Sauna mit Kind - geht das?

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Schwitzen ist erlaubt, Aufgüsse nicht.
Schwitzen ist erlaubt, Aufgüsse nicht.
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AutoreninfoSylvia Koppermann
aktualisiert: 28.04.2011Mehrfache Mutter
Medizin, Gesundheit und Erziehung

Kinder in der Sauna sind erlaubt - aber bitte leise

Kinder müssen ruhig sein können. Da andere Saunabesucher sich von Kindern in der Sauna eventuell gestört fühlen könnten, sollten sich die Kleinen im Saunaraum ruhig verhalten und nicht körperlich anstrengen, indem sie auf den Sitzbänken herum krabbeln oder toben.

Sollte eventuelle Langeweile aufkommen, kann eine interessant erzählte Geschichte das Schwitzen spannender machen. Viele spezielle Babysaunen unterhalten ihre kleinen Besucher daher mit Kinderbüchern, Spielzeug oder Liedern - oder sie kombinieren das Saunieren mit dem Babyschwimmen.

Sauna mit Kind: Pro und Contra

Der Existenz von Babysaunen zum Trotz gibt es aber auch Stimmen, die das Saunabaden für Babys und kleine Kinder nicht befürworten. So seien laut Inka Brasch vom Badeland Wolfsburg immer noch viele Kinderärzte der Meinung, dass die Sauna dem kindlichen Kreislauf schaden könne, da besonders Babys die Hitze viel schlechter ausgleichen könnten als Erwachsene.

Dem stellen Kinder- und Babysaunabefürworter das Argument gegenüber, dass der kindliche Körper bereits über eine gute Schweißabsonderung verfüge, da Kleinkinder insgesamt bereits die gleiche Anzahl an Schweißdrüsen wie Erwachsene hätten, wodurch die Innentemperatur bei Kindern nicht in dem zu erwartenden Ausmaß ansteige. Dies hätten medizinische Studien ergeben.

Mit Kindern nicht zu früh schwitzen

Für Edith Wolber vom Deutschen Hebammenverband in Karlsruhe ist das vom Deutschen Sauna-Bund angegebene mögliche Eintrittsalter von vier Monaten bei gesunden Babys jedenfalls zu früh. Sie könne sich aber eine Babysauna ab einem Jahr vorstellen. Dem gegenüber rät Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Köln sogar bis zum zweiten oder dritten Lebensjahr zu warten.

Warum sollten Kinder überhaupt in die Sauna?

Hier bezieht sich der Sauna-Bund auf Studien, die besagen, dass das Saunabaden bei Kindern das Herz-Kreislauf-System und die Abwehrkräfte stärke, sodass sie in der Folge weniger häufig an grippalen Infekten, Asthma, Atemwegskatarrhen oder Bronchitis erkrankten. Darüber hinaus seien sie nach dem Gang in die Sauna entspannter und schliefen besser.

Konkret ergab eine Studie der Universitätskinderklinik Magdeburg, dass Babys die Saunahitze ohne negative Auswirkungen gut vertrugen. Nach dem Babyschwimmen waren 47 gesunde Kinder im Alter von drei und 14 Monaten mit ihren Eltern für drei Minuten in der Finnischen Sauna - ohne dass es zu Überhitzungen oder einem Kollaps gekommen sei. Ganz im Gegenteil schienen die Kleinen in der Lage gewesen zu sein, die kurze Hitzeperiode ausgleichen zu können.

Sauna für Kinder - ein Risiko?

Ulrich Fegeler hält die Babysauna allerdings trotzdem für ein reines Lifestyleprodukt, das zu den Dingen gehöre, die überhaupt nicht sein müssten. Wenn Eltern mit ihren Babys unbedingt saunieren gehen wollten, sollten sie bitte auch selbst die Risiken tragen.

Licht ins Dunkel könnten hier weitere (Langzeit-)Studien und Untersuchungen bringen, wie es sie für das Babyschwimmen beispielsweise mittlerweile in größerer Anzahl gibt. In der Zwischenzeit bleibt Saunainteressierten ansonsten leider nur die Möglichkeit, den Saunabesuch ohne Baby stattfinden zu lassen oder es einfach mit Kind auszuprobieren.

Vorm Saunieren den Kinderarzt um Rat fragen

Ein Kinderarzt sollte im Vorfeld aber auf jeden Fall konsultiert werden, um etwaige Erkrankungen beim Kind auszuschließen. Ansonsten gilt die Aussage Fegelers, die auch auf andere Aktivitäten und Verhaltensweisen mit Kind übertragbar ist, letztendlich liegt die Verantwortung immer bei den Eltern.

[AKH]

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