Wie Angst vor Vollnarkose nehmen?

ekiam
ekiam
13.06.2020 | 6 Antworten
Ich fange mal von vorne an. Mein Mann hatte Anfang März eine sehr starke Gallenkolik. Mein Mann ist kein Arzt- und erst recht kein KH-Gänger. Es fing plötzlich gegen 21:30 an. Schmerzmittel und Wärme brachte gar nichts. Um ca. 23:45 bettelte er mich an, ihn ins KH zu bringen. Es stand ziemlich schnell die Diagnose und sie behielten ihn da. Und setzten ihn angeblich unwissend auf den OP-Plan. Nachdem er sich beschwerte, dass sie ihn nüchtern ließen und keine Untersuchungen stattfinden würden, wurde ihm Spät mittags gesagt, dass er operiert werden sollte. Er verweigerte die OP. Beschwerden waren laut ihm rückläufig. So wurde er nächsten Tag entlassen. Gaben ihn aber für den 03.06. einen OP-Termin mit. Sagten ihm auch klar, wenn er zwischenzeitlich wieder kommen würde, würden sie ihn ohne Wenn und Aber operieren. Sie glaubten nicht, dass es eine einmalige Sache bleiben würde und sie sich ganz schnell wiedersehen würden. Mir erzählte er immer, seine Beschwerden seien weg und wollte mir damit sagen, "siehst du, die OP wäre unnötig gewesen". Ich bekam aber genau mit, dass er weiterhin Beschwerden hat, zwar nicht in der Form, wie die eine Nacht, aber durchaus quälend. Auch nörgelte er teilweise am nächsten Tag, dass das Essen zu fett gewesen wäre, was überhaupt nicht fett war, um seine Beschwerden zu rechtfertigten. Mitte Mai bat er mich, den OP-Termin anzusagen. Ich wartete bis knapp 1 Woche vorher. Nachdem mir nach einem Gespräch endgültig klar war, dass er wirklich nicht zur OP gehen würde. 3 Tage nach eigentlichen OP-Termin, quälte er sich wieder und meinte, ich glaube, ich muss es doch machen lassen. Auf Nachfrage, kam raus, dass er sehr große Angst vor der Narkose hat und glaubt, dass er die Narkose nicht über stehen würde. Und was mit uns (4 Kinder) passieren würde? Er sei schon 2x dem Herrgott von der Schippe gesprungen, dass würde er kein 3. Mal schaffen. Ich muss dazu sagen, er hat 2012 einen Autounfall mit Gehirnblutung gehabt, die 2x entlastet werden musste. Hat unfallbedingt eine Epilepsie entwickelt. Es ist bei den Behandlungen und speziell sehr viel im KH schief gegangen. Von daher ist er (psych.- und körperlich) vorgeschädigt. Es wäre jetzt ein anderes KH, in dem er eigentlich bisher nur gute Erfahrungen gemacht hat. Wie bekomme ich seine Angst/Bedenken weg oder wie kann ich ihm helfen/beistehen? Ich möchte nicht wieder so eine Nacht erleben. Ich hatte ein Gespräch mit einer Bekannten (Anästhesistin) geführt. Die kann nur sagen, dass die geplante Vollnarkose sie sicherste sei. Man würde nie besser überwacht werden, als da. Besonders wenn alles geplant ist, ist man nüchtern, was man im Notfall nicht ist und das wenn, dann die Komplikationen auftreten würden.
Entschuldigung für den langen Text.
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1 Antwort
Hast du auch mal mit deinem Mann gesprochen? Oder deine Bekannte?Wurde er richtig aufgeklärt im Krankenhaus? Er muss ja über alles aufgeklärt werden damit so eine Panik erst gar nicht entsteht. Da er ja schon schlechte Erfahrungen gemacht hatte.
mialinchen
mialinchen | 15.06.2020
2 Antwort
@mialinchen Ja, ich hatte mit ihm darüber gesprochen. Hatte ihm angeboten, dass wir gemeinsam nochmal einen Termin bei unserer Hausärztin machen, der er vertraut und die sich auch sehr viel Zeit nimmt, besonders in solchen Situationen. Ob und wie er im KH Aufgeklärt wurde, weiß ich nicht. Ist ja Corona Zeit und ich konnte froh sein, dass ich im Gebäude warten vom KH warten durfte. Wir haben uns Nachts beim Pförtner angemeldet und dort wurde er abgeholt und ich sollte nach Hause fahren oder im Auto warten. Als fest stand, dass er da bleibt, bin ich nach Hause gefahren. Gepackte Tasche durfte ich nur beim Pförtner abgeben. Von daher, weiß ich nur das, was er mir am Telefon gesagt hat. Als er entlassen war, hat er mir viele Fragen gestellt. Einiges konnte ich ihm so beantworten, da ich MFA bin, andere musste ich auch nachlesen. Ich kann es auch nachvollziehen, dass er so ein doofes Gefühl hat, da die Zeit nach seinem Unfall nicht einfach war. Und es damals vor seiner 1. OP auf Messersschneide stand. Aber jetzt ist eine ganz andere Situation.
