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Die Ernährung beeinflusst die Fruchtbarkeit der Frau

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Sigrid Rossmann/ pixelio.de
Ernährung beeinflusst die Fruchbarkeit
Bild: Sigrid Rossmann/ pixelio.de
AutoreninfoErnährungsberaterin Lala
aktualisiert: 04.08.2021Ernährungswissenschaftlerin
Ernährung, Gesundheit, Familie
Immer häufiger leiden Frauen mit Kinderwunsch unter Fruchtbarkeitsstörungen. Bis zu 45% der Frauen weltweit weisen eine verminderte Fruchtbarkeit auf.

Die Ursachen sind vielfältig und in vielen Fällen handelt es sich um hormonelle Störungen. Weitere Gründe für verminderte Fruchtbarkeit können aber auch Mangelernährung, Untergewicht oder erhöhte Aufnahme von Schadstoffen sein. So kann eine mangelhafte Aufnahme an Eisen und Zink zu Fruchtbarkeitsstörungen bei der Frau führen. Und die regelmäßige Aufnahme von Schadstoffen, wie Quecksilber, Blei und Pestizide, hat einen direkten Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit der Frau.

Die Rolle der Ernährung bei Kinderwunsch

Eine gesunde Ernährung ist für Frauen mit Kinderwunsch von großer Bedeutung, denn nicht nur das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen kann dadurch reduziert werden, auch die Fruchtbarkeit kann gesteigert werden.

Auch bei Männern kann eine falsche Ernährung zur Verminderung der Fruchtbarkeit führen, in unserem Artikel Einfluss der Ernährung auf die männliche Fruchtbarkeit kannst Du dazu mehr lesen.

Wichtige Nährstoffe für die Fruchtbarkeit

  1. Zink

    Zink hat einen direkten Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Zink ist wichtig für die Bildung der weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron. Beide Hormone spielen bei der Fortpflanzung eine wichtige Rolle. Zink ist zudem schon am Beginn der Schwangerschaft von großer Bedeutung, da es für die Zellteilung und somit das Wachstum des Fötus notwendig ist. Ein mangelhafter Zinkspiegel kann die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis stark verringern.

    Zinkreiche Lebensmittel sind: Fleisch, Fisch, Ei, Vollkornprodukte, Hartkäse, Amaranth, Hafer, Hülsenfrüchte, Sonnenblumenkerne. Bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch oder häufigen Infektionserkrankungen ist zu empfehlen Zink als Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen.

  2. Eisen

    Zu wenig Eisen im Blut kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
    Eisenreiche Lebensmittel sind: Fleisch und Wurstwaren (v.a. rotes Fleisch und Schinken), Hirse, Getreide, rotes und grünes Gemüse. Die Aufnahme von Eisen wird bei gleichzeitigem Verzehr von Vitamin C-reichen Lebensmitteln erhöht. Schwarztee und Kaffee hingegen verringern die Aufnahme von Eisen in den Körper.
  3. Mangan

    Mangan spielt für die weibliche Fruchtbarkeit eine wichtige Rolle und unterstützt den Körper beim Aufbau der Sexualhormone.
    Folgende Lebensmittel enthalten Mangan: Vollkornprodukte, Nüsse und tropische Fische.
  4. Jod

    Jod ist ein wichtiger Mineralstoff für die Schilddrüsen. Bei einem Jodmangel kommt es zur Schilddrüsenunterfunktion, welches die Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch sein kann. In Österreich und Deutschland wird seit vielen Jahren das Salz mit Jod angereichert. Auch Algen und Fische sind reich an Jod.
  5. Vitamin E

    Durch eine gute Versorgung mit Vitamin E kann die Fruchtbarkeit erhöht werden. Ein starker Mangel hingegen führt zu Fehlentwicklungen der Sexualorgane.
    Vitamin E-reiche Lebensmittel sind: kaltgepresste Öle, Nüsse, Weizenkeime und Samen.
  6. Vitamin B6

    Vitamin B6 hat einen Einfluss auf die weiblichen Hormone und erhöht die Empfängnisbereitschaft.
    Vitamin B6-reiche Lebensmittel sind: Nüsse, grünes Gemüse und Obst, Bananen, Hülsenfrüchte und Hefe.
  7. Vitamin A

    Vitamin A fördert den Aufbau von Schleimhäuten in der Scheide sowie Gebärmutter und bereitet so ein Nest für das befruchtete Ei. Bei einem Vitamin A Mangel kann es zu häufigerem Abgehen der befruchteten Eizelle kommen.
    Vitamin A-reiche Lebensmittel sind: Eigelb, Milchprodukte, Fleisch. Orange-grüne Gemüsesorten und Karotten enthalten Beta-Carotin: eine Vorstufe von Vitamin A.

