1. - 2. Schwangerschaftswoche (1. - 2. SSW)

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Erste und zweite Schwangerschaftswoche
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Erste und zweite Schwangerschaftswoche

Deine erste Schwangerschaftswoche hast Du mit Sicherheit nicht bemerkt! Kein Wunder, denn Du warst ja noch gar nicht schwanger!

In der Medizin beginnt die 1. Schwangerschaftswoche nämlich bereits am ersten Tag der letzten Menstruation. Dieser Zeitpunkt dient als Stichtag zur Errechnung des Geburtstermins nach vierzig Wochen. Möglich wird eine Schwangerschaft, wenn jeden Monat eine Eizelle in einem der beiden Eierstöcke heran reift. Wird eine Frau geschlechtsreif, hat sie in ihren Eierstöcken 300.000 bis 400.000 Eizellen gelagert. Zum Ende der Geschlechtsreife sind es dann nur noch rund 1.000.

Menstruation und erste Zyklushälfte

Die erste Zyklushälfte, beginnt mit der Menstruation. Sie beendet praktisch Deinen vergangenen Zyklus und stößt die Gebärmutterschleimhaut ab, die sich aufgebaut hat, um die Einnistung der befruchteten Eizelle zu unterstützen (nähere Informationen zur Einistungsblutung kannst Du in unserem Beitrag Einnistungsblutung) nachlesen).

Kommt es nicht zur Befruchtung, wird die Produktion des Hormons Progesteron eingestellt. Das Zeichen an die Gebärmutterschleimhaut sich zu lösen und mit der Menstruation abgestoßen zu werden.

Pro Menstruationsblutung, verlierst Du durchschnittlich 60-80 ml Blut, in etwa die Menge von gut einer halben Kaffeetasse. Allerdings wirkt die Gesamtmenge an Blut weit mehr und tatsächlich verlierst Du insgesamt etwa 200 ml Menstruationsflüssigkeit, die aus Blut und Sekret besteht, dazwischen Stückchen von Gebärmutterschleimhaut.

Manche Frauen bluten stärker und oft wird beobachtet, dass Frauen, die mehrfach geboren haben, auch eine stärkere Regelblutung haben. Verlieren Frauen während der Menstruation weit mehr Blut, als durchschnittlich, etwa 100 ml und dadurch auch mehr als die Gesamtmenge von 200 ml Menstruationsfluss, spricht man von Hypermenorrhoe.
Im Schnitt dauert eine Menstruation etwa 5-7 Tage an.
Zu menstruieren ist, so nervig wir Frauen es auch finden, ein wichtiger Teil unserer Fruchtbarkeit, denn durch diesen zyklischen Vorgang, wird Monat für Monat, eine neue Basis für eine mögliche Schwangerschaft geschaffen.

Vorbereitung zum schwanger werden

Bereits während der Menstruation, bereitet einer Deiner Eierstöcke eine Eizelle darauf vor, möglicherweise befruchtet werden zu können. Dein Hypothalamus bildet ein Hormon, das sich Gonadotropin releasing hormone, kurz GnRH nennt. Dieses GnRH wiederum, regt in Deiner Hirnanhangdrüse, der Hypophyse, die Produktion eines Hormons an, das eben den Ansporn gibt, Eibläschen, auch Follikel genannt, heranreifen zu lassen. Dieses besondere Hormon nennt man Follitropin, welches allerdings eher unter der Bezeichnung follikelstimulierendes Hormon (FSH) bekannt ist. Nun wird es geschäftig. Während die heranreifenden Follikel die Östrogenproduktion anregen, die wiederum das Zeichen an die Gebärmutterschleimhaut ist, sich aufzubauen und die Grundlage für die mögliche Einnistung einer befruchteten Eizelle zu schaffen, geht im Eierstock ein regelrechter Kampf los.

Mehrere dutzend Follikel wetteifern im Heranreifen. In der Regel schafft allerdings nur eines ein Stadium, in dem es den anderen Follikeln soweit überlegen ist, dass es eine sehr viel höhere Sensibilität gegenüber dem Hormon FSH entwickelt und gleichzeitig mit der Ausschüttung des Hormons Inhibin beginnt, das in der Hypophyse für eine Eindämmung der FSH-Ausschüttung sorgt. Abgeschnitten von der benötigten FSH-Menge, sterben die anderen heranreifenden Follikel ab, so dass nur das eine übrig bleibt, um mit dem Eisprung seinen Weg durch den Eileiter und einer möglichen Befruchtung entgegen, zu suchen.
Den Zeitraum, in dem die Follikel zu reifen beginnen, bis zum Eisprung, nennt man Follikelphase.

