46. Woche - Die Welt der Reihenfolgen

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Nach dem 7. Entwicklungsschub können Babys bekannte Dinge meist wiedererkennen.
Nach dem 7. Entwicklungsschub können Babys bekannte Dinge meist wiedererkennen.
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AutoreninfoKatharina Krause
aktualisiert: 03.12.2018Vierfache Mutter u. Autorin
Medizin, Gesundheit und Erziehung
Um die 46. Woche herum steht der 7. Entwicklungsschub an. Was hier genau passiert und womit du rechnen solltest, erfährst du hier.

Das kannst du hier lesen:

  • Erste Anzeichen
  • Irritationen
  • Was hat sich verändert?
  • Zwischenzeit

Erste Anzeichen


Beim letzten Entwicklungssprung hast du als Elternteil mit ansehen müssen, wie dein Kind eine Spur der Verwüstung hinter sich hergezogen hat. Du konntest nur mit ansehen, wie dein Kind alles, das irgendwie seinen Weg kreuzte, auseinandergenommen hat, durch die Gegend warf oder einfach zerdrückte. Nichts ist vor ihm sicher gewesen. Was auch immer es in die Finger bekommen hat, wurde systematisch auseinandergenommen. Dies ändert sich etwa um die 46. Woche. Zum ersten Mal wird das Baby nun versuchen, etwas zusammenzusetzen. Sobald du dies das erste Mal beobachtest, kannst du dir sicher sein, dass dein Kind den siebten Entwicklungssprung endlich hinter sich gebracht hat. Mit diesem Entwicklungssprung hat dein Kind die Fähigkeit erlangt, Reihenfolgen wahrzunehmen und diese zu benutzen. Ab jetzt ist es in der Lage zu begreifen, dass es Dinge gibt, die es in einer bestimmten Abfolge tun muss, wenn es sein Ziel erreichen möchte. In der Regel fängt die schwierige Phase mit etwa 40 Wochen an und sollte bis zur 48. Woche spätestens geendet haben. Wieder einmal bemerkt dein Kind hierbei, dass sich die Welt um es herum deutlich verändert. Hierdurch ist es verständlicherweise verstört und klammert sich an das, was ihm am vertrautesten ist: Mama oder Papa.
In den meisten Fällen kann man davon ausgehen, dass diese schwierige Phase etwa fünf Wochen andauern wird. In einigen Ausnahmefällen erstreckt sie sich nur über drei oder sogar über sieben Wochen.

Auch wirst du feststellen können, dass dein Baby sich wieder weinerlicher als in den letzten Wochen verhält. Es wird sich zunehmend launisch und ungeduldig und in manchen Fällen sogar unruhig zeigen und dich dadurch spüren lassen, dass etwas nicht stimmt. Auch wirst du feststellen können, dass dein Kind alles daran setzen wird, dass es häufiger bei dir oder seinem Vater auf den Arm darf und von dort auch gar nicht mehr runter möchte. Einige Babys entwickeln hierbei einen regelrechten Fanatismus, wenn es darum geht, bei Mama oder Papa zu bleiben. Wie schon bei den anderen Sprüngen wird dir auffallen, dass dein Baby wesentlich weniger schreit, wenn es bei dir oder seinem Vater auf dem Arm ist. Auch wird es in dieser Zeit weniger unruhig und ungeduldig sein, zumindest solange es deine ungeteilte Aufmerksamkeit hat. Eine genaue Beschreibung der Anzeichen für diesen Entwicklungssprung findest du in dem Artikel: Konkrete Anzeichen des 7. Entwicklungsschubs.

Irritationen

Wie auch in den vorangegangenen Sprungphasen bereitet das Verhalten ihres Kindes den meisten Eltern Sorgen. In der Regel wird nach einer Erklärung für das häufigere Weinen gesucht und nicht selten kommt in diesem Alter die Erklärung der durchbrechenden Backenzähne zum Tragen. Gerade bei Kindern, die sehr viel Aufmerksamkeit verlangen und wenig schlafen, ist es nicht unüblich, dass du am Ende dieser schwierigen Phase ungeheuer müde bist und womöglich über Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Konzentrationsstörungen klagst.