ekiam
ekiam | 15.06.2020
3 Antwort
Ich würde Euch raten vielleicht mal über eine Therapie nachzudenken wenn Dein Mann so ein Trauma erlebt hat. Wenn es für ihn so schlimm ist wird er alleine damit nicht fertig werden. Du kannst dann auch soviel erklären wie Du willst, er wird seine Angst dann nicht verlieren. Für mich hört es sich schon nach einer Phobie an und die kann er nur mit Hilfe von Fachleuten überwinden.
babyemily1
babyemily1 | 15.06.2020
4 Antwort
Wenn jemand aus deinem Bekanntenkreis Anästhesist ist, vielleicht kann diese Person einfach privat mal ein Aufklärungsgespräch führen? Es gibt viele Menschen, die Angst vor der Vollnarkose haben. Das hat auf jeden Fall mit Kontrollverlust zu tun. Aber Gallenkoliken sind echt ein Arschloch. Ich hatte das mal im Urlaub im Ferienhaus, musste den Notarzt kommen lassen, habe eine Spritze bekommen und unglaublicherweise waren die Schmerzen nach 1, 5h wieder da. Mit Schweißausbrüchen und allem. Es wäre schon besser, wenn dein Mann das machen lässt. Ich glaube, wenn nicht alles so Knall auf Fall geht wie kürzlich und er vorher wirklich gut aufgeklärt wird, dann klappt das auch mit der OP.
andrea251079
andrea251079 | 17.06.2020
5 Antwort
vielleicht solltest Du ihm mal die Folgen bezw. Komplikationen einer Gallenkolik aufzeigen ? wenn es ihm so schlecht geht , sollte er dringend einen Arzt aufsuchen ... allerdings kann ich mir nicht vorstellen , dass man unaufgeklärt auf den OP Plan gesetzt wird..auch zu Coronazeiten nicht..dazu gehört ein Aufklärungsgespräch und eine Einverständniserklärung , die vom Patient unterschrieben werden muss... ...und eine Aufklärung vom Narkosearzt ...und in Zukunft würde ich Dir raten , dass Dein Mann Termine selbst absagt...da er für sich erst einmal selbst verantwortlich ist...Du kannst ihm nicht alles abnehmen ....wenn er ein Trauma hat , wäre es sinnvoll eine Traumaverarbeitung zu machen ...Termin beim Psychologen vereinbaren...Alles Gute... was ist denn da schief gelaufen ? wenn er einen Autounfall durch / mit Hirnblutung hatte , kann er sich glücklich schätzen , dass er überlebt hat...man muss bedenken , dass viel Zeit vergeht , bis der Krankenwagen / Notarzt eintrifft, der Patient im KH ist , notwendige Untersuchungen laufen , bis man die Hirnblutung sicher diagnostiziert hat ...hinzu kommen die OP Vorbereitungen ...nicht jedes KH hat einen Neurologen vor ORT , sondern der muss erst einmal gerufen werden ...
130608
130608 | 17.06.2020
6 Antwort
@130608 Er hatte einen Auffahrunfall, ihm ist ein LKW ungebremst mit 80kmh am Stauende aufgefahren. Da er nicht bewußtlos war, wurde nur HWS/BWS/LWS geröngt. Kopfplatzwunde und Hämatome versorgt und 1 Nacht beobachtet. Am Wochenende ist er mir vor Schmerzen die Decke hoch gegangen, es folgten 3 Wochen KH. In der Zeit entwickelte er eine TVT US+OS, da kein Heparin gespritzt wurde. Somit bekam er Marcumar. Trotz Angabe von heftigsten Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit, hieß es nur, käme von seiner Gehirnerschütterung. Sei normal. Sie schossen ihn mit Schmerzmittel ab. Er wurde entlassen. Er ging immer an Krücken, weil er sich nicht anders auf den Beinen halten konnte. Wenn ich ihm was erzählte wußte und dann was fragte, wußte er von nichts. Wieder beim D-Arzt vorgestellt, der ihn als Simmulant betitelte. Schickte ihn aber in die Notaufnahme zur Neurologin rüber, die nach ihrer Untersuchung ein sofortiges MRT anordnete. Gehirnblutung ! Knapp 5 Wochen nach Unfall festgestellt. Zum Glück hat er sich auf Marcumar nicht richtig einstellen lassen. Er war vor OP paar Stunden später, Halbseitiggelähmt. Haut wie Leder, sie haben 7 Versuche gebraucht, um einen Zugang zu legen. Er hat sich ins Leben zurück gekämpft und arbeitet wieder, ist aber nur noch 50% Leistungsfähig. 1, 5 Jahre nach OP wurde eine Epilepsie als Unfallfolge diagnostiziert, da noch Restblut im Kopf ist, wo ihnen eine erneute Entlastung zu Risikoreich ist.
ekiam
ekiam | 18.06.2020

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