Die Infektion durch Salmonellen wird als Salmonellose beziehungsweise Salmonellenenteritis (Lebensmittelvergiftung) bezeichnet. Sie wird meist durch die Erreger S. Enteritidis und S. Typhimurium ausgelöst. Insgesamt gibt es um die 2.500 verschiedene Salmonellenarten. Eine Salmonellen-Infektion macht sich durch eine Magen-Darm-Entzündung bemerkbar, die mit Übelkeit, Brechdurchfällen, Kopf- und Bauchschmerzen sowie Fieber einhergeht. Salmonellen kann man weder riechen noch schmecken. Nach 12 bis 48 Stunden treten meist die Symptome auf. Nach einer Woche klingen die Beschwerden dann ab. Was kann man tun, um das Salmonellen-Risiko zu senken? Wertvolle Tipps für Eltern gibt es hier.
Salmonellen: Eine Gefahr
für Kinder
Meist werden Fälle von
Infektionen in Kindergärten, Schulen, Altenheimen oder auf
Straßenfesten bekannt. Für Säuglinge und Kleinkinder stellen
Salmonellen eine echte Gefahr dar. Ihr Immunsystem ist noch nicht
stark genug, eine Infektion abzuwehren. Laut dem Robert-Koch-Institut
sind Kinder unter 10 Jahren am stärksten gefährdet. 30 Prozent der bekannten Fälle betreffen Säuglinge und Kleinkinder. Die meisten Erkrankungen treten zwischen Juli und September auf.
Fiebersenkende
Medikamente sowie elektrolythaltige Flüssigkeiten helfen bei der
Behandlung. Der Durchfall wird dabei nicht unterbunden, damit die Erreger
aus dem Körper gespült werden können. In schweren Fällen sowie im
1. Lebensjahr wird mit Antibiotika behandelt. Eine
Salmonellen-Infektion kann schlimmstenfalls zum Tod führen. Der Arzt ist verpflichtet,
eine Salmonellen-Infektion an das örtliche Gesundheitsamt zu melden.
Eine Untersuchung des Stuhlgangs oder des Erbrochenen schafft
Klarheit. Wichtig ist, dass Maßnahmen getroffen werden, die das
Risiko einer Infektion auf ein Minimum reduzieren.
Wo finden
sich die Erreger?
In den meisten Fällen gelangen die Erreger über Wasser oder verunreinigte Lebensmittel in
den Körper – sie werden somit oral aufgenommen. Der falsche Umgang
mit Lebensmitteln ist die Hauptursache. Herstellungsfehler, falsche
Lagerung, Vernachlässigung von Hygienemaßnahmen, Rohware sowie Verpackungs- und
Transportfehler erhöhen das Salmonellen-Risiko. Auch die Übertragung durch
bereits infizierte Personen ist möglich.
Besonders im Urlaub
ist Vorsicht geboten, denn der Erreger löst nicht nur Salmonellen,
sondern auch Typhus aus (Salmonella typhi). Im Ausland daher immer
nur abgekochtes Wasser trinken, ganz auf Leitungswasser verzichten
und auch beim Zähneputzen mit Mineralwasser aus Flaschen ausspülen.
Vor Reiseantritt am besten eine Typhus-Schutzimpfung durchführen lassen.
Die Impfung kann ab einem Alter von 2 Jahren durchgeführt werden. Gegen andere Salmonellen-Infektionen gibt es keine Impfung.
Besonders
gefährdete Lebensmittel sind:
- rohe Eier (z.B. in
Tiramisu)
- rohes Fleisch (z.B.
Hackfleisch, Mettwurst)
- Muscheln
- Geflügel
- Milchprodukte (z.B.
Speiseeis, Käse)
- Mayonnaise (z.B.
in Fleischsalat)
16 wichtige
Tipps zum Schutz vor Salmonellen:
- das Auftauwasser von
Fleisch und Geflügel sofort entfernen
- Arbeitsflächen
desinfizieren
- rohes Fleisch auf keinen
Fall mit anderen Lebensmitteln in Berührung kommen lassen
- regelmäßiges
Händewaschen ist Pflicht, um die Keimzahl auf der Haut zu reduzieren
- Arbeitsgeräte sofort in
die Spülmaschine geben
- Fleisch mindestens 10
Minuten bei mindestens 75°C garen
- gegarte Speisen unter 7°C
aufbewahren
- gekauftes Hackfleisch
noch am selben Tag aufbrauchen
- Speisen, bei denen
rohes Ei zum Einsatz kommt, beispielsweise Tiramisu, am selben Tag aufbrauchen und durchgehend im Kühlschrank aufbewahren
- die Eierschale vor der
Verarbeitung des Eis mit Wasser gut abspülen – das gilt auch vor
dem Verzehr von Obst und Gemüse
- Frühstückseier 7-8
Minuten kochen. Wer das Ei weich mag, sollte keine Eier verwenden, die älter
als 7 Tage sind. Ein frisches Ei erkennt man daran, dass es auf dem
Boden eines mit Wasser gefüllten Glases liegt
- immer auf das
Haltbarkeitsdatum achten
- gefährdete Lebensmittel
immer frisch kaufen, kühl lagern und schnell konsumieren
- das Einfrieren von
Speisen tötet die Bakterien nicht ab
- Instant-Säuglingsnahrung
mit mindestens 70°C heißem Wasser zubereiten, abkühlen lassen und
umgehend verzehren. Nicht länger als 2 Stunden aufbewahren.
- auch Reptilien oder
andere Tiere können infiziert sein. Das stellt gerade für Kinder
ein Risiko dar. Selbst in getrocknetem Kot sind die Erreger noch 2
Jahre später nachweisbar
- Kräutertees immer mit kochendem Wasser aufgießen und 5-10 Minuten ziehen lassen
- NIE Babyfläschchen mit Wasser und
Teebeutel in der Mikrowelle erhitzen
Informationen zu Brechdurchfall finden die Eltern ebenfalls in unserem Kinderkrankheitenlexikon.
[AKL]