Muss Kind gegen Willen zum Vater?

Moppelchen71
Moppelchen71
06.04.2010 | 22 Antworten
ACHTUNG: LANG!

Eine Freundin erzählte mir heute über ein Familienmitglied, über das sie sich Sorgen macht und dass sie einen Rat sucht.
Ihre Schwester ist alleinerziehend, hat eine zehnjährige Tochter.
Der KV und sie trennten sich kurz nach der Geburt.
Alleiniges Sorgerecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht hat die Mutter.
In den folgenden Jahren bestand zwar Kontakt zum Vater, aber eher, weil seine Eltern die Kleine immer wieder, am Wochenende, zu sich holten, wo sie den Papa dann auch mal zu Gesicht bekam.

Nun ist der KV verheiratet und hat eine weitere Tochter.
Seit diese auf der Welt ist (ich glaube, seit gut einem Jahr), ist er nun DER Papa.
Die Nichte meiner Freundin MUSS nun jedes 2. Wochenende zu ihm und seither scheint er sich auch für sein Kind zu interessieren.
Das Problem ist allerdings, dass die Kleine ich von ihm unter Druck gesetzt fühlt.

Bereits bei der Ankunft wird sie nach schulischen Leistungen befragt und hat sie beispielsweise nur ein 3 in deutsch, schreit und brüllt der Vater sie an, dass sie das gefälligst besser zu machen habe.
Die Kleine ist daher recht eingeschüchtert und will nun nicht mehr alle zwei Wochen zum Vater.
Ihre Mama redet ihr stets zu, versucht ihr den Aufenthalt beim Vater schmackhaft zu machen, aber das Mädchen möchte nicht nach den Vorgaben zum Vater.

Sie ist in einem Sportverein, wo sie eigentlich auch oft am Wochenende Wettkämpfe hat.
Der Vater fährt zu diesen nicht mit ihr, also wird sie wahrscheinlich nicht mehr an Wettkämpfen teilnehmen können.
Da sie aber ADHS hat, waren gerade diese Wettkämpfe ein gutes therapeutisches Mittel, wo sie selbst sich auch konsequente Ziele mit Erfolgschancen setzen konnte.
Schulisch ist sie stark unter der Woche eingespannt, wie auch die Mitschüler, also bleiben nur die Wochenenden, um sich mal richtig mit Freundinnen zu treffen.

Da ihre Mama Vollzeit arbeitet, haben auch sie nur die Wochenenden.
Die Mutter versucht nun, diese Wochenenden mehr auf die sozialen Kontakte für die Kleine auszurichten, wobei natürlich die Zeit mit Mama allein, auch auf der Strecke bleibt.

Die Kleine verweigert nun immer öfter, dass sie zum Vater geht.
Alles zureden hilft nichts und sie verhandelt dann, wie auf einem Basar, versucht den Vater zu überreden, dass sie beispielsweise nur bis Samstag bleibt, statt Sonntag, aber der Vater bleibt da stur.
Nun machte die Mama der Kleinen einen Termin beim JA aus, um sich zu erkundigen, ob man die Besuche beim Vater etwas mehr nach den Wünschen der Kleinen richten und weniger streng handhaben könnte, damit aus dem MUSS etwas Freiwilliges wird, die Kleine sich bewusst für den Vater entscheiden und auch an ihren geliebten Wettkämpfen mitmachen kann.

Der KV bekam Wind von dem Termin, rief bei der Mitarbeiterin des JA an und wurde prompt herzlich zu dem Termin gebeten, ohne dass man die Mutter fragte, ob ihr das nun recht sei.
Bei dem Termin wurde dann Mutter und Tochter gesagt, der Vater habe nun einmal das Recht und es sei herzlich egal, ob die Kleine möchte, solange sie noch nicht 12 Jahre alt sei, könne sie gar nix selbst entscheiden.

Auch wenn der Vater beschließt, mit der Kleinen in den Urlaub fahren zu wollen, hätten Mutter und Tochter sich danach zu richten und zur Krönung wurde dann noch gesagt, sollte der Vater auf die Idee kommen, der Tochter mal Kleidung zu kaufen, dürfe er das einfach vom Unterhalt abziehen, genauso wie Besuche in der Eisdiele und andere Aktivitäten.
Der unterhalt ist doch aber zu Befriedigung der Grundbedürfnisse da.
Das Mädchen bekommt Kleidung von der Mutter, wenn der Vater also welche kauft, ist das seine freiwillige Entscheidung und keine Notwendigkeit.

