Wunder der Medizin

Moppelchen71
Moppelchen71
08.11.2011 | 32 Antworten
Viele Mamis melden sich hier im Mamiweb an, weil sie im Leben an Grenzen stoßen, die für sie wie unüberwindbaren Hürden wirken. Sie lernen Angst, Hoffnung, Verzweiflung, Trauer, Wut und hoffentlich dann auch Glück kennen. Jede Mutter, die einmal erleben musste, wie grauenvoll die Angst um das Leben des Kindes ist, wird diese Gefühle niemals mehr vergessen. Und sie lernt noch etwas kennen: wie wertvoll die Menschen sind, die in den schweren Zeiten an ihrer Seite stehen und wie kalt manche Fremden sein können, die sich anmaßen über Lebensberechtigung zu urteilen.
Wir Mütter rücken zusammen, wenn wir diese Erfahrungen machen, versuchen uns Halt zu geben und doch fühlen wir uns oft einsam, weil jede von uns einen eigenen Schicksalsweg geht oder ging. Bei all den emotionalen Achterbahnfahrten vergessen wir manchmal auch ein Wenig das Wunder der Medizin zu sehen, dass uns überhaupt ein Lächeln in all dem Gefühlschaos erlaubt.
Dabei rede ich nicht von einem Schmerzmittel, dass uns die Geburt erleichtert, auch wenn dies für uns vielleicht schon der größte Segen zu sein scheint, wenn wir es verlangen. Ich rede von den größeren Wundern, die so oft nur am Rande wahr genommen werden. Die Wunder, die uns unsere Kinder schenken, ihnen das Leben ermöglichen, wo die Natur selbst an ihre Grenzen stieß und das beginnende Leben bereits aufgab: die Intensivmedizin.

Heute Abend, 17:30 oder 18:00 Uhr, wird in Sat1-Magazin ein kurzer Bericht über die Station 67 der Medizinischen Hochschule Hannover gezeigt. Es soll kurz vorgestellt werden, mit welch ausgefeilter Technik man heute in der Lage ist, Kinder, die oft zwischen Leben und Tod schweben, zu überwachen und ihnen im Bedarfsfall noch schneller zu helfen.
Mein kleiner Sohn ist heute 18 Tage alt und seit seiner Geburt Patient eben dieser Station 67. Für uns war es anfangs erschreckend, all die Geräte zu sehen, an die er angeschlossen ist, aber inzwischen betrachten wir eben genau diese technischen Überwachungsgeräte als einen Segen, denn wir wisse, dass wir unseren Prinzen ohne diese Apparaturen heute nicht mehr hätten. Sie haben geholfen, den Ärzten aufzuzeigen, wo unser Sohn Unterstützung braucht, damit er aus Krisen geführt werden konnte.
Früher sah ich Berichte wie den, der heute Abend gesendet wird, mit Schaudern. Mir lief es eiskalt über den Rücken und ich bedauerte diese armen kleinen Kindern, ihre Eltern, ...

Heute sehe ich aus anderen Augen. Ich sehe nicht all die Schläuche, Zugänge und Manschetten, höre nicht die Geräusche der Monitore, sondern nehme wahr, wenn ein Gerät nicht mehr benötigt wird, weil mein Sohn eine weitere Hürde genommen hat und aus eigener Kraft ohne die eine oder andere Überwachung auskommt. Ich sehe, wie all das, was andere Eltern vielleicht erschreckt, eben meinem Kind erst ermöglichte, dass es lebt und leben darf.
Vielleicht ist ein Bericht wie der heutige nichts für schwache Nerven und viele Mamis werden sagen „Wie furchtbar! Ich kann nicht hinschauen!“ Aber vielleicht werden einige Mamis auch erkennen, welche Wunder dort geschehen und denken „Es ist gut zu wissen, dass unseren Kindern so geholfen werden kann. Ich bin beruhigt, auch wenn mich die Bilder momentan ergreifen.“

Ich persönlich spreche an dieser Stelle aber noch einem anderen Wunder meinen Dank aus: Den Ärzten und Pflegern der Station 67, die sich so aufopfernd und wirklich liebevoll um unsere Kinder kümmern, egal wie klein oder groß sie sind. DANKE!!!

Und solltet Ihr den Bericht sehen und Euch denken „Dieser kleine Kerl dort, der mit seinem Bett am Fenster steht, sieht so zerbrechlich aus. Er tut mir leid, weil er so viel durchmachen muss.“, dann lasst Euch von seiner stolzen Mama versichern: Dank all dieser medizinischen Hilfsmittel, durfte er zeigen, was in ihm steckt. Er ist ein kleiner Kämpfer, der mit seinen 18 Tagen wie ein Riese, bereits Berge versetzt hat. Mag er dort auch ziemlich erschöpft wirken, dann liegt das daran, dass er erst gestern wieder einen operativen Eingriff hatte, von dem er sich gerade etwas ausruht. Aber sonst ist er ein wirklich munterer Kerl, der trotz all dem, was uns dort an Technik erschreckt, immer wieder ein Lächeln im Gesicht hat.
Wunder kann man eben aus vielen Augen betrachten. Unser Wunder heißt Yorik und wir sind unendlich froh, dass man ihn uns dort auf Station 67 wieder schenkte!
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32 Antworten

