Verständnis für den Vater oder nicht?

Moppelchen71
Moppelchen71
10.02.2015 | 22 Antworten
Es geht den ganzen Tag schon durch die Nachrichten. In einem spanischen Urlaubsort saß ein dort bereits länger wohnender Brite, mit seiner Familie, vor einem Restaurant, als er bemerkte, dass ein ebenfalls bereits länger im Ort wohnender Deutscher, die minderjährige Tochter des Briten mit dem Handy filmte.
Laut Polizeisprecherin geht man davon aus, dass die beiden Männer sich kannten, da es nur ein kleiner Ort ist, in dem jeder jeden kennt.
Entsprechend könnte der Brite also auch gewusst haben, dass bei dem Deutschen, im Verlauf einer Razzia, erst vor einigen Tagen kinderpornographisches Material sicher gestellt wurde.
Laut Nachrichten forderte der Brite den Deutschen auf, das Filmen der Minderjährigen zu unterlassen. Als dieser dem nicht nachkam, sondern weiter filmte, habe der Brite dem Deutschen das Smartphone aus der Hand genommen und darauf auch das Gefilmte gesehen, worauf er den Deutschen mit einem Faustschlag niedergeschlagen haben soll und dann, mit seiner Familie, das Lokal verließ.
Genaue Ursachen sind noch nicht geklärt, jedoch steht fest, dass der Deutsche wenig später im Krankenhaus verstarb.
Es war sicher keine Absicht, den Deutschen zu töten, sonst hätte der Brite nicht nach dem ersten Schlag bereits vom Deutschen abgelassen.
Der Brite sitzt nun in Untersuchungshaft und man ermittelt gegen ihn wegen Totschlag.

Ich möchte keine Diskussion entfachen, die in die Richtung "Todesstrafe für Kinderschänder" ausartet. Da gehen einfach auch die Meinungen sehr auseinander.
Was ich sehe ist, dass ein Vater wohl sein Kind zu schützen versuchte und in seiner Wut zuschlug.
Eine verständliche Reaktion?
Dabei versuche ich mir vorzustellen, wie mein Mann oder andere Väter in unserem Freundes- und Bekanntenkreis reagiert hätten, wären sie in dieser Situation gewesen. Unabhängig davon, ob gegen den Filmenden bereits wegen Besitz von Kinderpornographie ermittelt wurde. Und ich überlege, wie ich selbst ragiert hätte, würde ich feststellen, jemand filmt mein Kind, ich fordere ihn auf, das zu unterlassen und derjenige macht einfach weiter.
Sicher hätte ich die Polizei gerufen, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich, in meiner Wut, nicht ebenfalls dem Filmenden die Faust gezeigt hätte.
Damit will ich nicht werten, ob die Reaktion des Briten richtig oder falsch war, sondern versuche nur, mir vorzustellen, wie es gewesen wäre, ginge es um mein Kind.

Wie seht Ihr das, stellt Ihr Euch vor, in vergleichbarer Situation zu sein?
Nachvollziehbare Wut, der auch Ihr unterliegen könntet oder absolut nicht nachvollziehbar und überzogen?
Dein Kommentar (bzw. Antwort)
Noch 3000 Zeichen möglich.

