Sechs Mythen, die junge Mütter nicht verwirren sollten

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AutoreninfoNatalija Krenz
aktualisiert: 09.12.2019Online Redakteurin
Gesundheit und Erziehung

Wir sind ständig von Mythen und Märchen umgeben und das Problem ist oft, dass uns gar nicht klar ist, dass dem so ist. Hier haben wir für dich einmal sechs Mythen zusammengestellt, die du dir vermutlich als junge Mutter früher oder später anhören musst. Auch erklären wir dir, was an dem Mythos dran ist und wo es gilt besser aufzupassen.

Inhalt des Beitrags:
  1. Umstellungen in der Schwangerschaft
  2. Nach der Geburt ist alles anders
  3. 6 Mythen
  4. Nicht verwirren lassen

Umstellungen in der Schwangerschaft

Es ist nicht zu leugnen, dass eine Schwangerschaft eine ganz besondere Phase in unserem Leben ist. Vieles verändert sich und das meiste davon ist für uns komplett neu und wir haben etwas Derartiges auch noch nie erfahren. Kein Wunder also, dass wir allen möglichen guten Ratschlägen und sämtlichen Mythen rund um die Schwangerschaft, aber natürlich auch nach der Schwangerschaft, noch relativ aufgeschlossen gegenüberstehen. In der Regel fehlen hier einfach die Erfahrungswerte, um einen fehlerhaften Mythos von etwas real existierenden und tatsächlich so vorhandenen zu unterscheiden.

Nach der Geburt ist alles anders

Gerade nach der Geburt hat man als Frau nicht selten den Eindruck, dass alles plötzlich ganz anders ist, als es das vorher gewesen war. Gerade in der ersten Zeit nach einer Schwangerschaft fühlt sich der eigene Körper nicht selten fremd und irgendwie falsch an und wir brauchen eine ganze Weile, bis wir wieder wissen, wer wir eigentlich sind. Nicht nur, dass sich bestimmte Teile unserer Anatomie wieder zurückbilden müssen, sich das Gewebe wieder straffen muss und wir mit den ganzen Veränderungen im Hormonhaushalt klarkommen müssen, gibt es natürlich auch wieder eine ganze Reihe an Dingen, die uns bisher auch hier fremd und ungewohnt erscheinen und somit werden gerne von Generation zu Generation immer dieselben Mythen weitergegeben, die in vielen Fällen durchaus einen wahren Kern enthalten können, aber grundsätzlich nicht einfach so stehen gelassen werden dürfen.

6 Mythen

Mythos eins: Wer stillt, braucht keine Vergütung.

Dies ist ein ziemlich gefährlicher Mythos, denn obwohl er teilweise tatsächlich richtig ist, ist er so allerdings fast nur ein Garant dafür, dass das zweite Kind schneller kommt, als dir lieb ist. Grundsätzlich ist es richtig, dass beim Stillen Hormone ausgeschüttet werden, die tatsächlich eine frühzeitige Schwangerschaft verhindern sollen. Dies ist allerdings nur dann der Fall, wenn im Zweistundentakt kontinuierlich gestillt wird. Werden die Zeitfenster zwischen den einzelnen Stillsitzungen länger, so reicht die Hormonausschüttung nicht aus, um tatsächlich die Empfängnisbereitschaft zu verhindern. Viel eher ist es sogar so, dass man beobachten kann, dass eine Frau, die gerade erst schwanger gewesen ist, in der Regel problemlos erneut wieder schwanger wird. Dementsprechend ist auch beim Stillen weiterhin zu verhüten, da sonst das gerade geborene Kind in neun Monaten schon ein kleines Geschwistern bekommt.

Mythos zwei: Durch die Geburt wird die Vagina weiter.

