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Geschichte und Entwicklung der Osteopathie

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Andrew Taylor Still, der Begründer der osteopathischen Lehre
Andrew Taylor Still, der Begründer der osteopathischen Lehre

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AutoreninfoMag. Birgit Schulz
aktualisiert: 27.11.2019Online Redakteurin
Gesundheit und Homöopathie

Die Osteopathie hat eine interessante Geschichte, doch nicht nur Andrew Taylor Still ist ein Name, den man im Zuge der Osteopathie kennen sollte. Willst du mehr über die Ursprünge, dieser alternativen Heilmethode erfahren, dann solltest du diesen Artikel einmal lesen.

 

Inhalt des Beitrags:
  1. Grundlagen der Osteopathie
  2. Andrew Taylor Still
  3. Wiliam Garner Sutherland
  4. Jean-Pierre Barral

Grundlagen der Osteopathie

Die Osteopathie hat in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert ein neues Verständnis von Gesundheit und Krankheit entwickelt und betrachtet den Menschen als eine Einheit aus Körper, Geist und Seele. Die Osteopathie geht davon aus, dass eine gute Beweglichkeit und Dynamik in allen Körperbereichen eine Grundsatzvoraussetzung für einen gesunden Körper ist. Dementsprechend ergeben sich Krankheiten und Probleme in der Regel aus Bewegungseinschränkungen und Blockaden, die sich irgendwo im Körper befinden. In der Osteopathie geht man davon aus, dass mittels der Faszien viele Körperregionen miteinander verbunden sind, die strukturell vielleicht gar nicht etwas miteinander zu tun haben. So kann es also durchaus sein, dass die Ursache für eine Krankheit oder Beschwerde an einer ganz anderen Stelle im Körper zu finden ist, als die Symptome, die auftreten. Im Rahmen der Osteopathie untersucht der Osteopath genau diese Verbindung und versucht herauszufinden, wo sich Bewegungseinschränkungen und Blockaden befinden und diese aufzulösen, sodass die natürliche Beweglichkeit innerhalb des Körpers wiederhergestellt wird.

Obwohl die Osteopathie bereits in den 1950 er Jahren vereinzelt von Ärzten und Heilpraktikern durchgeführt wurde, kamen diese doch ursprünglich vorrangig aus Amerika oder England. Die eigentliche Verbreitung der Osteopathie begann schließlich erst Ende der 1980 er Jahre. Es waren vor allem französische und belgische Schulen, die deutsche Niederlassungen gründeten und hier Ärzte, Heilpraktiker aber auch Physiotherapeuten in der Osteopathie ausbildeten. Mittlerweile gibt es mehr 20 Schulen, die die Osteopathie an ihre Schüler weitergeben an rund 70 verschiedenen Standorten in Deutschland, die diese meist als berufsbegleitende Weiterbildung anbieten.

Andrew Taylor Still

Die Osteopathie geht auf den amerikanischen Arzt Dr. Andrew Taylor Still zurück, der von 1828-1917 lebte. Dieser war der Überzeugung, dass der Mensch eine Einheit aus Körper, Geist und Seele bildet und kam nach intensiven Anatomiestudien zu dem Schluss, dass der Mensch als Ganzes und als Teil der Schöpfung alle Möglichkeiten der Gesundung in sich selbst trägt und diese nur aktiviert werden müssten. Grundsätzlich ging er davon aus, dass eine gute Beweglichkeit und Dynamik in allen Körperbereichen hierfür die Voraussetzung sein würde. Vor allem in der Ver- und Entsorgung des Gewebes durch Blut und Lymphflüssigkeiten und einer intakten Nervenversorgung sprach er eine besondere Rolle bei all dem zu. Er entwickelte das Konzept, mit den Händen Bewegungseinschränkungen im Gewebe aufzuspüren und diese dann eben so zu beseitigen. Dies sollte dazu führen, dass es im Körper zu einer verbesserten Beweglichkeit kam und man so dann alles andere quasi der eigenen Heilung selbst überlassen konnte. Er prägte den Satz: „Find it, fix it, leave it“

