Minderjährige Mutter, Rechte, amtliche Vormundschaft

Moppelchen71
Moppelchen71
12.01.2013 | 16 Antworten
Ich habe einige Fragen zu einem Fall, der sich im weitläufigen Bekanntenkreis zugetragen hat und bitte bei den Antworten nicht nach „Gefühl“ zu antworten, sondern bitte mit möglichst entsprechenden Links, die rechtliche Fragen recht deutlich beantworten.

Der Fall:
Minderjähriges Mädchen wird schwanger, da der Freund sie zum GV zwingt. Noch bevor das Mädchen weiß, dass es schwanger ist, beendet es die Beziehung und bricht jeglichen Kontakt zum Ex ab.
Trotz gute Verhältnis zur Familie, schämt sie sich, sich den Eltern und Geschwistern mitzuteilen und schweigt über den erzwungenen GV.
Als sie bemerkt, schwanger zu sein, wächst die Scham noch mehr und sie verschließt sich völlig. Zwar informiert sie sich über Inet, was sie in der SS tun kann, damit es dem Baby gut geht, aber noch immer teilt sie sich niemandem mit, ist innerhalb der Familie sehr verschlossen und zurückgezogen.
Die Eltern halten das für eine Phase der Pubertät.
Als der Bauch wächst, werden die Klamotten weiter und zu Hause läuft sie meist in dicke Decken gewickelt herum, geht nur noch zur Schule aus dem Haus und zieht sich noch mehr zurück.
Erst als die Wehen einsetzen, bricht sie weg, offenbart sich den Eltern, die, zwar geschockt, umgehend ihre Unterstützung zusagen. Das Kind wird wenige Stunden danach geboren und die Familie versucht nun zu regeln, wie das Leben mit Baby und Schule zu managen ist.
Oma ruft beim JA und bittet um Unterstützung, da sie auch die rechtlichen Aspekte erklärt haben möchte, inwieweit der KV Unterhaltspflicht hat, Rechte bekommt und ob im Nachhinein eine Anzeige wegen Vergewaltigung möglich ist. Ebenfalls möchte die Großmutter bis zur Volljährigkeit ihrer Tochter, die Vormundschaft für das Enkelkind übernehmen und sich tagsüber um das Kind kümmern, damit die KM Schule und Ausbildung machen kann.

Bereits beim ersten Telefongespräch mit dem JA, teilt man der Oma mit, die Vormundschaft würde sie nicht bekommen, da diese (angeblich) vor der Geburt des Kindes hätte beantragt werden müssen.
Die Familie war nie auffällig und ist auch zuvor nicht in den Fokus von JA, Polizei oder sonstigen Behörden geraten.
Wenige Tage nach der Geburt des Kindes, kommt das JA zum Hausbesuch in den Haushalt der Großeltern, wo KM und Kind nun leben.
Mit dem Sachbearbeiter des JA, wird gleichzeitig eine weitere Amtsperson mitgebracht, die als Vormund des Kindes vorgestellt wird. Bis dahin haben weder KM noch Großeltern Kenntnis bekommen, dass es bereits einen Vormund gibt.

Man glaubt der KM nicht, dass der GV erzwungen war und argumentiert, sie hätte sich ja zur Wehr setzen können.
Weiter klärt man die KM auf, dass der Vormund nun bestimmt, wann das Kind zum Arzt geht, welche Impfungen es erhält, usw.
Man sagt also ziemlich deutlich, das die KM keinerlei Mitspracherecht besitzt.
Zum KV legt das Ja / der Vormund fest, dass dieser mit in die Geburtsurkunde aufzunehmen sei.
Die Familie wollte dies, aufgrund der Umstände des erzwungenen GV, nicht, doch der Vormund legt fest, der KV habe in die Geburtsurkunde eingetragen zu werden und dürfe seine Rechte wahrnehmen, also auch beantragen, den Teil des SR zu bekommen.
Der KM und den Großeltern, sagt man recht deutlich, dass sie keine Möglichkeit haben, das zu verhindern.

