Es gibt Frauen, die können sich ein Leben ohne sie nicht vorstellen, wieder andere meiden sie wie der Teufel das Weihwasser. Und wir alle erinnern uns noch an eine beliebte amerikanische Serie über vier New Yorker Freundinnen, in der sie eine nicht unwichtige Rolle spielten: Die Rede ist natürlich von High Heels, zehn und mehr Zentimeter hohen Absätzen, die Beine und Po strecken und Frauen zu einem unnachahmlichen Gang verhelfen - mehr oder weniger erotisch, versteht sich. Aber High Heels bergen auch potentielle Gefahren, begünstigen sie doch beispielsweise das Umknicken. Viele werdende Mamis stellen sich daher die Frage, ob sie die geliebten hohen Hacken während der Schwangerschaft lieber in den Schuhschrank verbannen oder munter weiterstöckeln sollen?
Viele Frauen – und
besonders auch Männer – finden High Heels sexy und möchten ungern auf
sie verzichten. High Heels gelten als besonders weiblich, peppen
vielfach auch das langweiligste Outfit auf, sorgen für einen
geraden, aufrechten Gang und sind oft auch einfach ganz wunderbar
anzusehen. Das Problem ist, wie bei vielem Schönen, dass sie nicht
unbedingt gesund sind. Besonders wenn man sie jeden Tag trägt, schlagen
Orthopäden, Ärzte und Physiotherapeuten Alarm.
Das Problem bei hohen
Pumps und Co: Durch häufiges Tragen kann es in der Folge zu
Verkürzungen der Muskelfasern in den Waden kommen, weil die Ferse
immer wieder unnatürlich nach oben gepresst wird. Das wiederum zieht die
Achillessehne in Mitleidenschaft. Auch das Knie wird stärker
als sonst beansprucht, da bei hohen Absätzen bis zu 26 Prozent mehr
Druck auf dem Kniegelenk lastet als bei flachen Schuhen, was zu
Arthrose und Gelenkverschleiß führen kann. Und das ist noch nicht
alles:
Bereits ab einer
Absatzhöhe von fünf Zentimetern sieht sich der Vorderfuß einer
Druckerhöhung um 60 Prozent ausgesetzt, bei siebeneinhalb
Zentimetern steigt diese bereits auf 110 Prozent. Brennende
Fußballen, Druckstellen an den Zehen oder Hühneraugen sind oft die
Folge. Komplettiert wird die Liste von verkrümmten Zehen,
Fersenspornen oder dem sogenannten Hallus Valgus, einer Ausbuchtung
am Fuß, bei der die Großzehe im Grundgelenk nach außen
abweicht, während die Zehe sich nach innen dreht. Hier muss dann
sogar operiert werden.
Ganz zu schweigen von der
Verletzungsgefahr hoher Schuhe: Denn je kleiner die Auftrittsfläche
und je höher der Absatz, desto größer wird die Gefahr, mit den Schuhen einfach
umzuknicken und vielleicht sogar hinzufallen. Wer hat nicht schon mal
über Models im Fernsehen gelacht, die grazil auf megahohen Absätzen
den Laufsteg entlang schwebten, nur um sich im nächsten Moment
vor aller Welt plötzlich auf dem Hintern wiederzufinden? Dass dabei Bänder überdehnt werden oder gar reißen können, bedenken viele nicht.
Gerade hiervor warnen
Orthopäden jedoch ganz besonders Schwangere, die durch die hormonelle
Umstellung Probleme mit den Knochen oder Gelenken bekommen können.
Auch mit dem Rücken ist nicht zu spaßen, der gerade im letzten
Trimester besonders beansprucht wird. In diesem lockern sich durch den hohen
Östrogenspiegel die unteren Bänder, die ihn halten, und die daher leicht überdehnt werden oder Schaden nehmen können. Bei hohen
Absatzschuhen muss für die nötige Balance nämlich die natürliche
Haltung verändert werden, was den Rücken somit zusätzlich fordert
und zu heftigen Schmerzen in diesem Bereich führen kann. Schwangere
sollten daher bereits früh mit gezieltem Rückentraining beginnen,
um ihre Muskeln auf die anstehenden Belastungen vorzubereiten.
Durch
die Wassereinlagerungen im Körper leiden Schwangere auch häufig
unter geschwollenen Füßen, so dass ihnen Schuhe, die zu Beginn der
Schwangerschaft noch gepasst haben, nun oft zu eng sind. Zusammengedrückte
Fußzehen und eventuell ausgeleierte Lieblingspumps sind die Folge.
Auch Krampfadern können durch das häufige Tragen von High Heels
begünstigt werden, da die Venen in der Schwangerschaft geweitet sind und das zusätzliche Gewicht von Bauch und Co den Druck auf sie
noch verstärkt. Nicht zu vergessen, der Babybauch muss auf hohen
Absätzen ausbalanciert werden. Das kann, wie bereits erwähnt,
Rückenschmerzen auslösen und erhöht die Gefahr umzuknicken und zu stürzen. Und wer will schon gerne mit Baby im Bauch hinfallen?
Auch
passt für viele werdende Mütter schon allein der Gedanke an High Heels nicht richtig ins Bild und viele
entscheiden sich allein der Bequemlichkeit halber für flache Schuhe.
Schließlich wird der Körper während der Schwangerschaft genug
beansprucht. Mit flachen Schuhen fällt das Watscheln, in das
viele werdende Mütter gegen Ende der Schwangerschaft verfallen,
auch deutlich leichter. Wer dennoch nicht auf seine High Heels verzichten
kann, sollte sie sich für besondere Gelegenheiten aufbewahren oder
sich für unterwegs Schuhe zum Wechseln mitnehmen. Diese sollten auch
unbedingt getragen werden, wenn der Körper mit Schmerzen antwortet. Wenn das Baby da
ist, kann man die High Heels ja wieder häufiger anziehen, schließlich laufen sie nicht weg.
[AKH]