Das ist einfach nur Heftig ..

DASM
DASM
17.10.2014 | 35 Antworten
Hallo zusammen,

hab gerade das hier auf Facebook gefunden:

https://www.facebook.com/ulrike.sennhenn/posts/801411336587490

Was sagt ihr dazu? Ich finde es so heftig, kaum vorzustellen was die Eltern durchmachen müssen ..

Gruß Stefan
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35 Antworten

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21 Antwort
@xxWillowXx Was heißt, den Eltern die Schuld geben. Ob sie geahnt haben, dass es soweit geht, weiß ich nicht. Aber ja, sie haben den Prozess bewusst angeleiert und wollten, dass die Hebamme bestraft wird. Das ist meine Info. Was dann im weiteren Verlauf passiert ist, weiß ich nicht. Ich hatte mit einer Freundin dieser Hebamme damals ein Gespräch, kurz nachdem das passiert ist und die Anklage im Raum stand. Der Prozess hatte damals noch nicht begonnen, aber es war klar, dass da einiges nicht so gelaufen ist, wie es sollte und die Hebamme schlechte Chancen hatte, den Prozess zu gewinnen. Und so ist es dann auch gekommen. Hier von Schuld zu sprechen, ist eh kritisch. Natürlich waren die Eltern verzweifelt. Wie hätten wir in deren Situation gehandelt? Aber wenn man sich ansieht, wie seit einiger Zeit mit Hebammen verfahren wird, stellt sich für mich einfach die Frage, was dahinter steckt, dass eine 60-Jährige Hebamme, die so viele Jahre einwandfreie Arbeit geleistet hat , so bestraft wird. Selbst WENN sie einen Fehler gemacht HÄTTE! Menschen machen Fehler. Deswegen ist sie doch keine Mörderin. Wie viele Ärzte wurden denn bisher verknackt, weil sie während einer OP einen tödlichen Fehler gemacht haben? Aber darum geht es hier ja nicht mal. Es geht hier offenbar um was ganz anderes. Wenn man sich das durchliest, wie viele Fehler NACH dem Tod gemacht worden sind, dann bleiben doch fast keine Fragen offen bzw. alle Fragen offen, oder? Vielleicht hast du das verfolgt, wie Hebammen dastehen und warum. Weil die Versicherungen nicht mehr bezahlbar sind für die Hebammen und das Risiko einfach zu hoch, dass was passiert, weil sie dann dafür in den Bau gehen. Hier haben wir das Paradebeispiel. Ich halte das für eine abgekarterte Sache, da bin ich ehrlich.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 17.10.2014
22 Antwort
Wir wissen nie wie wir selbst als Eltern in dieser Situation gehandelt hätten ... Das die Eltern total verzweifelt und fertig sind ist ja verständlich und dad es einfach heftig für sie gewesen sein muss.. Fakt ist sie müssen sich doch vorher über die Risiken im klaren gewesen sein Eine beckenendlage ist nicht ohne und mein Sohn war auch eine beckenendlage ich habe auf rät der Ärzte nach der Aufklärung einen geplanten Kaiserschnitt machen lassen weil alles andere mir zu unsicher war. Klar es gibt Leute die gebären normal ... Und es läuft alles gut.. Meine Tante ist eine Hausgeburt und eine beckenendlage gewesen ... Früher wurden ja sehr sehr oft Hausgeburt gemacht ... Aufgrund von sauerstoffmangels ist sie körperlich und behindert und eingeschränkt sie benötigt bei allem.Hilfe. Leute es ist nicht ohne man wird aufgeklärt. Die Risiken und auch die Folgen muss man selbst als Eltern tragen. Und leider Gottes ist es aber nun mal so, dass alle die im Gesundheitswesen Altenpflege etc arbeiten mit einem.Bein im Knast stehen ...
