Präimplantationsdiagnostik ja oder nein?

Mommy1901
Mommy1901
21.02.2011 | 9 Antworten
hallo ihr lieben,
ich muss für die schule ein referat über ein sehr umstrittenes Thema schreiben, nennt sich Präimplantationsdiagnostik, kurz PID.
Dabei handelt es sich um das Untersuchen von Embryonen, die im Reagenzglas gezeugt werden, auf Erbkrankheiten. So soll verhindert werden, das bei einer künstlichen befruchtung ein Embryo mit einer Erbkrankheit eingepflanzt wird. Es wird also nach gesunden und nicht gesunden kindern entschieden. Allerdings ist das in Deutschland, im gegensatz zu manchen Nachbarländern verboten.
Jetzt meine Frage an euch:
- Was haltet ihr von einem solchen Verfahren? (Ich richte diese Frage ganz bewusst an Mütter bzw. werdende Mütter, um zu sehen wie bei euch die Meinung ist)
- Habt ihr vielleicht selbst oder kennt ihr jemanden der Erfahrungen damit hat?

Bitte nur ernst gemeinte Antworten, denn wie gesagt, es ist für ein Referat in Ethik.

Danke für eure Hilfe Mommy1901
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9 Antworten

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1 Antwort
Ein interessantes Thema
Frauen, die solche Methoden anwenden müßen werden sicherlich ein gesundes Kind haben wollen und wenn es die wissenschaftlichen und medizinischen Grundlagen dafür gibt - warum nicht ?? LG
Solo-Mami
Solo-Mami | 21.02.2011
2 Antwort
...
bin auf jeden Fall für PID. Bei der NT Messung, sowie bei der Feindiagnostik u. ggf. Fruchtwasseruntersuchung schaut man ja bei einer "normalen" SS auch nach Erbkrankheiten- wieso sollte man also bei einer künstl. Befruchtung nicht schon im Vorfeld solche Erkrankungen ausschliessen?! LG
syl77
syl77 | 21.02.2011
3 Antwort
Grundsätzlich
würde auch ich, wenn ich über eine künstliche Befruchtung ein Kind bekommen würde, lieber einen gesunden Embryo eingepflanzt bekommen als einen kranken. Das ist ja klar, ich denke, das würde jeder Mutter so gehen. Ich glaube, jede Frau, die sich künstliche befruchten ließe, würde ein Aussortieren von kranken Embryonen befürworten. Aber eben nur diejenigen, die selber betroffen sind. Welche Schwangere hat keine Angst oder zumindest ein ungutes Gefühl vor dem großen Screening oder der Nackenfaltenmessung, dass da was herauskommt, was das Leben auf den Kopf stellt? Welche Frau wünscht sich ein behindertes Kind? Also, von der Warte aus gesehen, ist die Antwort klar! ABER, das große Aber! Wo führt das hin, wenn kranke Embryonen aussortiert werden? Laufen wir nicht Gefahr, nur noch perfekte Menschen zu züchten? Und wo in der Gesellschaft stünden dann die Menschen mit Fehlern? Ich halte es für sehr gefährlich, die Selektion von Embryonen zu erlauben. Ich glaube, die ethischen Grenzen verschieben sich auf diese Weise immer weiter, bis wir auch schon die Embryonen im Mutterleib vorab untersuchen und gucken, ob wir mit den Anlagen zufrieden sind oder nicht. Oder künstliche Befruchtung wird auf Dauer usus und es wird die Haar- und Augenfarbe, das Geschlecht, die geistige Disposition vorab ausgewählt. Ich glaube, die Legalisierung der Präimplantationsdiagnostik ist nur der Beginn weiterer Selektionen, die moralisch nicht zu verantworten sind. Die Amis sind da auf dem besten Weg, die ethischen Grenzen in eine nicht vertretbare Richtung zu verwischen.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 21.02.2011
4 Antwort
so in etwa sehe ich das auch
man muss halt immer bedenken, das kein elternteil der welt sich ein behindertes kind wünscht. andererseits ist ja auch in deutschland die abtreibung erlaubt wenn zum beispiel bei der nackenfaltenmessung etwas festgestellt wird. Liegt meiner meinung auf der gleichen ebene. natürlich muss man wie schon unten gesagt bedenken, dass durch die selektion der kranken embryonen auch weiterführende selektionen folgen könnten ... Die kirche ist auf jeden fall gegen die PID. Doch dann ist wieder die frage, warum soll man den kindern die zukunft so schwer machen und den eltern die womöglich ein solches erbgut in sich tragen nicht ermöglichen ein gesundes und munteres kind zu bekommen? Es wäre nur ein kleiner schritt von der erbkrankheit selektion zum Wunschkind, bei dem man am ende womöglich noch die augenfarbe oder haarfarbe bestimmt.
Mommy1901
Mommy1901 | 21.02.2011
5 Antwort
...
ich denke, man sollte ganz klar das Augenmerk auf medizinische Faktoren bei einer solchen Selektion legen. Wie schon geschrieben, könnte man sich sonst alle Vorsorgetermine bei jeder SS ja auch verbieten lasen, denn all das dient ja auch dazu, mögliche Erkrankungen zu erkennen u. ggf. zu vermeiden o. gar die SS abzubrechen. Natürlich wäre es erschreckend sich sein "Wunschkind" zu "züchten" , aber Gesundheit steht für mich auf einer ganz anderen Stufe u. "gesund" heisst ja noch lange nicht "perfekt".
