Unterhaltsrecht: Sollten Alleinerziehende mehr Geld bekommen?

Waikiki
Waikiki
15.04.2014 | 15 Antworten
Eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung hat gezeigt, dass Alleinerziehende in vielen familienpoltischen Bereichen stark benachteiligt werden. „Sowohl im Unterhaltsrecht als auch im Steuer- und Sozialrecht haben Reformen der vergangenen zehn Jahre den finanziellen Druck auf Alleinerziehende verschärft“, so eine neue Studie.

Laut der Studie gibt es eine Menge Probleme:

  1. der betreuende Elternteil bekommt nur noch 3 Jahre lang Trennungsunterhalt vom Ex-Partner
  2. Die Unterhaltsvorschusszahlungen ist begrenzt auf maximal 6 Jahre bei Zahlungsunfähigkeit des nicht betreuenden Elternteils
  3. Steuerlich sind Alleinerziehende absolut benachteiligt.
  4. Im Jahr 2003 wurde der sogenannte Haushaltsfreibetrag für Alleinerziehende abgeschafft und durch den, wesentlich niedrigeren, Entlastungsbetrag ersetzt. Das führte dazu, dass alleinerziehende Eltern nun ähnlich besteuert werden wie Singles ohne Kinder. Die maximale Steuerersparnis durch diese Maßnahme beträgt demnach 549, 00 Euro pro Jahr. Im Vergleich: Ehepaare können durch das Ehegattensplitting bis zu 15.000, 00 Euro einsparen
  5. Finanzielle Hilfen wie z.B. Kinderzuschlag oder Unterhaltsvorschuss kommen bei Alleinerziehenden nicht wirklich an, da diese meist (aufstockendes) Hartz 4 erhalten und somit alles angerechnet wird
Was meint ihr?

uSollte das Unterhaltsrecht von Grundauf mal überarbeitet werden oder ist die bisherige staatliche Unterstützung für Alleinerziehende völlig ausreichend?

Die Frage kam von solo-mami, vielen Dank!

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15 Antworten (neue Antworten zuerst)

