Wohl jede Mutter kennt das Gefühl, manchmal Phasen zu haben, in denen sie sich erschöpft, ausgelaugt und müde fühlt. Aufgaben erledigt man eher schleppend, muss sich zu vielen, auch einfachen Dingen, selbst überreden und immer tiefer, fällt man in ein Loch aus Zweifeln an sich selbst.
Oft lässt Scham die Frauen schweigen, sie haben Angst von anderen vielleicht schief angesehen zu werden und so flüchten sie sich in ihr Inneres, wo Selbstzweifel den optimalen Nährboden erhalten, da niemand sagt "Natürlich ist deine Kraft begrenzt! Und Du hast das Recht deine Energie einmal aufzutanken!"
Aus einem solchen Tief kommt man am ehesten aus eigener Kraft. Doch stellt sich die Frage: Wie? Zuerst sollte sich jede Mutter darüber im Klaren sein, dass sie keine Maschine ist, die wartungsfrei und unbegrenzt läuft. Sowohl die physischen als auch psychischen Belastungen fordern Mama täglich. Sie muss organisieren, zupacken, Grundlagen schaffen und dabei stets im Denken und Planen einen Schritt voraus sein.
Häufig ist es nicht einmal die Familie an sich, die von der Mutter zu viel erwartet und zu wenig anerkennt. Mütter vergleichen sich mit anderen Müttern. Sie sehen wie reibungslos bei anderen der Alltag abzulaufen scheint und versetzen sich einen weiteren Stich, indem sie sich selbst für unfähig halten. Nach außen spielen sie nicht selten die Unbekümmerte, der alles leicht von der Hand geht und die ein unerschütterlicher Fels in der Brandung ist.
Nur vergessen viele Frauen dabei, dass eben dieses Verhalten typisch ist für eine Frau, dass es vielen der perfekten Mütter genauso geht und man sich mit einer Art gegenseitiger Blendung jeweils zu Höchstleistungen antreibt, denen man nicht immer gewachsen ist. Stellt sich die Frage, was man dagegen tun kann?
Wichtig ist vor allem darüber zu reden, wenn man sich müde und vielen Dingen gerade nicht gewachsen fühlt. Der verständnisvolle Partner wird zuhören und nach Möglichkeiten versuchen die Frau aus dem Tief zu holen. Aber auch die gute Freundin, die oft selbst genau diese Momente kennt, kann eine gute Ratgeberin und Hilfe sein.
Zuvor jedoch sei der Mutter auch eine gewisse Auszeit gegönnt. Jede Frau ist in erster Linie ein Mensch, hat Gefühle, Bedürfnisse, Hoffnungen und Träume. Dies ändert sich nicht wenn sie Mutter wird.
Ihr Alltag dreht sich weniger um sie selbst, jedoch ist da immer noch ein eigenes Ich und nur wenn das zufrieden ist, kann eine Mutter auch Kraft an ihre Familie weitergeben. Organisatorisch ist es vielleicht nicht immer möglich sich größere Auszeiten zu nehmen. Aber auch öfter einmal kleinere Moment, in denen man nicht "Mama in Rufbereitschaft" ist, sollten sich erfüllbar machen lassen.
Bewähren kann sich da bereits die Tasse Kaffee, die man sich zwischendurch und ganz in Ruhe gönnt. Dies sollte ein Augenblick der Entspannung sein, also nicht unterbrochen werden von sich prügelnden Kindern oder überkochenden Töpfen. Am besten legt man sich die Kaffeepause in einen Zeitraum, wo das Baby schläft oder die älteren Kinder in Kindergarten oder Schule sind.
Eine halbe oder auch ganze Stunde von all den Pflichten abzuschalten, tut unheimlich gut und verursacht eine kleine Pause ganz sicher nicht gleich Chaos. Die Wäsche interessiert es nicht, ob sie eine Stunde später gewaschen wird, Staub brennt sich nicht in einer halben Stunde in Möbelstücke ein und Kindern schmeckt das Essen sicher auch besser, wenn sie es ein paar Minuten später, mit einer fröhlichen Mama einnehmen können, anstatt von der Schule zu kommen und von Mutter erschöpft und gestresst mit dem Teller in der Hand an der Tür erwartet zu werden.
Jede Frau sollte sich bewusst machen, dass sie um ihrer selbst Willen geliebt wird
und Liebe nicht als Bezahlsystem für erbrachte Leistungen erhält.
Verinnerlicht man dies erst einmal, fällt einem vieles sehr viel
leichter. Man geht mit mehr Freude an die Aufgaben heran, betrachtet sie
weniger als notwendiges Übel, sondern eher als eine Freude, die man den
Lieben machen kann.