Die Mutter war daraufhin beim Gericht und wollte sich dort erkundigen, aber man sagte nur, wenn die Dame vom JA das so sagt, würde es wohl auch stimmen.
Tolle Aussage!

Nach dem Termin beim JA, triumphierte der Vater und lächelte die Mutter an, mit den Worten "Siehst Du, egal was Du versuchst, ich gewinne immer!"
Jetzt ist die Kleine unendlich traurig, fühlt sich wie der Besitz ihres Vaters und die Mutter fühlt sich hilflos, weil sie nichts machen kann.

Ist nun die Frage: Ist das, was die Dame vom JA sagte so korrekt?
Kann eine Zehnjährige nicht sagen, dass sie die Besuche lockern möchte?
Es geht doch um Kindswohl, dachte ich immer und nicht allein die Rechte eines Vaters, der ja früher auch nie so erpicht auf Kontakt zu seinem Kind war.

Kann die Mutter ggf. beim JA einen anderen Sachbearbeiter beantragen?
Gibt es Elterninitiativen (möglichst in Niedersachsen), wo die Mutter eventuell Hilfe und Ansprechpartner finden kann?
Sie will ja den Kontakt zwischen Vater und Tochter fördern, aber eben nicht auf kosten des Kindes, dass seine eigenen Bedürfnisse zurückstellen muss, damit der Vater seine rechte wahrnehmen kann.
Dein Kommentar (bzw. Antwort)
Noch 3000 Zeichen möglich.