15 Antwort
@DieIvi das sieht nicht nur bei alleinerziehenden so aus.
SrSteffi
SrSteffi | 30.04.2014
14 Antwort
@DieIvi Mich würde auch interessieren, wie das rechtlich begründet sein soll. Zumal ja nicht nur Alleinerziehene oft finanzielle Engpässe haben.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 29.04.2014
13 Antwort
Was mich an solchen Diskussionen "stört", ist die Tatsache, dass es vielfach nur so dargestellt wird, als hätten "nur" Alleinerziehende finanzielle Probleme oder Probleme mit der Kinderbetreuung oder oder. Auch viele verheiratete Familien haben diese Probleme. Klar die Ursachen/Gründe sind unterschiedliche. Daher finde ich sollte man generell darüber nachdenken, wie man die Situation ändern kann und nicht immer "nur" an die Alleinerziehenden denken. Teilweise fühlt man nämlich als verheiratet Eltern auch ein stückweit diskrimiert. Zum Beispiel beim Thema Kindergartenbeitrag. Der wird bei uns nach dem Familieneinkommen berechnet. Würde ich arbeiten gehen und unser Familieneinkommen z.B. um 10000 € steigen, würde sich unser Kindergartenbeitrag für unser Tochter um ein Drittel steigen.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 29.04.2014
12 Antwort
@DieIvi auf welcher gesetzlichen Grundlage soll dieses gestützt sein?
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 29.04.2014
11 Antwort
Also dass der Unterhaltsvorschuß nur 6 Jahre lang bezahlt wird finde ich ungerecht. Mütter können ja nichts dafür, dass der Vater zahlungsunfähig ist.
bisko3314
bisko3314 | 28.04.2014
10 Antwort
Ich finde auch das wir bzw alle alleinerziehenden 200 euro im monat mehr bekommen müssen!!!!! Das ist voll die frechheit :-/ Am Ende des Monats siehts immer mau aus!
DieIvi
DieIvi | 27.04.2014
9 Antwort
ich denke einiges ist gerechtfertigt und anderes wiederum erschwert einiges. aber das geht den meisten eltern so. egal ob alleinerziehend oder nicht. was ich allerdings sehr sehr sehr befürworten würde, wäre eine bessere kinderbetreuung für arbeitende eltern . ein umzug kommt ja nicht immer in frage und manchmal wohnt man in ort wo die ganze familie ist und man denken könnte da haben die kinder immer jemanden, aber so ist es leider oftmals nicht. da ist man mehr auf öffentliche bereuungsplätze angewiesen und hier bei uns zb. geht das nur bis mittag. eltern die früher als halb 8 und später als bis 13 uhr bereuung brauchen haben da keine chance
DASM
DASM | 27.04.2014
8 Antwort
Eine Überarbeitung wär schon ok, aber vielleicht sollten die Kontrollen besser sein. Ich kenne auch Fälle, bei denen die "alleinerziehenden" Mütter gar nicht alleinerziehend sind, sondern nur die Kohle abkassieren, da gibt's dann Wohngeld oder eine hat mal erzählt von der Caritas ein Zuschuss für Babyausstattung usw. Dabei sind die nicht wirklich alleinerziehend, die sind halt nicht verheiratet. Da kommt man sich als Verheiratete manchmal verarscht vor, genauso natürlich auch wenn man wirklich alleinerziehend ist und auf Hilfen angewiesen wäre...
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 20.04.2014
7 Antwort
Finde das Thema allgemein sehr schwierig. Am Steuerrecht müsste sich so einiges tun. Generell halte ich die Unterstützung für gerecht und bin froh, überhaupt so abgesichert zu sein. Muss allerdings sagen, dass ich verheiratet bin und Alleinerziehende nur aus dem Bekanntenkreis kenne. Da find ich es ab und zu aber auch krass, was so alles bezahlt wird. Da fühlt man sich als ordentlich verheiratete teilweise auch benachteiligt. Das ist ein echt schwieriges Thema. Nebenbei arbeiten lohnt sich für mich z.B. gar nicht, weil mit der Steuererklärung so viel wieder abgezogen wird, dass ich fast drauf zahle. So viel zum Ehegattensplitting. Wenn sich ein paar nicht ehelichen möchte, ok. Aber sich dann als benachteiligt hinzustellen, finde ich sau blöd. So eine Heirat macht doch vieles auch einfacher. Aber das ist ja jetzt ein bisschen am Thema vorbei. Es gibt leider immer welche denen das System mehr Vorteil als anderen bringt.
Tine2904
Tine2904 | 18.04.2014
6 Antwort
@Mrs_Burns Du sagst es, auch für Alleinerziehende muss sich das arbeiten Lohnen und nicht bestraft werden, so hätten sie die Möglichkeit selber für Ihre Kinder auf zu kommen und nicht noch weiterhin vom Amt abhängig zu sein.meinem Nachbarn geht's ja genauso, er geht viel auf Nachtschicht weil, s mehr Geld gibt und trotzdem bekommt er noch harz 4 dazu und somit ist nicht, s mit Kindergeldzuschlag oder Wohngeld.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 16.04.2014
5 Antwort
Beim Steuerrecht muss auf jeden Fall was geändert werden. Mit dem Trennungsunterhalt find ich absolut richtig, sobald das Kind nen Kitaplatz hat, kann und soll Muttern arbeiten gehen, somit tun die Mütter auch was für ihre spätere Rente. Grad wenn die Alleinerziehenden trotz Arbeit aufstockendes H4 bekommen, sollten die Hilfen wie Kinderzuschlag NICHT angerechnet werden.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 15.04.2014
4 Antwort
Es sollte auf jeden fall grundsaniert werden.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 15.04.2014
3 Antwort
ich kann dazu nur bezogen auf meine persönlichen Voraussetzungen was sagen..jeder verdient anders, wenn er denn arbeitet, jeder wohnt woanders, die wohn- und lebenskosten sind überall verschieden...daher nur für mich 1. 3 jahre trennungsunterhalt vom ex würden mir vollkommen reichen...selbst wenn er nich zahlen wollen würde oder könnte, käme ich trotzdem klar...ich gehöre aber auch nich zu denjenigen, die wegen Kind 3 jahre zuhause bleibt..ergo, max. 1 jahr zuhause mit Kind und dann wieder arbeiten.. 2. 6 unterhaltsvorschuss vom amt sind im vergleich zu anderen ländern schon recht lange..wenn man bedenkt, wieviel von den Vorschusszahlungen auch wieder zurückgezahlt wird...der Staat kann ja nun nich für jedes Kind 18 jahre lang Gelder vorstrecken, in der Hoffnung, es ggf auch mal wieder zu bekommen vom expartner.. aber auch da kommt es auf die umstände an in denen man sich befindet...bin ich aufs Geld angewiesen, um davon n teil der wohn- und lebenskosten mitzufinanzieren, is es schon blöde, wenn das Geld auf einmal wegfällt und der/die ex danach nix zahlen wollen/können und man zusehen muss das wär bei mir, auch wenn ich wirklich nich viel verdiene hauptberuflich, aber auch nich soooo dramatisch, weil wir hier eben andere bzw niedrigere wohn- und lebenskosten haben, als zb in irgendwelchen großstädten usw ich krieg hier zb super schöne 2-raumwohnungen für unter 250€ warm, oder 3 raumwohnungen für 350€ warm und würde nich in irgendnem "assi"-viertel wohnen 3. steuerlich gesehen hätte es auf mich kaum Auswirkungen...in klasse 2 würde ich vielleicht bzgl. des Hauptjobs 10€ mehr haben und in klasse 1 hät ich genausoviel, wie jetzt in klasse 4 die Nebenjobs bei mir, sind in der masse am Monatsende gesehen, als geringfügige Einkünfte einzustufen, über die ich auch nich drüber komme..die muss ich mit der Steuererklärung zwar angeben, aber groß Auswirkungen hätte ne andere Steuerklasse nich vom Geld her hät ich im Endeffekt streng genommen genausoviel wie jetzt, was mir zum leben mit Kind auch reichen würde, ohne auf zusätzliche Leistungen wie hartz4 angewiesen zu sein aber hier sind die wohn- und lebenskosten auch anders, als in Städten wie zb Hamburg, wo man, was ich bei meiner schwester die da wohnt nun schon einige male erlebt habe, blass wird bei den mieten usw...würde ich da wohnen und hätte das gleiche einkommen wie hier, ginge es gar nich anders und ich wäre auf unterhalt, kindsunterhalt, ergänzend hartz4 usw. angewiesen, weil mein einkommen dort bei weitem nich reichen würde
gina87
gina87 | 15.04.2014
2 Antwort
beim steuerrecht muss sich auf jeden fall etwas tun, damit nicht nur alleinstehende sondern auch unverheiratete paare nicht benachteiligt werden. konkret also das ehegattensplitting abschaffen. ist ja immermal wieder im gespräch, aber es wird zeit, besonders da das gute alte papa-schafft-geld-ran-frauchen-steht-am-herd-bild reichlich veraltet ist.
ostkind
ostkind | 15.04.2014
1 Antwort
dazuu kann ich nichts sagen...bei uns in österreich ist das alles ganz anders....
keki007
keki007 | 15.04.2014

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