Nun meine Fragen, da ich einige Dinge nicht verstehe:

Wird nicht ein Vormund gerichtlich bestätigt, wenn dieser nicht durch Unterschrift von der KM oder deren gesetzlichem Vertreter beantragt wurde? Ich meine, müsste das JA nicht per Gericht den Vormund festlegen lassen, damit dieser im Zweifelsfall auch nachweisen kann, Vormund zu sein?
Gerade bei Fragen, die Datenschutz oder Schweigepflicht betreffen, muss man doch nachweisen, Auskunft berechtigt zu sein oder reicht es, wenn das JA einfach sagt „Dies ist jetzt der Vormund!“?

Kann die minderjährige Mutter übergangen werden und die Eintragung des KV in der Geburtsurkunde vom JA erzwungen werden?
Nachdem das Mädchen die SS bemerkte, hat es einmal versucht Kontakt zum KV aufgenommen, um ihn zu informieren, wurde aber abgewiesen, sie solle ihn in Ruhe lassen. Von seiner Seite aus, scheint also keinerlei Interesse zu bestehen, in die Geburtsurkunde eingetragen zu werden.

Bitte, nach Möglichkeit entsprechende Links posten (sofern vorhanden).
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16 Antworten (neue Antworten zuerst)

16 Antwort
@Moppelchen71 Vielleicht sollte die KM sicher überlegen den KV anzuzeigen. Das sollte sie natürlich auch mit einem Anwalt besprechen. Eine Vergewaltigung, sofern sie natürlich geglaubt wird, ist ein Grund, ihm den Umgang gerichtlich zu verweigern. Das muss man aber auch einklagen. Beweisen kann man die Vergewaltigung nach so langer Zeit kaum. Trotzdem sollte sie darüber mit ihrem Frauenarzt sprechen. Evtl. sind doch Verletzungen da gewesen, die noch als Narben sichtbar sind oder ähnliches. Wenn der KV allerdings bisher kein Interesse gezeigt hat, wird er vielleicht das Umgangsrecht nicht wahrnehmen wollen. Solange die Vaterschaft allerdings nicht anerkannt ist, ist er auch nicht zu Unterhalt verpflichtet. Wie auch immer - sie hat ja einen Termin beim Anwalt.
Kristen
Kristen | 12.01.2013
15 Antwort
En Anwalt für Familienrecht, wurde bereits kontaktiert und es gibt einen Termin.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 12.01.2013
14 Antwort
@Kristen Die Verweigerung, den KV in die GU einzutragen, bestand daher, dass man aufgrund der erzwungenen Entstehung des Kindes, nicht wollte, dass der KV evtl. Rechte geltend machen kann, nicht um Interesse an seinem Kind zu zeigen, sondern der KM, durch Kontakt mit dem Kind, immer wieder präsent zu sein und somit dauerhaft eine Art Macht zu zeigen, die er ja in dem erzwungenem Verkehr hatte und durch die Folgen dann eine Art "Sieh her, ich habe dafür gesorgt, dass Du immer mit mir in Kontakt bleiben MUSST", ausleben kann. Hätte er Interesse am Kind, hätte er sich ja in der SS nicht so abweisend gezeigt oder zumindest, im Verlauf der SS, nach dem Kind erkundigt. In ständigem Kontakt mit dem KV zu sein, wäre für die KM seelisch wie eine nie endende Vergewaltigung. Rechtlich hat der KV sicher Möglichkeiten, jedoch fühlt sich die KM seelisch im Stich gelassen und dargestellt, als habe SIE sich falsch verhalten.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 12.01.2013
13 Antwort
Auf jeden Fall zu einem Fachanwalt für Familienrecht gehen. Das ist kompliziert. Aber man gerichtlich beantragen, das Sorgerecht auf die Großmutter zu übertragen. Normalerweise ist das Jugendamt kooperativer und der Vormund wird entsprechend dem Wunsch der Kindsmutter bestellt, wenn nicht gerade was gravierendes dagegen spricht. Der Kindsvater hat nur dann Rechte/Pflichten, wenn der er die Vaterschaft entweder anerkannt hat oder gerichtlich die Vaterschaft festgestellt wurde. Dies gilt für Unterhaltspflicht, wie für Umgangsrecht. Der gerichtlich bestellte Vormund kann selbstverständlich die Eintragung des Vaters in die Geburtsurkunde veranlassen , ansonsten kann er das auch als Vertreter des Kindes einklagen. Dies ist kein Recht der Mutter, sondern des Kindes. Gesetzesgrundlage hierfür ist das BGB 4. Buch Familienrecht. Hier kannst Du einige Gesetze nachlesen. http://dejure.org/gesetze/BGB/1592.html Aber wie gesagt, ein Anwalt ist das Einzige was hilft.
