Einfach schön!

Bubimutti
Bubimutti
25.02.2011 | 7 Antworten
Diese schönes geschichte habe ich von einer Freundin einfach nur wunderschön!

Für meine Freundin wird die Zeit knapp. Während wir beim Mittagstisch sitzen erwähnt sie beiläufig, dass sie und ihr Mann daran denken “eine Familie zu gründen”. Damit will sie sagen, dass der Countdown ihrer Biologischen Uhr begonnen hat und sie gezwungen ist, nunmehr die Mutterschaft in Erwägung zu ziehen.” Wir machen Bestandsaufnahme” sagte sie halb im Spaß.
“ Meinst du ich sollte ein Baby bekommen?” “ Das wird dein Leben verändern” antwortete ich vorsichtig und in möglichst neutralen Ton.
“ich weiß. Kein langes Ausschlafen mehr an Samstagen, keine spontanen Urlaube mehr…”
Aber das hatte ich ganz und gar nicht gemeint. Ich sehe meine Freundin an und versuche mir darüber klar zu werden, was ich erzählen soll. Ich möchte ihr sagen, dass sie sich nach der Geburt körperlich wieder völlig erholen wird, dass aber ihre Mutterschaft eine so empfindliche emotionale Wunde hinterlassen wird, dass sie für alle Zeiten verletzbar bleibt.
Ich überlege mir, ob ich sie davor warnen soll, dass sie nie wieder eine Zeitung lesen wird, ohne sich zu fragen:” Was wenn das mein Kind gewesen wäre?” Dass jeder Flugzeugabsturz, jede Feuerkatastrophe sie beeindrucken wird. Dass jedes Bild von Verhungerten Kindern sie zur Überlegung veranlassen wird, was es Schlimmeres geben könnte, als sein Kind sterben zu sehen.
Ich blicke auf ihre sorgsam manikürten Fingernägel und ihr elegantes Kostüm und denke, dass ganz gleich, wie intellektuell und hochgeistig sie auch sein mochte, die Mutterschaft sie auf den primitiven Stand einer Bärin, die ihr Junges beschützt, reduzieren würde. Dass dieser dringliche Schrei “Mami”
Sie veranlassen würde, ohne geringsten Zögern ein Souffle zusammensacken oder ihre beste Kristallschale fallen zu lassen.
Ich glaube sie davor warnen zu müssen, dass ungeachtet dessen, wie viele Jahre sie Karriere investiert hat, durch die Mutterschaft beruflich entgleisen wird. Möglicherweise wird sie eine Kinderpflegerin anstellen, aber eines Tages wird sie zu einer wichtigen geschäftlichen Besprechung gehen und an den hinreißenden Geruch ihres Babys denken. Sie wird ihre ganze Disziplin aufbringen müssen, um nicht umgehend nach Hause zu rennen und nachzusehen, ob mit dem Kind alles in Ordnung ist.
Ich Möchte meine Freundin wissen lassen, dass die alltäglichen Entscheidungen nicht mehr länger reine Routine sein werden. Dass der Wunsch eines fünfjährigen Jungen, bei Mc Donald´s nunmehr zur Herren- statt zur Damentoilette zu gehen, zu einem ernsthaften Dilemma führen wird. Dass genau dort, inmitten von Geschirrklappern und Kindergeschrei die Aspekte der wachsenden Unabhängigkeit und geschlechtlichen Identität gegen die Möglichkeit eines auf der Toilette lauernden Kinderschänders abgewogen werden. Wie entscheidungsfreudig meine Freundin im Büro auch auftreten mag, unterschwellig wird sie sich in erster Linie als Mutter wahrnehmen.
Ich sehe diese attraktive Frau an und möchte ihr versichern, dass die zusätzlichen Pfunde der Schwangerschaft schließlich wieder loswerden wird, möchte ihr aber auch sagen, dass sie sich selbst gegenüber nie wieder so empfinden wird wie nie zuvor. Dass ihr jetzt so wichtiges Leben weniger wichtig für sie werden wird, wenn sie erstmal ein Kind hat. Dass sie es augenblicklich opfern würde, um ihre Sprößlinge zu retten, zugleich aber hoffen wird, alt zu werden - nicht zur Verwirklichung ihrer eigenen Träume, sondern um zuschauen zu können, wie ihr Kind seine Träume erfüllt. Ich möchte ihr klarmachen, dass die Narbe eines Kaiserschnitts oder die schimmernden Schwangerschaftsstreifen für sie zu Ehernabzeichen werden.
Ihre Beziehung zu ihren Mann wird sich ändern, aber nicht so, wie sie denkt. Ich wollte, sie könnte verstehen, wie viel mehr man einen Mann lieben kann, der immer darauf bedacht ist, das Baby zu pudern oder niemals zögert, mit seinem Kind zu spielen. Ich finde sie sollte wissen, dass sie sich aus Gründen, die sie im Augenblick unromantisch fände, erneut in ihren Mann verlieben wird.
Ich möchte das meine Freundin das Band spürt, das sie mit all den Frauen verbindet, die durch die Geschichte hindurch immer wieder verzweifelt versucht haben Schluß mit Kriegen und Vorurteilen und Trunkenheit am Steuer zu machen. Ich hoffe, sie wird begreifen, warum ich zwar über die meisten Probleme auf rationale Weise nachdenken kann, aber manchmal ausraste, wenn ich über die durch einen Atomkrieg bedrohte Zukunft meiner Kinder diskutiere.
Ich möchte meiner Freundin das Entzücken beschreiben, das man emfindet, wenn man zusieht, wie sein Kind einen Baseball schlagen lernt. Ich möchte ihr das glucksende Lachen eines Babys schildern können, das zum ersten Mal das weiche Fell eines Hundes berührt. Ich möchte ihr die Freude vermitteln, die so intensiv ist, dass es schmerzt.
Der fragende Gesichtsaufdruck meiner Freundin bringt mir zu Bewußtsein, dass mir Tränen ind die Augen gestiegen sind “ Du wirst es nie bereuen” saget ich schließlich.
Ich reiche über den Tisch, drücke ihre Hand und spreche innerlich ein Gebet für sie und all die anderen weiblichen Wesen, die in diese heiligste aller Berufungen hineinstolpern.

Von Dale Hanson Bourke
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7 Antworten (neue Antworten zuerst)

7 Antwort
...
könnten meine worte an meine freundin sein. Die sind grad am Basteln....
minora83
minora83 | 25.02.2011
6 Antwort
wow
gänsehautfeeling! ;) habe mir das passende Buch dazu gerade mal bestellt bei amazon! :D
Robbenlieberin
Robbenlieberin | 25.02.2011
5 Antwort
TRAUMHAFT
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 25.02.2011
4 Antwort
ach ja
wie wahr wie wahr
Mami5kids
Mami5kids | 25.02.2011
3 Antwort
oh man
ich habe echt tränen in den augen. so schön :) und so wahr lg
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 25.02.2011
2 Antwort
Treffer!
Das ist wirklich echt ! GANZ TOLL! VIELEN DANK!
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 25.02.2011
1 Antwort
oh ja!
wie schön und wahr!
nordlicht81
nordlicht81 | 25.02.2011

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