Wird überdramatisiert?

Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer
20.05.2012 | 15 Antworten
Hey.
Eine Freundin von mir hat eine süße Maus vor fast 2 Jahren zur Welt gebracht. Es ist schön, dass sie da ist, allerdings sitzt sie derzeit in einer Mutter-Kind WG vom Jugendamt aus, weil die Kleine wegen irgendwas (weiß keiner) in zwei Monaten ca. 600g abgenommen hat. Die Kleine war deshalb im Krankenhaus und das Jugendamt wurde wegen Kindeswohlgefährdung alarmiert.
Im Grunde ist sie eine sehr liebe junge Frau. Aber sie und ihr Mann haben schon seit längerem psych. Probleme auch in der Beziehung und das schon vor der Geburt der Kleinen.
Was Verhütung angeht, da ist sie ziemlich faul, muss man sagen. Da kommt Ausrede für Ausrede.

Sie meinte, man würde überdramatisieren, wegen den 600g.
Ich finde, dass das ernst zu nehmen ist. 600g sind für ein nicht einmal 2 Jahre altes Baby auch nicht gerade wenig.

Ich hatte ihr vor Monaten geraten, da sie weder einen Job hat noch Schule weiter macht, viel Zeit hat, einmal die Woche zum Kinderarzt zu gehen, da sie sich (angeblich) keine Babywaage leisten können (kostet bei eBay ca. 25€).
Sie schrieb, sie habe keine Lust 2 Stunden durch die Gegend zu fahren (wohnt in einer Großstadt) und dann noch im vollen Wartezimmer zu sitzen.
Ich bin mir sicher, hätte sie es gemacht, wäre es nie so weit gekommen.

Diesbezüglich bin ich ziemlich sauer auf sie.

Sie meinte, sie tue alles dort, in der WG. Stehe früh mit dem Baby auf (obwohl ihr die Kraft dazu fehle), frühstücke mit ihr (trotz dass sie - die Mutter - keinen Hunger habe) und spiele mit der Kleinen (wo ihr die Geduld zu fehle derzeit).
Eigentlich sind das doch Dinge, die eine Mutter normalerweise tun sollte!?
Oder bin ich falsch informiert?

Ich selbst habe (noch) keine Kinder. Ich mache derzeit mein Abi nach und will meinem Kind auch was bieten können, ohne vom Amt abhängig sein zu müssen (war ich Mal und das ist nicht schön! Mit einem Kind dazu mit Sicherheit erstrecht nicht).
Es gibt sehr wohl junge Mütter, die das alles auf die Reihe bekommen. Daran zweifel ich nicht und Anfangs dachte ich, sie würde es auch schaffen.

Nun überlegt sie das Kind "kurzzeitig" in eine Pflegefamilie zu geben, um in eine Therapie zu gehen.
Das macht mich deshalb wütend, weil sie 1. vorher schon Probleme hatte, VOR der Geburt und 2. "kurzzeitig" heißt beim JA gleich JAHRE und so leicht bekommt sie das Kind dann auch nicht wieder.
Ich schrieb ihr, ob man hätte nicht mit dem Kind einfach warten sollen, bis sie und ihr Mann wieder einigermaßen psychisch gesund sind!?
Ich selbst weiß wie es ist, wenn man psychisch am Ende ist und am Rande des Abgrundes steht. Aber so reif sollte man doch sein, wenn man weiß, dass ein Kind so viel Verantwortung auch ist und man dagegen, ehrlich gesagt, kaum was macht.

Mich macht das traurig.
Ich habe als Kleinkind den Streit meiner Eltern mitbekommen, die Scheidung und ich war vielleicht 3. JAHRE später hatte ich nicht mehr alle Nadeln an der Tanne, psychisch.
Ich hatte ihr das geschrieben, dass sie darauf achten solle. "Ja, ja", hieß es da nur.

Ich verstehe das nicht.
Ihr Mann will sie rauswerfen, wenn sie nicht langsam in die Gänge kommt und auch im Haushalt weiterhin nichts macht.
Ich will ihr helfen, ich habe sie drauf angesprochen, aber sie meint, alle hacken auf ihr herum und sehen nicht, dass sie sich Mühe gibt. Ich hab ihr geschrieben, dass ich verstehe, dass es dort nicht leicht ist, aber sie müsse auch einsehen, dass sie eben auch auf andere Dinge achten sollte. Es hieß, sie wolle nun nicht weiter darüber schreiben.