Auch das ist ein Mythos, der so nicht ganz richtig ist. Es ist zwar korrekt, dass das Gewebe mit zunehmendem Alter weicher wird und die entsprechenden Muskeln in der Regel bei vielen Frauen einfach nicht mehr so gut trainiert sind, das liegt aber weniger an der Geburt als mehr an der Tatsache, dass unser Lebenswandel dafür sorgt, dass manche Muskelpartien einfach unterentwickelt sind. Mit regelmäßiger Beckenbodengymnastik kann man mir durchaus Abhilfe schaffen. Während einer Geburt dehnt sich das Gewebe entsprechend aus, ist allerdings elastisch genug, um hierbei keine dauerhaften Veränderungen davon zu tragen. Das einzige, was passieren kann, ist dass sich die Lage der Vagina etwas verändert nach einer Geburt und es somit ein etwas merkwürdiges Gefühl beim Einführen von Tampons ist, weil man nun einen etwas anderen Winkel nutzen muss, doch auch dies kann nicht bei jeder Frau festgestellt werden. Mit entsprechender Rückbildungsgymnastik und Beckenbodentraining, ist allerdings keine große Veränderung ansonsten wahrnehmbar. Dass dieses Phänomen nicht unbedingt zwangsläufig an einer Geburt hängt, beweisen viele Frauen, die nie ein Kind zur Welt gebracht haben und bei denen das Gewebe ebenfalls weicher und gefühlt weiter geworden ist.

Mythos drei: Nach einer Geburt soll man keine Tampons mehr verwenden.

Schon die Aussage ist, wie dir vielleicht aufgefallen ist, leicht schwammig formuliert und so wollen wir auch diesem Mythos einmal auf den Grund gehen. Bei der Geburt wird im Anschluss die Plazenta abgestoßen, was quasi zu einer offenen Wunde in der Gebärmutter führt. Das ist im Prinzip alles nicht weiter schlimm, doch durch diese Wunde entsteht ein Wundsekret, das neben dem Blut als Wochenfluss aus dem Körper der Frau heraus muss. Dadurch dass wir es hier also mit einer offenen Wunde zu tun haben, empfiehlt sich, gerade im Zug des Wochenflusses darauf zu achten, eine besondere Hygiene an den Tag zu legen. Das bedeutet in der Regel, keine Tampons zu benutzen, keine Binden mit Plastik zu benutzen, Baumwollunterwäsche oder Netz Unterhosen zu tragen und in dieser Zeit in der Regel auch keinen Geschlechtsverkehr zu haben. Bei all diese Maßnahmen geht es vor allem um den Infektionsschutz, damit keine Keime und Bakterien in die Wunde gelangen und diese sich entzündet und natürlich auch darum, dass das Wundsekret sinnvoll abfließen kann, wenn wir einmal nur explizit auf diese Sache mit den Tampons schauen. Ist der Wochenschluss erst einmal versiegt, spricht nichts mehr dagegen, bei der nächsten Periode ganz normal wieder zu Tampons zurückzugreifen. Die einzige Ausnahme, die es hierbei gibt, ist, dass man dies vorher mit einem Arzt absprechen sollte, sollte es im Rahmen der Geburt weitere Geburtsverletzung wie zum Beispiel einen Scheidenriss oder etwas Ähnliches gegeben haben. Übrigens setzt die Periode bei vielen stillenden Frauen erst nach einigen Monaten wieder ein. Wann genau ist von Frau zu Frau sehr verschieden.

Mythos vier: Je weniger trainiert der Beckenboden ist, desto besser ist es.

Dies ist einer der quasi einer der schlimmsten Mythen, die man jemandem erzählen kann. Denn das genaue Gegenteil ist in Wahrheit der Fall. Ein gut trainierter Beckenboden verhindert diverse Erkrankungen und Probleme, die ein untrainierter Beckenboden mit sich bringen kann. So beugt man mit einem gut trainierten Beckenboden zum Beispiel einer Blasenschwäche vor und auch beim Geschlechtsverkehr ist es in der Regel deutlich besser, einen trainierten Beckenboden zu haben und Muskeln, die sich dementsprechend auch spürbar anspannen lassen.

Mythos fünf: Nach der Geburt purzeln die Kilos ganz fix von alleine wieder.

Es ist zwar richtig, dass man direkt am Tag der Geburt 5 bis 7 Kilo leichter ist, doch meist entspricht das nicht der gesamten Zunahme an Gewicht, die man bis zu diesem Zeitpunkt gehabt hat. Grundsätzlich hatte der Körper neun Monate Zeit gehabt, um dem wachsenden Leben in sich Platz zu schaffen und über den Daumen musst du damit rechnen, dass der Körper auch neun Monate brauchen wird, um all dieses wieder rückgängig zu machen. Natürlich kann das Stillen durchaus die Gewichtsabnahme begünstigen, doch vollständig wiederhergestellt solltest du deinen Körper erst nach einem Jahr nach der Geburt betrachten. Erst dann lässt sich übrigens auch ein sinnvoller Rückschluss ziehen, ob man durch die Geburt im Endeffekt nun zugenommen hat oder nicht.

