Gartenarbeit im Herbst

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AutoreninfoSylvia Koppermann
aktualisiert: 09.12.2019Mehrfache Mutter
Medizin, Gesundheit und Erziehung

Wenn der Sommer fort ist und die letzten Blätter fallen, dann ist es höchste Zeit etwas im Garten zu tun. Doch welche Arbeiten sollte man auf jeden Fall machen, welche kann man machen und bei welchen sollte man sich gut überlegen, ob man sie nicht ins Frühjahr verschiebt. Hier erfährst du es!

Inhalt des Beitrags:
  1. Der Herbst kommt, die Blätter gehen
  2. Tätigkeiten im herbstlichen Garten
  3. Weniger Ordnung ist manchmal mehr

Der Herbst kommt, die Blätter gehen

Viel zu schnell verwandelt sich das schöne und saftige Grün in Gelb, Rot und schließlich dann in ein trostloses Braun. Der Herbst zieht durchs Land und mit ihm werden die Gärten Stück für Stück trostloser und bereiten sich auf den langen, kalten Winter vor. Viel Lust etwas im Garten zu tun hat man in der Regel im Herbst nicht und das ist auch gut so, denn wer allzu viel im Garten tut, dessen Übereifer kann zum Nachteil für seinen Garten im nächsten Sommer werden. Die meisten Pflanzen haben nun eine anstrengende Saison hinter sich und bereiten sich nun auf ihre Ruhezeit im Winter vor. Gerade die letzten Monate waren in der Regel für Bäume und Sträucher und Blumen sehr anstrengend, denn neue Triebe mussten entwickelt und Fruchtstände ausgetrieben werden und nicht immer war das Wetter, dass die Pflanzen hierfür zur Verfügung hatten, ideal für die anstehenden Aufgaben.

Gerade bei mehrjährigen Pflanzen, die in der Regel die Winterruhe brauchen um im nächsten Jahr wieder in voller Pracht wachsen zu können bedeutet das Abwerfen der vertrockneten Blätter nicht nur die Erschöpfung der Pflanze, sondern auch deren Schutz. Hierzu muss man verstehen, dass besonders der winterliche Frost für eine Pflanze extrem schädlich ist. Frost kann die wasserenthaltenden Pflanzenzellen schädigen und damit zerstören. Je weniger Angriffsfläche die Pflanze der Kälte also bietet, desto größer ist ihre Überlebenschance. So kann man bei mehrjährigen Pflanzen beobachten, dass sie praktisch auf einen Energiesparmodus umschalten, der ein wenig vergleichbar mit dem Winterschlaf mancher Tiere ist.

Tätigkeiten im herbstlichen Garten

Grundsätzlich erst einmal kann man sagen, dass man mit einigen gut ausgewählten Vorarbeiten im Herbst den gärtnerischen Pflichten im Frühjahr etwas entgegenwirken kann. Das bedeutet, fröhlich nach dem Motto „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“ sollte man nun große Teile des vertrockneten Laufes und der Blütenreste entfernen. Da man als Hobbygärtner in der Regel genau weiß, ob man ein- oder mehrjährige Pflanzen in seinem Garten stehen hat, kann man hier auch entscheiden, wie im Einzelfall vorzugehen ist. Einjährige Blumen kann man über den Winter durchaus ruhig im Bett belassen und das vertrocknete Pflänzchen erst im Frühjahr entfernen, so dann noch etwas von ihm übrig ist. Häufig zerfallen die vertrockneten Pflanzenreste auch durch die feuchten Witterungsverhältnisse, in dem sie einfach einen Zersetzungsprozess durchlaufen und ihre Bestandteile einfach wieder zu Erde werden. Sodass im Frühjahr die Plätze im Beet häufig schon leer sind und dementsprechend hier keine weitere Arbeit für dich als Hobbygärtner ansteht. Der Vorteil hierbei ist, dass auf diese Art etwas frischer Humus hinzu geführt wird was nicht selten das direkte Düngen am Jahresanfang, durchaus ersparen kann.

Man kann beobachten, dass so mancher Hobbygärtner schon fast mit fanatischem Eifer jedes noch so kleine Stück vertrockneten Laubes in seinem Garten zu entfernen versucht. Dabei ist das gar nicht so gut, denn vertrocknetes Laub kann auch durchaus eine Winterhilfe sein. Vor allem dann, wenn es Pflanzen im Garten gibt, die nur bedingt winterhart sind und somit einen Kälteschutz durchaus benötigen können. Hier kann es also durchaus sinnvoll sein, dass unansehnliche Laub von den Bäumen, das sonst nur in der Biotonne oder dem Kompost landen würde, einfach über diese empfindlicheren Pflanzen als Isolation gegen den Frost zu verteilen. Hierfür muss man sie in der Regel zurückschneiden und sie dann mit Laub bedeckten, bis sie vollkommen darunter verborgen liegen. Der Vorteil dieses Laubs ist die Tatsache, dass es deutlich lockerer ist, als die im Handel erhältlichen, künstlichen Abdeckplanen und das alte Laub deutlich bessere Arbeit leistet und durch die Fäulnisversetzung auch noch zusätzlich etwas Wärme produziert. Darüber hinaus hat das ganze noch den Vorteil, dass der Teil der gänzlich zerfällt, nun auch wieder dem Nährstoffgehalt im Boden zu gute kommt, was somit bedeutet, dass die natürliche Frostabdeckung auch noch gesünder für die Pflanzen ist als der gekaufte Kram und man sich somit das Geld an dieser Stelle durchaus einsparen kann.

