WOW, Jobcenter greift endlich durch!?

Moppelchen71
Moppelchen71
19.04.2013 | 12 Antworten
Ich höre so manche Geschichte von Familien, die auf ergänzende Leistungen des Jobcenter angewiesen sind, da sie, trotz Bemühungen und eigener Jobs, aus eigener Kraft nicht an den sozialen Mindestbedarf kommen.
Da sind einige Familie entnervt, wenn sie erst Wochen, nachdem sie ihre Lohnabrechnungen vorlegen, das Geld überwiesen bekommen, dass sie, hätten sie keinerlei eigenes Einkommen und würden somit in den Vollbezug von Alg.II kommen, bereits oft bis zu 6 Wochen früher, nämlich tatsächlich zum Monatsersten des Monats, für den das Geld berechnet wird, auf dem Konto hätte.
Sie murren, argumentieren, dass es doch ungerecht ist, wenn sie, die weit weniger Leistungen beziehen, da sie den Großteil ihres Einkommens selbst tragen, immer wieder überbrücken müssen, weil Zeiträume von Berechnungen und tatsächlichem zur Verfügung stellen des Bedarfs, so viel länger warten müssen.
Nicht wenige Teilleistungsbezieher haben es laut ausgesprochen: „Würde ich meinen Job verlieren, ginge es mir besser! Ich müsste nicht jeden Monat zum Amt, nicht bis zur Nachberechnung mit dem überbrücken, was ich nicht habe und jeden 1. wäre mein Geld auf dem Konto.“

Ja, das klingt nach Rebellion!
Und endlich hat wieder eine Zweigstelle des Jobcenter reagiert, um eben einen solchen Rebellen mundtot zu machen.
Das Beispiel, das ich hier nenne, ist ganz frisch, keine Woche alt und ich fragte mich, als ich davon hörte und man mir Auszüge aus schriftlichen Mitteilungen vorlegte, wie es sein kann, dass ein solches Talent, eine solche Kreativität, hinter einem Schreibtisch des Jobcenter versauen muss.
Holt diesen Menschen aus seinem Sessel, baut ihm eine Bühne und lasst ihn abendfüllende Comedy unter die Menschheit bringen. Aber verschwendet nicht ein solches Genie, dass nicht nur Witz besitzt, sondern dazu dem Staat auch endlich aktiv unter die Arme greift, in dem es für Einsparungen bei der Auszahlung von Sozialgeldern sorgt.
Warum? Nun, dieser Mitarbeiter hat den Geniestreich absolviert, der eigentlich in die Annalen deutscher Behördenchroniken eingehen müsste.

Eine junge Familie, in eheähnlicher Gemeinschaft, mit einem Kind, versuchte eine Zeit allein von dem zu leben, was sie eigenständig an Einkommen erwirtschaften. Nur, irgendwie reichte es nicht ganz und so beschlossen sie, beim Jobcenter einen Antrag auf ergänzende Leistung zu stellen.
Alle Anträge waren gestellt, bearbeitet und das zusätzliche Alg.II bewilligt.
Rund 180€ bewilligte man der kleinen Familie zusätzlich, allerdings mit der Voraussetzung, dass die Lohnabrechnungen des Mannes, der in Vollzeit beschäftigt, nur irgendwie wohl nicht ganz so gut bezahlt wird, was in Deutschland ja eine Ausnahme (*Ironiemodus*) zu sein scheint, jeden Monat direkt nach Erhalt, vorgelegt wird.
Damit konnte die kleine Familie auch leben. Endlich bekamen sie genauso viel Geld, wie ihnen laut HatzIV-Satz zustand.

Im ersten Monat ging alles gut, im zweiten ebenfalls, ... und noch bevor der Mann im dritten Monat seine Lohnabrechnung vom Arbeitgeber erhielt, um diese dem Jobcenter vorzulegen, erhielt er einen Brief von selbigem Amt.
Er möchte bitte, am Ende der Woche, Tag, Datum, Uhrzeit, zum Termin im Jobcenter erscheinen. Das Jobcenter habe es sich zur Aufgabe gemacht, ihn bei seiner beruflichen Integration zu unterstützen und wolle nun über Eingliederungsmaßnahmen ins Berufsleben mit ihm sprechen.
Nun muss man dazu sagen, dass der junge Mann wohl nicht aus dem gleichen Holz geschnitzt ist, wie es vor längst vergangener Zeit, so oft Sklaven sein mussten.
Er hielt es tatsächlich für angebracht, die Kühnheit zu besitzen und die Meinung zu vertreten, dass eine 5-6 Tage Woche, mit bis zu 10 Arbeitsstunden am Tag, für sein körperliches Wohlbefinden ausreichend wären.
Und erst recht sah er gar nicht ein, seinem Vorgesetzten, der ihm für den Termin beim Jobcenter keinen freien Tag bewilligen wollte, einfach ins Gesicht zu lachen und zu sagen „Was, Du gibst mir nicht frei? Na, dann wirf mich doch raus! Weißt Du, ich bin jetzt beim Jobcenter. Die werden mich nämlich ins Berufsleben integrieren. Da kriege ich bestimmt einen Job, der mich aus dem Leistungsbezug herausbringt.“