Nach dem Eisprung, gibt es für den Eierstock erst einmal nichts wesentliches zu tun. Findet eine Befruchtung statt, haben die Eierstöcke Pause, bis die Schwangerschaft durch die Geburt beendet wurde. Erst dann beginnen sie erneut, Monat für Monat, Follikel heranreifen zu lassen. Kommt es nicht zur Befruchtung, beginnt ihre Arbeit bereits im neuen Zyklus von vorn.

Um schwanger werden zu können, müssen in der befruchtungsfähigen Zeit der Eizelle aktive und gesunde Spermien im Eileiter sein, die versuchen, in die Eizelle einzudringen. Der fruchtbare Zeitraum in Deinem Zyklus, ist recht kurz und so ist es, wenn Du einen Kinderwunsch hast, wichtig, Deinen Eisprung zu kennen.
Irrtümlich gehen viele Menschen davon aus, dass der Eisprung in der Mitte des weiblichen Zyklus liegt. So ganz stimmt das nicht. Bei einem Zyklus von 28 Tagen, geht man idealerweise von einem Eisprung am 14. Tag nach dem ersten Tag der letzten Regelblutung aus. Diese Rechnung zeigt sich auch besonders dann, wenn Du zur Bestätigung einer Schwangerschaft, zum Frauenarzt gehst. Selbst wenn Du einen etwas abweichenden Zyklus hast oder Deinen Eisprung genau kennst und weißt, dass diese eben nicht genau am 14. Zyklustag war, wird der Frauenarzt meist pauschal mit diesen Daten rechnen, um die Schwangerschaftswoche festzulegen.

Grundsätzlich geht man davon aus, dass in einem gesunden Zyklus, wie lange er auch andauert, der Eisprung etwa 10 bis 16 Tage vor der nächsten Menstruationsblutung liegt. Ein kürzerer Zeitraum wird oft als unmöglich angesehen, um schwanger werden zu können, jedoch gibt es durchaus Fälle, in denen der Eisprung grundsätzlich nur 8 bis 9 Tage vor dem ersten Tag der nächsten Regelblutung lag und es trotzdem zu erfolgreichen Schwangerschaften kam.

Eisprung berechnen

Um nun den Zeitpunkt Deines Eisprungs zu ermitteln, gibt es zwei recht einfache Methoden, von denen eine jedoch etwas langwieriger ist und mehr Disziplin erfordert.

Hierbei handelt es sich um die Messung der Basaltemperatur. Dazu solltest Du wissen, dass mit dem Eisprung, Deine Körpertemperatur etwas ansteigt. Für Dich kaum fühlbar, da es sich in etwa um ein halbes bis eineinhalb Grad Celsius handelt, aber im Vergleich zur sonstigen Temperatur, in einer Temperaturmesskurve eingetragen, deutlich sichtbar.

Wenn Du weißt, Du hast einen recht regelmäßigen Zyklus, misst Du nun, über den Zeitraum von mehreren Monaten, jeden Morgen, vor dem Aufstehen, Deine Körpertemperatur. Dabei ist es wichtig, immer ausreichend Schlaf zu haben, übermäßigen Stress am Abend zuvor und auch größere Mengen Alkohol zu meiden, da sich dies alles verändernd auf Deine Körpertemperatur auswirken kann. Im Vergleich der Temperaturkurven mehrerer Monate, kannst Du nun ablesen, an welchem Zyklustag Deine Körpertemperatur zu steigen beginnt und Dir somit Deinen Eisprung anzeigt.

Die zweite Methode, Deinen Eisprung zu ermitteln, ist die Messung des Hormons LH, auch luteinisierendes Hormon. Etwa 24 bis 36 Stunden vor dem Eisprung, steigt die Konzentration des LH, was im Urin messbar ist. Dazu kann man einen Teststreifen , ähnlich in Aufmachung und Anwendung einem Schwangerschaftstest verwenden. Zeigt dieser einen starken Anstieg des LH an, steht der Eisprung in einem bis eineinhalb Tagen bevor.

Gesund schwanger werden

Noch bevor man schwanger wird, sollte man sich, bei Kinderwunsch, Gedanken über seine Gesundheit und Ernährung machen. Sobald Du schwanger bist, hat Dein Körper Dein Baby mit zu versorgen. Weitestgehend wird zuerst Dein Baby all das bekommen, was es braucht, sofern Du genug davon hast. Ein Mangel in Deinem Körper, könnte also auch zu einem Mangel für Dein Kind führen. Außerdem solltest Du Dir auch immer wieder sagen, dass Dein Körper in der Schwangerschaft, großes leistet. Gönne Dir also das Recht, Deinem Körper zu geben, was er braucht, damit es Dir auch etwas besser geht und Dir die eine oder andere Begleiterscheinung, von der Schwangere oft erzählen, erspart bleibt.

