Meine Glückssträhne hält an! Nu isses der Herd! Teil 2

Moppelchen71
Moppelchen71
22.06.2009 | 4 Antworten
Die Verzweiflung hat ein Ende, wir müssen weder hungern, noch bis zum Herbst grillen:
Mein Herd funktioniert wieder!

ER war gar nicht kaputt
Die ganze Panik war praktisch umsonst.
Es war NUR ein klitzekleiner Defekt am Kabel des Starkstromanschlusses.
Eines der fünf Kabel lag wohl etwas weiter blank, schmorte den Kunststoff der Lüsterklemme durch und fraß sich zu seinen beiden Kabelkameraden rechts und links durch, wohl um diese kuschelig zu berühren.

Wären diese beiden Freunde ein bißchen weniger egoistisch und hätten das Gruppenkuscheln noch auf die Kollegen rechts und links aussen ausgeweitet, hätte man fast den Eindruck bekommen können, sie hielten sich an den Händen um Sirtaki tanzen zu wollen.

So guckten uns nur drei dusselig dreinblickende, zum Klumpen verschmolzene Ex-Kabel an und gaben uns zu verstehen, dass sie aus der Nummer nicht mehr allein herauskamen, was von einem riesigen, schwarzen Kokelfleck untermalt wurde.
Schadenfroh schienen die ungeschwärzten Kumpel aussen eine lange Nase zur Mitte hin zu machen, während mein Mann kopfschüttelnd vor dem Drama kniete und das "Was-wäre-passiert-wenn-Spiel" spielte.

Unser Vermieter hatte uns beim Einzug den herd angeschlossen, da er Elektriker ist und wir fühlten uns in sicheren Händen.
Beherzt, da die Sicherung vom Herd eh draussen war, begann mein Mann die operative Trennung der siamesischen Kabeldrillinge, die allerdings wehrten sich angstvoll, denn mit einem Mal gab es einen weiteren Knall im Dolby-Souround.
Ein Lautsprecher hing in der Starkstrombuchse, einer im Sicherungskasten der unteren Etage.

Mein Mann sprang reflexartig rücklings den Herd an, während mein älterer Sohn brüllte, mein Mann solle da wegkommen.
Gut, dass er das sagte, von allein wäre mein Göttergatte sicher nicht darauf gekommen.
Aber so ist das ja in einem perfekten Heimwerker-Dreamteam:
Einer ist des anderen Hand und Hirn!
(was man ja bereits beim Beitrag über die Geiselnahme der Waschmaschine lesen konnte)

Jedenfalls stand nun fest, dass die Starkstrombuchse, trotz herausgenommener Sicherung, noch Strom bekam.
Das war dann der erste Moment, in dem ich mich fragte, ob unser Vermieter vieleicht doch eine unterschwellige Botschaft senden wollte.

Mein Sohn steuerte den Sicherungskasten an und legte weitestgehend alle Schalter um, die für die erweiterte Energiezufuhr verantwortlich sein könnten.

Dann stürmte er wieder hoch in die Küche, schnappte sich zwei Einweghandschuhe, fuchtelte damit vor dem gesicht meines Mannes herum und versuchte ihn zu überreden, diese doch bitte zu tragen, weil ja Gummi nicht leitet.

An diesem Punkt setzte ich mich mit meinem Kaffeepott in Sichtweite, um nichts zu verpassen.
Mein Mann starrte ungläubig auf die beiden dünnen Handschuhchen, schüttelte den Kopf und meinte, dass im Zweifelsfall diese Dinge genauso viel Schutz bieten würden, als wenn er sich zur Reparatur ein kondom über den Kopf stülpen wollte.

Mein geistiger, unausgesprochener Kommentar war:
Sicherer wäre es vielleicht nicht, aber bestimmt lustiger anzusehen.
Während nun mein jüngere Sohn schützend im Wohnzimmer seine kleine Schwester auf dem Schoß und das Handy mit der Notrufnummer bereit hielt, begann die Operation nun unter heftigsten Diskussionen der Chirurgen.

Spätestens hier wäre ein herausnehmen der Sicherungen überflüssig geworden, denn allein die neuerliche Diskussionssucht meines älteren Sprosses hätte das Starkstromkabel sowieso betäubt.
Im Nachhinein erwies er sich dann jedoch noch als perfekte OP-Schwester und reichte Dr. MoppelsMann das jeweils nötige Werkzeug.

Nach einer schwierigen Trennung, bei der lange nicht klar war, ob auch alle drei Kabel überleben würden, hatten sie dann das Wunder vollbracht und jedem einzelnen Kabelköpfchen einen neuen, eigenen Hut aufgesetzt.
Es war vollbracht: und es gab keine Toten oder Schwerverletzten!

Zurück am Sicherungskasten überprüften die Herren Heimwerkerkings dann noch einmal die Zuständigkeit der Sicherungen.
Und siehe da, wir leben in einem großen Rätsel.
Nicht überall wo "Saft für .. " draufsteht ist auch "Saft für .. " drin.
So ist beispiesweise ein Teil der Küchenbeleuchtung mit über das Kinderzimmer versorgt, während der Strom für den Spüler vom Flur geliefert wird.
Beachtet man nun noch die Tatsache, über welche Sicherungen der Herd überversorgt wird, stellt sich automatisch die Frage, wo das Licht ausgeht, wenn wir die Sicherungen der Küche herausdrehen.
"Ja schatz, da hast Du wohl recht! Aber wenn ich überlege, welche anderen Reparaturen Du mir seid eineinhalb Jahren versprichst, wächst in mir der Verdacht, es war keine Geschicklichkeit, die Dich das Meisterwerk vollbringen ließ, sondern schlichtweg Kohldampf!"

Ein ernstes Wort werde ich allerdings noch mit meinem Vermieter reden.
Nicht nur wegen des Anschlusses des Herdes, sondern auch über den Sinn dieser elektrischen Umwege.
Die passende Formulierung überlege ich mir, während ich koche, denn meine beiden Operateure sind von ihrer nobelpreisverdächtigen Glanzleistung, im Zustand völliger Unterernährung absolut entkräftet.
Bisher haben wir das Rätsel noch nicht gelöst, aber wir warten ab, bis es draussen dunkel ist.
Bei irgendeinem Nachbarn wird es schon finster werden, sobald wir den Schalter umlegen.

Später meinte mein Mann dann ganz stolz, dass es doch auf jeden Fall ein Vorteil ist, einen geschickten Heimwerker im Haus zu haben.
Ich sah erst ihn an, dann schielte ich auf die fehlende Fußleiste, das zu tapezierende Stück Wand in der Ecke des Kühlschranks, die durchgelaufene Stufe zur Küche, blickte dann wieder zu ihm zurück und meinte:
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4 Antwort
hihi,
echt klasse!
BabyLove07
BabyLove07 | 22.06.2009
3 Antwort
...
Dann ist ja alles gut gegangen. Also ich muß sagen, ich lese deine "Briefe" echt gerne, finde es immer wieder amüsand wie du schreibst. Weiter so.
janag27184
janag27184 | 22.06.2009
2 Antwort
STOPP
da ist beim senden was durcheinander geraten! setze es gleich nochmal neu ein.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 22.06.2009
1 Antwort
...
Kannst du mri mal sgen wie du auf solche Ideen kommst??? Ich lese sie gerne deine Storys vorallem das mit der Waschmaschine war tooootal gut
JACQUI85
JACQUI85 | 22.06.2009

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