Mal keine Kinderfrage, aber beschäftigt mich aktuell gerade sehr

Antje71
Antje71
18.04.2013 | 22 Antworten
Kennst sich jemand mit Demnezerkrankungen aus?

Meine Schwiegermutter ist sehr, sehr wahrscheinlich von heut auf morgen daran erkrankt, steht seit letzte Woche komplett neben sich und bekommt nichts mehr allein geregelt, scheitert an einfachsten Dingen.

Wir haben jetzt erst einmal für 2 Wochen einen Pflegedienst verschrieben bekommen, der 3 x täglich zum Medikamente geben und Insulin spritzen kommt, Essen auf Rädern bringt das Mittagessen für meine Schwiegereltern und den Rest erledigen mein Mann und ich so gut wir es können.

Heute haben wir einen Antrag auf Pflegestufe abgegeben, aber das dauert ja erfahrungsgemäß auch ne Weile. Eine Überweisung zum Neurologen und zum MRT haben wir auch, allerdings bekommt man entweder erst gar keinen Termin als Neupatient oder erst Ende August.

Wir sind alle gerade völlig überrannt von der Situation und von den Dingen, die wir nun regeln müssen und auch ein wenig besorgt, was werden soll, da meine SchwieMu ja zur Zeit überhaupt nicht weiß, was sie tut / tun muss (anziehen, waschen, Essen - alles nur noch mit Hilfe und Unterstützung).

Wo könnte man sich denn erkundigen und vielleicht noch Hilfe herholen?
Was sollten wir beachten?

Ich bin gerade für jede Hilfe, jeden Denkanstoß dankbar.
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22 Antworten

