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Ausschabung - Wenn der Gesundung nachgeholfen werden muss

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Katrin Weyermann Bötschi / pixelio.de
Ausschabung - kein leichter Schritt.
Bild: Katrin Weyermann Bötschi / pixelio.de
AutoreninfoSylvia Koppermann
aktualisiert: 30.01.2018Mehrfache Mutter u. Autorin
Medizin, Gesundheit und Erziehung
Die Ausschabung der Gebärmutter gehört zu den Routineeingriffen der Frauenheilkunde.

Er wird von Frauenärzten empfohlen, wenn bei einer Patientin Veränderungen der Regelblutung, beispielsweise  unregelmäßige oder sehr starke Blutungen bzw. wiederkehrende Blutungen nach den Wechseljahren, auftreten. Auch bei starken Blutungen in der Gebärmutter oder der Entfernung gutartiger Tumore verspricht die Ausschabung Aussicht auf Besserung. Besonders schwer fällt der Gang zum Arzt, wenn der Eingriff nach einer Fehlgeburt vorgenommen werden muss. Dies ist notwendig, wenn der Tod des Fötus per Ultraschall festgestellt wurde, die Fehlgeburt aber nicht abgegangen ist (missed abortion) oder trotz erfolgter Blutung Gewebereste im Uterus verbleiben. Ziel ist dabei, Infektionen und weitere Blutungen zu verhindern.


Abrasio und Kürettage

Eine Ausschabung wird vaginal bzw. über den Gebärmutterhals durchgeführt. Man spricht von einer sogenannten Abrasio, wenn die Ursachen einer starken und/oder unregelmäßigen Regelblutung,  Zwischenblutung, bei auffälligen Befunden der Gebärmutterschleimhaut oder Blutungen nach den Wechseljahren geklärt werden sollen. Hierzu wird Gewebe abgetragen und später im Labor untersucht. Eine Kürettage wird bei Fehlgeburten oder Schwangerschaftsabbrüchen durchgeführt.

Hierbei werden die Gewebereste mit einem löffelartigen Instrument aus der Gebärmutter entfernt. Mittels eines anderen Verfahrens, der Saugkürettage, bei der ein dünnes Rohr in die Gebärmutter eingeführt wird, wird das Gewebe abgesaugt.

Ursachen für die Fehlgeburt herausfinden

Im Anschluss kann eine genetische Untersuchung Aufschluss darüber geben, ob eventuell eine Abweichung der Chromosomen die Ursache für die Fehlgeburt ist. Da diese Untersuchung sehr aufwändig ist, sollte sie nur bei wiederholt auftretenden Fehlgeburten, also mehr als zwei Fehlgeburten mit dem selben Partner, durchgeführt werden.

Wichtig: Bei Frauen mit dem Blutgruppenmerkmal Rhesus negativ sollte nach jeder Fehlgeburt oder Schwangerschaftsabbruch eine sogenannte ANTI-D-Prophylaxe durchgeführt werden. Diese erfolgt als Spritze in den Muskel und verhindert bei späteren Schwangerschaften Komplikationen aufgrund von Blutgruppenunverträglichkeiten bezüglich des Rhesusfaktors.

Die Ausschabung - ein risikoarmer Eingriff

Eine Ausschabung findet in der Regel unter Vollnarkose statt, kann aber auch nach einer örtlichen Betäubung des Muttermundes durchgeführt werden. Die Dauer der Operation (OP) wird in der Regel mit fünf bis zehn Minuten angegeben. Es handelt sich um einen risikoarmen Eingriff, der ambulant erfolgen kann. Am Tag der OP solltest Du nüchtern sein, also mindestens sechs Stunden vor dem Eingriff weder essen noch trinken, rauchen oder Kaugummi kauen. Nach dem Eingriff bleibt die Frau so lange unter Beobachtung, bis sie fit genug für den Heimweg ist. Auch wenn die Narkose relativ schnell nachlässt, Autofahren oder die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel ohne Begleitung sind am Tag des Eingriffs tabu. Lieber vom Partner oder Verwandten abholen lassen oder ein paar Euro für ein Taxi investieren. Es ist wahrscheinlich, dass Du auch ein paar Stunden nach der Ausschabung schläfrig und erschöpft bist. Daher ist Ruhe und Entspannung geboten. Ein paar Schritte, um den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen, sind aber ratsam.

Die Genesung

Die ersten Tage kommt es zu einer geringen Wundblutung, die nach drei bis fünf Tagen etwas zunehmen kann. Auch ein blutig-bräunlicher Ausfluss bis zur nächsten Regel entspricht dem normalen Genesungsverlauf. Da der Muttermund in der ersten Zeit nach der OP noch leicht geöffnet ist, sollte in den ersten drei Wochen nach dem Eingriff auf Baden, Schwimmen oder Saunieren verzichtet werden. Auch von der Benutzung von Tampons oder Sex sollte abgesehen werden. Eine erneute Schwangerschaft sollte erst drei Monate nach der Ausschabung geplant werden.

[AKH]

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1 Kommentar

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Routine Eingriff???Risikoarm???So wie die Ärzte (by the way zum Teil unerfahrene Ärzte) manchmal kratzen,kann es zum Sogenannten Ashermann Syndrom kommen.Bitte erwähnt dieses zwar wohl seltene,aber das Leben verändernde Risiko!!!!!!

von Miriam|Lang am 09. 03. 2020



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