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Adoption und Partnerschaft

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Adoption-schwere Zeit für die Partnerschaft
Adoption-schwere Zeit für die Partnerschaft

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AutoreninfoSylvia Koppermann
aktualisiert: 07.10.2019Mehrfache Mutter u. Autorin
Medizin, Gesundheit und Erziehung

Eine Adoption ist ein nicht unerheblicher Schritt auch für eine Partnerschaft. Beide Partner müssen mit ganzem Herzen hinter der Adoption stehen und es gibt einiges auf dem Weg zu einem adoptierten Kind, das man wissen sollte. Was das ist, das erfährst du hier in diesem Artikel.

Was du hier lesen kannst:

  1. Unerfüllter Kinderwunsch
  2. Entscheidung aus anderen Gründen
  3. 2 Partner aber 1 Idee
  4. Adoptionen sind nicht einfach
  5. Es kann lange dauern
  6. Oft ist es anders, als man dachte

1. Unerfüllter Kinderwunsch

Der häufigste Grund aus dem Partner in einer Beziehung über eine Adoption nachdenken, ist ein unerfüllter Kinderwunsch. Dieser kann sowohl körperliche Ursachen haben, als auf einfach entscheidungsbedingte. In vielen Fällen ist letztendlich aber die Adoption eines fremden Kindes der einzige Weg, die Familie doch noch zu vergrößern. Das wichtigste bei einer Adoption ist es, sich darüber aussprechen, aus welchem Grund man die Entscheidung für eine Adoption fällt und mit welchen Ideen, Vorstellungen und Wünschen die einzelnen Partner in diese Entscheidung hineingehen. Gerade bei Problemen, die nur einer der Partner hat, wie zum Beispiel bei einer Unfruchtbarkeit, kann sich die Frage stellen, ob der noch fruchtbare andere Partner wirklich glücklich mit einer solchen Entscheidung ist. Gerade auch für gleichgeschlechtige Partner kann eine Adoption eine Möglichkeit sein, sich den gemeinsamen Kinderwunsch doch noch zu erfüllen.

2. Entscheidung aus anderen Gründen

Ein weiterer Grund, der für eine Adoption spricht, könnten genetische Probleme in der Vorgeschichte oder der Verwandtschaft der einzelnen Partner sein. Eine genetische Neigung zu bestimmten Erkrankungen oder ein erhöhtes Risiko ein behindertes Kind in die Welt zu setzen, können auch zu dem Entschluss führen, dass lieber keine eigenen Kinder haben möchte. Vielleicht sind sich die beiden Partner auch einfach nur darüber einig, dass es schon genug Kinder gibt, die von ihren Eltern nicht gewollt werden. Hierdurch entscheiden sie sich womöglich dann einfach dafür, einem solchen Kind ein Zuhause zu bieten, statt einfach selbst „eines zu machen“. Egal aus welchem Grund die Entscheidung nun gegen ein eigenes Kind gefallen ist, auch hier sollten die beiden Partner sich wieder hundertprozentig einig darüber sein, dass eine Adoption ihr Mittel der Wahl ist, denn eine Adoption ist keine Entscheidung, die man einfach so wieder rückgängig machen lassen kann.

3. 2 Partner aber 1 Idee

Auch wenn wir es im vorangegangenen schon einmal explizit erwähnt haben, es ist unglaublich wichtig, dass beide Partner mit dem Schritt einverstanden sind und dieselbe Idee verfolgen. Häufig ist es leider so, dass ein Partner voll und ganz hinter der Sache steht der andere aber vor allem nur deshalb, weil er seinem Partner einen Gefallen tun möchte und dem diesen Wunsch nicht ausschlagen kann. Dies ist allerdings ein Problem, denn so halbherzig lässt sich ein Kind in der Regel nicht erziehen. Spätestens wenn die ersten Probleme auftauchen, passiert es dann ganz schnell, dass die Stimmung zwischen den Partnern sich deutlich abkühlt und während der Partner, der voll und ganz hinter der Sache gestanden hat, durchaus bereit ist, sich durch die Schwierigkeiten nicht abschrecken zu lassen, geht dem anderen so ein bisschen die Luft aus, denn wenn man nur jemanden einen Gefallen getan hat, ist man in der Regel nicht so extrem motiviert, sich wirklich durch ernste Probleme und Schwierigkeiten hindurch zu bewegen. Aus diesem Grund ist es wirklich wichtig, dass wenn man eine Adoption in Erwägung zieht, beide Partner dieselbe Idee dahinter haben und auch davon überzeugt sind, dass sie das beide wollen. Hier sind im Vorfeld viele klärende Gespräche notwendig, um wirklich zu verstehen, was der Partner möchte oder sich erhofft und zu klären, was man selbst denkt und fühlt. Es ist wichtig, sich für diesen Schritt ausreichend Zeit zu nehmen, denn alles was nach der Entscheidung für eine Adoption kommt, wird in der Regel recht kräftezehrend und vor allem kaum noch unterbrechbar sein.

