Die Geburt eines Kindes ist ein Wunder und ein Geschenk. Klar, dass die Eltern ihr Kind willkommen heißen und ihre Freude mit Familie und Freunden teilen möchten. Und natürlich möchten sie ihr Kind beschützt wissen – auch von Gott. Die Taufe heißt den Täufling in der christlichen Gemeinde willkommen und feiert dessen Aufnahme im Namen Gottes. Die Eltern und Paten bitten um Schutz, Zuspruch und Gottes Segen. Der Segen soll die Familie stärken und Halt durch Gottes Hand geben.
Die Taufe wird als
Gottesdienst meist in der Kirche gefeiert. Mit Liedern und Gebeten
wird der Freude und Dankbarkeit über das neue Leben Ausdruck
verliehen. Die Taufe ist ein Sakrament, das von fast allen
christlichen Kirchen anerkannt und eines ihrer ältesten Rituale ist.
Jesus wurde, lange bevor er selbst predigte und Kranke heilte, von
Johannes dem Täufer getauft. Er wurde im heiligen Fluss Jordan von seinen
Sünden rein gewaschen.
Das Element Wasser hat sich über
die Jahrtausende im Taufritus erhalten. Noch heute schöpft der Pfarrer
während der Taufzeremonie geweihtes Wasser aus dem Taufbecken und
träufelt es über den Kopf des Täuflings. Nicht selten beginnen
Babys an dieser Stelle zu weinen: Kaltes Wasser auf dem Kopf ist ja
auch gewöhnungsbedürftig. Ein anderer, sehr selten gewordener,
Ritus ist das komplette Untertauchen des Täuflings in einem
Gewässer. Mit den Worten „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des
Heiligen Geistes“ wird der Täufling in die Gemeinschaft der
Christen aufgenommen. Diese Worte stehen in der Bibel und stammen von
Jesus selbst. Zum Abschied rief er seine Jünger auf: „Darum gehet hin
und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des
Sohnes und des heiligen Geistes“ (Matthäus 28,19).
Das griechische Wort für
´taufen` im Neuen Testament ist ´baptizein` und
bedeutet so viel wie ein- oder untertauchen und wurde bereits 400
Jahre vor Christi Geburt mit rituellen Reinigungen in Verbindung
gebracht. Rituale mit Wasser gibt es in vielen Religionen. Christen
erleben dieses Ritual nur ein einziges Mal in ihrem Leben – zur
Taufe. Das Taufritual wurde von Anfang an in christlichen Gemeinden
vollzogen.
Die Taufe von Säuglingen
und Kleinkindern war nicht immer üblich. Zur Zeit der ersten
christlichen Gemeinden entschied sich der erwachsene Mensch für die
Taufe. Sie stand damals für die Vergebung der Sünden und den
Empfang eines neuen Geistes. Man erwartete vom Getauften nach diesem
Ritual nicht mehr zu sündigen, da er die endgültige Reinigung
erhalten hatte. Um diesem Druck zu entgehen, verschoben viele das
Taufalter immer weiter nach hinten. Das war natürlich nicht Sinn der
Sache. Die Taufe ist ein Geschenk und keine Bürde. So begann die
Kirche ab dem 5. Jahrhundert, die Taufe an den Anfang des Lebens zu
stellen. Werden heute Säuglinge und Kleinkinder getauft, steht die
Annahme vor Gott im Vordergrund. Gott soll das neue Leben schützen
und ihm den rechten Weg weisen.
Aber natürlich kann sich
auch ein Erwachsener jederzeit taufen lassen. Der Getaufte empfängt
die Liebe und den Segen Gottes und wird in die christliche
Gemeinschaft aufgenommen. Bei der Taufe von Kindern übernehmen die
Eltern und die Paten stellvertretend die Bezeugung des Glaubens.
Später, bei der Konfirmation, bekräftigen die Jugendlichen aktiv
ihren Glauben und können dann selbst das Amt eines Paten übernehmen.
Ist der Jugendliche noch nicht getauft, darf er trotzdem am
Konfirmandenunterricht teilnehmen. Die Taufe wird dann nach dem
Konfirmationsunterricht vollzogen, oft sogar am Tag der Konfirmation.
Die Taufe ist etwas Einmaliges und kann nicht wiederholt werden. Und:
Wer einmal getauft ist, bleibt es für immer. Rückgängig machen
kann man eine Taufe nicht.