Als gute Bekannte will ich sie nicht hängen lassen.
WAS soll ich machen!?

Ich habe keine Lust zu hören, dass das Kind in eine Pflegefamilie gekommen ist, denn dafür setzt man doch kein Kind in die Welt. :(
Und sie wünschte sich sehr eines und nun das hier. Das hätte doch vermieden werden können. Zumal sie selbst als Kind keine guten Erfahrungen mit dem JA hat, warum ist sie nicht einfach einmal die Woche zum Kinderarzt? Sie hat doch ZEIT! Eine Menge Zeit sogar...

Bitte helft mir.
Ich weiß nicht weiter. Aber hängen lassen will ich sie einfach nicht.
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15 Antwort
Ich bin immer für sie da, das weiß sie auch. Allerdings erzählt sie nur Dinge, die sie gut dastehen lassen. Ich höre auch die andere Seite und die ist nicht so schön. Ich will ihr keine Vorwürfe machen, aber ich meine, es ist doch nicht schwer Mal eben zum Doc zu gehen und zu sagen: "Hey, ich vertrage die Pille nicht". Ein wenig Verantwortung ist eben da im Leben, erstrecht wenn ein Kind da ist. Sie ist nur ein Jahr jünger als ich. Da ich bald in ihrer Nähe wohne, habe ich ihr auch angeboten sie zu unterstützen, wenn sie das möchte. Wie gesagt, das ist nicht das Problem. Ihr habt recht, vermutlich muss sie erst richtig abstürzen. Aber dann befürchte ich, dass das Ganze eskaliert. Es ist schon beinahe eskaliert und ich fürchte mich ein wenig davor, dass die Kleine nachher alleine dasteht, wenn ihr versteht.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 21.05.2012
14 Antwort
Und wenn ihr Mann sie rauswirft, un das Kind mit Hilfe von außen allein groß zu ziehen: dann ist das zwar traurig, aber eben auch nachvollziehbar... Wenn eine mama nen depressiven Mann zuhause sitzen hat, der sich nicht um Kind un Haishalt kümmert, die Mutter sowohl Geld verdient, als Uach putzen, Kind versorgen, mit ihm zum Arzt etc.... muss, würde im Forum keiner zögern, zu einer Trennung zu raten. Krank und hilfsbedürftig: ja, schon, ebr solange sie keine Hilfe annimmt, nichts dagegen tut, ist der Leidensdruck nicht groß genug - evt. "braucht" sie den totalen Absturz, bevor sie wieder auf die Beine kommt ... traurig, aber leider nicht so selten. Ich wünsche ihr alles Gute, ich fürchte Du kannst erst wirklich etwas für sie tun, wenn sie abgestürzt ist.... sei einfach immer für sie da, und hör ihr zu.
BLE09
BLE09 | 21.05.2012
13 Antwort
Wenn sie soooo antriebslos ist, quasi wie bei einer depressiven verstimmung, dann ist sie wohl heillos überfordert mit dem Kind - dann gibt es nur 2 Möglichkeiten: die Familie oder Freunde übernehmen für sie , oder das Kind kommt zu Pflegeeltern - sie braucht auf alle Fälle Hilfe und ne Therapie, damit sich was ändert.... das kann man irgendwie nicht schön reden - "Ich habe keine Lust zu hören, dass das Kind in eine Pflegefamilie gekommen ist, denn dafür setzt man doch kein Kind in die Welt. :( " Ja, aber ich kenne Kinder, die in sehr lieben Pflegefamilien gelebt haben, und da gibt es einfach echt Schlimmeres - man setzt ein Kind sowieso zu keinem "Zweck" in die Welt ... früher gab's keine sichere verhütung, da kamen die Kinder eben, wenn man Sex hatte. Und so gesehen, finde ich es auch nicht soooo katastrophal, wenn Kinder ungeplant kommen, aber sie müssen liebevoll großgezogen werden. Egal von wem.
BLE09
BLE09 | 21.05.2012
12 Antwort