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 17.10.2014
23 Antwort
Das ist so das was ich dazu sagen kann, was und wie das da letzten Endes alles abgelaufen ist ... Weiß denke ich keiner so richtig ... Die meisten glauben nun mal.Was sie hören ... Es interessiert aber auch scheinbar niemanden wie es der Hebamme dabei gehen muss. Die hat wahrscheinlich schon eh genug mit sich selbst zu kämpfen weil diese Sache nun mal passiert ist.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 17.10.2014
24 Antwort
Ohne alle Antworten gelesen zu haben. Anna ist/war meine ... Freundin, Hebamme Hausärztin, Kinderärztin, Lehrerin, Vertraute. Ohne sie, wüsste ich nicht einmal wie man das Wort Beckenendlage schreibt! Alles was ich kann und weiß, habe ich von ihr gelernt. Sie ist für fast alle Hausgeburtshebammen in Deutschland eine feste Größe. Ich war bei der Geburt von Greta nicht dabei, weiß aber um das was gelaufen ist um einiges mehr als das was in den Medien zu lesen ist/war. Ich war bei fast allen 59!!!! Prozesstagen im Gerichtssaal anwesend, habe zwei mal 1, 5 Std. im Zeugenstand gesessen. Eine Ärztin für Totschlag anzuklagen und auch zu verurteilen, ist absurd. Das Urteil lautet ... schuldig und die Haftzeit beträgt 6 Jahre und 9 Monate.Hinzu, ein lebenslanges Berufsverbot als Ärztin und als Hebamme. Im Moment läuft der Antrag auf Revision. Bis darüber entschieden ist, bleibt Anna auf freiem Fuß. Die Kosten belaufen sich auf bisher auf 120.000 €. Der Richter war darüber schockiert dass wir Hebammen zu spenden aufgerufen haben um Anna finanziell zu unterstützen. Sie steht ohne Einkommen da und ... ihr gesamtes Lebenswerk ist zerstört. Für den Richter haben wir Hebammen ein Bild von fachlichen Idioten die aus einer Weltanschauung heraus das Leben von Müttern und Kindern aufs Spiel setzen abgegeben. Auch war er entsetzt, dass wir offensichtlich mehr Anteil und Mitgefühl für die Angeklagte haben als für die Eltern! So ein Schwachsinn! Jede Hebamme ist betroffen und entsetzt wenn ein totes Kind geboren wird. Es geht nicht um Schuldzuweisungen aber ... diese Eltern waren bestens aufgeklärt und stehen, wie die Hebamme auch, mit in der Verantwortung. Über die Gutachten die da von Ärzten abgegeben worden sind, lass ich mich jetzt nicht näher aus, sonst hau ich den PC kaputt! Dieser Prozess hat maßgeblich mit dazu beigetragen, dass immer mehr Hebammen keine Geburtshilfe mehr leisten. Ich gehöre dazu, was mich total wütend macht denn ... die Hexenverbrennung läuft heute noch, nur subtiler! Wer Anna unterstützen möchte, kann sich gerne an mich wenden .
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 17.10.2014
25 Antwort
Die arme Hebamme :- (
tatiii00
tatiii00 | 17.10.2014
26 Antwort
@Heviane Ich habe es so ähnlich weiter unten geschrieben und dich damit gut vertreten, denke ich. Schön, dass du dich nun selber geäußert hast.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 17.10.2014
27 Antwort
Ich bin sprachlos. Selbst WENN es fahrlässig gewesen wäre oder was auch immer ... ich wusste nicht, dass man jemanden dafür anklagen kann? Angenommen sie hätte einen Fehler gemacht, dann wäre das doch auch leider nur menschlich gewesen, in solchen Berufen kann man jemanden doch nicht dafür anklagen??? . Versteh das nicht. Gehen wir davon aus sie wollte das Kind unbedingt in BEL entbinden obwohl es vielleicht wirklich anders besser gewesen wäre ... dann hat sie es doch nicht mutwillig umgebracht? Man kann doch auch als erfahrene Hebamme mal "Pech" haben ... bin echt sprachlos. Abgesehen davon, dass man ja nichtmal weiß, was genau war ... ich wusste wirklich nciht, dass man in den medizinischen Berufen jemanden anklagen kann, wenn er nicht grade einen ganz offensichtlichen, absichtlichen Fehler gemacht hat.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 17.10.2014
28 Antwort
@Heviane Kann mann denn sonst wirklich nichts dagegen tun? Ich meine es gibt so viele Leute dennen Fehler unterlaufen ... Und wir sind alles nur Menschen ... Und sie hat ja auch in dem sinne keinen Fehler gemacht. Aufgeklärt wurde doch ... Und welche Risiken was mit sich bringt. In der Altenpflege fängt es ja schon dabei an das einer falls man nur vergisst wo ein Bettgitter hochzuziehen und es passiert was ist mab dran ... Es ist schlimm und es ist auch scheiße ... Denn die Leute im Gesundheitswesen haben es wirklich auch nicht leicht.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 17.10.2014
