Komische Verwandte

Schnurpselpurps
Schnurpselpurps
02.07.2017 | 14 Antworten
Hey,

ich schreibs mal auf. Vielleicht kann ich dann besser damit umgehen.
Mein Freund kommt aus einem Ort ca. 2-3 Stunden Autofahrt von hier. Dort lebt noch ein Großteil seiner Familie: Mutter, eine Schwester, zwei Brüder plus deren Familien und seine Tochter.
Der Kontakt ist nicht sehr eng, unter anderem weil mein Freund ein bildungsnaher Mensch mit Ambitionen in diese Richtung ist, während der Rest der Familie sich eher im Arbeitermilieu aufhält, in jedem Fall aber von Büchern, Fortbildung, Jobwechsel etc. nicht viel hält. Dennoch haben die Geschwister anders als er Vermögen bzw. Häuser aufgebaut. Die Tochter bewohnt mit ihrem Freund eine eher große Wohnung.

Nun ist es so, dass wir, wenn wir die Mutter besuchen, bislang immer in einem winzigen Zimmerchen unter dem Dach bei ihr geschlafen haben (zu dritt schon fast ein Abenteuer ;-)).

Jetzt möchte mein Freund das nicht mehr, weil er die Befürchtung hat, dass es seine Mutter einfach zu sehr aufregt. Sie hat verschiedene Krankheiten, unter anderem eine beginnende Demenz bei Parkinson, und das letzte Mal ist sie nach seinem Besuch im Haus umhergeirrt, auch unter dem Dach, um Dinge zu regeln. Das ist bei ihrem Zustand wirklich gefährlich (sie lebt allein), so dass wir dies vermeiden möchten.

Was mich nun wirklich verblüfft ist, dass er allen Verwandten dort das auch so erzählt und wir darum zwei Hotelzimmer buchen. Mich verblüfft, dass weder er davon ausgeht, bei den Verwandten schlafen zu können noch sie dies einfach mal vorschlagen. Ich meine: Die haben alle richtig viel Platz, es wäre ein Pieps, uns drei über Nacht zu beherbergen.
Es ist auch nicht dramatisch, ein Hotelzimmer zu buchen, aber mir kommt das wirklich merkwürdig vor. Verfeindet sind sie übrigens nicht, es herrscht auch kein Streit, außer mit dem anderen Bruder, aber mit dem zanken alle.

Auf Nachfragen meinerseits an ihn kommt die Antwort, dass er das auch gar nicht will. Schon okay - aber ich kenne es halt anders.

Wie ist das bei euch? Ist es allgemein üblich, wenn man leere Zimmer zur Verfügung hat, Verwandte mal eine Nacht einzuladen oder nicht?
Bin ich einfach nur befindlich?

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14 Antworten (neue Antworten zuerst)