Erst 1874 stellte er diese neuartige Form der Medizin der Öffentlichkeit vor und gründete im Jahre 1892 die American School of Osteopathy (heute das Kirksville College of Osteopathic Medicine) in Kirksville, Missouri, USA.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Osteopathie in mehreren Bundesstaaten schließlich rechtlich anerkannt, nachdem diese großen Zuspruch fand. Weitere Colleges wurden gegründet und es ließen sich zunehmend mehr Studenten in der Osteopathie ausbilden. Im gleichen Zuge, wie die Osteopathie ihren Siegeszug begann, verlangten die Ärzteverbände zunehmend, die Osteopathie einzuschränken. Dieser Streit wurde bis in die 1960 er Jahre geführt, wo er schließlich beigelegt werden konnte. Erst seit diesem Zeitpunkt gilt die Osteopathie in den USA als allgemein anerkannt. Dort handelt es sich bei der Osteopathie also eine um eine vollwertige akademische Ausbildung und es gibt mittlerweile mehr als 20 osteopathtische Universitäten mit staatlich anerkannten Abschluss in den USA.

In Europa konnte man allerdings beobachten, dass die Osteopathie eine vollkommen andere Entwicklung durchlebte. Der Engländer Dr. John Martin Littlejohn brachte die Osteopathie schließlich nach Europa mit zurück. In London gründete Dr. Little John 1917 Die immer noch existierende British School of Osteopathy. In England kann man Osteopathie mittlerweile an drei Fachhochschulen studieren und der Osteopath ist dort seit 1993 ein rechtlich anerkannter Gesundheitsberuf. Obwohl Osteopathie in nahezu allen europäischen Ländern durchaus praktiziert wird, gehört sie nur in Belgien und Frankreich noch zu den allgemein erkannten Formen der Medizin.

Dr. Still hatte sich vor allem auf dem Bewegungsapparat bei der Osteopathie beschränkt und sich dementsprechend mit Gelenken, Muskeln, Sehnen und natürlich auch Knochen beschäftigt. Dies tat er vor dem Hintergrund, dass er davon ausging, dass eine Beweglichkeit dieser Bestandteile des Körpers auch eine freie Versorgung aller anderen Gewebearten gewährleisten könnten. Nachfolgende Osteopathen entwickelten die Osteopathie allerdings weiter.

Wiliam Garner Sutherland

Dr. William Garner Sutherland der zwischen 1873 und 1954 lebte, war ebenfalls ein Schüler von Dr. Still und beschäftigte sich jahrelang mit der Anatomie des Schädels insbesondere mit den Schädelnähten und deren Ausformung. 1939 stellte er ein neues Phänomen innerhalb der Osteopathie vor, dass man heute unter dem Begriff primäre Respirationsbewegung kennt. Hierbei geht es im Großen und Ganzen um eine sehr feine, eigenständig pulsierende Bewegung, die am Schädel, am Steißbein aber auch in anderen Strukturen bemerkt werden kann und nicht im Zusammenhang mit dem Herzschlag oder der Atmung steht. Dieses Phänomen bildete nach der Bekanntmachung 1939 ein weiteres, wichtiges Instrument zur Diagnose und Therapie von Beschwerden. Hiermit wurde die Osteopathie erstmals im kraniellen Bereich erweitert.

Sutherland gilt somit innerhalb der Entwicklung der modernen Osteopathie als ein ebenso wichtiger Arzt, wie es Still selbst gewesen ist.

Jean-Pierre Barral

Im sogenannten viszeralen Bereich erfuhr die Osteopathie eine weitere Entwicklung und Ergänzung in den 1980 er Jahren durch die beiden französischen Osteopathen Jean-Pierre Barral und Jacques Weischenck. Diese beschäftigten sich ausführlich mit den inneren Organen und versuchten zu klären, wie diese vom Osteopathen untersucht und behandelt werden könnten.

 

[KaKra]

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