Hausgeburt damals und heute Teil 2 ( noch mehr zu lesen)

Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer
28.06.2009 | 11 Antworten
Hausgeburt damals und heute Teil 2
Heute stellt die Hausgeburtshilfe einen kleinen Satz von 3%-5% dar. In Deutschland hat sie den Ruf von Verantwortungslosigkeit und mangelnder Sicherheit. Ärzte lernen nicht mehr draußen bei Hebammen die außerklinisch arbeiten. Sie werden groß in dem Glauben das Geburtshilfe nur sicher ist innerhalb einer Klinik. Nur wird dabei häufig übersehen das Komplikationen unter der Geburt selbstgemachte sind und nicht naturgegebene Launen.
Da wird am Termin mit unkontrollierbaren Wehenmitteln eingeleitet, es werden Fruchtblasen geöffnet bei 4cm Muttermund um die Geburt zu beschleunigen weil die nächste Frau wehend vor der Tür steht. Ultraschallfehldiagnosen verleiten zu Kaiserschnitten in ungeahnten Höhen. PDA ist an der Tagesordnung weil die diensthabende Hebamme nun mal nicht mehr tun kann wie es mit drei Frauen gleichzeitig möglich ist.
Wenn eine Frau bei einer Familienfeier sagt sie möchte zu Hause entbinden da kann sie sich aber schon was anhören. Manchmal denke ich bei mir, wenn alle wüssten was für „ Fachleute“ alle einen weißen Kittel tragen dann halte ich es für sehr viel risikoreicher in der Klinik zu entbinden.
In den Niederlanden ist das völlig normal und interessiert nicht. Die Säuglingssterblichkeit heißt es immer sei bei denen aber höher als bei uns, ja…weil sie auch die ganz kleinen Fehl und Frühgeborenen mit in ihrer Statistik haben.
Bei uns beträgt die Kaiserschnittzahl 25%! Das heißt jede 4 Frau ist nicht in der Lage ihr Kind auf normalem, gesunden weg zu bekommen, während in den Niederlanden die Zahlen seit Jahren um die 10%-12% betragen.
Ich betreue so ca. 40 Geburten im Jahr. Ein Drittel davon als Hausgeburt. Natürlich muss ich manchmal verlegen, aber nicht weil Drama angesagt ist, sondern weil die Frau erschöpft ist, eine PDA möchte oder aber , weil die Geburt schon sehr lange geht eine Wehenschwäche habe die sich auch mit allen Hausgeburtstricks nicht lösen ließ. Ja, es gibt Geburten da bin ich froh um die Möglichkeit der PDA oder auch des Kaiserschnittes, aber nur im Notfall bitte.
Ich begleite seit 15 Jahren Hausgeburtshilfe, habe meine Kinder zu Hause geboren irgend etwas muss ich richtig machen sonst säße ich schon lange im Gefängnis. Mein Koffer beinhaltet natürlich mehr als einen Beißkeil oder einen Einlauf! Über Infusionen ( die mir regelmäßig im Koffer ablaufen, weil ich sie nie brauche) Notfallmedikamente und Sauerstoffflasche( noch nie gebraucht!) Mein Leben besteht aus Dauerrufbereitschaft nie planbaren Terminen aber ich bin immer noch voller Ideale wie es bei Klinikhebammen mit meinen Berufsjahren nur selten vorkommt. Ich weiß wenn ich im Schichtdienst arbeiten müsste würde mir mein Beruf keinen Spaß mehr machen.
Mit erfahrener Hebamme, gut selektierten gesunden Frauen ist die Hausgeburt genauso sicher, (wenn nicht sogar manchmal sicherer) wie eine Klinikgeburt.
Die WHO sieht dieses im Übrigen genauso, aber, Deutschland ist ein Land in dem nicht gerne über den Tellerrand gesehen wird.

Ich hoffe du hattest Spaß und Interesse beim lesen.

