
Foto: mamiweb.de
Fieberkrämpfe bei Kindern
Allgemein
Fieberkrämpfe sind Krampfanfälle, an denen etwa zwei bis sechs Prozent aller Babys und Kinder irgendwann einmal leiden. Manche Ärzte sprechen hier auch von einem „Infektkrampf“, da vor dem Fieber bereits Krämpfe aufgetaucht sind. Typisch bei Fieberkrämpfen ist ein rascher Temperaturanstieg auf 39 Grad Celsius, doch auch bei niedrigeren Temperaturen sind Fieberkrämpfe möglich. Am Häufigsten sind Kinder zwischen fünf Monaten und fünf Jahren betroffen. Man hat festgestellt, dass es Kinder gibt, die eine Veranlagung zu Fieberkrämpfen aufweisen, d.h. sie bekommen schneller Fieberkrämpfe als andere.
Ursachen
Litt ein Elternteil im Kindesalter an Fieberkrämpfe, ist häufig auch der Nachwuchs dafür anfällig. Neben der angeborenen Veranlagung, können auch Virusinfektionen der Auslöser für Fieberkrämpfe sein. Bei Fieber über 39 Grad Celsius kann auch eine Hirnhaut- oder Lungenentzündung verantwortlich sein, weshalb dringend ein Arzt konsultiert werden sollte. Es heißt, dass Kinder nach der kombinierten MMR Impfung (Masern, Mumps, Röteln) Fieberkrämpfe bekommen haben.
Symptome
Folgende Symptome deuten auf einen Fieberkrampf hin:
- Plötzliches Verdrehen der Augen
- Starrer Blick
- Der Atem wird angehalten, die Lippen werden blau
- Kind ist schwer ansprechbar bis hin zur kurzen Bewusstlosigkeit
- Zucken von Armen, Beinen oder Gesichtsmuskeln
- Krämpfe schütteln das Kind
In der Regel dauert ein Anfall nur einige Minuten, so dass das Kind von allein wieder aufhört zu zucken, ruhiger wird und eine normale Gesichtsfarbe zurückkehrt. Sollte der Anfall jedoch länger als fünf Minuten anhalten oder nochmals auftreten, ist sofort der Notarzt zu konsultieren. Nach einem Fieberkrampf sollte generell ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache abzuklären.
Therapie
Ist das Kind bewusstlos sollten ihm auf keinen Fall Medikamente eingeflößt werden. Es ist möglich, dass sich das Kind während eines Fieberkrampfes erbricht. Daher sollte es in eine stabile Seitenlage gebracht werden, um zu verhindern, dass es an dem Erbrochenen erstickt. Auch sollte darauf geachtet werden, dass das Kind „sicher“ liegt und sich während des Fieberkrampfs nicht verletzen kann. Ein Fieberkrampf sollte nicht von außen unterdrückt werden, in dem man das Kind z.B. schüttelt. Nach Abklingen des Krampfes sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Hat ein Kind die Veranlagung zu Fieberkrämpfen oder litt es in der Vergangenheit schon häufig darunter, verschreibt der Arzt meist vorsorglich ein Notfall-Zäpfchen. Nach Verabreichung wirkt es bereits innerhalb von drei bis fünf Minuten.
Bei einem Drittel der Kinder treten zwei bis mehr Fieberkrämpfe auf, wobei diese meist ab dem fünften Lebensjahr vergehen.