Zerrissene erste Monate

Pusteblume204
Pusteblume204
15.01.2020 | 4 Antworten
Ich weiß gerade nichtmal, ob ich mir das alles nur von der Seele schreiben will oder warum ich das mache ... Aber vielleicht ist/war ja jemand in einer ähnlichen Situation und kann erzählen wie damit umgegangen wurde und welche Lösungen gefunden wurden.

Wir leben aufgrund des Berufs meines Mannes in einem Entwicklungsland, weshalb wir von Anfang an beschlossen haben dass ich ca 2 Monate vor Geburtstermin nach Deutschland fliegen würde und mein Mann kommt dann spätestens 3 Wochen vor dem Termin nach. So weit so ok. Der Plan danach war, dass er aufgrund eines unvorhergesehenen Personalwechsels etc ab da von D weiter arbeiten würde statt Vaterzeit zu nehmen. In seinem Feld ist es prinzipiell möglich von überall aus zu arbeiten für eine Weile.
Jetzt stellt sich aber heraus, dass es doch nicht geht (vom Chef aus) er muss also nach der Geburt wieder zurück und würde dann versuchen Urlaub zu nehmen um uns abzuholen und mit uns zurück zu fliegen. Wir müssen für die Impfungen allerdings 2, 3 Monate in Deutschland bleiben.
Jetzt weiß ich nicht ob es die Hormone sind oder ob ich es in einer Woche noch genauso schrecklich finde aber seit wir das wissen könnte ich nur noch heulen, weil er alles am Anfang verpassen wird. Weil wir nichtmal die Chance haben langsam zusammen in die Elternrolle zu wachsen sondern auf zwei verschiedenen Kontinenten und Zeitzonen sein werden.
Er versteht nicht dass ich kein Verständnis zeige dass er es wenigstens versucht da zu sein. Ich verstehe nicht wie er wortwörtlich sagen kann dass es ok Ist. Und er versteht nicht wie ich das als so schlimm empfinden kann.
Ich fühle mich und den kleinen Zwerg durch das alles so unter Druck gesetzt, als müsse ich ihn so schnell es geht aus mir rauspressen, sofort wieder fit sein, er auch, ihn impfen lassen und flugbereit sein, wenn ich ein Familienleben möchte.
Ich bin sicher dass ich hormonell bedingt überreagiere, und dennoch fühle ich mich so hilflos und zerrissen ...

