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Schmerzlinderung bei der Geburt

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Wehenschmerzen bei der Geburt
Bild: fotolia.de - @Gabriel Blaj

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AutoreninfoSylvia Koppermann
aktualisiert: 27.07.2021Mehrfache Mutter u. Autorin
Medizin, Gesundheit und Erziehung
Eine Geburt ist kein Spaziergang, sondern vielmehr ein natürlicher, in den meisten Fällen mit Schmerzen verbundener Prozess.

Die Geburtsschmerzen sind von Frau zu Frau ganz unterschiedlich und hängen von vielen Faktoren wie dem eigenen Schmerzempfinden oder auch der Geburtslage des Babys, ab.

Soweit so gut. Diese Fakten ändern jedoch nichts an der Tatsache, dass viele werdende Mütter vor genau diesen Schmerzen große Angst haben. Neben der fachkundigen Begleitung durch Hebamme und Geburtshelfer gibt es aber eine ganze Reihe von Möglichkeiten, um die Geburt weniger belastend und schmerzhaft zu gestalten. Ob man darauf zurückgreifen möchte, bleibt jeder Frau selbst überlassen. Wir stellen dir folgende Methoden vor:

Entbindung ohne Schmerzmittel

Viele Frauen möchten die Entbindung am liebsten ganz ohne Schmerzmittel erleben, da sie der Ansicht sind, die Geburt so als intensiveres und authentischeres Erlebnis erfahren zu können. Falls die Schmerzen allerdings zu stark werden, ist es ihr gutes Recht - und nicht etwa ein Zeichen von Schwäche - nach Abhilfe in Form schmerzlindernder oder -stillender Maßnahmen zu verlangen. Dabei werden zuerst einmal die natürlichen von den chemischen Arten der Schmerzbewältigung unterschieden.

Natürliche Schmerzlinderungsmethoden

Natürliche Methoden zur Linderung des Geburtsschmerzes zielen darauf ab, die Gedanken vom Schmerz abzulenken und Hilfe bzw. Orientierung beim Umgang damit zu geben. Hierbei wird gerne auf Aromatherapien oder ätherische Öle, Massagen oder Homöopathie zurückgegriffen. Viele Hebammen und Gynäkologen haben auch eine Zusatzausbildung in Akupunktur, wobei das gezielte Setzen der Nadeln an bestimmten Energiepunkten des Körpers entweder wehenhemmend oder -fördernd sein kann.

Die richtige Atemtechnik ist wichtig

Auch die richtige Atemtechnik ist wichtig, da durch sie eine optimale Sauerstoffversorgung gewährleistet wird. Dabei gilt, wer richtig und kontrolliert atmet, hat schwierige Situationen besser im Griff. Zur richtige Atemtechnik bei Wehen und der Geburt lies auch unseren Beitrag Atemtechniken - Training für Wehen und Geburt.

Positionswechsel und Bewegung

Häufige Positionswechsel und Bewegung während der Geburt steigern nicht nur die Sauerstoffzufuhr zur Gebärmutter, sondern auch die Endorphinproduktion. Wobei schon kleine Bewegungen, wie etwa rhythmische Schaukelbewegungen, den Schmerz reduzieren und den Weg des Kindes durch den Geburtskanal erleichtern können. Am besten immer wieder zwischen liegen, sitzen, gehen und stehen abwechseln.

Bad im warmen Wasser

Eine weitere natürliche Methode der Schmerzbewältigung ist das Bad im warmen Wasser, da es den gesamten Körper entspannt und dafür sorgt, dass sich der Muttermund leichter öffnet. Dies macht den Wehenschmerz erträglicher und den späteren Einsatz weiterer Schmerzmittel unwahrscheinlicher.

Unnatürliche Schmerzlinderung

Helfen die natürlichen Methoden nicht mehr weiter, nehmen viele Frauen die Hilfe von Medikamenten in Anspruch. Zu ihnen gehören beispielsweise Zäpfchen oder Infusionen, die krampflösend wirken und somit der Gebärenden Erleichterung verschaffen.

PDA (Periduralanästhesie)

Bei der sogenannten Periduralanästhesie (kurz auch als "PDA" bezeichnet) wird zu Beginn der Geburt ein Katheder im Wirbelsäulenbereich gelegt, über den ein schmerzstillendes Medikament in den Zwischenraum von Wirbel und Rückenmarkkanal eingebracht wird. Ist der Katheder einmal gelegt, kann im Verlauf der Geburt nach Bedarf das Medikament in bestimmten Zeitabständen neu eingeleitet werden. Die Wirkung setzt nach etwa 15 bis 20 Minuten ein und wird meistens so nachdosiert, dass sie zwei Stunden nach der Geburt nachlässt. Im Falle eines ungeplanten Kaiserschnitts kann die Dosis so weit erhöht werden, dass keine weitere Narkose mehr notwendig ist.

Die Spinalanästhesie

Das Verfahren der Spinalanästhesie ist dem der PDA recht ähnlich, jedoch wird das Medikament direkt in den Rückenmarkskanal gespritzt und die Nadel danach entfernt. Dadurch tritt die Wirkung recht schnell bereits nach wenigen Minuten ein. Diese Methode kommt zum Einsatz, wenn am Anfang der Geburt keine PDA gelegt wurde und die Schmerzen zum Ende der Entbindung noch gelindert werden sollen oder aber wenn ein Notkaiserschnitt durchgeführt werden muss.

Weiter Infos zum Thema "Schmerzlinderung" erfährst Du in unserem Beitrag Geburtsschmerzen und ihre Linderung

[AKH]

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