29 Antwort
Man macht sowas nicht mit Absicht ... Es passieren Fehler ... Jetzt mal an alle Krankenpfleger und Schwestern alle aus der Altenpflege ... Wie oft kommt es vor das mab schon mal falsche Medikamente gestellt hat oder auch Sachen vertauscht. Das jemand stürzt weil man kurzzeitig in einem anderen Zimmer war ... Jeder kennt Fehler. Und niemand ist fehlerfrei
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 17.10.2014
30 Antwort
@Goldmaus88 Der Mensch an sich braucht immer jemanden, den er für schlimme Dinge, für Fehler verantwortlich machen kann. Er bildet sich ein, dass es ihm besser geht, wenn er mit dem Finger auf jemanden zeigen und "schuldig" brüllen kann. So sind die meisten Menschen gestrickt. Denk daran, was passiert, wenn irgendwo ein Unfall passiert, ein Autounfall, ein Zugunglück usw. Natürlich ist es wichtig, zu schauen, was genau passiert ist. Bei einem Zugunglück oder Flugzeugabsturz geht es ja auch um technische Mängel, die man für die Zukunft vermeiden möchte. Aber es geht IMMER auch darum zu gucken, ob der Mensch das verbockt hat, um dann nacher zu brüllen: "Du bist Schuld." Und wem bringt das was? Wer fühlt sich dadurch besser? Keiner! Wenn sie einen Schuldigen für irgendwas gefunden haben, merken sie alle, dass es ihnen ihre Lieben nicht zurück bringt und sie versinken in dumpfes Brüten, weil der Schmerz nicht besser wird, nur weil man sich an dem bösen Täter gerächt hat, der einen Fehler gemacht hat. Der Mensch ist einfach ein Idiot auf diesem Gebiet, er hat immer noch nicht gelernt, dass es nicht hilft, einen Schuldigen zu finden, vor allem, wenn da gar kein Schuldiger ist. Das ist sehr schön auch in den Staaten in den USA zu sehen, wo die Todesstrafe noch existiert. Die Angehörigen von Mordopfern sitzen da und wollen endlich Vergeltung für den Tod eines Familienmitglieds. und dann sitzen sie wie die Geier bei der Hinrichtung und denken: "Endlich wird der Tod meiner Tochter/meines Vaters etc. gerächt." Und wenn du sie später befragst, ob es ihnen besser geht, sagen sie ALLE: "Nein, aber es tut mir gut, zu wissen, dass der Mörder auch tot ist." Man sieht, es ist einfach alles Bullshit, und trotzdem legt der Mensch verdammt viel Energie in das Streben nach Vergeltung und Rache bzw. einer zweifelhaften Gerechtigkeit. Was Annahme einer Situation und Vergebung bewirken kann, ist den meisten Menschen fremd. Leider. Wir sollten alle mehr nach Vergebung streben, so viel ist sicher. http://www.youtube.com/watch?v=EIkywrKVWAo Pflegeberufe bzw. medizinische Berufe anrichten können, sollten entsprechend entlohnt werden. Das gilt meiner Ansicht nach nicht nur für Hebammen und Pfleger sondern auch für Lehrer, Erzieher, Integrationshelfer, Sozialarbeiter etc. Unsere Gesellschaft hat noch nicht verstanden, wie wichtig diese Berufe sind und es wird nicht ewig Menschen geben, die so einen Beruf aus Idealismus ergreifen. Dafür sind die Bedingungen in den Jobs einfach zu mies. Da hauen viele und immer mehr in den Sack und das sollte uns allen zu denken geben.
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 17.10.2014
31 Antwort
@Heviane grauenhaft : ( kann mir garnich vorstellen wie man ihr sowas antun kann ..
DASM
DASM | 17.10.2014
32 Antwort
Ich kann verstehen dass die Eltern einen Schuldigen suchen. Irgendjemand, zu dem sie sagen können: Du bist Schuld! Du bist Schuld, dass wir unsere wundervolle Tochter nicht liebevoll in die Arme schliessen können. Dass wir sie nichr aufwachsen sehen können. Dass sie nicht lebt. Ich kann das wirklich sehr gur verstehen. Denn die schreckliche Wahrheit, dass keiner Schuld hat, dass Menschen krank sein können und einfach sterben. Ohne ersichtlichen Grund. Das ist schwer zu ertragen ... Aber egal wie vie Wut und Trauer da ist, dieser Prozess ist so tragisch, weil hier der Schuldige in der Person gesucht wird, die einfach nur helfen wollte und an dem schrecklichen Ende nichts ändern konnte. Es gibt viel zu viele Dinge, die für Anna sprechen und ich hoffe dass das Gericht das auch so sieht und diese Hetzjagd gegen sie und gegen Hausgeburten ein Ende hat.
