Blähungen (Flatulenz) bei Kindern

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Blähungen (Flatulenz) bei Kindern
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Blähungen (Flatulenz) bei Kindern

Manchmal entstehen durch die Verdauungsprozesse im Magen-Darm-Trakt Gase.

Unter normalen Bedingungen gelangen diese Gase nun in den Blutkreislauf und werden zur Lunge transportiert, wo sie schließlich wieder nach Außen abgegeben werden. Doch unter Umständen entstehen so viele Gase, dass diese nicht mehr vom Körper absorbiert werden können, sondern über den Darmausgang ausgeleitet werden - es kommt zu Blähungen.

Vielfältige Ursachen für Blähungen

Die Gase, die meist aus Methan, Kohlenstoffdioxid und Schwefelwasserstoff bestehen, befinden sich im Darm und wollen nach oben hin austreten, doch wird ihnen das häufig durch den Nahrungsbrei im Darm verwehrt. Infolgedessen kommt es zum Abgang von Winden. Doch manchmal sitzen die Darmgase auch fest und der Betroffene wird von stechenden Bauchkrämpfen heimgesucht. Die auch unter dem medizinischen Begriff Flatulenz bekannten Blähungen haben viele Ursachen. Zu den typischen Ursachen für Blähungen gehören unter anderen:
  • Lakotoseintoleranz
  • Histamin-Intoleranz
  • Störungen der Bauchspeicheldrüse
  • Glutenunverträglichkeit
  • Reizdarm
  • Stress und Unruhe
  • und eine zu hohe Ballaststoffaufnahme
    • Blähungen bei Babys und Kleinkindern - Vorbeugung und Behandlung

      Bis zu 50 % aller Säuglinge leiden unter Blähungen. Vor allem in den ersten drei Lebensmonaten werden die Kleinsten von Blähungen geplagt. Die genauen Ursachen für die Blähungen bei Kleinkindern liegen noch im Dunkeln, jedoch wird vermutet, dass der Stoffwechsel der Kinder maßgeblich dafür verantwortlich ist. Die Darmflora muss sich nach der Geburt erst einmal aufbauen und der Verdauungstrakt muss sich an die neue Nahrung gewöhnen. Zudem sind einige Enzyme noch nicht vollständig funktionsfähig.

      Um Blähungen bei Kleinkindern vorzubeugen, sollte darauf geachtet werden, dass die stillende Mutter keine Milch und blähende Nahrungsmittel - wie Kohl, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte - zu sich nimmt. Das Kind sollte in aller Ruhe gefüttert oder gestillt werden und sich während der Nahrungsaufnahme in einer aufrechten Haltung befinden. Des Weiteren ist es ratsam, darauf zu achten, dass beim Füttern mit der Flasche kein Schaum auf der Oberfläche schwimmt und das Baby nach der Nahrungsaufnahme jedes Mal aufstößt.

      Symptome die auf Blähungen beim Baby hindeuten

      Leidet das Kind unter Blähungen, so ist es wichtig, diese von anderen Symptomen zu unterscheiden. Babys ziehen beispielsweise häufig ihre Beine an und weinen, wenn sie Blähungen oder Bauchkrämpfe haben. Der Bauch fühlt sich zumeist gespannt bzw. hart an.

      Linderung und Behandlung von Blähungen

      Wichtg ist vor allem Nähe, sie tröstet das Baby und wirkt beruhigend. Zur Behandlung einer Flatulenz beim Baby können verschiedene Methoden herangezogen werden.