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1 Antwort
Mh ja das ist ganz schwierig sowas ... Mein Opa hat das auch aber ganz am Anfang erkannt und er bekommt Tabletten, bis jetzt hat er kaum "Aussetzer" Wenn das direkt so schlimm ist, ist es schrecklich ... Ich würde Mal recherchieren wie das mit Stiftungen oder so aussieht wo man mehr Infos bekommt.. Opa hat noch keine Pflegeberufe, er will nicht und muss ja auch noch nicht.. Wenn das plötzlich so schlimm werden würde würd ich auch mal nach Experten suchen, vielleicht gibt es d auch so Gruppen oder so für Angehörige und Betroffene
mami0813
mami0813 | 18.04.2013
2 Antwort
Normalerweise ist Demenz ja ein schleichender Prozess ... ich kenne auch ein paar Fälle ... allerdings ist es bei keinem von heute auf Morgen eingetreten das sie sich nicht mehr alleine waschen konnten, oder nicht mehr wussten wie man das Essen zubereitet, etc. Seid ihr sicher das es Demenz ist? Bei unserer Nachbarin ist gerade eine ähnliche Situation, ganz aktuell ... auch sie kann sich nicht mehr alleine anziehen, waschen, Toilettengang usw ... bei ihr ist allerdings im Gehirn ein Gefäss geplatzt. Lasst euch nicht damit abspeisen das ein MRT erst im August gemacht wird ... das gibts doch garnicht ... bei uns geht sowas sehr schnell, vorallem wenn es ein Notfall ist. Ich hatte vor 4 Wochen Probleme mit meinem Bauch ... mein Arzt hat garnicht lange gefackelt und ich kam noch am selben Tag zum CT ... Versucht eine größere Röntgenpraxis zu finden und drängt auf Dringlichkeit. Alles Gute
dorftrulli
dorftrulli | 19.04.2013
3 Antwort
Meine Schwiegermutter ist Demenzerkrankte. Es fing 2010 auch recht plötzlich an. Wir haben zuerst Pflegestufe 1 beantragt. Medis gab zu dem Zeitpunkt noch eine meiner Schwägerinnen. Da SchieMu jedoch immer weiter abbaute, vor allem dann, wenn sie zu wenig trank, beantragten wir letztes Jahr Pflegestufe 2 und nahmen den ambulanten Pflegedienst dazu, der nun vom Pflegegeld bezahlt wird. Nach Antragsstellung kommt jemand vom MDK und stellt Fragen, was SchwieMu allein kann und wobei sie Hilfe braucht. Bedarf sie eine bestimmte Zeit täglich Hilfe, in verschiedenen Bereichen, wie Pflege, Versorgung, Haushalt, wird die Pflegestufe entsprechend genehmigt. Der Pflegedienst rechnet direkt mit KK ab. Es wäre kein Nachteil, eine notarielle Verfügung aufzusetzen, mit der Deine SchwieMu festlegt, wer ihre Interessen vertritt . Da meine Schwägerin im Bereich der Vollmacht nicht ganz ehrlich vorging und sich von ihrer Mutter eine aus dem Inet ausgedruckte Generalvollmacht ausdrucken und unterschreiben ließ, ohne dass SchwieMu sich bewusst war, was sie da unterschreibt, waren wir zu diesem Schritt gezwungen. Die Vollmacht meiner Schwägerin, schloss nämlich auch meinen Schwiegervater völlig aus, der sich zwar zu derzeit zu 95% allein um seine Frau kümmerte, jedoch, nach Vollmacht meiner Schwägerin, nicht einmal bei der KK/Pflegekasse Auskünfte bekam. Wir gingen also mit den Schwiegis zum Notar und sie setzten sich gegenseitig in ihre Vollmachten/Patientenverfügungen. Erst wenn sie gegenseitig nicht mehr füreinander entscheiden können, tritt mein Mann, praktisch als Ersatzbevollmächigter auf. Das war leider nötig, um die Belange FÜR meine Schwiegermutter auch in ihrem Sinne regeln zu können und zu sichern, dass das Pflegegeld tatsächlich für ihre Pflege verwendet wird. Zuvor sah meine Schwägerin nämlich das Pflegegeld als ihren Lohn für die Pflege an, die Schwiegervater fast ausschließlich allein durchführte.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 19.04.2013
4 Antwort
Ach, noch etwas: Beobachtet Deine SchwieMu mal einige Tage, in denen sie sehr viel trinkt. Bei meiner SchwieMu macht sich gerade das wenige Trinken sehr bemerkbar. Trinkt sie viel, bemerkt man die Demenz kaum. Trinkt sie nur sehr wenig, kann man ihr 5x in einer halben Stunde das Gleiche erzählen und sie weiß davon nichts.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 19.04.2013
5 Antwort
es gibt seit diesem Jahr ein neues gesetzt, nennt sich pflegeneuausrichtungsgesetz. das ist speziell für Demenz erkrankte. vielleicht Google'st mal darüber. der mdk hat seit diesem Jahr eine Frist, sie müssen innerhalb von 14 Tagen melden mit nem Termine. zur Begutachtung. wenn jemand von heut auf Morgen wesensverändert ist, klingt das für mich nicht nach Demenz. das klingt für mich, als ob etwas im Kopf stattgefunden hat sowas wie ein Schlaganfall oder ne Blutung. vielleicht versucht ihr den MRT Termin eher zu bekommen und wenn alle stricke reissen lässt sie über den Hausarzt ins kh einweisen. alles gute!
rudiline
rudiline | 19.04.2013
6 Antwort