Nein, der junge Mann hing an seinem Vollzeitjob, man glaubt es kaum!
So versuchte er den Mitarbeiter des Jobcenter zu kontaktieren. Eine Vermutung ist eine Störung der Telefonanlage, denn in den 3-4 Tagen bis zum Termin, war es nicht möglich, überhaupt eine Verbindung zum Sachbearbeiter oder der Vermittlung aufzubauen.
Über das Internet und einige Recherchen, deren zeit er ja eigentlich für einen Zweit- oder Drittjob hätte nutzen können, fand er die direkte Durchwahl des Sachbearbeiters.
Er rief ihn an, es klingelt und wieder sprang nur der Anrufbeantworter an.
Nun musste der junge Mann jedoch zur Arbeit, hatte keine Zeit, weitere Stunden ein inniges Verhältnis zum Anrufbeantworter des Sachbearbeiters aufzubauen. Also sprach er, dreist, wie nur die Jugend sein kann, aufs Band.
Er könne den Termin nicht wahrnehmen, das er zu dem Zeitpunkt auf Arbeit sei, kein frei bekäme und er erinnerte daran, dass eine Integration, die über seine Vollzeitstelle hinaus ginge, für ihn dann in Frage käme, wenn sie tatsächlich eine Verbesserung für ihn und seine Familie darstelle.

Diese Verweigerung musste geahndet werden und beinahe blitzartig reagierte nun der Sachbearbeiter. Drei Werktage später, hielt der junge Mann das Schreiben in der Hand, dass man ihm, aufgrund mangelnder Mitwirkungspflicht, nun die Bezüge um 30% zu kürzen gedenke.