22 Antworten (neue Antworten zuerst)

22 Antwort
Man sollte immer wissen das ein Schlag an Kopf immer töten kann. Ich hätte es auch getan da er der Aufforderung nicht folgte. Und ich find es gut. Denn was für ne Strafe erwartet solche Schweine überhaupt? So hätte ich meine Genugtuung. Eine Tötung mit Absicht war es nicht.
daven04
daven04 | 11.02.2015
21 Antwort
@Moppelchen71 Ist schon schlimm sowas. Von einer Bekannten wurde der Sohn verprügelt
JessYLe
JessYLe | 11.02.2015
20 Antwort
@Chrissi1410 Oh jaaaa, da wird der Täter dann leict zum Opfer! Erinnerst Du Dich an das "Erlebnis", das meine Älteste damals mit dem Typen hatte, der sich vor ihr entblätterte und wollte, dass sie an ihm rum spielt? Ich fragte die Polizeibeamtin, ob ich meiner Tochter Pfefferspray zur Abwehr mitgeben darf, worauf sie sagte, dass sie abraten würde. Dienstlich. Auch wenn sie privat dafür wäre. Nur, würde man es gegen den Täter anwenden und damit eigenen Schaden abwenden, der Täter aber in irgendeiner Form leiden - was er dann ja tut, weil das Zeug in den Augen ja auch reizt und ätzt - müsste meine Tochter dann auch mit einer Anklage wegen illegalem Waffenbesitz und schwerer Körperverletzung rechnen, was ihr eine schlimmere Strafe einbringen könnte, als dem Täter. Wir bekamen dann den Tipp, dass meine Tochter sich immer ein kleines, billiges Deo, mit hohem Alkoholgehalt in die Tasche packe sollte, um sich zwischendurch mal frisch zu machen. *rechtes Unterlid mit Zeigerfinger runter zieh* Wenn sie sich "aus Versehen" damit wehren würde, so sagte man uns, sei da ja zumindest keine Waffe oder Vorsatz dabei.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 11.02.2015
19 Antwort
@ostkind Bis heute morgen ging man von einem einzigen schlag aus. Deshalb habe idiean affekt Handlung gedacht. Jetzt habe ich auch gelesen, dass er mehrfach und extrem auf ihn eingeprügelt hat. Und von Selbstjustiz halte ich auch nichts, auch wenn ein kleiner Teil in mir es dem perversling gönnt.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 11.02.2015
18 Antwort
@Kauderwelsch der brite hat wie von sinnen auf den typen eingeprügelt. affekt, ja klar, aber er hat bewußt den tod des deutschen in kauf genommen. verständlich ist die wut des vaters sicher, aber das gibt ihm nicht das recht zur selbstjustiz, schon gar nicht dazu, dem mann dermaßen schwer zu verletzten .
ostkind
ostkind | 11.02.2015
17 Antwort
@Kauderwelsch Und das kuriose ist, dass manche Täter den Vater dann noch wegen Diebstahls des Handys anzeigen würden in so einem fall und damit noch durchkommen, jaja immer sind die Täter die armen opfer. Versteh einer die welt.
Chrissi1410
Chrissi1410 | 11.02.2015
16 Antwort
In der Bildzeitung steht heute, dass der Vater des Mädchens ihm erst mal sein ipad abgenommen hat um das Video zu löschen. Als er dann in die Galerie ging, sah er die anderen Fotos und Videos und hat zugeschlagen. Der Vater ist wohl Profiboxer, warum wohlaufch im Moment die Anklage auf Todschlag plädiert wurde. Ich glaube nicht, dass er ihn töten wollte. Aber er hat gewusst wo es ordentlich weh tut! Ichglaubbe jeder hätte dem Typ geschlagen! Ich sehe es als Reflex! Alles unter drei Sekunden zählt als Reflex! Ich hoffe der Vater bekommt nur die Anklage auf Gewalt mit Todesfolge. Und kommt mit einem blauen Auge davon. Es gibt einfach extrem Situationen in denen man "falsch" handelt.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 11.02.2015
15 Antwort
ehrlich gesagt, hätte mein mann eher was getan, was mit dem smartphone, einer körperöffnung und reibung zu tun hat...tragische folge, verständliche handlung
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 11.02.2015
14 Antwort
Nicht gelandet :D sondern gehandelt... Das liebe t9 am Handy...lach!
Goldmouse
Goldmouse | 11.02.2015
13 Antwort
@Moppelchen71 Ja da hast du recht, mann kann seinen schlag auch nicht abschätzen... Ich denke auch, dass man sich als Elternteil in solch einer Situation auch nicht beherrschen kann... Also wie gesagt ich verstehe den Vater und denke niemand von uns hätte anders gelandet. "Denn jeder möchte seine Kinder schützen" Vorallem wenn man liest hört und sieht es auf dieser Welt alles passiert.
Goldmouse
Goldmouse | 11.02.2015
12 Antwort