Zenit
Zenit | 17.10.2014
33 Antwort
Als ich 2009 Heviane hier kennen lernte und wir uns anfreundeten, sah ich in ihr nicht primär die Hebamme, sondern eine Mami, wie viele hier, die mit Herz und Verstand, viel Humor, aber vor allem einer Bodenständigkeit, vielen werdenden Müttern Tipps und Ratschläge gab, die ihnen Ängste nehmen konnten und sie sich selbst, als Frauen, mehr vertrauen lassen konnten. Durch die Freundschaft und unsere Kontakte, unsere Treffen, lernte ich auch Menschen in ihrem Umfeld kennen. Kolleginnen, ihre Familie, alles Menschen, die eine hohe Kompetenz besitzen und der angeklagten Ärztin und Hebamme, ihr volles Vertrauen geben, da diese Ärztin sich für die Rechte der Frau einsetzt, Geburt als das anzusehen, was es ist: eine von der Natur gegebene Fähigkeit, bei der medizinisch nur dann eingegriffen werden sollte, wenn Gefahr in Verzug ist, statt, wie es so häufig, vor allem in Klinikgeburten der Fall ist, Komplikationen durch unnötiges Dazwischengehen, erst geschaffen werden. Anna ist Ärztin und Hebamme aus Berufung. Seit Jahrzehnten setzt sie sich dafür ein, dass Frauen ihre Selbstbestimmung bei der Geburt, nicht an einer Kliniktür abgeben müssen. Denn genau das passiert tagtäglich in Deutschland. Wir lesen es auch hier, bei Mamiweb, immer wieder. Wie oft erzählen Mütter von Geburten, die vorangetrieben werden sollten, von Einleitungen, weil nach Kalender gearbeitet wird, von daraus resultierenden Komplikationen, letztendlich durchgeführten Kaiserschnitten und Müttern, die mit dem Gefühl, versagt zu haben, sich nicht mehr vertrauen zu können, zurückbleiben und oft genug, später, in eine weitere Schwangerschaft gehen, in die sie keinerlei Selbstvertrauen mehr, in sich und ihren Körper mitnehmen? Statistiken zeigen, dass die Hausgeburten in Deutschland weit geringere Zahlen an Komplikationen unter Geburt nachweisen, als vergleichsweise Klinikgeburten. Unsicherer ist die Hausgeburt also keinesfalls. Aber sie könnte zur Gefahr für die Kliniken werden, die in der heutigen Zeit darum kämpfen müssen, ihre Betten voll zu kriegen, ihre Stationen nicht schließen zu müssen. Allein aus wirtschaftlichen Interessen, muss da natürlich die Hausgeburt als „Fluch“ dargestellt werden, der den „Segen“ Klinikgeburt bedroht. Warum kämpfen Hausgeburtsebammen in den letzten Jahren um ihre Existenz? Ganz sicher nicht, weil Frauen lieber in Kliniken gehen, um dort zu gebären. Ein Trend zeigt, dass immer mehr Eltern der Hausgeburt vertrauen und ihre Kinder gern zu Hause auf die Welt kommen lassen würden. In Begleitung einer erfahrenen Hebamme, die bei Komplikationen umgehend die Verlegung in die Klinik veranlasst. Aber jedes Kind, das zu Hause geboren wird, bedeutet eben auch, dass für dessen Geburt keine Klinik mit verdient. Der Berufsstand der freiberuflichen Hebamme, die auch Hausgeburten begleitet, wird systematisch zerstört. Entweder die Hebammen in die Kliniken zwingen und sie Ärzten unterstellen – die wohlgemerkt allein keine Geburt begleiten dürfen – oder ausrotten, damit von dieser Seite aus, keiner Klinik mehr Gefahr droht, Gelder aus Geburten zu verlieren. Also musste man dafür sorgen, dass die Hausgeburtshebammen daran gehindert werden, ihren Beruf auszüben. Durch Angstmache bei den Eltern schaffte man es nicht. Also musst man den Hebammen wirtschaftlich das Genick brechen. Immer wieder Erhöhungen der Haftpflichtversicherungsbeiträge und letztendlich der Wegfall dieser Versicherungsmöglichkeit. Wenn keine Versicherungsgesellschaft mehr Haftpflichtversicherungen für Hebammen anbietet, können diese sich auch nicht mehr versichern und sind gezwungen, da sie nur mit Versicherung arbeiten dürfen, entweder ihren Beruf aufzugeben oder ausschließlich Klinikgeburten zu betreuen, für die sie von den Kliniken versichert sind. Die Hexenjagd findet also schon seit Jahren statt und rottet den Berufsstand aus. Was hat das mit Anna zu tun? Wie kann man