Alleinerziehend und glücklich

Darf man das überhaupt sagen, dass man glücklich Alleinerziehend ist? Oder wird man da gleich als männerhassende Emanze abgestempelt? Keineswegs, meiner Meinung nach..

Alleinerziehende Mutter

Klar ist es schwer im Alltag alles alleine stemmen zu müssen, aber man hat gewissermaßen auch freie Hand und Entscheidungsfreiheit in allen Punkten. Da gibt es niemanden der dir über den Mund fährt, deine Autorität untergräbt oder mit dem du dich, neben den Kindern, noch auseinandersetzen musst. Nach einiger Zeit der Trennung pendelt sich der normale „Wahnsinn“ wieder ein. Man findet neue und eigene Regeln, Rituale und Routinen den Alltag zu überstehen, ohne am Ende des Tages kurz vor einem Nervenzusammenbruch zu stehen. Es gibt natürlich auch Tage, an denen man als Mutter verzweifelt, Fragen wie; “ob das alles so richtig ist für die Kinder, für einen selbst?”, beschäftigen einen. Aber in den meisten Fällen ist dass genau das beste was Eltern für ihr Kind/ihre Kinder tun können. Kinder gewöhnen sich schneller an neue Abschnitte in ihrem Leben als wir denken. Nur darf man als Eltern dabei nicht den Fehler machen, die Kinder mit in das Beziehungsdilemma als Paar mit reinzuziehen! Vor den Kindern darf kein böses Wort über den anderen fallen. Die Kinder dürfen nicht als Druckmittel oder Vermittler fungieren, wir als Eltern dürfen keinesfalls den Kindern das Gefühl vermitteln, dass sie an dem Aus schuldig sein könnten. Das denken Kinder oft. Das Beste ist; den Kindern zu zeigen dass wir die Erwachsenen sind und uns auch, wenn wir uns nicht mehr lieben oder sogar hassen, für sie immer noch Mama und Papa bleiben. Das werden wir ihr ganzes Leben lang sein. Warum also nicht im Sinne des Kindes handeln und den verletzten Stolz einfach beiseiteschaffen (verdammt schwer ich weiß), an einem Strang ziehen und unseren Kindern zeigen das wir, trotz Trennung, immer für sie da sein werden als Eltern. Die Kinder werden es uns danken, irgendwann.

Aber wie schafft man es, nicht komplett durchzudrehen, wenn man nun mit den Kindern alleine da steht? Fragt doch mal Mütter, deren Männer den ganzen Tag arbeiten oder ständig auf Montage fahren? Die eventuell sogar in einer anderen Stadt leben? Sie schaffen es auch, weil sie es müssen, so wie jede Mutter. Praktisch ist es natürlich einen Partner an der Seite zu haben, mit dem man sich die schlaflosen Nächte teilen kann wenn das Kind krank ist, sich abzuwechseln mit dem trösten, kuscheln und wiegen oder schlafen. Vorausgesetzt, der Partner arbeitet nicht, aber das ist ja wohl eher selten der Fall. Wir Mütter können das von Natur aus (einige wenige weniger) auch alleine, war immer so und wird immer so sein. Man sollte als Alleinerziehende Mutter nicht in die Opferrolle fallen, man kann alles schaffen, wenn man es nur auch wirklich will. Denn das schönste an der ganzen Sache ist doch, das wir alles, aber auch wirklich alles, von unseren Kindern doppelt und dreifach zurück bekommen und das müssen wir nicht teilen. Wir werden für unsere harte Arbeit, jeden Tag aufs neue belohnt und das sollten wir uns immer vor Augen halten. Praktisch ist es natürlich auch, das man durch diese Trennung als Paar, nun auch mehr Zeit für sich selbst hat, wenn die Kinder bei dem anderen Elternteil sind. Quasi ein Miniurlaub für alle. Nein, das ist kein abschieben der Kinder, sondern viel mehr Qualitytime für alle Beteiligten. Der Papa kann wertvolle Zeit mit seinen Kindern genießen, die Kinder kommen mal raus aus dem Alltag und dem Trott und können Energie sammeln und wir Mütter? Wir können endlich mal wieder nichts tun, unbeobachtet auf die Toilette gehen oder am helllichten Tage duschen ohne Publikum. Wir können shoppen gehen, in der Umkleidekabine eine Modenschau veranstalten ohne das ein kleines Monster brüllt oder den Spiegel von oben bis unten ableckt. Mit Freunden in Ruhe in einem Restaurant sitzen und endlich mal ein Gericht bestellen dass wir nicht teilen müssen oder kindgerecht sein muss, ohne fremde Patschefinger im Teller oder Saftduschen. Wir können auch endlich wieder einmal die Nacht zum Tage machen, aber nicht, weil jemand den Schnuller verloren hat oder wir das Monster unter dem Bett verjagen müssen, sondern weil wir den Alltagsstress einfach wegtanzen. Nicht zu vergessen, es ist auch endlich wieder Zeit dazu, sich als Frau zu fühlen.

Genau dass geht im Mutterdasein verloren, weil wir uns selbst vergessen. Und wenn wir als Mütter, wieder diese Zeit ganz für uns haben, sei es auch für nur ein paar Stunden oder einen Tag, gibt uns dass wieder genug Kraft, um genau die Mutter für unsere Kinder zu sein, die im Alltag Mama UND Papa sein müssen.

Ein Gastbeitrag von:

Jessica von der MädlsWG
Instaname: diemaedelswg

Bild: @Fotolia.de - kenzfotodesign


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