Die Plazenta

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Die Plazenta, ein oft unterschätztes, dennoch faszinierendes und vor allem lebenswichtiges Organ, über das es weit mehr zu wissen gibt, als das es die Ernährung des Babys im Mutterleib sichert.

Auch Mutterkuchen genannt

In seiner kurzen Lebenszeit leistet das Organ Plazenta unvorstellbare Arbeit. Es trägt einen der wichtigsten Anteile daran, dass Leben neu entsteht, verausgabt sich in den wenigen Monaten seiner Existenz, um dann nicht mehr gebraucht zu werden, wenn das Baby lebensfähig geboren wird.

Die Plazenta, umgangssprachlich häufig auch Mutterkuchen genannt, ist ein Organ, das sich nur innerhalb der Schwangerschaft bildet und entwickelt, mit der Geburt des Kindes seine Funktionsgrenze erreicht hat und abgestoßen wird. Sie besteht sowohl aus mütterlichem, wie auch embryonalem Gewebe.

Es beginnt mit der Einnistung

Zur Bildung der Plazenta kommt es, wenn sich die befruchtete Eizellen in die Gebärmutterschleimhaut einnistet. Sie ist, grob ausgedrückt, eine Art Adapter, der eine Verbindung des Kindes, über die Nabelschnur, zum Körper der Mutter schafft.

Mit fortschreitender Schwangerschaft bildet sich die Plazenta immer weiter aus, übernimmt zusätzliche Funktionen, die den Bedürfnissen des Kindes angepasst sind und wächst auf eine durchschnittliche Größe von etwa 20cm und 500-600gr heran.

Die Aufgabe der Plazenta

Ihre Aufgaben bestehen darin, das Kind mit Nährstoffen zu versorgen, die Sauerstoffversorgung zu gewährleisten, aber auch Exkretionsprodukte zu entsorgen. Ebenso steuert sie die Hormonproduktion mit, in dem sie den Körper der Mutter anregt, sich den zeitgemäßen Entwicklungen anzupassen.

Noch nicht völlig wissenschaftlich erforscht, jedoch wahrscheinlich, verhindert die Plazenta auch, dass das Kind vom Körper der Mutter als Fremdkörper angesehen und abgestoßen wird. Nachgewiesen werden konnte zumindest, dass die Plazenta ab dem 4. Schwangerschaftsmonat das Gelbkörperhormon Progesteron eigenständig produziert. Progesteron wird bis dahin in den Eierstöcken gebildet und verhindert die Regelblutung. Durch diese Weiterproduktion, wird weiterhin die Menstruation unterdrückt und damit der Abbau der Gebärmutterschleimhaut, durch die Regelblutung,ausgeschlossen.

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Die dem Kind zugewandte Seite, an der die Nabelschnur einmündet, nennt man fetale Seite oder auch Chorionplatte. An ihr befinden sich faserartig wirkende Chorionzotten, die an das mütterliche Blut verbunden sind und den Austausch der im Blut der Mutter heran transportierten Nährstoffe vornehmen, gleichzeitig jedoch auch verhindern, dass sich das Blut von Mutter und Kind vermischt.

Im Verlauf der Schwangerschaft nimmt die Plazenta verschiedene Antikörper aus dem Blut der Mutter auf und leitet sie an das Kind weiter, das somit eine vorübergehend höhere Immunität erhält. Auch die Sauerstoffversorgung wird über die Plazenta geregelt. Gegen Ende der Schwangerschaft benötigt das Kind etwa 20-30ml Sauerstoff pro Minute, der über das Blut der Mutter in die Plazenta transportiert wird, von wo der Sauerstoff dann zum Kind gelangt.

Schädliche Einflüsse während der Schwangerschaft, wie beispielsweise Nikotinkonsum der Mutter, lassen die Plazenta “verkalken”. Ihre volle Funktion kann nicht mehr gewährleistet werden, wodurch es zu Mangelversorgung, mit möglichen lebensgefährlichen Folgen, in der Entwicklung des Kindes kommen kann.

Sobald das Kind geboren und abgenabelt ist, beginnt im Normalfall die Ablösung der Plazenta von der Gebärmutter. Unter Kontraktionen wird sie ausgestoßen und die Blutgefäße der Gebärmutter schließen sich.

[SyKo]

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