achja und Vorsorgevollmacht und PatientenVerfügung wären noch ganz wichtig, solange sie noch halbwegs unterschreiben kann.
rudiline
rudiline | 19.04.2013
7 Antwort
muss das von rudiline beipflichten. aich für mich klingt es nicht nach einen akuter demenz sondern das was im Gehirn stattgefunden hat.versuch mit der bitte um dringlichkeit ein neuem Termin zu bekommen.notfalls Einweisung ins Krankenhaus. der mdk kot im regelfall zur neueinsteufung in den nächsten 14 Tagen und bitte Patienten verfügung machen.
Smilieute
Smilieute | 19.04.2013
8 Antwort
@rudiline Wir haben mit Schwiegermutter Versorgungsvollmacht und Patientenverfügung auch erst nach Diagnose der Demenz machen können. Als wir den Notar fragten, ob meine Schwägerin das eventuell anfechten könnte, um weiterhin mit ihrer getürkten Generalvollmacht Gelder einzustreichen und die Familie davon abzuhalten, sich für Schwiegermutters Belange einzusetzen, erklärte er uns, er würde im Vorgespräch mit Schwiegermutter schauen, ob sie auf ihn, in den wichtigsten Punkten entscheidungsfähig sei. Er fragte sie nach Geburtsdaten von sich, ihren Kindern, Hochzeitstag und ließ sich erzählen, wer ihr denn zu Hause so hilft ... Sie beantwortete alles und er meinte, nur weil sie manchmal nicht weiß, was man ihr vor 5min erzählt hat, sei kein Grund, sie von der Befugnis, für sich eine Vertrauensperson selbst festzulegen freizusprechen. Die Vollmacht und Verfügung wurde aufgesetzt, von ihm und Gericht anerkannt und eingetragen.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 19.04.2013
9 Antwort
versuch das ct mal via Überweisung vom doc im kh machen zu lassen ... wir haben hier zwar auch ein paar Praxen die sich auf bestimmte dinge spezialisiert haben ..man wartet da dann zwar ggf. ne weile, aber allemal besser als Wochen oder Monate verstreichen zu lassen die Eltern meiner mutter sind beide demenzkrank..so richtig von einen tag auf den anderen kams nich..opa war schon immer tüddlig, schon immer recht unbeholfen, recht grob in allem was er so machte, ungeduldig und stur..Oma nich, aber die baute vor paar jahren dann massiv ab..wurde immer schmaler, vergaß dann die einfachsten dinge und erst dann, kams bei ihr quasi "urplötzlich"
gina87
gina87 | 19.04.2013
10 Antwort
Wenn das wirklich so plötzlich kam, ist es auf keinen Fall ne Demenz, das ist echt ein Notfall und gehört in eine Klinik , wenn es wirklich so extrem ist, das sie von einen auf den anderen Tag sich net mehr anziehen, waschen ... kann, ist es doch sehr extrem, gab es vorher nie Anzeichen? Da kann auch mal ne Infektion sein. Ab ins KH kann ich da nur raten.
iris770
iris770 | 19.04.2013
11 Antwort
als sie im kh lag, weil die medis vergessen wurden oder nich genommen werden wollten..teilweise war sie da dann total verwirrt im kh, wollte nix essen usw..opa, der mit seiner medi-einnahme genauso war, musste dann 2 tage später ins kh und so lagen sie dann beide da..er da dann auch immer auf den gängen rumgegeistert, ständig gefragt wann er und seine frau nach hause können usw usw..da schaltete sich dann seinerzeit der sozialmedizinische dienst vom kh mit ein, der paar ausführliche Gespräche mit meiner mutter führte und recht schnell kam dann auch bei beiden die Diagnose Demenz..beim einen mehr, beim anderen weniger.. anfangs kam der Pflegedienst 2-3x am tag zur med-gabe und meine mutter is inzwischen gerichtl. festgelegter betreuungsperson für sie (betreuungs-
gina87
gina87 | 19.04.2013
12 Antwort
vollmachten/verfügungen vom Landkreis lagen davor für beide aber schon vor, ebenso wurden bei der bank alle Angelegenheiten geklärt) und opa hat pflegestufe 1 nun kommt der Pflegedienst 3x am tag für beide..meg-gabe, Morgentoilette, lagern und betten, anziehen usw..wobei sie behilflich sind und einmal die Woche ein Duschbad meine mutter is jeden tag mindestens 2std da und erledigt den ganzen rest..putzen, waschen, einkaufen, drauf achten das sie wenigstens ein bißchen essen ..Oma wiegt nur noch 50kg..machen tun beide gar nichts mehr..sitzen den ganzen tag im Wohnzimmer, schauen tv, opa liest die Zeitung 5x von hinten nach vorne oder sie sitzen einfach nur da..solange sie sich beide noch haben geht's noch einigermaßen, auch wenn das für uns als angehörige und grade für meine mutter trotzdem an die Substanz geht..wäre jetzt nur noch Oma oder opa
gina87
gina87 | 19.04.2013
13 Antwort