14 Antwort
Ich bin in eine Arbeiterfamilie geboren worden und habe selbst einen Fabrikarbeiter geheiratet. Meine Kinder sind wieder Arbeiterkinder. Und ja, ich hatte mit 26 mein eigenes Haus mit 900qm Grund. Denn wir haben beide schließlich mit 16 zu arbeiten begonnen....das vergessen Akademiker oft, wie lange wir schon arbeiten müssen. Dieses Vorurteil Arbeiter erreichen nichts. Eine gute Freundin von mir ist Lehrerin, es war nie ein Thema ob ich Arbeiterfamilie und sie Akademikerfamile. Kommt glaube ich auf die Menschen selbst drauf an, ob man eingebildet ist oder nicht. Und wenn das Verhältnis nicht so eng ist, würde ich auch lieber ein Zimmer mieten. Möchte das bei mir selbst auch nicht, dass jemand im Haus wäre, ganz egal wie viele Personen.
Haselmaus123
Haselmaus123 | 03.07.2017
13 Antwort
Sehr geil ist ja hier die Formulierung "bescheiden", kicher. Großes Lob an die Verwandten: Absolut coole Hütten sind das, super eingerichtet, groß, hell und klasse möbliert. Und sie wissen auch, dass wir sie toll finden.
Schnurpselpurps
Schnurpselpurps | 03.07.2017
12 Antwort
Mal nur ein Gedanke: Überheblichkeit und Vorurteile bzgl Akademikern und Arbeitern kommen von beiden Seiten. Ob der Akademiker sich in einem " bescheidenen Arbeiterheim" wohl fühlt. Ist doch auch ein Vorurteil. Ich durfte mir schon anhören . Da kam noch der Nachsatz, das das Arbeiten auf der Uni ja wohl nicht gelehrt wird. Das zu hören, nachdem man schon 10 Stunden auf der Arbeit war und sich im Vorbeigehen Brot und Wasser in den Mund stopft, ist schon grenzwertig, aber keine Ausnahme. Fakt ist: jeder hat sein Schicksal selbst in der Hand, jeder hat sich irgendwann mal seinen Beruf ausgesucht. Und ja, es gibt sicher genetische Faktoren und Erziehung, aber wenn man irgendwann nicht mehr zufrieden ist, kann man was ändern. Man muss nur wollen. Und, liebe Nichtakademiker: ein Stuienabschluss garantiett kein tolles Gehalt bei gemütlicher Arbeit Es gibt viele nicht- akademische Berufe, die besser bezahlt werden. Eine Welt nur mit Akademikern würde nicht funktionieren und eine Welt nur mit Arbeitern würde stagnieren. Wir brauchen alle Berufe. Also warum sind wir nicht zufrieden. Warum unterstellt man sich Überheblichkeit oder Neid oder Unzufriedenheit? Weil wir es als Gesellschaft so unseren Kindern schon in die Wiege legen. Ohne Abi biste nichts! Wenn Kind nicht aufs Gymi geht, sterben alle Träume und Hoffnungen der Eltern. Deshalb werden die Krümmel sobald sie laufen können in diverse Frühförderangebote gezerrt, early english, early numbers, Geige, Violine und Klavir, selbst wenn die Füsse noch nicht an die Pedale reichen. Sobald Baby aus der Windel ist, ist Spielzeit ohne Lerninhalt tabu. Ich find das traurig. Wir stehlen unseren Kindern die Kindheit mit dem Ziel eine dysfunktionale Gesellschaft zu schaffen. Der bessere Weg wäre Berufe als gleichwertigbwichtig zu sehen, denn das sind sie. Dann m7ssten aber auch diese ganzen Vorurteile aus den Köpfen verschwinden, und das wird eher ein langer Prozess.
SuseSa
SuseSa | 03.07.2017
11 Antwort