      Altbewährtes

      • Fenchel-Kümmel-Anis-Tees
        Vorerst könnte ein Fenchel-Kümmel-Anis-Tee den Blähungen den Gar ausmachen, diesen erhält man in der Apotheke und wird oft auch als "Stilltee" bezeichnet. Diese Kräuter wirken beruhigend, entlastend und krampflösend und haben sich als äußerst effektiv zur Behandlung von Blähungen erwiesen. Die stillende Mütter kann diesen auch selbst trinken bzw. Babynahrung kann darin zubereiten.
      • Angelika- und Enzianwurzel
        auch Heilkräuter wie Angelikawurzel und Enzianwurzel wirken verdauungsfördernd und können Linderung bei Blähungen verschaffen.
      • Sanfte Bauchmassagen
        Gegen Blähungen helfen sanfte Bauchmassagen, am Besten mit Massageölen wie Kümmelöl, oder einer Windsalbe. Hierbei am Besten im Uhrzeigersinn um den Nabel kreisen.
      • Ein warmes Bad
        Ebenso wirken warme Bäder oder das Auflegen einer Wärmeflasche.
      • Der Fliegergriff
        Bei Säuglingen hat sich auch der sogenannte "Fliegergriff" bewährt. Hierbei wird das Baby in Bauchlage auf den Unterarm gelegt - dabei wird der Kopf des Babys mit der Hand gestützt.
      • Das Kirschkernkissen
        Das Kirschkernkissen wird oftmals bei Blähungen herangezogen. Es ist ein idealer Wärmelieferant, da es nicht so heiß wird, wie eine Wärmflasche und wird dem Baby auf den Bauch gelegt. Alternativ kann das Baby auch auf das Kirschkernkissen gelegt werden.

      Homöopathie

      • Kümmelzäpfchen
        Vielfach werden Kümmelzäpfchen als homöopathisches Heilmittel bei Flatulenz herangezogen. Bereits kurz nach deren Eingabe kommt zumeist "ein großes Gechäft" und somit auch die Luft aus dem Bauch. Auch andere Zäpfchen wie z.B. "Glycerinzäpfchen" weichen den Stuhl an, und machen es dem Baby damit leichter zu drücken.
      • Chamomilla
        Kommt es häufiger zu Blähungen, können auch homöopathische Mittel wie beispielsweise "Chamomilla" herangezogen werden. Bei Unsicherheit und täglich auftretenden Blähungen empfiehlt es sich jedoch, einen Kinderarzt aufzusuchen, der gegebenenfalls Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten feststellen kann.
      • Simethicon und Dimeticon
        Die beiden Wirkstoffe wirken "entschäumend". D.h. sie verwandeln die kleinen Luftbläschen im Darm zu großen Blasen, die sich deutlich besser auflösen. Beide Wirkstoffe sind in der Apotheke erhältlich. Vor Verabreichung sollte aber auch hier der Rat eines Kinderarztes eingeholt werden.

      Osteopathie

      Das lösen von Blockaden im Halswirbel- und Beckenbereich bzw. das lösen von Verspannungen im Bereich der Schulterblätter kann helfen, dass das Baby entspannter wird. Viele Eltern berichten von Erfolgserlebnissen und einem Rückgang der Blähungen nach dem Besuch eines Osteopathen.

      Blähungen sind im Allgemeinen kein Grund zur Besorgnis. Treten sie jedoch regelmäßig und über einen längeren Zeitraum hinweg auf, so ist es sicher kein Fehler, einen Arzt aufzusuchen.

Vorbeugende Maßnahmen

Um Blähungen beim Baby zu vermeiden hilft:
  • selbst immer ruhig bleiben, und es dem Baby so leicht wie möglich zu machen, damit das Baby nicht soviel weint und dabei noch mehr Luft schluckt
  • das Baby während und nach der Mahlzeit aufstoßen lassen
  • Stillende Mütter sollten auf Kuhmilch oder blähende Nahrungsmittel verzichten
  • die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten sollten ausreichend sein. Führt man ständig aufs neue Milch hinzu, kann das leicht zu Verdauungsproblemen führen
  • beim Geben der Flasche darauf achten, dass sie nach der Zubereitung eine weile gestanden hat, bis sich der Schaum vom Schütteln gesetzt hat
  • beim Stillen, bzw. füttern des Babys darauf achten, dass es einen guten Kontakt des Baby-Mundes mit der Brustwarze bzw. dem Sauger hat. Dabei ist es wichtig auf die richtige Saugerlochgröße zu achten
  • Fenchenl- bzw. Anistee hilft nicht nur gegen bereits bestehende Blähungen, sondern er wirkt auch präventiv
  • dem Baby Spezialnahrung wie beispielsweise Novalac oder Comformil geben, dies aber bitte vorab mit dem Kinderarzt besprechen

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