Nicht winterharte Pflanzen muss man grundsätzlich ins Haus holen und dann an einer kühlen, trockenen und dunklen Stelle überwintern lassen. Zu diesen nicht winterharten Pflanzen gehören in der Regel auch Fuchsien und sämtliche Blumen, die aus Zwiebeln heraus sprießen. Die Zwiebeln werden hierfür einfach ausgegraben und ebenfalls an einem dunklen und kühlen Ort überwintert. Hat man selbst kein Laub im Garten, so ist auch ein Winterschutz aus einer Nadelholzdecke relativ gut. Man kann diesen sogar aus den herbstlichen Baumholzschnitten meist selbst gewinnen. Die einzigen Blumenzwiebeln, die das Überwintern in der Erde häufig sehr gut überstehen, sind Primeln. Einmal fest etabliert, bekommt man diese Pflanzen so gut wie nicht mehr kaputt und kann sich jedes Jahr wieder an wachsenden bunten Inseln erfreuen.

Baumrückschnitte sollten grundsätzlich nicht erst dann durchgeführt werden, wenn schon regelmäßig Frost herrscht. Frische Wunden an den Schnittstellen bieten der Kälte ein regelrecht offenes Tor ins Innere der Bäume und damit zu den empfindlichen Zellen. Verpasst man den richtigen Zeit für einen Baumrückschnitt sollte man lieber bis zum Frühjahr warten, da man sonst riskiert, dass der Baum womöglich irreparable Schäden bekommt und womöglich sogar den Winter nicht übersteht.

Weniger Ordnung ist manchmal mehr

So schön auch ein aufgeräumter und sauberer Garten sein mag, für das Ökosystem ist ein ordentlicher Garten eine genauso schlimme Todeszone, wie ein Steingarten. Man darf hier einfach nicht vergessen, dass vertrocknetes und faulendes Laub ein wichtiger Bestandteil eines gesunden Ökosystems ist und nicht nur den Nährstoffgehalt im Boden wieder aufgefrischt, sondern auch vielen Tieren Unterschlupfmöglichkeiten bietet. Viele Menschen vergessen, dass in ihrem sauber aufgeräumten Garten kein Tier eine Unterschlupfmöglichkeit findet, um den Winter zu überleben. Schon ein einfacher Stapel Äste mit altem Laub kann zum Beispiel für einen Igel ein wohliges Winterbett werden und dieser Igel wird im kommenden Jahr deinen Garten von gefräßigen Schnecken freihalten. Ein Bündel alter Pflanzenstile kann durchaus für Marienkäfer zum Winterbau werden und deren Nachkommenschaft im kommenden Jahr wird dir dann im Gegenzug dafür die Blattläuse von den Zierpflanzen entfernen. Es ist durchaus richtig, dass vielen von uns der Anblick des herbstlichen Verfalls im Garten nicht sonderlich angenehm ist und wir uns daran stören, doch wir sollten uns einmal klarmachen, wie nützlich er sein kann und auch, dass ein bisschen über diesen Verfall hinweggucken, uns im nächsten Jahr helfen wird Geld für Schneckenkorn und Pestizide zu sparen, die wir sonst unter Garantie ausgeben müssten. Ein wenig mehr Natur zuzulassen ist auf jeden Fall immer eine gute Sache im eigenen Garten.

Da sich häufig an der Unordnung im Garten oder der vermeintlichen Unordnung im Garten die Nachbarn stören, sollte man sich hier schon einmal ein dickes Fell zulegen oder ein paar gute, handfeste Argumente parat legen, wieso das eigene Vorgehen im eigenen Garten vollkommen korrekt und sinnvoll ist. Allerdings muss man sich keine allzu großen Hoffnungen machen, dass man die Leute wirklich davon überzeugt bekommt. Was jemanden nicht in den Kram passt, das wird er nicht akzeptieren, egal wie viele gute Argumente du ihm um die Ohren haust. Im Zweifelsfall hilft hier nur freundlich lächeln, nicken und egal, was er sagt, es direkt wieder vergessen. Bei manchen Mitmenschen hilft leider nur auf Durchzug schalten.

 

[KaKra]

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