Vor allem aber sollte keine Mutter vergessen:
Jede Mutter kennt das Gefühl, Momente zu brauchen, in denen sie
abschalten kann. Das macht uns zu lebendigen Wesen, Menschen, die fühlen
und geben können. Darüber zu sprechen, sich und anderen einzugestehen,
dass man
nicht perfekt und maschinell funktionieren muss,
um perfekter zu werden, ist der erste Schritt, sich selbst am Schopf zu
packen und aus dem Loch, in das man gerade fällt, wieder
herauszuziehen.
[SyKo] Kommentare
1
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ankedorothea Siemers
von ankedorothea am 04.02.2013 14:51
2
toll das ich das auch mal nachlesen kann und das es nicht nur mir so geht , im moment ist bei uns eine eher ruhige Phase die beiden Mäuse hatten gerade scharlach , aber sonst laugt das schon ziemlich aus,ich sitz dann nachts meist alleine im wohnzimmer beginne ein Buch zu lesen oder trinke auch nur eine Tasse kaffee das ist dann meine Zeit . Lg. Melanie
von melaxel am 23.01.2013 03:18
3
ich kenne das nur zu gut... meine beiden kinder (19 und 7 Monate) sind sehr anstrengend und wir haben eine riesen Wohnung. Mein Verlobter ist Koch und ich bekomme ihn nur nachts zusehen... Da passiert es öfters mal das ich nicht weis wie ich das alles schaffen soll... ich habe mich nun überwunden und habe nach einer familienhilfe gefragt... Hatte erst sehr Angst weil ich dachte wenn ich nach Hilfe frage sei ich eine schlechte Mutter die es nicht alleine packt... aber ich denke das ich meinen Kindern nur Gutes tue wenn ich mir Hilfe hole und somit alles ein wenig entspannter läuft... :) liebe grüße Anna
von Anna2713 am 14.09.2012 13:20
4
Da stimme ich zu!
von Gelöschter Benutzer am 14.03.2012 11:21
5
klappt zwar auch nicht immer, aber nur mal rumzitzen und lesen oder so, ist echt viiiiel wert.
und ich spiele lieber mit meinen 2 süßen, als dass ich wie meine mutter früher oftmals, die kinder alleine wuseln lasse und nicht mit ihnen spielen kann/will, weil der haushalt mir ine dem moment wichtiger ist...
außerdem, wenn man jeden tag nen bissi macht, ist es auch immer noch sauber genug !
kinder gehen nicht gleich ein, weil mama nicht alle std saugt.
von mama-mia82 am 14.03.2012 10:35
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kurz nach der geburt meiner tochter ( vor 3 1/2 j ) war ich auch so schlimm, das alles blitzen, blinken und suuuper aufgeräumt sein mußte.
HEUTE mit 2 kindern ( 3 1/2 j und 8 monate ) bin ich VIEL gelassener. ich bekomme zwar auch mal meinen rappel, wo ich am liebsten alles auf einmal sauber, ordentlich und gründlich machen möchte, aber ich hab einfach gelernt, dass putzen nicht alles ist.
heute juckt es mich nicht all zu dolle, wenn mal jemand kommt und 2 wäscheständer, 1 wäschekorb mit wäsche zum zusammen legen und spielzeug sich quer im wz verteilen.
wir LEBEN hier und das darf man auch gerne sehen ;-)
gesaugt ist es ja, nur eben nicht steril *hihi*
schmunzeln muß ich immer, wenn ich meine nachbarin hier sehe, die hat vor 5 moanten ihr erstes bekommen und ist noch im glauben, sie MUSS alles schaffen, wie vorher.
da erkenne ich mich oft noch mal von früher drin !
aber ich habe auch tage, wo ich denke, ich schaffe alles nicht und dann nehme ich mir eben bewußt zeit für mich !!!
von mama-mia82 am 14.03.2012 10:31
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ja ich habe mir das mal jetzt durch gelessen und ich muss sagen das ich so eine mama bin ... ich habe manchmal auch so meine Fassen die ich haben aber meisten habe ich es abends wenn mein kleiner schläft ...... ich kann einfach net abschalten ... ich mache dann noch die hausarbeit die ich am tage net schafe und das kann mal bis 22 uhr sein oder später ...... aber dank meine eltern schafe ich es immer wieder draus zukommen ......manch mal weiss ich einfach net weider wie ich das alles schafen soll ..... aber ich habe mir nen garten angelt wo ich mich beim gartenarbeit ablengen kann und das ist auch gut für mich
gruss steffi
p.s mein kind ist jetzt 2 und ist ganz doll mama anhänig
von steffistendal am 11.09.2010 20:43
» Dr. Gerhard Oellinger für Mamiweb