syl77
syl77 | 21.02.2011
6 Antwort
Ich schließe mich da weitestgehend Myrthes Meinung an.
Natürlich wünscht sich jede werdende Mutter zunächst einmal vorrangig ein gesundes Kind. Ich sehe aber ebenfalls auch die Gefahr, dass dies der Beginn einer immer umfangreicher werdenden Selektion sein könnte. Es ist in Deutschland erlaubt, bei bestimmten Gendefekten, noch nach der 12. SSW einen Abbruch der SS vornehmen zu lassen. Darunter sind einige Erkrankungen und Defekte, die das Leben des Kindes nicht einmal zwangsläufig bedrohen. Darunter auch Trisomie 21 . Für mich persönlich, und dabei urteile ich nicht über Andersdenkende, käme das nicht in Frage, denn ein Mensch mit Trisomie 21 ist durchaus, unter gewissen Voraussetzungen, was Förderung und gesundheitliche Überwachung bei häufig auftretenden Herzerkrankungen betrifft, lebensfähig und das mit Qualität. Viele Integrativförderungen beweisen das. Aber Eltern dürfen ganz bewusst vorgeburtlich entscheiden, ob sie dem Kind das Recht auf Leben geben wollen. Es geht also bei der Selektion nicht allein darum, das Kind vor Leiden zu schützen und genau das wäre der Aspekt, unter dem ich mich als Ausnahme für eine Selektion aussprechen würde, denn ich würde nicht wollen, dass meinem Kind ein sehr kurzes Leben, voller Qualen bevorsteht. Und gerade die Gefahr, auf immer weiter reichende Selektion, birgt das Risiko, dass wir in nicht allzu ferner Zukunft tatsächlich Babys nach Katalogvorlage „fabrizieren“ würden. Ich meine, wo würde das enden? Würden wir irgendwann alle Menschen mit grünen Augen aussortieren, weil in Krebsstudien die Anzahl Erkrankter, die grüne Augen haben, prozentual höher ist als bei Erkrankten mit anderen Augenfarben? Oder Blonde Menschen, weil die statistisch häufiger an Hautkrebs erkranken? Das hört sich vielleicht jetzt noch maßlos überspannt an, aber tendieren wir nicht genau da hin, unsere Kinder, wenn wir die Möglichkeit haben, mit den geringsten Risikomerkmalen auszustatten? Noch weiter gesponnen: Was folgt in der nächsten oder übernächsten Phase? Grundsätzliches Verbot natürlicher Fortpflanzung, um einen möglichst perfekten und gesunden „Menschenstamm“ zu züchten und jedes Risiko unerwünschter Merkmale auszugrenzen? Dazu habe ich ein sehr provokantes Beispiel, von dem viele sagen werden, man kann es mit Humangenetik nicht vergleichen, aber ich denke, man kann es als Denkanstoß nehmen: Der Mensch hat im Laufe vieler Jahre bei der Zucht von Tieren, hier mal das Beispiel Hunde, versucht, so viele unerwünschte Merkmale und genetisch unerwünschte Ergebnisse heraus zu züchten. Das Ergebnis sind völlig überzüchtete und krankheitsanfällige Tiere, deren Lebenserwartung drastisch reduziert ist. Aus dieser Selektion, die die perfekten Hunde schaffen sollte, sind neue Erberkrankungen entstanden, die meist noch viel gravierendere Schädigungen nach sich ziehen, als die Merkmale, die man zum „Wohle der Rasse“ heraus zu züchten wollte.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 21.02.2011
7 Antwort
@Mommy1901
Wäre es da aber nicht wesentlich einfacher, wenn Eltern sich VOR der Zeugung eines Kindes auf mögliche Weitergabe von Erbgutschädigung untersuchen lassen würden? Schließt diese ein Risiko auf eine sehr niedrige, prozentuale Wahrscheinlichkeit aus und die Rechtfertigung einer embryonalen Selektion besteht nicht mehr. Ist das Risiko zu hoch, sollten potentielle Eltern da nicht sagen "Wir verzichten, aufgrund der Gefahr, auf die Zeugung eines Kindes". Das ist meiner Meinung nach ein wesentlich sinnvollerer und humanerer Weg, als die Selektion, wenn sich herausstellt, dass das Kind einen Gendefekt hat, der durch vorherige Untersuchungen an den Eltern hätte ausgeschlossen werden können.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 21.02.2011
8 Antwort
ich hätte ja nicht gedacht
das die meinungen so eindeutig sind. Aber ich freue mich sehr darüber das ihr mir eure meinung mitteilt, das kann ich in meinem referat gut brauchen. es sind durchaus dinge angesprochen worden, die ich bislang nicht berücksichtigt hatte, wie z.b das mit den hunden und dem perfekten hund, der weitere erbkrankheiten hervorbrachte. Würde mich dennoch über weitere meinungen freuen. lg Mommy1901
Mommy1901
Mommy1901 | 22.02.2011
9 Antwort
@Mommy1901
Die Fragen gehen im Forum schnell unter. Aber vielleicht stellst Du die Frage öfter im Forum oder gründest eine Gruppe, in die Du übers Forum immer wieder mal einlädst!?
Moppelchen71
Moppelchen71 | 22.02.2011

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