Wenn Du Raucherin bist, versuche bereits vor der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufzuhören. Bedenke dabei, dass es Dir vielleicht nicht gerade leicht fallen könnte, auf die Zigaretten zu verzichten. Du kannst vor der Schwangerschaft langsamer entwöhnen, verzeihst Dir kleine Rückfälle leichter und ermöglichst Dir insgesamt einen Stress freieren Entzug.

Auch auf Alkohol solltest Du nun weitestgehend verzichten. Es ist nichts gegen ein Gläschen in Ehren einzuwenden, allerdings könnten ausschweifende Exzesse auch negative Auswirkungen auf die Erfüllung Deines Kinderwunsches haben.

Kommen wir auf Vitamine und Mineralstoffe zu sprechen, dann lasse bitte die Finger zusätzlicher Einnahme an Vitamin A. Ersetze es lieber durch das Provitamin A Beta-Carotin. Beta-Carotin besitzt die positiven Eigenschaften, die Zellbildung zu unterstützen, ohne jedoch beim Embryo, in zu hoher Konzentration, eventuell Schädigungen an Hirn, Augen und Leber, sowie Wachstumsstörungen verursachen zu können.

Wichtige Vitamine und Mineralstoffe für die Schwangerschaft

Positive Vitamine und Mineralstoffe, mit denen Du bereits bei Kinderwunsch und einige Zeit vor Beginn der Schwangerschaft beginnen kannst, sie Deinem Körper zuzuführen sind:

  • Eisen

    Eisenmangel ist ein Problem, das viele Frauen haben. Eisen unterstützt die Bildung der roten Blutkörperchen und damit den Transport des Sauerstoffs im Blut. Da zu viel Eisen allerdings nicht unbedingt gesundheitsförderlich ist, bespreche Dich bereits bei Kinderwunsch mit Deinem Frauen- oder Hausarzt. Er kann Deinen Eisenwert ermitteln und Dir raten, ob und wie Du Deinen Eisenhaushalt optimieren kannst.
  • Vitamin C

    Nicht nur die Immunabwehr wird durch Vitamin C gestärkt, es unterstützt den Körper auch, Eisen besser aufnehmen zu können. Allerdings kann zu viel Vitamin C auch verantwortlich für Schlafstörungen sein, da es in großer Menge recht munter macht. Es ist daher zu raten, nicht zu viel zusätzliches Vitamin C zu sich zu nehmen und seinen Bedarf aus natürlichen Quellen, wie Obst und Gemüse, zu beziehen.
  • Folsäure

    Man muss es klar sagen, Folsäure-Mangel kann mitverantwortlich sein für Neuralrohrdefekte des Embryos. Diese Neuralrohrdefekte werden in etwa bis zur 6. Schwangerschaftswoche festgelegt, einem Zeitpunkt, an dem viele Schwangere überhaupt erst erfahren, dass sie schwanger sind. Bei einem Folsäuremangel dann erst mit der zusätzlichen Einnahme zu beginnen, kann keine eventuell schon bestehenden Defekte mehr rückgängig machen. Deshalb unbedingt schon bei Kinderwunsch mit der zusätzlichen Einnahme von Folsäure beginnen.
  • Calcium

    Calcium stärkt Zähne und Knochen. Von daher ist es für Mutter und Kind ein wichtiger Mineralstoff. Calciummangel in der Schwangerschaft, kann unter Anderem die Zähne der Schwangeren porös werden lassen. Milchprodukte enthalten viel Calcium, mit dem man seinen Bedarf gut abdecken kann.
  • Vitamin B

    Vitamine B1, B2, B6 und B12 sind wichtig für den Zellaufbau und Entwicklung von Gehirn und Herz. Gerade das Gehirn und Herz, sind bereits in den ersten Wochen nach der Zeugung entwickelt. Es sollte daher bereits von Anfang an eine ausreichende Versorgung mit den B-Vitaminen vorhanden sein.
  • Omega-3 Fettsäuren

    Besonders in Seefisch, befindet sich ein recht hoher Anteil an Omega-3 Fettsäuren, die nicht nur positiv für den Blutdruck sind, sondern auch bei der Entwicklung des kindlichen Gehirns helfen. Während der Schwangerschaft, heißt es, kann Omega-3 Fettsäure helfen, eine Früh- oder Fehlgeburt zu vermeiden. Nach der Geburt hilft sie, die postnatale Depression zu mindern.
[SyKo]

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In der 1. Schwangerschaftswoche ist die Frau genaugenommen noch gar nicht schwanger, sondern erlebt ihre normale Regelblutung. Ihr Körper schafft in dieser Zeit dennoch im Rahmen des normalen Zyklus viele Voraussetzungen für ihre mögliche Schwangerschaft.
Ernährung in der Schwangerschaft
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