Erntedankfest und Thanksgiving

erntedankfest
Die Ernte
Die Ernte
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AutoreninfoSylvia Koppermann
aktualisiert: 06.10.2010Mehrfache Mutter
Medizin, Gesundheit und Erziehung
Sowohl vom Namen, als auch im Sinn, könnte man annehmen, dass das amerikanische Thanksgiving identisch mit dem europäisch-christlichen Erntedankfest ist. Beides stellt ein Erntefest dar und bei beiden geht es um den Dank für die Gaben der Natur.

Das war es dann allerdings auch schon mit den Gemeinsamkeiten, denn ansonsten unterscheiden sich beide Feiertage teilweise gravierend, was sowohl das Datum und auch die traditionelle Begehung betrifft. Beleuchtet man den kulturellen Hintergrund der Festtage, stellt sich heraus, dass zumindest bei Thanksgiving eine Ableitung aus dem Erntedankfest sehr wahrscheinlich ist.
Nach einigen Änderungen, im Laufe der Geschichte, wurde als Datum für das Erntedankfest der erste Sonntag im Oktober festgelegt. Es gibt Ausnahmen, wie beispielsweise bei einigen Weinbauern, die das Erntedankfest erst nach abgeschlossener Lese der Trauben begehen, jedoch ist der erste Sonntag im Oktober seit Mitte des 20. Jahrhunderts das üblichste Datum.

Im christlichen Europa stellt das Erntedankfest einen überwiegend kirchlichen Feiertag dar, an dem man sich durch Gottesdienste und Prozessionen dankend an Gott wendet. Zusätzlich war es früher üblich, besonders denen zu gedenken, die nicht von reichhaltigen Ernten beschenkt waren, so dass Armen- und Waisenhäuser mit Nahrungsmitteln bedacht wurden.

Das amerikanische Thanksgiving basiert auf der beginnenden Kolonialisierung durch Siedler der Church of England. Diese 102 Pilgrims und 30 Besatzungsmitglieder der Mayflower, dem ersten Schiff, das europäische Siedler nach Nordamerika brachte, landeten am 21. November 1620 am Cap Cod, an der Küste von Massachusetts. Durch den Winterbeginn in Nordamerika mussten die Menschen bis zum Frühjahr an Board des Schiffes leben und es zeigte sich bald, dass sie nicht optimal für diese harte Zeit ausgerüstet waren, denn es starben annähernd die Hälfte von ihnen aufgrund des Nahrungsmangels.

Im Frühjahr 1621 begannen die Überlebenden an Land eine Siedlung zu errichten, die sie nach dem Ursprungsort ihrer Reise, Plymouth, nannten. In dieser harten Anfangszeit wurden sie stark von einem Indianerstamm namens Wampanoag unterstützt, der ihnen Saatgut der heimischen Nutzpflanzen zur Verfügung stellte und auch beim Anbau der Pflanzen half. Man kann sicher berechtigt sagen, dass das Überleben der Siedler bezweifelt werden könnte, wenn sie nicht die Hilfe der Ureinwohner bekommen hätten. So jedoch konnten sie nicht nur eine Siedlung errichten, sondern auch eine Grundversorgung an Nahrungsmitteln anlegen. die sie im nächsten Winter versorgen würden.

Da es bei sehr vielen nordamerikanischen Ureinwohnerstämmen üblich war, der Natur nach eingebrachter Ernte zu danken, feierten Siedler und Wampanoag im Spätherbst des Jahres gemeinsam das erste Thanksgiving, das zugleich ein Ausdruck der kulturellen Verständigung und des Miteinanders darstellen sollte.

Noch heute finden sich so typisch nordamerikanische Nahrungsmittel, wie Süßkartoffeln, Truthahn, Kürbis, Mais und Preiselbeeren. Im Laufe der geschichtlichen Entwicklung wurde die enge Beziehung zu Siedlern und Ureinwohner, durch das Territorialverhalten der europäischen Einwanderer und damit verbundene Vertreibung der Ureinwohner zerstört, jedoch blieb die Tradition des Thanksgiving, dessen festes Datum, im Jahr 1863, auf den vierten Sonntag im November, als Nationalfeiertag festgelegt wurde.

Thanksgiving ist noch heute ein Feiertag, der vor allem der Zusammenkunft der Familie gilt und hat damit annähernd die Bedeutung wie Weihnachten. Zwar wird zumeist vor dem Essen gemeinsam gebetet, jedoch finden nur selten kirchliche Zeremonien statt, die mit dem früher im Jahr begangenen, kirchlichen Erntedankfest etwas gemeinsam haben.

[SyKo]

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