Mythos sechs: Stillen fördert einen straffen Busen.

Der einzige Moment, wo ein straffer Busen beim Stillen tatsächlich vorkommt, ist gerade dann, wenn du einen Milcheinschuss hattest. Sobald der Stillen vorbei ist, entscheidet nichts anderes als das Bindegewebe darüber, wie straff dein Busen nach dem Stillen eigentlich noch ist. Dementsprechend lässt sich nicht sagen, ob dein Busen nach dem Stillen wieder genauso aussehen wird, wie er das zu Beginn der Schwangerschaft getan hat. Das einzige, worauf du dich definitiv einstellen kannst und worauf du auch beim Abstillen achten solltest, ist, dass du nicht von heute auf morgen das Stillen beendest, da du sonst eine Mastitis also eine Entzündung der Milchdrüsen aufgrund von zurückgestauter Milch riskierst. Es ist besser, über einen längeren Zeitraum hinweg abzustillen und je nachdem, aus welchem Grund und wie das Abstillen vonstattengehen soll, sich hierfür vielleicht auch Unterstützung in Form von Tabletten oder sonstigen Abstill-Hilfen von deinem Frauenarzt zu holen.

Nicht verwirren lassen

Wie du gesehen hast, entsprechen die meisten Mythen nur in einzelnen Punkten oder unter ganz speziellen Voraussetzung der Wahrheit und man muss von daher sehr stark aufpassen, welchem Mythos man glaubt. Das Gemeine ist, dass die Menschen, die dir diese Mythen erzählen werden, in der Regel selbst daran glauben, dass es so ist und es somit schwierig ist zu sagen, was von dem was irgendjemand einem erzählt, tatsächlich korrekt ist, und was davon nur ein Mythos ist. So unangenehm das Ganze auch ist, ohne dass du die Dinge selbst recherchiert hast, wirst du dem Wahrheitsgehalt solcher Aussagen nur schwierig auf den Grund gehen können. Allgemein zeigt dies einmal mehr, wie schwierig es doch teilweise ist, wahre Aussagen von falschen oder zumindest nicht ganz korrekten Aussagen zu trennen. Zum Glück gibt es in der heutigen Zeit fast überall und jederzeit Internet, sodass jeder Mythos, der einem erzählt wird, relativ einfach mithilfe eines Handys oder Rechners nachgeprüft werden kann. Willst du also nicht irgendwelchen Mythen aufsitzen, bleibt dir leider nichts anderes übrig als genau diesen unangenehmen Weg zu gehen und alles was man dir erzählt auf seinen Wahrheitsgehalt hin und seine Korrektheit zu überprüfen. Wir haben hier nur eine kleine Auswahl an Mythen vorgestellt, die rund um den weiblichen Körper nach einer Geburt aufkommen, doch es gibt auch in Bezug auf dein Kind unendliche Mythen, die mehr oder weniger schädlich für dein neugeborenes Kind sein können. So gibt es unter anderem zum Beispiel den Mythos, dass man Säuglinge verwöhnt, wenn man sofort auf ihr Schreien reagiert, dass Babys nie durchschlafen werden, wenn man nach Bedarf stillt und dass man erwarten kann, dass ein Kind wenige Wochen nach der Geburt schon 8 Stunden am Stück durchhält, ohne etwas zu essen zu verlangen. Verlangt das Kind doch innerhalb dieser Zeit, etwas zu essen, so wird gerne angeführt, dass die Muttermilch wohl nicht mehr ausreicht und man deshalb besser abstillen sollte. Bei all dem was wir hier jetzt gerade angeführt haben, handelt es sich um Mythen, die so absolut nicht richtig sind und denen man so auch keinen weiteren Glauben schenken sollte. Was hinter diesen Mythen nun genau steckt und warum das alles so nicht stimmt, obwohl du vielleicht von dem einen oder dem anderen schon einmal etwas gehört hast, das kannst du ja nun versuchen, selbst einmal herauszufinden und somit einen ersten Schritt in ein mythenfreies Leben zu tun.

 

[KaKra]

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