War jemand in einer ähnlichen Situation und wie seid ihr dann damit umgegangen?
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1 Antwort
Ich war zwar noch nie in einer solchen Situation aber ich kann Deine Gefühle trotzdem gut verstehen denke ich mal. Es ist vollkommen nachvollziehbar, daß Du jetzt total enttäuscht bist, daß es bei Euch nicht den eigentlich typischen Verlauf einer werdenden Familie nimmt. Nämlich Kind zeugen, Schwangerschaft und Geburt gemeinsam erleben, dann nach Hause und zusammen die ersten Wochen das Baby und die gemeinsame erste Zeit genießen. Auch wenn Du es vielleicht anders siehst, aber es gibt viele Frauen denen es ähnlich ergeht. Wo der Mann direkt nach der Geburt wieder zur Arbeit muß und sie sind dann alleine zuhause mit Baby. Er ist dann zwar abends wieder zuhause, aber oft ist das auch nicht wirklich viel. Dann wird zusammen gegessen, ein, zwei Worte gesprochen und schon bald geht´s ins Bett und dann geht der Tag allein mit Baby wieder los. So ganz anders ist es dann auch für viele Frauen also nicht. Ihr könntet die Zeit z.B. mit skypen überbrücken. Ist natürlich nicht das Gleiche als wenn Dein Schatz bei Euch wäre, aber auch die Zeit der Trennung wird rumgehen und ihr seid wieder zusammen. Es sind "nur" zwei, drei Monate, also nur ein paar Wochen und die gehen auch vorbei. Ich weiß es tröstet nicht unbedingt, aber frag mal die Frauen von Soldaten, die in einen Auslandseinsatz ziehen müssen. Denen geht es oft noch schlimmer, weil die Männer dann mehrere Monate im Ausland sind und absolut nichts von ihrem Kind mitbekommen. Manche müssen sogar ihr Baby alleine zur Welt bringen, weil die Männer keinen Urlaub bekommen. Du hast Deinen Mann dann an Deiner Seite. Ja, es ist natürlich nicht schön, wenn die ersten Wochen soviele Kilometer zwischen Euch liegen. Aber wie gesagt: es sind nur ein paar Wochen. Du wirst das schaffen. Bei der heutigen Technik gibt es wie gesagt genug Möglichkeiten, daß ihr miteinander reden und Euch sogar sehen könnt. Und ja, Du hast recht. Es spielen die Hormone jetzt natürlich auch noch eine Rolle, daß Du so starke Gefühle hast und so aufgewühlt bist. Versuche Dich zu beruhigen, lenk Dich ab. Es tut dem Kleinen nicht gut, wenn Du Dich so verrückt machst. Ihr werdet noch sehr viel Zeit haben, in die Elternrolle hinzuwachsen. In den ersten Wochen braucht Dein Baby sowieso hauptsächlich Dich als Mama. Es ist zwar schön, wenn der Papa dann auch da ist, aber Euer Baby wird damit klarkommen. Der Papa wird ja da sein wenn es zur Welt kommt und auch später. Nur eben ein paar Wochen nur über Skype oder einer ähnlichen Verbindung. Dein Schatz wird alles tun um schnell bei Euch zu sein. Mehr geht einfach nicht.
babyemily1
babyemily1 | 15.01.2020
2 Antwort
deine Erwartungen kann er nicht erfüllen, das Leben ist leider kein Ponyhof, du wirst dich noch mit vielen Sachen abfinden müssen, Ihr habt auch für ein Kind entschieden, wie geht das dann, wenn mal Schule ansteht und dein Mann so einen Job hat?
eniswiss
eniswiss | 15.01.2020
3 Antwort
@babyemily1 Danke für deine Antwort! Hat irgendwie schon gut getan sie zu lesen :) Ja du hast schon Recht ... Es ist ja auch hauptsächlich das rosarote Bild von uns dreien das da zerbricht. Ich habe in D ja wenigstens unsere Familien zur Unterstützung also besser so Rum als dass ich hier wäre und er muss dann plötzlich weg und dann bin ich wirklich ganz alleine. Es macht mir nur einfach etwas Angst. Auch wie wir es hinbekommen uns als paar neu zu definieren, weil natürlich durch den kleinen erstmal alles neu und anders wird. Also wie wir das auf die Distanz schaffen meine ich. Vermutlich muss ich es auch einfach auf mich zukommen lassen ... Aber das Karussell wenn man in Gang ist hört nicht so leicht auf sich zu drehen ... Wie sehr hat sich die Beziehung denn bei euch verändert? Hast du vielleicht einen Tipp auf was man ganz besonders achten sollte so im Nachinein? :)
Pusteblume204
Pusteblume204 | 15.01.2020
4 Antwort
Was immer hilft ist miteinander reden. Wenn einem irgendwas auf der Seele brennt muß man eben darüber mit dem Partner/der Partnerin sprechen. Nur so können Probleme aus der Welt geschafft werden. Eltern zu werden ist natürlich ein großer Schritt in einer Partnerschaft. Was da auch wichtig ist, ist Kompromißbereitschaft. Nicht nur denken: "Puh, bin ICH kaputt und groggy!" sondern eben auch: "Wie geht es meinem Partner?" Und man muß auch delegieren können und damit dem Partner zutrauen, daß er es auch schafft das Kind zu versorgen. Viele Mamis haben da große Probleme mit. Aber Papa kann genauso gut wie die Mama die Windeln wechseln oder den Zwerg baden. Dann auch wirklich mal rausgehen und die Zeit nutzen abzuschalten und die Batterien aufladen. Schwächen zugeben ist meiner Ansicht nach auch wichtig. Wenn man merkt, daß man an seine Grenzen kommt, es zugeben und mal um Hilfe fragen. Man muß auch als Frau nicht immer "alles schaffen" und perfekt sein. Aber ich denke mal, diese Dinge sollten eigentlich in einer Partnerschaft sowieso normal sein. Aber leider gehen sie oft unter im Alltag. Wie Du schon schreibst, lass es einfach auf Euch zukommen. Es wird sich mit der Zeit einspielen, zum Beispiel wer sich wann mit dem kleinen Zwerg beschäftigt, wer ggf. das Fläschchen macht oder sich mal ausruhen "darf". Daß Du Dir jetzt Gedanken darüber machst, wie alles werden wird ist auch ganz normal in dieser Zeit. Das geht den meisten Frauen so. Es ist einfach Neuland und gerade beim ersten Kind ist alles auch sehr aufregend. Das war bei mir nicht anders und ich denke mal bei den anderen Mädels hier um Forum auch so. Mama bzw. Papa sein ist einfach ein fordernder Job und wie auch bei anderen Jobs ist man vor Antritt nervös, gespannt, neugierig und aufgeregt. Ganz normal, wenn man nicht wirklich weiß was einen erwartet. Aber wenn man dann erstmal eine Zeitlang den Job gemacht hat, kommt mit der Zeit auch die Routine und man lächelt dann darüber, wie unsicher man vorher war. Es ist schön, daß Deine Familie Dich dann unterstützen wird am Anfang. Das ist sehr viel wert, denn viele Frauen haben noch nicht mal das. Sie sind dann ganz alleine, ohne Familie und ohne Partner. Du hast diesen Frauen da einiges voraus. Hast Du einen Laptop? Wenn nicht würde ich mir da noch einen anschaffen so daß Du und Dein Schatz dann nach der Geburt z.B. über Skype oder ICQ Euch dann sehen könnt. Es geht dann da besser als nur über Handy, wo das Bild dann kleiner wäre. Dann kann Dein Mann auch Euren Zwerg besser sehen und es wird dann vielleicht nicht ganz so arg werden. Die Soldatenfrauen machen das auch oft so und überbrücken dann so die Zeit, bis sie ihren Schatz wieder in den Armen halten können. Und auch für den Mann wird es dann etwas leichter, weil er das Baby dann so oft es geht sehen kann.
babyemily1
babyemily1 | 15.01.2020

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