und es kann, durch die kurze Zeit mit Tageslicht, nicht mehr genügend abgebaut werden. Die Wirkungen des Melatonin sind grob gesagt beruhigend. Es unterstützt unseren Körper dabei, besser und erholsamer schlafen zu können. Dies ist wichtig, um unser Gehirn in den Ruhephasen zu entlasten und in den wachen Phasen, umso aktiver sein zu können.

Durch das wenig ausgewogene Verhältnis zwischen hell und dunkel in den Wintermonaten bildet sich so ein beständig erhöhter Melatoninspiegel im Körper. Wir fühlen uns lustlos, manchmal sogar depressiv und können uns für kaum etwas richtig begeistern. Das abgeschlaffte Gefühl und die Antrieblosigkeit im Frühjahr sind also eine Folge des in den Wintermonaten angestiegenen Melatoninspiegels. Zu all dem kommt jedoch noch ein weiterer wichtiger Faktor, der sich Vitamin D nennt. Die Bezeichnung 'Vitamin' ist eigentlich nicht ganz korrekt, da der menschliche Körper in der Lage ist, es selbst zu produzieren. Richtiger wäre, aufgrund seiner Eigenschaften und Wirkungen im Körper, der Name 'Prohormon' oder 'Provitamin'. Denn über Zwischenstufen wandelt es sich zum Hormon Calcitriol.

Über sehr komplexe Abläufe wird durch das im Körper vorhandene Cholesterin (auch Cholesterol) mit über die Haut aufgenommenem UV-Licht aus dem Sonnenlicht in biochemischen Schritten Vitamin D gebildet. Vitamin D wird vor allem bei der Regulierung des Kalziumhaushaltes sowie dem Zellwachstum benötigt. Eine Mangelversorgung an Vitamin D  kann zum verantwortlichen Quotienten für Erkrankungen und Schädigungen bei Krankheiten mit Kalziumunterversorgung wie Rachitis oder Osteoporose werden. Aber auch unser Immunsystem benötigt das Vitamin D zur Stärkung der Abwehrkräfte.

Wir alle kennen das abgeschlagene Gefühl, wenn unser Immunsystem geschwächt ist. Dazu muss nicht erst eine Erkältung Einzug halten. Dieser Faktor kommt nun also noch zum hohen Melatoninspiegel hinzu. Nach langen Wintermonaten muss nun der Körper zunächst in ein stabileres, hormonelles Gleichgewicht kommen. Dies geschieht nicht über Nacht. Wie lange es dauert, bis wir wieder 'in Schwung' kommen, hängt untere anderem auch davon ab, wie viel Tageslicht wir uns gönnen. Der Begriff Frühjahrsmüdigkeit ist somit kein Mythos, sondern ein natürlicher Prozess im menschlichen Körper, der Jahreszeiten abhängig ist und davon, wie viel Tageslicht wir uns im Winter aussetzen.
[SyKo]

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