22 Antworten (neue Antworten zuerst)

22 Antwort
zwingen
darf man ein Kind NICHT!!!! Ich hab grad selber meine Probleme mit dem KV wegen Umgang. Mein Sohn ging vor 2 Wochen auch nicht mit zum KV und ICH habe ihn auch NICHT gezwungen! Kurz drauf hatte ich Besuch vom JA und die Dame vom Amt hat MIR RECHT gegeben!!! Es ist nicht zum Wohle des Kindes wenn man dies zum Umgang zwingt.
wassermann73
wassermann73 | 06.04.2010
21 Antwort
@AnnaLuisaPüppi
naja, ist halt immer ein problem, wenn die JA-mitarbeiter auch in dem ort ihr "revier" haben, in dem sie selbst wohnen. wenn du weißt, was ich meine.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 06.04.2010
20 Antwort
Sorry
ABER ICH KÖNNTE AUSFLIPPEN, die Dame vom Amt, kann froh sein das ich ihr nicht gegenüber saß!
AnnaLuisaPüppi
AnnaLuisaPüppi | 06.04.2010
19 Antwort
@AnnaLuisaPüppi
hab ihr die nummer einer anwältin für familienrecht zukommen lassen. ihre schwester sagte eben noch am telefon, sie habe vergessen mir zu erzählen, dass der KV bei dem gespräch noch gemeckert habe, dass er, an "seinen" wochenenden, die kleine immer erst gegen 19:00 uhr holen könnte, weil sie bis 18:00 uhr in einer bastelgruppe mit ihren freundinnen ist und ihm würde das alles zu spät sein, da er dann ja noch über 30km fahren müsste. darauf habe die dame vom JA die mutter gefragt, ob sie denn nicht die kleine aus der bastelgruppe abmelden könnte, damit der vater das kind freitags früher abholen könnte. sie geht da seit 2 jahren hin, hat dadurch soziale kontakte und ein programm das ihr spaß macht. gerade auf das ADHS bezogen, ist das eines dergeregelten highlights der kleinen und selbst das soll wegfallen, zu gunsten des vaters!
Moppelchen71
Moppelchen71 | 06.04.2010
18 Antwort
@Lotte1973
genau das dachte ich auch. die ersten 8 jahre hat ihn ja seine tochter auch nicht übermäßig interressiert. hab jetzt ihre schwester angerufen und ihr die nummer einer familienanwältin gegeben. mal sehen, was dabei rauskommt.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 06.04.2010
17 Antwort
@Firo
Die Mutter hat nicht das Umgangsrecht sondern alleiniges Sorgerecht, der Vater hat das Umgangsrecht, also recht auf Umgang sonst hätte er die KJleine ja nicht alle 14 Tage! Der Mutter nütz nur ein guter Anwalt!
AnnaLuisaPüppi
AnnaLuisaPüppi | 06.04.2010
16 Antwort
@AnnaLuisaPüppi
ja - aber die Mutter hat das Umgangsrecht - und wie gesagt. Das Kind wird gehört und kann nicht gezwungen werden! Aber das Kind muss sich äußern.
Firo
Firo | 06.04.2010
15 Antwort
re
Hm, eine Freundin hat auch in Kind und ist getrennt, der KV wollte mit Ihr in den Urlaub und Sie hat nein gesagt, er zum JA und die haben der Mama zugestimmt.Wenn Sie das nicht will, dann muss er das so akzeptieren. Aber was nützt da denn überhaupt noch das alleinige Sorgerecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht, wenn er macht was er will. Was ich weiß, kann er solche Sachen nicht abziehen, wie Sachen usw. da sie ja immer noch zum größten teil bei der Mama ist, und das zählt. Würde mich mit dem Leiter vom Jugendamt in Verbindung setzen, desweitern schauen ob es einen Alleinerziehenden Verein gibt, vielleicht gibt es da Hilfe. Wenn alles nicht Hilft, Anwalt für Sorgerechts fragen nehmen. LG und viel Kraft an deine freundin
deideria81
deideria81 | 06.04.2010
14 Antwort
...
Der Kindsvater darf nicht, nur weil seinem Kind mal ein Kleidungsstück gekauft hat, kürzen, zudem sind auch Fahrtkosten nicht anzurechnen, wenn er das Kind holt oder bringt... Aber bei Sonderausgaben, wie z.B. Klassenfahrten, Fahrrad, Brille oder was es sonst noch gibt, da darf/muss er sich dann zur Hälfte beteiligen! Für mich stellt es sich wie folgt dar, er hat jetzt ne Frau bei der er glänzen muss, gerade jetzt, wo er mit ihr ein gemeinsames Kind hat und sie es sicherlich nicht verstehen könnte, wenn er sein großes Mädchen nicht regelmäßig da hätte. You know???? Eine blöde Kacksocke!
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 06.04.2010
13 Antwort
@AnnaLuisaPüppi
das mit den sonderausgaben finde ich auch merkwürdig und denke, da muss sie vielleicht was falsch verstanden haben. der unterhalt ist ja dazu da, dass das kind seine grundbedürfnisse erfüllt bekommt. kann man ja nicht sagen "diese woche kriegst du kein mittag, weil das geld dafür von deinem vater für die fahrt in den freizeitpark abgezogen wurde." mit dem anwalt wollte sie zuerst, hat aber jetzt angst, dass man ihr dann richtig streß macht. sie hat das gefühl gehabt, die dame vom JA und der KV wären sich einig gewesen und man habe ihr nahe gelegt, einfach zu machen, was man ihr sagt, da sie ja.... so als vollzeit berufstätige.... miteinem ADHS-kind, das ja wesentlich mehr aufmerksamkeit bräuchte... wo doch die frau des KV nicht berufstätig ist... das soll wohl alles sehr zwischen den zeilen ausgesprochen worden zu sein und nun hat sie angst, man nimmt ihr die kleine und sie muss beim vater leben.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 06.04.2010