Einfluss des Körpergewichts auf die Fruchtbarkeit

Sowohl Über- als auch Untergewicht beeinflusst die Fruchtbarkeit. Frauen mit Untergewicht (z.B. bei Magersucht oder Sportlerinnen, BMI <19) haben meist eine unregelmäßige oder sogar nicht vorhandenen Menstruation, was die Fruchtbarkeit beeinträchtigt.

Krankhaftes Übergewicht (Adipositas, BMI >30) vermindert ebenfalls die weibliche Fruchtbarkeit. Ein gesundes Körpergewicht (mit einem BMI zwischen 19 und 25) ist eine wichtige Vorbereitung für eine geplante Schwangerschaft. Durch ein optimales Körpergewicht steigt nicht nur die Fruchtbarkeit, auch das Risiko für verschiedene Schwangerschaftskomplikationen, wie zum Beispiel Diabetes mellitus, Ödeme, Nährstoffmangel und Bluthochdruck kann damit reduziert werden.

Schadstoffe und deren Einfluss auf die Fruchtbarkeit der Frau

  • Quecksilber

    Quecksilber kann nicht nur das Ungeborene schädigen, auch die Fruchtbarkeit wird durch chronische Aufnahmen von Quecksilber beeinträchtigt. Quecksilber wird vor allem über belasteten Fisch (Hai, Aal, Barsch, Stör, Thunfisch) oder fehlerhafte Amalgamfüllungen aufgenommen.
  • Blei

    kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Blei wird vor allem über Wasser aus bleihältigen Rohren oder schlecht gebranntem Keramikgeschirr aufgenommen. Wenn in einer Wohnung noch alte Wasserleitungen zu finden sind, sollten Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere am Besten nur Mineralwasser trinken.
  • Pentachlorphenol (PCP) und Lindan

    Diese beiden Stoffe wurden in den 60er Jahren als Holzschutzmittel eingesetzt und sind somit in vielen Wohnbereichen zu finden. Die Verwendung ist heutzutage verboten. Da es sich um chlorierte Verbindungen handelt, sind diese sehr langlebig und noch heute im Wohn- und Arbeitsäumen zu finden. Frauen, die mit solchen Schadstoffquellen leben, haben folgende Beschwerden: Müdigkeit, Kopfschmerzen, Kreislaufstörungen und Depressionen. Beide Stoffe stehen im Verdacht einen großen Einfluss auf die Fruchtbarkeit der Frau zu haben.
  • Pestizide (Pflanzenschutzmittel)

    Pestizide wirken auf das Hormonsystem von Säugetieren und haben vermutlich einen Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Diesbezüglich laufen derzeit groß angelegt Studien, bislang ist der Zusammenhang nicht wissenschaftlich belegt.
  • Medikamente

    Wenn regelmäßig Medikamente eingenommen werden, empfiehlt es sich, den Schwangerschaftswunsch mit einem Arzt zu besprechen. Viele Medikamente sind in der Schwangerschaft nicht zulässig. 4 Monate vor und während der gesamten Schwangerschaft sollte auf alle frei käuflichen Medikamente verzichtet werden, wie etwa Schmerztabletten und Abführmittel.
  • Die Wechselwirkung der Schadstoffe

    Viele Schadstoffe verstärken sich gegenseitig und fügen so dem menschlichen Körper einen noch höheren Schaden zu. Über die Wechselwirkung der Schadstoffe zueinander ist leider noch sehr wenig bekannt. Aus diesem Grund sollte eine Frau im gebärfähigen Alter (und insbesondere bei Kinderwunsch) nach Möglichkeit alle Schadstoffe meiden.
  • Drogen und Genussmittel

    Auch Drogen oder Genussmittel, wie Alkohol und Nikotin haben einen signifikanten Einfluss auf die Fruchtbarkeit der Frau. Vor allem aktives und passives Rauchen sollte mindestens 4 Monate vor einer geplanten Schwangerschaft reduziert werden. Nicht nur die weiblichen Hormone werden durch Nikotin beeinflusst, auch die Zinkaufnahme wird blockiert und im Muttermund werden die Schadstoffe aus dem Tabak angereichert.

Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.: DGE

Ernährung bei Kinderwunsch: Fruchtbarkeitssteigernde Lebensmittel und therapieunterstützende Ernährung für sie & ihn - Agnes Budnowsk, Michael Feichtinger, et al. - ISBN-10 : 3990021206



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