@Goldmouse Naja, ich kann da jetzt auch nicht sagen, ob der Vater mit sehr viel Kraft zuschlug oder der Deutsche vielleicht an einer sehr empfindlichen Stelle getroffen wurde, hinfiel und zusätzlich mit dem Kopf aufschlug oder was auch immer da passiert ist. Zumal es ja auch nicht jedem bewusst ist, wie viel Kraft in seinem Schlag liegen könnte. Mein Mann ist beispielsweise auch ein sehr kräftiger Typ. Was ihm leicht erscheint, lässt Andere - Entschuldigung für die klaren Worte - vor Anstrengung eher in die Hose kacken. Wenn ich mir da vorstelle, er ist wütend und will unsere Kinder beschützen, dann federt er sicher nicht noch den Schlag ab, sondern wahrscheinlich einmal so zu, dass der Andere vorübergehend den Kopf zwischen den Hinterbacken trägt. Sicherlich also mit mehr Kraft, als würde ich demjenigen mehrfach ins Gesicht boxen. Von daher kann ich mir also sehr wohl vorstellen, dass auch ein einziger Schlag eines wütenden Vaters, der nicht gerade Oberarme wie Streichhölzer hat, da wirklich großen Schaden anrichten könnte, obwohl der dem Täter eigentlich damit nur zeigen will "An mein Kind gehst Du nicht, da musst Du erst an mir vorbei".
Moppelchen71
Moppelchen71 | 11.02.2015
11 Antwort
Oha, heftige Geschichte. Ich muss euch ganz ehrlich sagen, dass ich den Vater verstehe. Ich als Mutter hätte auch zugehauen... Aber mit was für einer heftigen Kraft hat er zugeschlagen, dass der Mann gestorben ist. Das muss schon hart gewesen sein. Die Todesstrafe hat in meinen Augen niemand verdient... So hart das klingen mag aber niemand hat das Recht einem anderen das leben zu nehmen. Gefängnis oder Forensische Psychiatrie reicht. MaN darf ja nicht vergessen es gibt solche und solche bei einigen ist das ein krankhafte sache... Also psychisch nicht in der reihe. Aber ich verstehe den Vater voll und ganz ich denke keine von uns hätte anders reagiert. Vorallem wenn es um unsere Kinder geht!!!
Goldmouse
Goldmouse | 11.02.2015
10 Antwort
Ich denke nicht das der Vater ihn töten wollte. Und ohne das jetzt verharmlosen zu wollen...Ich verstehe den Vater des Mädchens. Mein Mann würde da ebenfalls sofort rot sehen und der jenige würde dabei garantiert nicht stehen bleiben. Er ist eigentlich ein gaaanz ruhiger Zeitgenosse, den nichts so schnell aus der Ruhe bringt. Aber das wäre eins der Dinge bei denen sich ein Schalter bei ihm umlegt. Wenns um die eigenen Kinder geht, vergisst denke ich fast jeder in so einer Situation seine gute Erziehung.
delila
delila | 10.02.2015
9 Antwort
Mein Mann hätte zugeschlagen.Ich weiß wenn er zuschlägt trifft er und zwar gewaltig.Wenn es um seine Tochter oder seinen Sohn geht, wird nicht überlegt.Ich weiß wie er denkt und handeln würde und wäre dann die, die dazwischen gehen müßte, um meinen Mann vor der Strafe zu schützen.Im Knast kann er seine Kinder nicht mehr schützen und nicht für sie Sorgen. Bei solchen Sachen macht es klick bei meinem Mann und nichts ist mehr Sicher.
blaumuckel
blaumuckel | 10.02.2015
8 Antwort
Ich habe vollstes Verständnis für den Mann. Unsere Familie ist belastet. Mein Opa hat meine Tante und meine Cousinen von klein auf und über Jahre misshandelt. Wäre das unsere Tochter gewesen und mein Mann hätte das mitbekommen ... was soll ich sagen.?! Er hätte nicht anders reagiert ... er würde es für jedes Kind machen!
Kristina1988
Kristina1988 | 10.02.2015
7 Antwort
@Chrissi1410 Da gebe ich Dir Recht. Es ist schwierig eine Situation nur theoretisch zu beurteilen. Daher bin ich mir nicht sicher. Allerdings gab es einmal eine Situation, wo mir eben genau so ein "Ausrater" auch selbst passiert ist. Ich bin da nicht stolz drauf, aber es war irgendwie eine ARt der Hilflosigkeit, weil ich nicht mehr wusste, wie ich meine Kinder sonst noch schützen könnte. Damals waren meine beiden Großen noch klein. Zwischen etwa 4 und 7 Jahren. Sie spielten draußen mit Nachbarskindern, als ein Nachbar mit einer Pistole aus dem Haus kam und die Gruppe Kinder bedrohte. Dazu sei gesagt, dieser Mann war polizeibekannt. Er trank viel, bedohte die Leute, ornanierte aus dem Fenster, auf die Kinder, die auf dem Hof spielten oder legte sich mit heruntergelassener Hose auf eine Bank neben dem Spielplatz. Eine Nachbarin hatte in eineinhalb Jahren 18 