am besten dazu beitragen, dass Eltern aufhören, das Recht auf Hausgeburt einzufordern? Natürlich, man muss ihnen nur implantieren, wie gefährlich das ist. Anna wird hier von Prozessführenden und Medien vorgeführt, als sei sie eine gewissenlose Mörderin. All ihre persönlichen Statistiken, die jede noch so gute Geburtsstation in den Schatten stellt, da die Kinder unter Annas Begleitung sicherer und gesünder auf die Welt kamen, werden ignoriert. Die Presse, die eben nicht, wie beispielsweise Heviane, in der Verhandlung dabei war, stützt sich auf Hörensagen. Und der Mensch liebt in der Regel Schlagzeilen. „Böse Hebamme hat Kind auf Gewissen“ macht sich da doch weit besser als „Hebamme wird zu Unrecht angeklagt, da Kind in Hausgeburt starb“. Ich weiß, wie es für Eltern ist, ein Kind zu verlieren, in der Trauer auch nach einem Schuldigen zu suchen, weil es dann einfacher ist, mit dem eigenen Schmerz umzugehen. Aber ich muss mir auch immer vor Augen halten, dass es manchmal eben nicht nur zu Schicksalsschlägen kommt, weil jemand versagt hat. Und ich muss fair sein, meine eigene Mitverantwortung erkennen. Die Eltern des kleinen Mädchen wollten auf jeden Fall den KS vermeiden. Sie sind auf Anna zugekommen, sie sind nicht nur ein paar hundert Kilometer zu ihr gefahren, sie haben eine Entfernung von weit mehr als tausend Kilometer auf sich genommen, weil sie mit Anna entbinden wollten, einer der wenigen Koryphäen, die eine große Erfahrung bei der spontanen Entbindung einer BEL besitzt. Es war also eine bewusste und geplante Entscheidung der Eltern, die von ihnen gründlich durchdacht und geplant wurde, denn sonst hätten sie dies alles nicht so vorbereiten können. Ich sage nicht, dass damit die Eltern Schuld am Tod des Kindes haben. Damit will ich nur sagen, dass es eben von ihrer und Annas Seite nur beidseitig den Willen gab, dem kleinen Mädchen die Chance zu geben, natürlich auf die Welt kommen zu können. Die Chronologie von Annas begleiteten Geburten zeigt, dass sie keine unnötigen Risiken einging, dass sie stets richtig handelte, denn sonst wären in den Jahrzehnten ihrer Tätigkeit, gerade aus der Tatsache heraus, dass sie auch oft kompliziertere Geburten begleitete, keine Statistik entstanden, die – bis 2008 – so makellos war. Was die belastenden Gutachten im Prozess betrifft, spricht es wohl eine eigene Aussage, wenn diese von Experten getroffen wurden, die die Hausgeburt gern als Vergangenheit sehen würden. Ja, ich bin davon überzeugt, dass Anna und ihre Existenz hier stellvertretend für einen ganzen Berufsstand zerstört werden. Zugunsten der Klinikentbindungen und zum Nachteil der Eltern, die sich selbstbestimmt für eine Hausgeburt entscheiden wollen. Wir alle werden, aus wirtschaftlichen Interessen im Gesundheitswesen manipuliert, in Ängste und Fremdbestimmung getrieben, gehen dagegen nicht an, nicht auf die Straße und demonstrieren, teilen bei FB lieber Menschenrechtsverletzungen in anderen Ländern, als die Manipulationen und Fremdbestimmungen, unter deren Scheffel wir gedrückt werden. Und Anna, so pathetisch das nun auch klingen mag, ist für mich dabei eine Märtyrerin. Leider. Denn ich bin fest überzeugt, dass sie darauf gern verzichten würde, dafür aber immer noch Eltern und Kinder auf dem sanfteren und nicht unsichereren Weg für den Start ins Leben begleiten dürfte. Aber solange wir alle die Manipulationen akzeptieren, die uns die Hebammen von unserer Seite wegnehmen, die uns bestärken, uns selbst zu vertrauen, wird die Hexenjagd ungehindert weitergehen und sicherlich noch mehr Opfer fordern, wie hier Anna.
Moppelchen71
Moppelchen71 | 17.10.2014
34 Antwort
@Heviane wie kann man denn Anna helfen???
fela2005
fela2005 | 17.10.2014
35 Antwort
@fela2005 Nur durch Gedspenden ... alles andere müssen die Anwälte machen und die kosten eben viel Geld!
Gelöschter Benutzer
Gelöschter Benutzer | 17.10.2014

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