12 Antwort
@Moppelchen71
dann muss man die Kleine dazu bewegen, vor ihrem Vater zu sagen, dass sie keine Lust hat zu ihm zu fahren, auch wenn Mama immer wieder sagt, sie soll dahin fahren... Da wird sich eine Lösung finden, denn zwingen kann und sollte man die Kinder nicht, denn im Endeffekt wird der Vater die Konsequenzen tragen, spätestens dann wenn die "Lütte" 14 Jahre alt ist und ihrem Vater in den Hintern tritt!
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 06.04.2010
11 Antwort
@Lotte1973
die mutter versucht schon, dem kind immer wieder zu sagen, sie solle doch erstmal mitfahren und dass alles sicher ganz toll wird. das habe ich letztes jahr auch mal mitbekommen. da hat die kleine die letzten 2 stunden, bevor der vater kam alles versucht, um nicht mit ihm mitfahren zu müssen und ihre mutter hat versucht, es ihr schmackhaft zu machen.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 06.04.2010
10 Antwort
Meine Freundin
meinte, das sicherlich auch ein Anwalt entscheiden würde das Kontakt bestehen sollte, aber ebend unter anderen Bedingungen! Und Kürzungen des unterhalts würde in dem sinne gar nicht gehen, da man die Eisdielen besuche usw. ja gar nicht nachvollziehen könnte!
AnnaLuisaPüppi
AnnaLuisaPüppi | 06.04.2010
9 Antwort
...
Oh Silvi, mein Lieblingsthema! Bin ich froh, dass das Theater bei uns vorbei ist. Umgangsrecht, Sorgerecht und Unterhalt sind verschiedene Themen bei Gericht, es interessiert keinen Richter, ob der KV bei Sorgerechtstreitigkeiten zahlt. Bei gemeinsamen Sorgerecht kann er das Kind mit in den Urlaub nehmen, bei alleinigen SR nur nach Absprache mit der Mama. Meine Kinder wurden vom Richter befragt, da waren sie 6 und 7, bzw. 7 und 8 Jahre alt. Zwingen kann er sein Kind nicht, die Mama muss nur dem Kind immer wieder auf die Sprünge helfen, dass sie vielleicht doch zu ihrem Papa geht, wenn die Mama es nachweisen kann, dass sie alles macht, damit das Kind zum KV gehen kann und sie will immer noch nicht, dann ist es eben so! Falls ich zu konfus schreibe, mir raucht die Rübe immer noch von der Hausarbeit, man gut da ging es um Asylrecht und nicht um Familienrecht! Die Mama sollt zu einem RA gehen, der die Rechte der Kleinen vertritt!
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 06.04.2010
8 Antwort
@Firo
So ist es auch nicht ganz richtig! Wenn der Vater Umgangsrecht hat, egal ob die Mutter das Alleinige Sorgerecht hat oder nicht-kann der Umgang sehrwohl ausserhalb der mütterlichen Wohnung stattfinden!
AnnaLuisaPüppi
AnnaLuisaPüppi | 06.04.2010
7 Antwort
Hallo Silvie
Habe meine Freundin angerufen die arbeitet bei einem Anwalt für Familienrecht! Sie sagt sie solle sich dringend einen Anwalt nehmen, so wie Du es beschreibst geht das mal gar nicht! LG
AnnaLuisaPüppi
AnnaLuisaPüppi | 06.04.2010
6 Antwort
hi
so eine beschissene situation. da könnte man doch echt heulen.
mamarapunzel
mamarapunzel | 06.04.2010
5 Antwort
@Moppelchen71
So ist es jetzt bei mir und ab 14 dürfen sie selbst entscheiden. Natürlich ist es richtig das der Erzeuger ein Umgangsrecht haben soll, allerdings doch nicht bei Wettkämpfen und wenn ihm das passt. Achja und bei der mutter liegt das Aufenthaltsbestimmungsrecht, da kann er doch nicht einfach in den Urlaub fahren. Vielleicht würde eine Familientherapie helfen bei der sich alle um eine Lösung bemühen müssen um zum Wohl des Kindes zu entscheiden.
MerryDia
MerryDia | 06.04.2010
4 Antwort
nein hat sie nicht
Da hilft nciht das JA - sonder der Rechtsanwalt! Denn durch das alleinige Sorgerecht könnt sie z.B. darauf bestehen dass der Vater das Kind nur bei ihr sieht etc. Wenn zudem die Tochter - die nicht mehr zu klein ist um befragt zu werden - nicht möchte - muss sie nicht. Daher zum Rechtsanwalt für Familienangelegenheiten. Es gibt Beratungsscheine falls es finanziell schwierig wäre - dann kostet das nichts. Die Kleine wird vor Gericht angehört und die Wünsche respektiert. Wenn sie nicht will - MUSS se NICHT!!!!!
Firo
Firo | 06.04.2010
3 Antwort
Hallo
Ich erkundige mich mal!
AnnaLuisaPüppi
AnnaLuisaPüppi | 06.04.2010

1 von 2
»

Ähnliche Fragen finden

Hier weiterlesen:

kind mit kopf gegen tisch geknallt
21.06.2011 | 31 Antworten
kinder baruen ihren vater
23.01.2011 | 62 Antworten
Kind möchte zum Vater
24.04.2010 | 8 Antworten

Kategorie: Dies und Das

Unterkategorien:

In den Fragen suchen


uploading