Familie » Familienleben » Partnerschaft & Liebe » Schwangerschaft und Sex

Schwangerschaft und Sex

Paar in der Sonne
Schwanger und Sex, geht das?

Laut einer Studie der Berliner Charité haben werdende Eltern während der Schwangerschaft durchschnittlich 1,5 Mal pro Woche Sex. Aber wie verhält es sich mit denen, die gar keine Lust mehr haben, weil der Bauch vielleicht im Weg ist? Oder jenen, die andauernd wollen? Tatsächlich verändert sich bei vielen Schwangeren die Einstellung zur eigenen Sexualität, sobald sie erfahren, dass sie ein Kind in sich tragen und der Körper somit runder und weiblicher wird.

Auch Männer fragen sich unweigerlich, ob und wie Sex in der Schwangerschaft möglich ist. Kann man beim Geschlechtsverkehr eventuell sogar das eigene Kind gefährden?

Um eines gleich vorweg zu nehmen: Verläuft die Schwangerschaft normal, dann könnt Ihr selbstverständlich Sex haben! Auch die These, Sex während der Schwangerschaft erhöhe das Risiko einer Fehlgeburt, gehört in den Bereich der Mythen und Märchen. Studien haben nachgewiesen, dass Frauen, die während der Schwangerschaft regelmäßig Sex hatten, weniger zu Frühgeburten neigen als andere. Mal ehrlich, warum sollte dem Baby auch schaden, was Mami gut tut?

Aufgepasst werden sollte allerdings, wenn es während der Schwangerschaft zu Komplikationen kommt oder man bereits eine Fehlgeburt hatte. Treten bei Dir Blutungen, Unterleibsschmerzen oder Bauchkrämpfe auf, ist Enthaltsamkeit geboten. Auf Sex verzichten solltest Du außerdem, wenn die Fruchtblase bereits geplatzt ist, der Mutterkuchen falsch sitzt (Placenta Previa), bei Genitalinfektionen, Mehrlingsschwangerschaften oder, wenn sich der Muttermund vorzeitig öffnet. Löst sich zusätzlich der schützende Schleimpfropf, kann es durch Geschlechtsverkehr zu Infektionen kommen, die die Fruchtblase schädigen. Solltest Du Bedenken haben, sprich am besten mit dem Arzt oder der Hebamme.

Ansonsten aber gilt: Dem Baby kann beim Geschlechtsverkehr nichts passieren, da es gut gepolstert in der Gebärmutter liegt. Selbst bei starken Erschütterungen, eventuell ausgelöst durch leidenschaftliche Liebesspiele, schwebt es sicher im Fruchtwasser. Auch die von Männern häufig geäußerte Angst, der Penis könne das Ungeborene verletzten, ist unbegründet, da dies rein physisch nicht möglich ist. Denn der Muttermund liegt zwischen Scheide und Gebärmutter und Baby und Penis berühren sich somit nicht.

Auch der Orgasmus der Frau schadet dem Baby nicht, selbst wenn man danach Kontraktionen in der Gebärmutter spürt. Diese verschwinden wieder und es besteht keine Gefahr, dass die Geburt in Gang gesetzt wird, solange der Muttermund noch fest verschlossen ist. Auch wenn das Baby nach dem Orgasmus wild im Bauch herum zappelt, heißt dies noch lange nicht, dass es mitbekommen hat was „draußen“ passiert. Es ist eher eine Reaktion auf Mamis erhöhten Blutdruck und laut klopfendes Herz. Allerdings hat der weibliche Orgasmus schon Auswirkungen auf die Gebärmutter: Kurzzeitig pumpt die Plazenta nämlich weniger Blut zum Baby hin. Das ist jedoch ein gutes Training für seinen Kreislauf und keinesfalls als Mangel anzusehen, der dem Ungeborenen schadet.

In diesem Artikel:

Seite 1: Sex in der Schwangerschaft - ja oder nein?
Seite 2: Sex in Schwangerschaftsdrittel I, II und III



Dein Kommentar
Noch 1000 Zeichen möglich.

quelle » Dr. Gerhard Oellinger für Mamiweb

Benutzername
Passwort