da, ginge das so gar nich mehr und wir müssten in Erwägung ziehen sie oder ihn dann in ein Pflegeheim zu geben..da müsste sonst nämlich quasi rund um die Uhr einer anwesend sein, weil er oder sie alleine sich selber gar nich mehr versorgen könnte und es da nich ausreichen würde, wenn nur 3x am tag der Pflegedienst und am nachmittag meine mutter vorbeischaut.. die körperlichen belange kommen neben der Demenz auch noch hinzu bei ihnen..beide inkontinet, beide kaum noch in der lage mehr als 10meter zu laufen ... Orientierungssinn gleich null, grade wenn sie woanders sind und wenns bei meinen Eltern zuhause is, was sie ja eigentlich kennen ... Zeitgefühl gleich null..weder wochentag, Jahreszahl, Uhrzeit kriegen beide noch hin..und meine Oma is geistig teilweise irgendwo anfang/mitte der 90er stehengeblieben..sie will wieder nach Berlin oder denkt sie wohne da noch
gina87
gina87 | 19.04.2013
14 Antwort
Was steht auf der Überweisung ?
DerHasePaff
DerHasePaff | 19.04.2013
15 Antwort
Naja, von heute auf morgen, kann auch eine Empfindungssache sein. Die ersten Anzeichen nimmt man ja meist gar nicht so ernst. Bei meiner SchwieMu war es anfangs auch, wenn sie 2x das selbe fragte, dass sie lachte und meinte, sie sei heute wohl schusselig. Sehr auffällig wurde es dann tatsächlin innerhalb von 2-3 Wochen. Da zeigten sich stärkere Symptome.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 19.04.2013
16 Antwort
@Moppelchen71 ja so wars bei uns eigentlich auch.unabhängig davon, das opa eigentlich schon immer recht tüddlig war ... richtig aufgefallen is es uns eigentlich erst, als die medis nich genommen wurden ... da achteten wir ja sonst nich so drauf..gab ja auch keinen grund dazu die beiden dahingehend zu überprüfen.. bis es ihm oder meist ihr dann anfing, dass es ihr mal nich gut ging usw., und dann ma die frage nach den medis aufkam..naja und da sahen wir dann anhand der tablettenstreifen, dass mal einnahmen ausgelassen wurden..weil sies vergessen hatten und/oder auch aus reiner Sturheit, weil sie auf einmal beide keine medis mehr nehmen wollten, wenns ihnen mal gut ging..da sahen sie in dem Moment dann keinen grund die zu nehmen :-S
gina87
gina87 | 19.04.2013
17 Antwort
ein bissl off-topic, aber das buch ist einfach zu gut: "small world" vergiss die verfilmung mit herrn depardieu, aber gerade im ersten teil schildert das buch sehr toll das leben aus sicht eines demenzkranken. ansonsten finde ich das plötzliche komisch. hatte sie einen schlaganfall? meine oma war danach zwar nciht dement, hatte aber extreme sprachstörungen, die ihr zu schaffen machten. war nciht leicht für sie, aber mit physiotherapie konnte es etwas verbessert werden und sie lernte mit umzugehen. wünsche euch erstmal für die weitere diagnose alles gute und dass sich der schub vllt wieder etwas abmildert
ostkind
ostkind | 19.04.2013
18 Antwort
@Antje71 Ich würde Euch zu einer Notfall-Einweisung ins KH mit einer Neurologie raten. Da wird dann alles abgeklärt ... CT/MRT, neurologische Untersuchungen, psychologische Tests etc. Für Demenz finde ich die Verschlechterung auch zu schnell, allerdings gibt es auch schnell fortschreitende Formen. Aber so jetzt auf gleich eher nicht. Dieses Plötzliche würde zum Schlaganfall passen. Es gibt ein Symptom, daß das, was Deine Schwiemu zeigt, gut umschreibt ... Apraxie . Wie ist es denn mit der Sprache? Kann sie Gegenstände benennen? Kannst Du vielleicht mal genau schildern, wie sie irgendeine Handlung macht? Ihr könnt vorab auch noch mal den Pflegedienst fragen, was sie über den momentanen Zustand Deiner Schwiemu denken.
sonnenkopp
sonnenkopp | 19.04.2013
19 Antwort
Das ist doch völlig okay, keine Kinderfrage, das mal vorneweg! Ich würde ehrlich gesagt nicht zögern u.sie direkt ins Krankenhaus einweisen lassen, notfalls RTW u.komplett durchchecken lassen, im ernst. Es sei denn ihr habt vollstes vertrauen zum Hausarzt aber im Krankenhaus selbst ist ja alles vorhanden an Geräten u.Ärzten.Ich kenne es auch so, das Demenz eher schleichend kommt aber frag den Hausarzt ab u.holt evtl.noch eine zweite Meinung rein.Es geht aber sicherlich den meissten so, das man erstmal echt geschockt ist.Hilfe bekommst Du beim jeweiligen Pflegedienst, die beraten normal sehr gut.Wir hatten damals DRK war super u.private sind auch klasse.Pflegefall zuhause, oh ja das kenne ich selbst auch u.hab vieles erlebt u.erleben müssen aber wenn Ihr alle zusammenhaltet, dann schafft Ihr es, ganz bestimmt!Auch wenn es jetzt akut ist, es heisst nicht, das es so schlimm bleibt.Es gibt immer Phasen, da geht es mal bergab u.mal wieder etwas bergauf.Ist sie denn bettlägerig oder läuft sie rum?
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 19.04.2013
20 Antwort
Blöde Frage, aber: Trinkt sie genug? Wenn meine Oma mal wieder das Trinken vergessen hatte, dann wurds ganz schnell ganz extrem! Hätte sie mehr getrunken, hätte sie auch länger in ihrer Wohnung bleiben können ...
AliceimWunderla
AliceimWunderla | 19.04.2013

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