LG


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1 Antwort
immer wieder gerne liebe Heviane
meine 4 Hausgeburten waren meine allerschönsten Erlebnisse in meinem Leben ;O) ich musste mir-Gott sei Dank- in meinem Umfeld nie anhören das es unverantwortlich ist , viele meiner Freundinen haben selber ihre Kinder zu Hause geboren und würden nichts anderes mehr machen wollen :O) das einzigste was immer gefragt wird ist wo die älteren Kinder dann sind , bei mir waren die Geburten immer nachts und die größeren haben brav geschlafen :O) Sandra
Fabian22122007
Fabian22122007 | 28.06.2009
2 Antwort
recht hast du!!!!
bei meinem sohn wurde damals am et eingeleitet....warum auch immer, nachdem ich trotz wehentropf keine wehen bekam, wurde die fruchtblase gesprengt.aber auch das brachte nichts.das ende war dann ein ks. bei meiner tochter hatte ich super wehen, nur der mumu ging nicht auf weil sie nicht "ruter" rutschte.nach stundenlangen wehen, gesprengter fruchtblase, aber auch das klappte nicht...leider...es wurde wieder ein ks gemacht.jetzt weiß ich aber das mit einer vernünftigen hebamme eine normale geburt möglich gewesen währe und dadrüber bin ich sehr traurig
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 28.06.2009
3 Antwort
ich lese deine artikel auch furchtbar gerne :O)
Meine beiden Töchter kamen so schön komplikationslos auf die Welt - fall ich in meinem Leben jemals noch ein Kind bekommen würde und in der Schwangerschaft alles OK sein würde ... ich würde glatt über eine Hausgeburt nachdenken Ich sag Dir dann Bescheid :O)
Solo-Mami
Solo-Mami | 28.06.2009
4 Antwort
hallo
du hast Recht..ich könnte mir an den Kopf fassen hätte auch lieber normal entbunden aber die Ärzte sagten ich habe zu wenig Fruchtwasser und dann hatte ich noch Magen Darm Grippe und habe dann den Schwanz eingezogen..bekam einen ks in der 36 ssw
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 28.06.2009
5 Antwort
@Solo-Mami
Mach det ma Süße , ick komme dann och nach Berlin wa. LG
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 28.06.2009
6 Antwort
...na da bin ich ja gespannt,
was sie mir diesesmal im KKH erzählen und vorschlagen werden. Heviane, ich melde mich dann bei "unklarheiten" bei dir.
susepuse
susepuse | 28.06.2009
7 Antwort
!
Hmm, ich finde das toll!Meine Tante hat alle 3 Mädels, mit einer super Hebamme zuhause bekommen!Ganz ohne Komplikationen! Ich selber hab unsere Maus im Krankenhaus bekommen...Aber wenn ich da so drüber nachdenke, muss ich mir das da nicht nochmal antun..Beim 2.Kind wollte ich ambulant entbinden, weil ich einfach keine Lust auf das KH hab!Aber vielleicht sollten wir es auch mal mit einer Hausgeburt probieren!Lg
Celestina-Elif
Celestina-Elif | 28.06.2009
8 Antwort
@susepuse
Warum holst du dir nicht einfach mal die Sicherheit bei einer Hausgeburtshebamme anstatt auf gut Glück zu hoffen das sie dir in der Klinik keine Unsicherheit verpassen? LG
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 28.06.2009
9 Antwort
ich könnte dich durchknutschen und gleichzeitig hasse ich dich!
hassen, weil wir uns erst jetzt kennen gelernt haben! wie ich dir bereits geschrieben habe: ich hätte die kleinen lieber zu hause entbunden. aber gerade die tatsache, von allen als verantwortungslos hingestellt zu werden, ärzten, die von fahrlässigkeit erzählten und einem horrorszenarien vor augen hielten und dem fakt, dass es in unserem weitläufigen umkreis nur eine hebi gibt, die hausgeburten begleitet, ließen mich schweren herzens in die klinik gehen du hast mir mut gemacht! und auch wenn ich überzeugt bin, die familienplanung abgeschlossen zu haben, würde ich, sollte ich doch noch einmal schwanger werden, unbedingt eine hausgeburt versuchen wollen . ich danke dir und drücke dich ganz fest! PS: ich setze alles daran, dass wir uns in berlin sehen und dann will ich mit der hebi einen heben!
Moppelchen71
Moppelchen71 | 28.06.2009
10 Antwort
@Moppelchen71
Dieses Unterfangen wird am Dienstag erster Punkt der Tagesordnung bei unserer Teambesprechung sein!!! Und dich bin wild entschlossen !! LG
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 29.06.2009
11 Antwort
@Heviane
jetzt muss ich nur noch sehen, wo ich ein günstiges bahnticket bekomme aber wenn das geklärt ist... BERLIN, wir !
Moppelchen71
Moppelchen71 | 29.06.2009

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