Reden bringt nichts solange sie selber nicht einsehen, dass was geschehen muss. Sie fühlen sich bevormundet und unter Druck gesetzt, wenn man zu viel auf sie einredet. Machen kannst du leider nix. Aber wenn sie selber sagen, dass sie psychische Prbleme haben, dann sollten sie sich an einen Psychologen wenden. Ich habe auch eine lange Therapie und einen stationären Aufenthalt hinter mir. Zu Faul zu verhüten? Das finde ich einfach nur Verantwortungslos. Man kann aber auch nicht alles auf die Psyche schieben... Für mich ist es auch reine Faulheit nicht zum Kinderarzt zu gehen, obwohl man Zeit dafür hat
DodgeLady
DodgeLady | 21.05.2012
11 Antwort
Alles reden bringt einfach nichts. Die Menschen fühlen sich dann unter Druck gesetzt und schieben das nur weiter vor sich weg. Sie machen quasi zu....leider ist das so das sie selbst raffen muss das sich was ändern muss!
AJEsens
AJEsens | 21.05.2012
10 Antwort
Jetzt hat sie mir geschrieben, dass sie die Kleine behalten will und eine Therapie, meint sie, "Mal schauen" wann sie sie in die KiTa gibt. Ich hoffe, dass sie es auch wirklich macht. Laut ihrem Mann ist sie nur zum Kinderarzt, wenn er dabei war. Sie hat ihre ganze Familie dort in nahem Umkreis. Also an Unterstützung fehlt es ihr nicht, da sich die Paten auch gut um die kleine Familie kümmern.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 21.05.2012
9 Antwort
... gerne vorm PC. Ihr Mann hat sich auch über andere Dinge beschwert. Ich würde ihr helfen, aber das haben die Paten der Kleinen schon gemacht und die junge Mutter fällt in alte Muster zurück. Ich weiß, dass sie Unterstützung braucht, aber sie lehnt vieles ab. :/
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 21.05.2012
8 Antwort
Das hört sich vielleicht erstmal wenig an. Aber für jemanden der niemanden hat in der Nähe der das einen unterstützt wie zB Familie ist das doch viel Zeit. Und soweit ich weiß muss man nachweisen nach einem Klinikaufenthalt das man "gesund" ist was recht schwer ist
AJEsens
AJEsens | 21.05.2012
7 Antwort
Ich habe 10 Therapien hinter mir, darunter vier stat. Aufenthalte. Also ich weiß sehr genau, dass sie und ihr Mann psychisch keine Kraft mehr haben und darunter leiden, zumal es diverse Vorfälle gab. Ich kann leider nicht mit ihr richtig sprechen, auch nicht am Telefon, da es über Handy wirklich verdammt teuer ist, vor allem, wenn es ein Gespräch ist, was wohl länger dauert und sie ist ja nicht Zuhause, leider. Bipolare Störung und so weiter muss ein Arzt feststellen, da will ich gar nichts in den Raum werfen, weil es wohl auch viel mit der Vergangenheit zu tun hat, wobei ich auch nicht an eine Ptbs glaube. Aber wie auch immer, Fakt ist, es geht beiden seit langem nicht gut. Es ist ziemlich viel vorgefallen, das sprengt hier leider den Rahmen. Daher bleibt mir leider auch nur die Möglichkeit Mails mit ihr zu schreiben. Aber auch andere, Bekannte, Freunde, bemerken, dass sie viele Dinge nicht so ernst nimmt. Sachen im Haushalt verschiebt sie auf Morgen und sitzt dann lieber ...
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 21.05.2012
6 Antwort
Hey Man das klingt nicht so toll. Ich selber bin psychisch angeschlagen und mache Therapie und seit 5 Wochen ist mein zweites Kind auf der Welt. Ich lebe allein, der Vater von meinem großen ist gestorben und der meiner kleinen will nichts von ihr wissen. Und trotz dessen mache ich all diese Dinge Frühstücken aufstehen etc doch gern für mein Kind. Klar manchmal würd ich auch lieber auspennen statt jeden morgen um 4, 5 Uhr aufzustehen...klar manchmal möcht ich auch keinen Haushalt machen aber es ist doch alles irgendwie auch für meine Kinder was ich tue und deswegen tue ich es im Endeffekt doch gern. Wenn man psychisch krank ist heisst das lange nicht das man es als entschuldigung nehmen kann für alles. Und wenn sie ein Kind haben sollen sie sich auch kümmern. Warum fragt sie beim JA nicht nach einem Erzihungslotsen bzw einer Familienhilfe? Oder bei den Sozialen Diensten? Warum wird sowas angeboten? Ich habe auch eine Erziehungslotsin die ich 3 Std die Woche in Ansprcuh nehmen kann.