Nicht selten kommt es vor, dass sich Eltern in dieser Phase darüber ärgern, wie sich das Kind verhält und dass sie ihr komplettes Leben wieder einmal auf den Kopf stellen müssen, weil das Kind nicht mehr "rund läuft". Gerade in diesen Phasen kommt der Wunsch nach mehr Selbstständigkeit deines Babys auf. Zwar merkst du, dass dein Baby womöglich schon mehr kann als es direkt zeigt, doch es verhält sich entgegen dieser Beobachtungen babyartiger als zuvor. Solltest du noch stillen, so kann es vorkommen, dass du am Ende dieser schwierigen Phase so die Nase voll hast, dass du darüber nachdenkst, mit dem Stillen aufzuhören. Hierbei kann ein guter Grund dafür sein, dass dein Baby den ganzen Tag an deine Brust will. Die Brust aber einfach zu verweigern, lässt sich das Baby in der Regel nicht einfach so gefallen und das bedeutet in fast allen Fällen, dass es Krach gibt.
Aufatmen kannst du, sobald die schwierige Phase hinter dir liegt - also mit spätestens 48 Wochen. Ab diesem Zeitpunkt stellt sich der normale Trinkrhythmus deines Kindes unmittelbar wieder ein. Von heute auf morgen kann es dann kommen, dass die Irritationen vergessen sind und sich dein Baby benimmt als wäre nichts gewesen.

Was hat sich verändert?

In der Regel bricht die neue Fähigkeit mit etwa 46 Wochen endlich durch. Dann kannst du feststellen, dass sich dein Baby endlich wieder normal verhält. Es wird nun Dinge ausprobieren, die vollkommen neu sind und die du bei ihm noch nicht beobachtet hast. Besonders auffällig ist, dass es mit seinen Spielsachen nun anders umgehen wird als zuvor. Überdies ist es nicht unüblich, wenn ihm plötzlich andere Dinge gefallen, die es vorher nicht angeguckt hat. Interessant ist zu beobachten, dass dein Baby nun auch genauer als jemals zuvor ist. Jedes noch so kleine Detail wird wahrgenommen und genauestens betrachtet. Bei deinem Baby bericht nun die Fähigkeit zum Wahrnehmen und Schaffen von Reihenfolgen durch. Auch im Zuge dieser neuen Erkenntnisse zum Thema Reihenfolgen wird dein Baby je nach Veranlagung und Vorlieben seine ganz persönliche Auswahl an Dingen treffen, die es besonders in interessieren.

