Blähungen und Bauchschmerzen beim Baby – Hilfe bei Dreimonatskoliken

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Der Fliegergriff lindert Bauchkrämpfe.
Der Fliegergriff lindert Bauchkrämpfe.
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AutoreninfoMag. Carina Runge-Mathis
aktualisiert: 12.01.2011Gründerin von Mamiweb, Mehrfache Mutter
Gesundheit, Familie, Soziales
Babies die an Dreimonatskoliken leiden werden verschiedenste Mittel, die Linderung gegen die Beschwerden verschaffen sollen, verabreicht. Wie kommt es aber zu den Koliken beim Baby?

Entstehung

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten wie die Dreimonatskoliken entstehen, dabei wird als wahrscheinlichste Ursache angesehen, dass die Darmfunktion des Säuglings erst ausreifen muss. Im noch nicht ausgereifen Darm sammeln sich Verdauungsgase und Luft die zu den Blähungen führen. Die einzelnen Darmabschnitte werden dadurch für das Baby schmerzhaft ausgedehnt.

Andere Faktoren sind das Schlucken von Luft beim Trinken, große Trinkmengen in kurzer Zeit, sowie nicht ausreichendes Aufstoßen.

Symptome

Das Baby schreit während und nach der Mahlzeit. Dies kann sich zusammen genommen auf drei bis sechs Stunden pro Tag summieren, dabei lässt es sich kaum beruhigen. Davon betroffen sind sowohl gestillte als auch nicht gestillte Kinder. Der Bauch ist oft gebläht, der Säugling gedeiht gut und zeigt keine Hinweise auf eine Organerkrankung.

Diagnose

Häufiges Schreien, verbunden mit krampfartigen, heftigen Schmerzen im Bauchbereich beim Baby bis zum vierten Lebensmonat lassen auf Dreimonatskoliken schließen. Um diese Diagnose zu verifizieren sollte eine Arzt für Allgemeinmedizin oder eine Arzt für Kinder- und Jugendheilkunde aufgesucht werden.

Bauchschmerzen und Blähungen lindern

Im Folgenden stellen wir einige der bewährtesten Mittel vor, die Dreimonatskoliken für das Baby erträglicher machen können. Jedes Kind ist ein wenig anders, daher sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass durch Ausprobieren herauszufinden ist, was deinem Baby hilft und sich was sich in deinem Fall bewährt.

Anis - oder Kümmeltee

Bei Stillkindern sollte die Mama den Tee am Besten 30-45 Minuten vor dem Stillen trinken. Bei Flaschenbabys können wir die Flasche mit dem Tee zubereiten. Aber auch voll gestillte Babys dürfen diese Tees trinken, man sollte aber nicht mehr als 50 ml am Tag verfüttern, sonst kann das unter Umständen dazu führen, dass das Baby nicht genug an der Brust trinkt.

Das Baby herumtragen

Herumgetragen werden beruhigt kleine Babys ganz besonders, da sie diese Bewegungen aus dem Mutterleib sehr gut kennen und sich durch die körperliche Nähe immer entspannter fühlen.

Der Fliegergriff

Der sogenannte Fliegergriff wärmt den Bauch und übt einen angenehmen Druck aus. Das Baby liegt dabei auf dem Unterarm mit dem Köpfchen Richtung Ellbogen. Mama hält es an den Oberschenkeln mit der Hand fest. Gerne können wir den Rücken von oben nach unten streicheln und damit den Winden den Weg nach unten zeigen.

Fahrrad fahren

Fahrrad fahren. Legen wir das Baby auf den Rücken und schieben wir die Knie abwechselnd zum Bauch und strecken wir die Beine wieder durch, als würde das Baby in der Luft Fahrrad fahren. Die Übung entspannt die Bauchmuskulatur.

Bauchmassage

Bauchmassage im Uhrzeigersinn mit einem entspannenden Öl (Baby Bäuchleinöl, Schwarzkümmelöl). Diese Bewegung folgt den Ablauf des Darmes und hilft somit der Luft Richtung Enddarm-Öffnung zu entweichen. Wenn das Baby sehr verkrampft und der Bauch hart ist, hilft diese Massage fast gar nicht. Sorgen wir also vorher dafür, dass das Baby sich entspannt und sein Bauch weich ist, beispielsweise mit dem bereits erwähnten Fahrrad fahren.

Windsalbe

Windsalbe (aus der Apotheke) zum Einmassieren. Die Windsalbe enthält auch Kümmel als Wirkstoff.

Wärme

Legen wir ein warmes (aber nicht heisses!) Kirschkernkissen auf den Bauch des Babys. Ein länglich zusammengelegtes Handtuch oder eine Stoffwindel um den Bauch des Babys gewickelt sorgt für konstante und einheitliche Wärme.

Ein warmes Bad

Da die Wärme und ganz besonders warmes Wasser sehr entspannend wirken, können wir unserem Baby Erleichterung schaffen, indem wir es in angenehm warmen Wasser (37 Grad) baden. Die Bauchmuskulatur lockert sich und dadurch können die Winde leichter entweichen. Schwarzkümmelöl als Badezusatz kann die Wirkung des Bades noch verstärken.

Entschäumer

Entschäumer wie Sab Simplex, Espumisan oder Lefax aus der Apotheke. Man tut sie in die Flasche oder gibt sie dem Baby mit dem Löffel oder der Pipette vor, während oder nach dem Stillen. Der Wirkstoff Simethicon wirkt nur physisch und wird vom Körper nicht aufgenommen. Die kleinen Luftbläschen werden von diesem Wirkstoff in größere Luftblasen verwandelt und diese können nun leichter aus dem Magen entweichen. Diese Entschäumer wirken gut im Magen, helfen aber leider kaum gegen Luftbläschen, die sich bereits im Darmtrakt befinden.

Schliesslich helfen auch Homöopathische Mittel und Osteopathie. Zur Osteopathie bei Dreimonatskoliken lies auch unseren Beitrag: Osteopathie für Baby und Kleinkind. Die Ursachen von Dreimonatskoliken erfährst Du in unserem Beitrag: Dreimonatskoliken.

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