Kristen
Kristen | 12.01.2013
12 Antwort
Ich denke, dass einzig Richtige ist, wenn die Kindesmutter sich einen Anwalt sucht/nimmt und sich beraten lässt und über den Anwalt dann die entsprechenden Schritte einleitet. Links sind sicherlich hilfreich, um sich im Vorfeld zu informieren. Aber wirklich helfen kann dann letztendlich nur der Anwalt.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 12.01.2013
11 Antwort
Die Geburtsurkunde ist bereits während des KH-Aufenthalts der KM beantragt worden und die Anträge wurden ohne Eintrag des KV gestellt. Meiner Erkenntnis nach, ist jedoch, durch ein fehlendes Dokument, die KM betreffend, die GU noch nicht erstellt worden, so dass ich es für möglich halte, dass da der AV wohl beim Standesamt Entsprechendes beantragen KÖNNTE. Der Name des KV ist dem JA bekannt. Durch den Link von sweetwenki, kam ich auf diesen Link: http://www.dijuf.de/tl_files/downloads/2011/DIJuF-Synopse_Vormundschafts-_und_Betreuungsrecht.pdf Entsprechend scheint es, dass der AV tatsächlich über Impfungen und Eintrag des KV in die GU bestimmen kann, wenn er dies mit dem Kindeswohl begründet. Aus dem Link entnehme ich, durch Verweise auf das Familiengericht, dass der AV gerichtlich eingetragen werden muss. Dies alles durchzusetzen, ist eine Sache. Ich denke, man kann das auch tun, ohne der KM das Gefühl der völligen Entrechtung zu geben.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 12.01.2013
10 Antwort
Wenn vor der Geburt nichts anderes beantragt wurde, ist ab der Geburt bei Minderjährigkeit der Kindsmutter automatisch das Jugendamt der Vormund. Dieses kann jedoch auch nach der Geburt noch neu beantragt werden. So kann die jetzige Oma sichr noch der Vormund des Kindes werden. Mir wurde damals der Vormund meines Kindes nicht vorgestellt, es gab keine Besuche des Jugendamtes oder dergleichen. Das einzige Mal, wo ich Kontakt zum Vormund aufnehmen musste, war aufgrund der Geburtsurkunde. Dieser muss ein Formular ausfüllen und seine Unterschrift geben, damit die Geburtsurkunde ausgestellt werden kann. Aber ansonsten liegen alle Rechte bei der Kindsmutter. Finde den Fall sehr kurios und würde lieber einmal zum Anwalt gehen und das abklären lassen. Bei mir gab es damals keiner solcher Aussagen und auch keine Probleme seitens des Jugendamtes.
Alina17
Alina17 | 12.01.2013
9 Antwort
@moppelchen du hast vollkommen recht mit deiner vermutung so kenne ich es auch nur. guckmal ich hab in einem anderen forum was gefunden http://www.rechtspflegerforum.de/showthread.php?56271-Minderj%E4hrige-Mutter-und-Amtsvormund ich würde der familie auch raten eienn anwalt einzuschalten. viel glück
sweetwenki
sweetwenki | 12.01.2013
8 Antwort
http://www.ihr-anwalt-hamburg.de/taetigkeitsbereiche/s/sorgerecht.html Die haben auch eine rufnummer! dort kannst du ein kostenloses beratungs gespräch in anspruch nehmen...
black-rose21
black-rose21 | 12.01.2013
7 Antwort
Guten Morgen.Ich denke in diesem Fall sollte man aufjedenfall einen Anwalt einschalten.Zwar wird man jetzt nichtmehr nachvollziehen können dass der gv erzwungen, also somit eine Vergewaltigung war, aber zuminderst die Vormundschaft durch die Großmutter wird so rechtlich geklärt werden.lg
Lia23
Lia23 | 12.01.2013
6 Antwort