Strafanzeigen gestellt, die alle von der StA eingestellt wurden, da der Mann wegen Alkoholsucht bekannt war, mehrer Strafverfahren anhängig hatte und man meinte, was er da so mit Nachbarn und deren Kindern treibt, wäre insgesamt nicht strafrelevant. Es gab also irgendwie nirgends Hilfe. Die Kinder konnten wir nur schützen, indem wir sie nicht mehr raus ließen, denn selbst wenn Eltern dabei waren, ging der auf sie los. Ob nun echte Pistole oder nur Attrappe, wurde nie geklärt, da die Waffe nicht mehr gefunden wurde. Die Nachbarin hatte sie allerdings auch gesehen, denn er hatte sie damit bedroht, so dass sie sich in der Waschkche einschloss, bis sie mitbekam, dass wir anderen Eltern vor der Tür standen. Während wir auf die Polizei warteten, kam der Mann erneut heraus und ging auf uns los. Eine Mutter bekam ein Schubs von ihm und flog Richtung Hauswand. Da sah ich einfach nur noch rot, stürzte mich auf den Kerl und rang ihn zu Boden, während ich tatsächlich zuschlug. Es war so viel Wut in mir, meine Kinder vor Augen, wie sie panisch vor mir gestanden hatten, nicht mehr raus wollten und dachten, der Kerl wolle sie töten... Als die Polizei kam, mussten sie mich von dem Mann heruterziehen. Ich war völlig neben mir. Bis dahin hätte ich nie gedacht, so ausflippen zu können und dieses Erlebnis bewies mir das Gegenteil. Es hätte mir auch passieren können, dass der Kerl dabei so unglücklich getroffen wird, dass er stirbt, aber in dem Moment blendete ich all das aus, weil ich einfach nur noch meine Kinder schützen wollte. Man kann also tatsächlich komplett die Kontrolle verlieren.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 10.02.2015
6 Antwort
Körperverletzung mit Todesfolge ... schätze mal wegen Totschlag wird er nicht verurteilt. Wenn das Urteil fällt tippe ich auf Bewährungsstrafe oder im schlimmsten Fall ne geringe Haftstrafe. Kenne mich aber mit den spanischen Gesetzen nicht aus. Vielleicht wird das britische Gericht den Fall weiter verhandeln. Verständlich ist die Reaktion total, ich würde ähnlich handeln ....
Solo-Mami
Solo-Mami | 10.02.2015
5 Antwort
Ich denke, ob jemand zuschlägt oder nicht, liegt im Naturell des einzelnen, mein Mann hätte das sicher nicht gemacht, bei einem guten Freund von uns wäre ich mir da nicht so sicher. Klar, er hat vorgewarnt, es war bekannt, dass er kinderpornografisches Material besitzt und der Vater wollte sein Kind schützen, aber bestimmt nicht in der absicht, den Mann zu töten, sondern ehr, damit er sich denkt, das Kind Film ich besser nicht mehr. Ich gehe davon aus, dass der Vater nicht potenziell gewaltbereit ist und eine uhaft hier überzogen ist. Ich denke, eine Geldstrafe hätte es da auch getan. Aber mal ganz ehrlich, wenn meinem Kind jemand was tun eürde, oder ich meinem Kind einer Gefahr ausgesetzt sehen würde, wäre ich bestimmt in der lage, Dinge zu tun, von denen ich mir im Moment nicht vorstellen kann, sie zu tun, und ich denke, das geht allen Eltern so.
Chrissi1410
Chrissi1410 | 10.02.2015
4 Antwort
Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Mensch nach nur einem Schlag stirbt... Sei es so gewesen oder nicht, ist jetzt mal dahingestellt. Das wird, denke ich, dann eh genauer untersucht. Ob ich zugeschlagen hätte? Ich wüsste es nicht. Jetzt spontan gesagt und ohne in der Situation zu stecken, hätte ich wohl eher die Polizei gerufen und mein Kind und mich aus der "Schusslinie" genommen. Also kleine und nicht sehr gewaltbereite und gewaltunerfahrene Frau hätte ich da wohl Panik, dass der Mann sich "wehrt" und mir und meinem Kind Schlimmeres antut - und das würde ich dann wohl nicht mehr verhindern können.
xxWillowXx
xxWillowXx | 10.02.2015
3 Antwort
@Moppelchen71 Das stimmt. Ich hätte dem wohl ne Ohrfeige verpasst. Davon wär ihm sicher nichts passiert. Ein Mann und eine Faust haben natürlich andere Kräfte....
JessYLe
JessYLe | 10.02.2015

1 von 2
»

ERFAHRE MEHR:

Minderjährige Mutter ,Vater volljährig
28.01.2016 | 13 Antworten
Hilfe, mein Sohn (14) wid Vater
09.09.2015 | 15 Antworten
suche Mütter wo Kind bei Vater lebt
13.05.2014 | 15 Antworten
Arbeitgeber kein Verständnis
14.03.2013 | 12 Antworten

Ähnliche Fragen finden

Kategorie: Dies und Das

Unterkategorien:

In den Fragen suchen


uploading