In meiner Familie gibt es Akademiker und Arbeiter.....und keine Sau interressiert es. 1 Bruder ist KFZ Mechaniker 1 Bruder züchte Schafe in Australien 1Bruder hat studiert und ist nur Personaldirektor eines grossen Unternehmens 1 Schwester ist Physiotherapeutin In unserer Familie ist das nie ein Thema. Der Personaldirektor pennt im Schafstall im Australien wenn er zu Besuch ist. Bei mir schlafen alle gerne auf dem Dach im Wintergarten, wegen Sternenhimmel und so.... Unser Autofreak hat mich schon x mal am Strassenrand aufgesammelt, wenn meine Karre verreckt ist. Schwesterherz weiss grundsätzlich alles besser, also hören wir alle auf sie.....nur ich bin für niemanden nützlich, den sie sind alle ziemlich gesund :-) Derzeit schlafe ich mit meiner Tochter zusammen im grossen Bett auf der " Besucherritze" bei meiner Oma, Oma SCHNARCHT! In Island würden wir uns never ever Hotels nehmen. Ganz klar schläft man bei Verwandten oder Freunden. Ich muss aber sagen, das das bei der Familie meines Freundes anders ist. Wir würden da im Hotel schlafen. Ich würde aber auch nie bei meiner Schwester schlafen oder sie bei mir oder einem unserer Brüder.... Irgendwie ist unsere Schwester anders, warum kann keiner definieren und Mutter ist sich sicher, das sie uns nichts verheimlicht ;-) Schnurpsel, man muss nicht verfeindet sein, aber man kann ja auch einfach nicht so ein enges Verhältnis zueinander haben, dass man beim jeweils anderen übernachten möchte. Vielleicht ist das einfach der Fall.
SuseSa
SuseSa | 03.07.2017
10 Antwort
Aber es stimmt schon auch, dass wir mit den anderen Verwandten einfach nicht so viele gemeinsame Themen haben. Auch weil wir nicht in der Nähe wohnen, sie sich aber mehrmals pro Woche sehen. Da ist man schon irgendwie außen vor, kann nicht so recht mitreden über die täglichen Dinge. Mit der Tochter ist es irgendwie anders, wir haben einen Draht zueinander auch ohne dass wir uns häufig sehen. So ist es vermutlich ganz schlau, wenn wir woanders schlafen, dann geht der Gesprächsstoff mit etwas Glück erst aus wenn wir los müssen :-)
Schnurpselpurps
Schnurpselpurps | 03.07.2017
9 Antwort
Ich finde es gar nicht schlimm, kenne es einfach nur anders. Außerdem kann ich mir auch vorstellen, dass es nerven kann, zusätzlich drei Leute in der Bude zu haben, auch wenn es selten ist. Noch dazu mit Kleinkind... Sie haben ja alle halbwüchsige bis erwachsene Kinder, sind gar nicht mehr auf sowas kleines wuseliges eingestellt... Es könnte natürlich auch sein, dass sie eben jenes elitäre Denken aufweisen wie manche Userinnen hier. Man weiß es nicht. Bislang haben wir uns immer gut verstanden und ich habe davon nichts bemerkt. Ich ratsche immer ausführlich mit der Tochter meines Freundes über alles Mögliche. Aber wenn ich soooooo furchtbar überheblich bin, wie einige hier unterstellen, dann habe ich das einfach nur übersehen, während ich mich im Schein meines eigenen Glanzes gesonnt habe. *Ironie off*
Schnurpselpurps
Schnurpselpurps | 03.07.2017
8 Antwort
hm ich könnte mir vorstellen dass sie vielleicht gar nicht auf die idee kommen euch nen schlafplatz anzubieten. ich würde auch nicht selber nachfragen. sondern nur falls von denen was kommen würde. auf der anderen seite sieh es unter dem aspekt, dass ihr unabhängig seid. keiner muss sich dem anderen gegenüber verpflichtet fühlen. ihr könnt unabhängig wann ihr wollt aufstehen, keiner muss euch frühstück richten usw. siehs unter dem aspekt ;) bei uns ists so, dass wir es anbieten, die leute von sich aus aber sagen: ne lass mal, für alle zu viel gewurschtel ;) ach das is immer schwierig sowas
Brilline
Brilline | 03.07.2017
7 Antwort
@AnnaLuisaPüppi Sie halten aber doch nun mal nichts von diesen Dingen. Soll ich ihnen was andichten oder wie hättest Du es gerne?
Schnurpselpurps
Schnurpselpurps | 03.07.2017
6 Antwort
@eniswiss DU solltest Dir mal Gedanken über Deine albernen Bemerkungen machen. Die Familie hat sich Gedanken gemacht und tut dies auch weiterhin und es sind Hilfen eingerichtet. Dass sie allein lebt heißt nicht, das sie allein gelassen wird. Das ist hier aber nicht das Thema. Denken hilft.