Nun, wenn das mal nicht ein wirklich pfiffiger Schachzug des Sachbearbeiter war, weiß ich auch nicht. Mal eben 60€ im Monat dem Staat eingespart, weil jemand mit Vollzeitarbeit sich weigert, endlich berufliche Integrität zu erlangen.
Meiner Meinung nach, sollten man diesen Sachbearbeiter feiern, ein ganzes Jobcenter noch ihm benennen, .... oder gar einen Gesetzesentwurf, der besagt, dass jeder, der nicht bereit ist, seine Arbeit gegen eine weit weniger bezahlte 1€-Joblösung oder einen Weiterbildungskurs ohne Bezahlung, einzutauschen un so noch weiter und mehr Gelder vom Staat beantragen zu müssen, umgehend von Leistungsbezügen zu befreien ist. Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder auf die Idee käme, möglichst viel seines Einkommens selbst zu bestreiten, wo das Jobcenter doch so schnuckelige Minijobs und Unmengen an Geldern hat, um Menschen mehr zu geben, als sie wollen? Nein, da sehe ich es wie der Beamte, so etwas sollte bestraft werden! (*Sarkasmusbäche grob wegwisch*)
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1 Antwort
jaja, die sind echt klever beim Amt ... ich hab da auch ne nette Geschichte: ich bekam gegen Ende beiner Hartz 4 Karriere immerwieder Jobangebote, damit ich von meinem Aufstockerstatus wegkomme. Immer wieder Teilzeitjobs als Rettungsschwimmer ... ... die Tatsache, dass ich beim Land Berlin angestellt bin und bereits nen Teilzeitjob habe, mit der Option wieder auf Vollzeit aufzustocken UND die Tatsache, dass das Arbeiten bei einer konkurierenden Firma für mich zur Kündigung führen würde, all das war im Grunde scheiß egal. Ich glaub ich hab 3 oder 4 Mal ne schriftliche Erklärung abgegeben und war einmal persönlich da ... Naja, ich bin jedenfalls raus aus dem Verein, wurde vom Amt gegangen sozusagen mittels Sperrung, da ich mich weigerte bei Konkurenzfirmen jobmäßig anzufangen ... was im Grunde egal ist, weil ich dank Stundenaufstockung und Tariferhöhung eh weggewesen wäre von dem Verein. Ich bin heilfroh dass ich mit dem Jobcenter nix mehr zu tun habe
Solo-Mami
Solo-Mami | 19.04.2013
2 Antwort
Das ist ja wohl unglaublich... ohne worte.
susepuse
susepuse | 19.04.2013
3 Antwort
Oh lieber Herr Beamter, geheiligt werde dein Name, dein Wort komme, dein Wille geschehe! Herrlich!
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 19.04.2013
4 Antwort
ich kenne eine Sachbearbeiter des Jobcenters persönlich... und ich kenne auch einige Geschichten... und ich weiß zufälligerweise auch, wenn diese Sachbearbeiter einen nicht leiden können, greifen sie ganz schnell zu Sanktionen, auch wenn diese völlig unbegründet sind. Als Hartzèr bist und bleibst Du immer der angepisste, egal wie sehr Du dich um irgendwas bemühst... haben Sie dich auf den Kieker hast Du verloren.
dorftrulli
dorftrulli | 19.04.2013
5 Antwort
ich habe mt festanstellung gerade ein jobangebot bekommen, auf dieses habe ich mich zu bewerben.... wo der harken ist? die stelle ist für 3 monate befristet.....
AnnaLuisaPüppi
AnnaLuisaPüppi | 19.04.2013
6 Antwort
jep mal wieder ein typischen beispiel HIRNLOSER AKTIVITÄT scheiß sesselpupser ich könnte platzen
blaumuckel
blaumuckel | 19.04.2013
7 Antwort
Der hat den knall doch nicht gehört oder?
teeenyMama
teeenyMama | 19.04.2013
8 Antwort
das ist aber leider normal beim arbeitsamt. mein mann hatte einen 400 euro job und das arbeitsamt hat gesagt: entweder die stellen sie fest ein oder sie müssen den vertrag auflösen. hab ich damals nicht verstanden. die haben noch nicht mal was neues angeboten sondern gesagt kündigen sie damit sie für eine andere arbeit zeit haben. also echt
Irgendwann92
Irgendwann92 | 19.04.2013
9 Antwort
@Irgendwann92 In dem fall ist es so, dass dein mann keine vollzeit beschäftigung hatte. Wenn du nicht aufs amt angewiesen bist, ist es denen egal, ob du arbeitest oder nicht. Beziehst du leistungen, hast du die pflicht dich um eine vz stelle zu kümmern, denn harz4 ist nur zur überbrückung für die zeit gedacht in der du keine arbeisstelle hast und nicht als dauerlösung. LG
teeenyMama
teeenyMama | 19.04.2013
10 Antwort
Genau so war es bei uns mussten zusätzlich hartz 4 beantragen, und bekamen denn gleichen Brief, an dem Tag der Geburt v unserem Sohn, unter Wehen rief ich da an, und hab da mal mein Schmerz freien Lauf gelassen was sie denn wollen und wenn einen Termin dann 5 Uhr früh vor der Arbeit oder 19 Uhr nach der Arbeit da mein mann nicht denn Luxus von Gleitzeit hat. Hab nie wieder was gehört.LG
deideria81
deideria81 | 19.04.2013
11 Antwort
Herr schick Hirn vom Himmel und verteile es in den Jobcentern Deutschlands!!! Mein Onkel und sein Sohn sind auch auf Hartz IV angewiesen und mein Cousin hat es doch glatt gewagt, sich einen Ausbildungsplatz selbständig zu suchen und zu bekommen und nicht die tollen Angebote des Jobcenters genutzt und sich auch noch geweigert, den Vermittlungsschein zu unterschreiben. Dann wurde mit Ausbildungsbeginn gleich mal komplett die Zahlung eingestellt, weil Junior ja jetzt Azubi-Gehalt bekommt, davon können Vater und Sohn doch alles begleichen! Hahaha, sind schon echte Genies dort angestellt. Naja, nächster Geniestreich war dann, das sie 14 Tage nach Ausbildungsbeginn den Lohnzettel haben wollten wegen der Neuberechnung. Ich wusst bis dahin gar nicht, das man im Jobcenter im Voraus bezahlt wird und schon einen Monat früher einen Gehaltszettel bekommt. Naja, ich bin froh, das mein Gehalt minimal über der Schmerzgrenze liegt und ich mich mit denen gerade nicht mehr rumärgern muss.
Antje71
Antje71 | 19.04.2013
12 Antwort
Das ist normal. Da die Miete beim Kinderzuschlag voll angerechnet wird wegen einer alleinerz.Mutter, die den Hals an Geld nicht vollkriegen konnte müssen wir nun dummerweise aufstockendes H4-Leistungen beantragen, weil wir aus dem Ki-Zu-Bezug rausfallen.Sie hatte geklagt und das Gesetzt kam auch glatt durch Hatte den Antrag in der ARGE abgegeben, einen Tag später hatte ich schon Post im Briefkasten.Mein Mann möchte doch bitte die Eingliederungsvereinbarung unterschreiben trotz Vollzeitstelle, die er seit 2006 nach dem Dasein als Soldat angetreten hat und wo er besser verdient als woanders. Er hat noch nichts unterschrieben, er sieht es gar nicht ein. Hoffe nicht, dass uns eine Strafe deshalb aufgebrummt wird bevor wir überhaupt irgendwelche Leistungen beziehen^^ Von anderen hab ich auch schon gehört, dass das so normal ist
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 20.04.2013

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