4. Adoptionen sind nicht einfach

Ist man der festen Überzeugung, dass man unbedingt ein Kind adoptieren möchte, so stehen einige bürokratische Hürden im Weg, die es zu überwinden gilt. So dürfen zum Beispiel nur Paare ein Kind adoptieren, wenn diese auch verheiratet sind. Ist dies nicht der Fall, so kann das Sorgerecht nur einem der beiden zugesprochen werden. Damit das Kind auch in gute Hände kommt, werden die zukünftigen Eltern auf Herz und Nieren überprüft und müssen sich mit Besuchen vom Jugendamt genauso anfreunden, wie mit Gesprächen bei einem Psychologen, der herausfinden soll, ob die zukünftigen Eltern auch tatsächlich in der Lage sind ein Kind bei sich aufzunehmen und entsprechend zu erziehen. Neben diesen Dingen, muss auch nachgewiesen werden, dass man finanziell in der Lage ist, sich um ein Kind zu kümmern und das es auch sonst Nix in der Familie gibt, was gegen eine Adoption sprechen würde.

5. Es kann lange dauern

Ist man erst einmal durch diesen Prozess durch, kommt man in der Regel auf eine Warteliste und es kann sehr lange dauern, bis irgendwann ein Kind da ist, um das man sich demnächst kümmern kann. Ist es nicht so, dass man groß eine Auswahl hätte. In der Regel bekommt man die Kinder zugewiesen, die man dann aufnehmen darf. Zwischen der Bürokratie und der eigentlichen Aufnahme des Kindes können Monate oder sogar Jahre vergehen in der es vor allem heißt abwarten. Ist der Tag dann aber gekommen, geht es in der Regel sehr schnell, sodass man selten viel Zeit hat, sich auf die plötzliche Umstellung dann tatsächlich vorzubereiten.

6. Oft ist es anders, als man dachte

Bei den meisten Dingen im Leben ist es so, dass wenn sich der große Wunsch erst einmal erfüllt, vieles gerade im Alltag dann anders ist, als man sich dies im ersten Moment einmal vorgestellt hätte. So kommt es nicht selten gerade in der Anfangszeit zu größeren Schwierigkeiten mit dem Kind, für das die Umgebung und die neuen Bezugspersonen natürlich eine enorme Umstellung bedeutend die nicht von jedem Kind einfach so akzeptiert und hingenommen werden kann. Meistens braucht es jetzt Fingerspitzengefühl und Durchhaltevermögen, um das Vertrauen des Kindes zu bekommen und eine sinnvolle Bindung mit diesem eingehen zu können. Gerade in der ersten Zeit liegt das Sorgerecht noch nicht bei den jungen Eltern, denn sie müssen erst eine Probezeit von etwa einem Jahr durchlaufen, bevor sie endlich als Eltern des Kindes wirklich anerkannt werden können. Innerhalb dieser Probezeit wird in regelmäßigen Abständen überprüft, ob sich das Kind erwartungsgemäß entwickelt, sich in die neue Familie einfügt und eine Bindung zu den neuen Eltern aufbaut. Auch hier gibt es dann wieder Gespräche und Besuche, die sich in der Regel um familiäre Probleme und natürlich den Alltag mit dem Kind drehen. Gerade weil vieles nicht so ist, wie man es sich im ersten Moment vielleicht vorgestellt und ausgemalt hat, ist dies eine der schwierigsten Phasen für alle Beteiligten, denn hier kann es schnell dazu kommen, dass man zu zweifeln beginnt, ob das nun die richtige Entscheidung gewesen ist. Das ist natürlich gerade für das Kind blöd, da es nun eigentlich in eine Familie kommen sollte, die es liebt und wo es möglichst keine größeren Probleme gibt. Im Endeffekt lässt sich aber hier sagen, die Paare, die sich das ganze wirklich gut überlegt haben und bei denen wirklich beide Parteien dieselbe Idee dieselben Beweggründe mehr oder weniger hatten, sind in der Regel auch die Paare, die auf die Veränderung in ihrem Leben positiv reagieren und einen Weg finden, mit diesen umzugehen. Das Beste ist immer, den Alltag auf sich zukommen zu lassen und sich schon im Vorfeld im Klaren darüber zu sein, dass nicht alles immer rund laufen wird und dass es an den meisten Stellen Probleme geben könnte.

 

[KaKra]

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