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1 Antwort
Wir gucken auf jeden Fall!
Normal guck ich sowas net, weil ich dann immer anfange zu heule. Okay, heute Abend werd ich bestimmt erstrecht heulen, wenn ich den kleinen Wikinger sehe!
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 08.11.2011
2 Antwort
...
ich werde auf jeden fall einschalten und schauen ob ich es durchhalte mir das ganze bis zum ende anzusehen! aber bis yorik kommt werd ich nicht abschalten...muss den kleinen mann doch mal so live wie möglich bewundern
tate
tate | 08.11.2011
3 Antwort
@Mama_von_Romy
Wir wissen noch nicht genau, wie viel von ihm zu sehen sein wird. Der Arzt, der uns anrief meinte, man wolle hauptsächlich den Monitor vorstellen und da es Yoriks Monitor wäre, würde man ihn wohl auch mit im Bild sehen, ganz ohne Namen oder Krankheitsgeschichte. Wir sind selbst gespannt. Vor allem können wohl nicht viele Kinder sagen, dass sie am Tag nach der 2. OP bereits im Fernsehen waren, oder? Und ab morgen möchte der kleine Mann dann vielleicht vor Starallüren nur noch aus vergoldeten Magensonden schlürfen.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 08.11.2011
4 Antwort
@tate
Naja, wirklich Action erwarte nicht. Er ist noch fix und foxi von gestern, hat Wasser eingelagert und zeigt Zungenspitze. Aber vielleicht schaffe ich ja, ein Kamerateam auf Station zu zerren, wenn er dann wieder munterer ist und Faxen macht. Sein Stirnkräuseln ist unschlagbar und wenn er dann noch mit der Oberlippe mümmelt wie ein Häschen, wirst Du Butter in der Wüstensonne, das garantiere ich Dir!
Moppelchen71
Moppelchen71 | 08.11.2011
5 Antwort
hab schon vorprogrammieert und nehm es dann auf
Smilieute
Smilieute | 08.11.2011
6 Antwort
@Moppelchen71
ja, wenn man die kleinen würmchen nach so einer op sieht erschrickt man erstmal...für mich ja aber nix neues wirst sehen die wassereinlagerungen werden morgen schon wieder weg sein. ich freu mich schon wenn ich yorik in vollem gange sehe, ob auf fotos, auf video...er ist ja sowas von zucker
tate
tate | 08.11.2011
7 Antwort
wir werden es uns auch angucken
und ich denke, auch ich werde den Bericht mit anderen Augen sehen, weil ich Euch , Eure Ängste, Sorgen und Nöte kenne. So wie dieser kleine Kerl jetzt mit seinen 18 Tagen schon kämpfen kann, bin ich mir ganz sicher, daß er alles in seinem Leben erreichen wird, was er sich vornimmt.
Chrissi1410
Chrissi1410 | 08.11.2011
8 Antwort
hey
du hast es wirklich schön geschrieben. ich schau mir solche berichte, so dumm es klingt gerne. des öfteren kullern da auch bei mir die tränen. man kann wirklich froh sein, dass es die gerätschaften und natürlich oder ärzte und krankenschwestern gibt. ich weiss zwar nicht, was dein kleiner hat. wünsche trotzdem alles gute für euch ich bin um die zeit zwar nicht da, aber werde es mir aufnehmen
Schnucke85
Schnucke85 | 08.11.2011
9 Antwort
@Smilieute
Das ist ja super! Ich kann leider nicht aufnehmen. Wenn das mit der Aufnahme klappt, setzen wir uns später mal zusammen, wenn bei uns alles etwas ruhiger läuft und wir handeln mal aus, dass Du mir eine Kopie schickst?
Moppelchen71
Moppelchen71 | 08.11.2011
10 Antwort
@Moppelchen71
ich kenne die geschichte von euch "leider" nicht... aber ich muss sagen mir hat dein bericht tränen in die augen getrieben... wenn ich einen hut aufhätte würde ich ihn anheben und mich verbeugen vor euch. man muss denke ich verdammt stark sein und dem wurm zu zeigen das mama und papa da sind und dem kleinen wunder kraft schenken... ich schau eigentlich auch NIE fernsehen solange der kleine wach ist weil ich es einfach nich möchte, heute werde ich allerdings eine AUSNAHME machen und mir den bericht anschauen... ich wünsche euch noch ganz viel kraft und ziehe wie gesagt den hut vor dem was ihr durchlebt. sei ganz lieb gegrüßt susi + phil
AugustMama2011
AugustMama2011 | 08.11.2011
11 Antwort
@AugustMama2011
