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Viszerale Osteopathie

bauch
S.Perkiewicz / Pixelio.de
Häufig kommen Blockaden im Magen-Darm-Bereich vor
Bild: S.Perkiewicz / Pixelio.de
AutoreninfoMag. Birgit Schulz
aktualisiert: 15.02.2011Online Redakteurin
Gesundheit und Homöopathie
Die viszerale Osteopathie ist eine Form der osteopathischen Behandlung, die sich schwerpunktmäßig mit den Funktionen und Bewegungen der inneren Organe und der sie umgebenden Muskel- und Bindegewebe befasst. Diese alternative Therapieform wurde von Jean-Pierre Barral und Dr. Weisschenk entwickelt und wird vor allem in den frankophonen Ländern angewandt. Im Gegensatz zur weit verbreiteten parietalen Osteopathie ist diese Heilmethode in Deutschland und Österreich noch relativ unbekannt.
Wie auch die anderen Formen der Osteopathie ist die viszerale Methode eine manuelle, ganzheitliche Therapie, die sich mit der Beweglichkeit von Geweben zueinander beschäftigt. So geht die viszerale Osteopathie davon aus, dass jedes Organ eine eigene innere, von anderen Organen unabhängige Beweglichkeit aufweist. Diese sogenannte Motilität ist bedingt durch die embryonale Entwicklung, die jedes Organ bei seiner Entstehung vollzieht. Als Ausdruck seiner Vitalität führt das Organ daher auch später fortwährend eine tastbare Eigenbewegung aus, durch die sich ein Osteopath ein Bild von seiner Gesundheit machen kann.

Jedes Organ im menschlichen Körper reagiert sensibel auf die alltäglichen Beanspruchungen. So kann sich zum Beispiel die Durchblutung der Magenschleimhaut je nach Situation spontan verändern. Auf körperliche Verdauungsvorgänge oder auch auf psychischen Stress reagiert sie mit Anpassung, um gesund zu bleiben. Länger andauernde Stresssituationen lassen ein Organ jedoch funktionell ermüden. Indem sich dabei die Reflexmechanismen, die es mit dem Blut oder dem Nervensystem verbinden, erschöpfen, verschlechtert sich drastisch sein Versorgungszustand und seine räumliche Stabilität lässt nach. Da der Körper alle Schwächen selbst zu kompensieren versucht, reagiert er zunächst mit einer Spannungsänderung im betroffenen Organ selbst und dann in den Nachbarorganen, die es unterstützen. Raubt es diesen jedoch zu viel Energie, versucht der Organismus über Muskulatur und Körperhaltung einen Ausgleich herzustellen, was wiederum zur Überlastung von Muskelbereichen führen kann. Schmerzen in verschiedensten Körperbereichen können die Folge sein.

Das Ziel der osteopathischen Behandlung ist, die Reflexmechanismen des Organs direkt oder indirekt wieder herzustellen. Bei der direkten Methode versucht der Osteopath, nachdem er die Blockade im Organbereich ertastet hat, das Organ aus seiner Fehlstellung herauszuheben. Die indirekte Technik zielt darauf ab, die Eigendynamik des Organs zu aktivieren und seine Selbstheilungskräfte anzuregen. Dies kann beispielsweise geschehen, indem die Problematik zunächst gezielt verstärkt wird, um die Gefäße und Nerven, die mit dem Organ verbunden sind und es ernähren, zu stimulieren.

Verdauungsbeschwerden, Magenerkrankungen oder Blasenentzündungen mit chronischem Verlauf zählen ebenso zu den Behandlungsfeldern der viszeralen Osteopathie wie Lungenleiden, Störungen von Leber, Nieren oder Galle und die Nachsorge von Narbengewebe nach Operationen. Voraussetzung einer osteopathischen Behandlung ist die vorherige schulmedizinische Abklärung der Beschwerden, um Erkrankungen auszuschließen, die osteopathisch nicht behandelt werden können. Optimal ausgeheilt werden können vor allen Dingen funktionelle Störungen der inneren Organe und des Gewebes, bei denen noch keine krankhaften Gewebsveränderungen stattgefunden haben. Doch auch weiter fortgeschrittene Störungsbilder können durch eine osteopathische Behandlung zumindest Linderung erfahren.

Seitens der Schulmedizin ist die viszerale Osteopathie wie auch die anderen Osteopathie-Formen bisher nicht anerkannt, so dass die Behandlungskosten vom Patienten selbst getragen werden müssen.

[BS]

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