Schnurpselpurps
Schnurpselpurps | 03.07.2017
5 Antwort
Hahaha, selten so gelacht! Wer ist überheblich: Derjenige der sagt, wow, ihr habt echt was aufgebaut? Oder der, der seinem Kind die Bücher verbietet, der über den Bruder herzieht, wenn dieser gerne liest? Diejenigen, die permanent abfällige Bemerkungen über "Sesselpuper" machen oder derjenige, der trotz Sehnsucht nach Bildung erstmal einen "anständigen Beruf" erlernt und sich wegen der offenen Ablehnung von Bildung innerhalb der Familie erst spät mit dem befasst, was ihn wirklich interessiert? Man kann natürlich zwischen allen Zeilen Überheblichkeit herauslesen. In Wirklichkeit habe ich geschrieben, dass sie was aufgebaut haben und mein Freund nicht. Was ist bitte DARAN überheblich?????. Sie SIND Bildungsfern. Sie KÖNNEN BÜCHER NICHT LEIDEN. Das wird man doch schreiben dürfen. "Vorurteile" über die Arbeiterklasse werden von euch gerade so richtig schön gefüttert: Quasi-elitäre, schnell beleidigte Menschen, die sich auf ihren Status einerseits ne Menge einbilden, andererseits aber sauer werden, wenn man diesen benennt. Die Hälfte meiner Freunde und Bekannten stammt aus der Arbeiterklasse, und sie sind alle stolz auf das, was sie leisten - zu Recht. Und ich bin stolz auf das was ich leiste - zu Recht. Und komischerweise haben weder sie noch ich noch wir untereinander das geringste Problem damit, gegenseitig großen Respekt zu zollen. Ich brauche wen für mein Auto? Kumpel hilft. Er braucht wen für Schriftverkehr mit Ämtern oder Bewerbungen für die Kids? Mich fragen. Ich lasse mir von niemandem anhängen, dass ich Arbeiter verachte!
Schnurpselpurps
Schnurpselpurps | 03.07.2017
4 Antwort
Ihr scheint überheblich zu sein und man sieht, dass auch Arbeiter was schaffen, und Wenn Oma das nicht mehr schaftt, sollte sich die ganze Familie mal Gedanken machen
eniswiss
eniswiss | 03.07.2017
3 Antwort
Wenn man meinen Verwandten, als bildungsnahen Menschen bezeichnen würde , während ich und der Rest der Familie sich eher als Arbeiter im Arbeitermilieu bezeichnet werden würde.......... Würde ich tatsächlich auch nicht wissen ob mein bescheides Arbeiterheim dem Akademiker auch genügen würde...
AnnaLuisaPüppi
AnnaLuisaPüppi | 02.07.2017
2 Antwort
Ich würde drauf warten, dass die Verwandten dann sagen, klar, dass mit der Mutter geht nicht mehr, dann schlaft bei uns. Ich würde aber niemals von mir aus drum bitten oder fragen, ob ich bei jemand anderem schlafen könnte. Es muss schon eine Einladung oder Aufforderung geben. Bei mir ist das so, Platz ist in der kleinsten Hütte. Einer kann immer auf der Couch schlafen, wir haben 2 Luftmatratzen und ein Schaumstoffgästebett. Ein Gästezimmer haben wir nicht, aber mein Mann und ich haben jeder ein Arbeitszimmer, wo für eine oder zwei Nächte gut jemand schlafen kann. Gar kein Problem.
Chrissi1410
Chrissi1410 | 02.07.2017
1 Antwort
Beispiel: Ich hab aus diversen Gründen mein Wohnsitz verloren. Meine Mutter wohnte mit meiner Schwester und ihren 2 Kindern in einer 3-Raumwohnung. Mama auf der Couch. Schwester in ihrem Zimmer. Die 2 Buben im Eigenen. Für mich gab es dann ne Pritsche zwischen den Jungsbetten ;) Meine mittlere Schwester kam dann mit ihrem Freund aus dem Westen. Ich mit Mama im Wohnzimmer und die 2 zu den Jungs ins Zimmer Sagt Alles oder? :D Also bei uns läuft das auch ganz anders. Einzig auf unseren Bruder oder Erzeuger ist kein Verlass. Aber unter uns Weibern gibt es in der Not nix.
xxWillowXx
xxWillowXx | 02.07.2017

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