Werfen wir noch einmal einen Blick zurück zum letzten Sprung: Im letzten Sprung hat dein Baby erkannt, dass es jede Menge Dinge gibt, die so viel gemeinsam haben, dass sie sich in einer Gruppe oder eben in einer Kategorie zusammenfassen lassen. Du konntest damals beobachten, dass es die Dinge vor allem untersuchte, indem es diese auseinandernahm und in die jeweiligen Einzelteile zerlegte.
Nachdem nun aber die Fähigkeit zum Wahrnehmen von Reihenfolgen durchgebrochen ist, kannst du beobachten, wie sich dein Baby nun eher mit dem Aufbau, der Instandsetzung oder der Vermittlung beschäftigt. Ein schönes Beispiel für diese neuen Fertigkeiten wäre es, wenn es einen Schlüssel vom Tisch nimmt, um ihn dann anschließend in das passende Schloss der Tür oder des Schrankes zu stecken. Auch wirst du nun beobachten können, dass es gezielt Dinge auf eine Schaufel tun kann, nur um diese danach in einen Eimer zu entleeren. Bei sämtlichen Arten von Fingerspielen und Reimen kannst du nun beobachten, dass dein Kind in der Lage ist, nacheinander verschiedene Gebärden zu machen, ohne dass du ihm diese direkt vormachen musst. Auch ist es nun das erste Mal in der Lage, sein Essen auf einen Löffel zu schieben und diesen dann anschließend in seinen Mund zu führen. Darüber hinaus wird es versuchen, viele Dinge selbst zu machen. Vermutlich wirst du bald beobachten können, wie es versucht, seine Schuhe selbst anzuziehen indem es sie erst holt und sie dann an seinen Fuß reibt. Lässt du nun ein Handtuch fallen, so kann es passieren, dass dein Baby dieses aufhebt, zur Wäschetonne geht und es dort hineinstopft. Deinem Baby wird jetzt langsam bewusst, dass die meisten Handlungen immer in einer bestimmten Reihenfolge ablaufen. In der Regel wirst du nun auch erkennen können, dass dein Kind deutlich präziser wird beim Spielen. Bevor es einen Gegenstand auf einen anderen legt, wird es sich beide Gegenstände genau angucken und abschätzen, ob diese wohl aufeinander passen. Beim Versuch einen Bauklotz durch einen Deckel mit passender Form zu bekommen, wird es nun erst den Bauklotz und dann die Form der Öffnung genau begutachten und erst wenn es diese als korrekt erkannt hat, versuchen den Bauklotz durch die Öffnung zu bekommen. Allgemein lässt sich sagen, dass sich dein Baby nun deutlich bewusster mit dem, was es tut beschäftigen wird. Besonders schön ist es, dass dein Baby nun ganz genau weiß, in welchen Reihenfolgen bestimmte Ereignisse am Tag eintreten und hierbei immer wieder versucht, einen Schritt voraus zu sein.

Besonders interessant ist auch, dass dein Baby nun auch in der Lage ist, verschiedene Gegenstände, Tiere oder Menschen zu zeigen und auch zu benennen. Wenn es dies alleine tut, wirst du vielleicht beobachten können, dass es das ein oder andere einfach noch mit einem „da“ betitelt. Sobald es dies aber mit dir zusammen versuchst, kannst du beobachten, dass dein Kind versucht, das, was es sieht auch mit dem korrekten Titel oder einem passenden Geräusch zu verbinden. Natürlich bleibt es auch weiterhin so, dass dein Kind auch mal verlangt, dass du ihm Dinge benennst, auf die es zeigt. Hieraus lässt sich mit ein bisschen Geduld ein lustiges Spiel ableiten, wo du hin und wieder schon mal etwas falsches sagst und schauen kannst, ob dich dein Kind korrigiert.

Auch kann es spannend sein, wenn du dein Kind nun auf dem Arm hast und mit ihm herumgehst, dass es häufiger in eine Richtung zeigen wird, in die du seiner Meinung nach jetzt laufen solltest.
Das aktive Benennen von Menschen, Tieren und Gegenständen tritt in diesem Alter zum ersten Mal auf und zeigt, dass dein Kind ein Verständnis dafür entwickelt hat, dass sich etwas mit einem gesprochenen Wort oder Geräusch verbinden lässt. Diese Fähigkeiten gehören alle zu den eben erworbenen Reihenfolgen und markieren einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur gesprochenen Sprache.

Lesetipp Weitere Informationen zum 7. Entwicklungsschub findest du in unserem Beitrag Entdeckungen des 7.Entwicklungsschubs.

Zwischenzeit

Spätestens zwischen der 47 und 52. Woche beginnt endlich wieder eine unkomplizierte Phase, die du und dein Kind dazu nutzen könnt, um mit den neuen Fähigkeiten zu experimentieren. Es wird erstaunlich sein, wie klug und selbstständig dein Baby plötzlich wirkt. Auch entwickelt es nun die Fähigkeit, alleine zu spielen. Leider bleibt es nicht lange so unkompliziert, denn kurz nach seinem ersten Geburtstag steht in der Regel der achte Entwicklungsschub ins Haus.

[KaKra]

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