Hintergrundinformationen zur Elternzeit

Hier könnt ihr euch über die Neuregelungen der Elternzeit informieren, über die Voraussetzung, die Dauer, die Anmeldung beim Arbeitgeber und den Kündigungsschutz. Die neuen Bestimmungen gelten seit dem 1. Januar 2007 und betreffen euch, wenn eure Kinder ab dem 1. Januar 2007 zur Welt gekommen sind, oder wenn ihr vor dem genannten Datum bereits in Elternschaft wart.

Wann habe ich Anspruch auf Elternzeit?

Ihr habt Anspruch auf Elternzeit, wenn ihr oder eure Partner in einem Arbeitsverhältnis stehen. Die Elternzeit gibt euch die Chance, euch ausschließlich auf euer Kind zu konzentrieren. Voraussetzung dafür ist, dass euer Kind mit euch im selben Haushalt lebt, ihr es überwiegend selbst betreut und ihr während der Elternzeit nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeitet. Sobald sich daran etwas ändert, so dass ihr den Anspruch darauf verliert, müßt ihr das so schnell wie möglich eurem Arbeitgeber mitteilen.

Ihr habt in jeder Art vor Arbeitsverhältnis ein Recht auf die Elternzeit, also auch bei geringfügigen Beschäftigungen, befristeten Verträgen sowie bei einer Teilzeittätigkeit. Das gleiche gilt auch für Beschäftigte von zu Hause aus, Auszubildende, Umschüler oder wenn ihr in der Fortbildung seid. Anspruch auf Elterngeld habt ihr unabhängig davon, wo ihr wohnt. Wichtig ist nur, dass euer Arbeitsverhältnis dem deutschen Arbeitsrecht unterliegt. Seit ihr und der Vater eures Kindes erwerbstätig, könnt ihr frei entscheiden, wer von euch die Elternzeit in Anspruch nimmt sowie den Zeitpunkt. Euch und ihm stehen jeweils drei Jahre der Elternzeit zu.

Wie lange steht mir die Elternzeit zu?

Sowohl euch als auch dem Vater eures Kindes stehen die Elternzeit bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes zu. Ihr habt außerdem die Möglichkeit, einen Anteil von bis zu 12 Monaten der bis zu dreijährigen Elternzeit bis zum Ende des achtens Lebensjahres eures Kindes in Anspruch zu nehmen – das gilt auch dann, wenn ihr Pflege- oder Adoptiveltern seit. Das klappt aber nur, wenn euer Arbeitgeber dem zustimmt.

Ihr könnt die Elternzeit mit eurem Partner in zwei Zeitabschnitte aufteilen – in mehr als zwei, wenn der Arbeitber damit einverstanden ist. Wann die Elternzeit beginnt, könnt ihr frei wählen, ihr solltet aber bedenken, dass die Mutterschutzfrist auf die gesamte Dauer der Elternzeit angerechnet wird. Der Vater kann die Elternzeit direkt nach der Geburt eures Kindes bereits während eurer Mutterschutzfirst in Anspruch nehmen. Interessant ist an der Stelle folgender Beitrag: 3 Jahre Elternzeit

Wie und wann melde ich mich für die Elternzeit an?

Ihr müßt euch spätestens sieben Wochen vor dem Beginn der Elternzeit bei eurem Arbeitgeber für die Elternzeit anmelden – in Ausnahmefällen ist auch eine kürzere Frist möglich, z.B. bei Frühgeburten. Ihr müsst dann auch gleich verbindlich festlegen, wann genau ihr innerhalb von zwei Jahren die Elternzeit nehmen wollt, denn ihr meldet eure Elternzeit grundsätzlich erstmal nur für zwei Jahre an.

Schließt sich die Elternzeit direkt an eure Mutterschutzfrist oder an einen direkt der Mutterschutzfrist folgenden Erholgungsurlaub an, wird die Mutterschutzfrist bei der Zweijahresfrist mitberücksichtigt. In diesem Fall müßt ihr euch in einem Zeitraum bis zur Vollendung des zweiten Lebensjahres eures Kindes festlegen. Wenn ihr die Elternzeit zu einem späteren Zeitpunkt in Anspruch nehmen wollt, beginnt die Zweijahresfrist direkt mit dem Beginn der Elternzeit.

Beantragt ihr oder euer Partner die Elternzeit nur bis zum Endes des erstens Lebensjahrs eures Kindes, verzichtet ihr dadurch auf das zweite Jahr der Elternzeit – eine Verlängerung um ein weiteres Jahr ist dann nur noch mit dem Einverständnis eures Arbeitsgebers möglich. Bis euer Kind drei Jahre als ist, kann die Elterzeit auch ohne die Zustimmung der Arbeitgeberseite in Anspruch genommen werden, auch wenn die Elternzeit erstmal nur für einen Zeitraum von zwei Jahren beantragt werden kann.

Die Anmeldung für die Elternzeit, die über zwei Jahre hinausgeht, muss bis spätestens sieben Wochen vor dem Beginn des dritten Jahres bei eurem Arbeitgeber eingegangen sein. Schaut doch dazu mal auf Antrag auf Elternzeit beim Arbeitgeber & Wieviel Geld während der Elternzeit vorbei, es lohnt sich!

Habe ich Kündigungsschutz?

Seit ihr in der Elternzeit, darf euer Arbeitgeber euch nicht kündigen. Ihr genießt mit der Anmeldung zur Elternzeit einen besonderen Kündigungsschutz. Euer Schutz endet mit dem Ende der Elternzeit. Er trifft auch auf euch zu, wenn ihr während der Elternzeit einem genehmigten Teilzeitjob bei einem Arbeitgeber nachgeht, bei dem ihr auch schon vor der Geburt eures Kindes gearbeitet habt.

Wechselt ihr und euer Partner euch bei der Elternzeit ab, betrifft der besondere Kündigungsschutz den, der sich gerade in Elternzeit befindet. Der Kündigungsschutz gilt nicht in den Arbeitszeitabschnitten zwischen den Elternzeitabschnitten. Es gibt nur ganz seltene Ausnahmefälle, in denen euch der Arbeitgeber kündigen kann. Dafür wendet er sich an die für den Arbeitsschutz zuständige Behörde, um sich von ihnen die Genehmigung dafür zu holen.

Dabei kommen die Allgemeinen Verwaltungsvorschriftgen zum Kündigungsschutz bei Elternzeit zum Zuge. Die Behörde muss euch dann die Chance geben, sich zu der Kündigung zu äußern. Eine Kündigung wird von der Behörde auch nur bei Betriebseinstellung oder Gefährdung seiner Existenz erlaubt. Seit ihr gegen die Kündigung, müßt ihr innerhalb von drei Woche nach der Bekanntgabe eine Klage beim zuständigen Arbeitsgericht einreichen.

Wollt ihr selbst nach Ablauf der Elternzeit kündigen, könnt ihr das unter der Einhaltung der Sonderkündigungsfrist von drei Monaten tun. Wenn ihr während der Elternzeit euer Arbeitsverhältnis beenden möchtet, gelten die „normalen“ gesetzlichen, traiflichen und vertraglich vereibarten Kündigungsfristen.

Werft doch dazu mal einen Blick auf: Wann muss ich nach der Elternzeit kündigen

So, nun habe ich eine ganze Menge für euch zusammengetragen – dies mal als grober Überblick zum Thema!

Das Wichtigste: Für die Elternzeit braucht ihr keine Zustimmung eures Arbeitsgebers, sie steht euch gesetzlich zu – euer Arbeitgeber muss euch die Elternzeit bescheinigen.