Es stimmt schon, und das wird jede Mami in ähnlicher Situation bestätigen können, dass es nicht gerade immer leicht ist, möglichst mit positiver Ausstrahlung am Bett des Kindes zu sitzen. Man ist so aufgewühlt, fühlt sich hilflos und dann rollen auch Tränen. Nicht nur aus Angst, sondern oft auch Tränen der Erleichterung. Und dann macht man mit einem Mal den Rücken gerade und sagt sich "Wie kann ich hier sitzen und weinen, schwach sein, wenn mein Kind dort so viel Lebensfreude ausstrahlt?" Es mag kaum nachvollziehbar sein, wenn man so etwas noch nicht selbst erlebte, aber diese kleinen Wunder, unsere Kinder, die täglich dort kämpfen, um leben zu können, zeigen uns eine Kraft und Energie, die wir uns selbst nicht im Traum zutrauen würden. Sie hinterfragen nicht, sie wollen einfach nur leben und bei uns sein. Das sind die Momente, wo Tränen trocknen und Lächeln in den Gesichtern der Eltern gezaubert werden.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 08.11.2011
12 Antwort
ich schau es mir an ;)
wir haben ein frühchen aus der 29. woche gehabt und mein mann schaltet immer weg, wenns um kinderintensivstationen geht. er erträgt das piepen der geräte nichtmehr seid unsere tochter auf einer solchen station lag. ich hingegen schaue erstrecht hin und muss die medizin heutzutage wirklich bewundern. ohne diese gerätschaften hätte meine tochter auch nicht überlebt. sie lag auf einer station 51 ;)
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 08.11.2011
13 Antwort
@amysmom
Wie Deinem Mann ging es mir damals, als mein älterer Sohn auf Intensiv lag, nachdem er seine Herz-OP hatte. Es waren die Erinnerungen, die immer wieder hochkamen und wieder so sehr weh taten. Ich denke, es geht jeder Mensch auf seine Weise mit diesen schmerzlichen Erinnerungen um und niemand kann sagen, welche Art gut und richtig ist. Wichtig ist nur, glaube ich, dass man weder im Moment wo man das alles erlebt oder später, wenn man es hinter sich hat, aus den Augen verliert, welche Kraft einem die Zeit letztendlich mit auf den Weg gibt, obwohl sie auch viel davon nimmt.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 08.11.2011
14 Antwort
...
Ich verfolge die Geschichte um den kleinen Yorik in unserer Gruppe und ich musste in letzter Zeit häufig an Euch denken. Dem kleinen Mann konnte wirklich nichts Besseres passieren, als in Eure Familie hineingeboren zu werden! Unsereins versucht schon stark zu sein, wenn das Baby Bauchweh hat und den ganzen Abend schreit. Und dann liest man von Dir und weiß, was eine ruhige Ausstrahlung, Unterstützung und Kraft in einer extremen Stress-Situation wirklich bedeuten. Ich finde es wahnsinnig beeindruckend, dass Ihr als Familie so stark für Euren Kleinen seid. Denn es sind nicht nur tolle Geräte, Ärzte, Schwestern und Pfleger, die dem kleinen Mann Lebenskraft geben. IHR leistet auch einen RIESIGEN Anteil und ich bin froh, dass Yorik so viel Unterstützung im Gesamtpaket bekommt. Ich wünsche Euch alles erdenklich Gute und ich hoffe, dass der Kleine bald im Kreise seiner Liebsten - nämlich zu Hause bei all seinen Geschwistern - zur Ruhe kommen darf!
andrea251079
andrea251079 | 08.11.2011
15 Antwort
Grad geschaut...
...die Info vom Arzt, der Bericht käme im Magazin, war wohl nicht ganz korrekt. Scheint, als kommt es 17:30 Uhr in Sat1 Regional
Moppelchen71
Moppelchen71 | 08.11.2011
16 Antwort
@Moppelchen71
Ihr habt mit yorik und der heutigen zeit noch den vorteil, dass ihr zu euren kindern dürft. Steffi lag damals drei monete im brutkasten und wurde langzeitbeatmet. Wir durften nicht in das zimmer..alle zwei tage durfte ich mit einer schwestertelefonieren und fragen wie es ihr geht. Einmal haben wir uns hingeschlichen und vom außen durchs fenster iht bettchen anhamnd des namens auf dem schildchen erkannt. ich hab sie auch vor dem kkh nie gesehen... Wußte nur, dort liegt mein kind. Wie es aussihet und richt etc. wußte ich nicht. Von daher war es auch sehr schwer nach drei monaten, als sie dann nach hause durfte, eine bindung aufzubauen. Übriegens wurde da auch hur bei nachbars angerufen.."Frau.. kann ihr kind heute abholen!" Heute könnt ihr frohen mutes hoffen, bei der medizinischen entwicklung!
| 08.11.2011
17 Antwort
@Moppelchen71
oh mist :-( kann man den sender auch online schauen??
tate
tate | 08.11.2011
18 Antwort
Pooh bär
hat mir die suche zu yorik erleichtert. http://www.hannover.1730sat1.de/livestream.html
| 08.11.2011
19 Antwort
ich habs online geschaut!!
der pooh bär...
tate
tate | 08.11.2011
20 Antwort
Na toll...
...ich kriegs über schüssel auch nicht als regional rein! bleibt mir nur zu warten, dass sie es online ausstrahlen. wahrscheinlich dann erst morgen hier: http://www.hannover.1730sat1.de/sendungen.html
Moppelchen71
Moppelchen71 | 08.11.2011

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