es ist ein sehr schwieriger fall aber wenn müßte die familie dies selbst gerichtlich anklagen ein fall der mir bekannt ist eine mutter gibt ihr kind in eine pflegefamilie der vater bekommt es etwas später mit will sein kind zurück bekommt immer mal ein paar stunden mit dem kind aber die pflegefamilie ist immer dabei und auch das ja das ja bewilligt das der vater sein kind alleine erziehen könnte doch das gericht sagt nein und was das gericht sagt steht ich weiß nur noch das er es weiter veruchen wollte gegen das gerichtsurteil anzukommen aber er sagte auch das kind immer älter wird und die paar stunden in einem fremden zimmer umgeben von leuten die das kind als seine eltern kennt ist es fast unmöglich eine beziehung aufzubauen und noch etwas schwierig das alles vor gericht nun zu beweisen
blaumuckel
blaumuckel | 12.01.2013
5 Antwort
anzugeben. Ich würde es auch nicht für gut empfinden, wenn sie das machen würde, da sie dann wohl zwangsläufig auch mit ihm zu tun hätte. Den KV anzuzeigen... das würde sicher gehen, aber da braucht sie einen guten Anwalt, da die Vergewaltigung nicht mehr nachvollziehbar ist. Ein guter psychologischer Gutachter wäre da auch von Vorteil. Leider weiss ich, dass in Deutschland die Ämter sehr schlampig arbeiten und meistens machen, was sie wollen. Ich hoffe das Mädchen hat ein gutes Amt zur Seite, welches ihr in allen Belangen helfen kann und Einsicht wegen der Vormundschaft zeigt und sie der Oma übergibt. So kann sich der Staat ja auch Kosten sparen ;-) Ich wünsche ihr und dem Baby alles Gute
fluketwo
fluketwo | 12.01.2013
4 Antwort
Ich kann dir leider auch keine Links geben, da ich in der Schweiz wohne, aber hier ist es vom JA her gleich wie bei euch auch. Ich wusste ja, dass es einen Vormund für den Kleinen geben wird. Da ich selber einen Beistand hatte wurde das alles schon vor der Geburt geregelt. erst 3Monate nach der Geburt wurde mir der Vormund vorgestellt. Die KM wurde meineserachtens von den Behörden übergangen, da ohne ihr Wissen einfach ein Vormund zugeteilt wurde. Eigentlich hätte sie davon in Kenntnis gesetzt werden müssen. Ich verstehe allerdings, dass sie einen amtlichen Vormund bekommen hat, da dieses Verfahren schneller geht, als wenn die Oma ein Gesuch stellt. Allerdings ist es falsch vom JA einfach zu sagen, dass es nicht ginge, dass die Oma die Vormundschaft übernimmt, weil man es vor der Geburt beantragen hätte müssen. Die Oma soll ein Gesuch stellen, da sie sich ja um KM und Enkel kümmert. Wenn die KM nicht vom Staat abhängig ist , dann können sie sie auch nicht zwingen den KV
fluketwo
fluketwo | 12.01.2013
3 Antwort
@kloibi100 du bist aus Ö
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 12.01.2013
2 Antwort
also ich musste damals die geburtsurkunde selbst beim amt beantragen, konnte mir selbst aussuchen wer drin steht und wer nicht! das jugendamt war aber ab geburt automatisch der vormund meines sohnes, da wurde nicht gefragt wer es sonst übernehmen wollte, sollte, das war einfach so, bis ich 18 wurde! ich endeffekt, machen die aber nichts! die schaun einmal im jahr vorbei ob alles in ordnung ist und fertig. im prinzip ist es egal wer den vormund übernimmt, die eigentlichen entscheidungen darf sowieso die kindesmutter übernehmen, und das jugendamt steht ihr da in keiner hinsicht im weg! womöglich ist das aber bei euch in d anders.... ich würde mich da nochmal direkt auf dem amt informieren!
kloibi100
kloibi100 | 12.01.2013
1 Antwort
Habe. Leider keine lings ich weis aber das das j Amt das Beim Familien Gericht stellen Mus und die Familie dort angehört werden sollte also das am handelt nicht rechtens der weg zu einem anwalt mit Familien recht könnte helfen
sternenelfe79
sternenelfe79 | 12.01.2013

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