AJEsens
AJEsens | 21.05.2012
5 Antwort
Also erstmal, was heißt, psychisch nicht gesund? Das kann von depressivem Tief bis hin zu Borderline/Bipolare Störung/alles mögliche gehen. Natürlich muss man das behandeln, eine Freundin von mir war 2 oder 3 Monate in einer Klinik und die Kinder bei den Großeltern bzw. im Heim. Sie hat sie nicht für Jahre aufgegeben! Was die Zeugung des Kindes angeht, über verschüttete Milch jammern bringt nichts, das Kind ist nun da. Bedenklich finde ich, dass ihr Mann sie rauswerfen will! Die beiden müssen wohl an sich und ihrer Beziehung, sowie an der Beziehung zum Kind arbeiten. Wenn du sie unterstützen möchtest, finde ich immer, man sollte nicht maßregelnd, sondern unterstützend an die Sache herangehen. Was mich irritiert hat war, dass du ihr geschrieben hast. Solch relevante Themen bespricht man am besten, statt sich SMS zu schreiben oder zu chatten. Steh ihr bei. Alles Gute!
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 20.05.2012
4 Antwort
Also wenn sie das Kind in eine Pflegefamilie kurzzeitig gibt, gibt es nach der Therapie keinen großen Kampf die Kleine wieder zu bekommen? Dann schlage ich ihr das sofort vor. Vielen Dank! :-)
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 20.05.2012
3 Antwort
Ich finde es gut eine Therapie denn so wie es aussieht ist sie krank und so eine Therapie machtman.in Zusammenarbeit mit JA. Das Kind kommt wirklich nur für die Dauer der Therapie da hin. Das ist wirklich so und nutzen viele Mamis diese Hilfe. Wenn man zum Jugendamt geht und das abspricht wird das JA das positiv sehen und mitarbeiten. Sie soll sich alle Unterstützung und Zusammenhalt mit passenden Stellen sicher. Ermutige sie zu der Therapie denn es hilft ihr und vorallem das Zusammenleben mit dem Kind. Das Mutter Kind Verhältnis muss wieder aufgebaut werden und ich befürchte das es schon leidet anhand des Gewichtsverlustes. Hilf ihr bei dem Schritt und du hilfst damit dem Kind. Pflegefamilie vorübergehend ist auch so. Regelmäßige Besuche und Einbindung in Therapie ist da gesichert.
Amancaya07
Amancaya07 | 20.05.2012
2 Antwort
Ich persönlich finde 600 Gramm absolut nicht dramatisch. Jedes Kind hat Phasen, u.a. Wachstumsschübe, wo es mal mehr oder mal weniger isst. Mal reichen ein paar Scheiben Brot und ein Apfel und ne Wurst für den ganzen Tag, mal fressen sie einam die Haare vom Kopf. Das finde ich noch nicht mal so dramatisch, dass ich die Kinder ständig wiegen würde, geschweige denn, mir eine Waage zulegen würde. Bin bis jetzt mit 5 Kindern gut ohne ausgekommen. zu den anderen Lebensumständen sage ich erstmal nichts.
Tara1000
Tara1000 | 20.05.2012
1 Antwort
Ich habe ihr sogar geraten, sich Sozialpädagogische Hilfe zu holen oder sich beim JA zu erkundigen. Irgendwas gibt es doch bestimmt. Aber ich habe nie wieder eine Rückmeldung dafür erhalten. :( Offensichtlich ist demnach auch nichts passiert. Ich verstehe nur nicht wieso!?
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 20.05.2012

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