Spracherwerb bei Kindern von 0-24 Monaten

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Der erste Laut ist bei allen Kindern gleich: Der Schrei nach der Geburt. Und dann? In den ersten 2 Jahren tut sich viel im Bereich Spracherwerb – aber bei jedem Kind anders. Kinder sind unterschiedlich. Sie entwickeln sich unterschiedlich.

Und unterschiedlich schnell entwickelt sich auch ihre Sprache. Altersangaben in der Sprachentwicklung sind daher immer Durchschnittswerte. Das Kind muss so viel lernen, da kann es durchaus vorkommen, dass es in einem Bereich eine kleine Pause einlegt, ohne dass sich die Eltern Sorgen machen müssen.

Jedes Kind hat sein eigenes Tempo – ständiges Vergleichen mit anderen Kindern ist daher nicht erstrebenswert ebenso wenig wie es unter Druck zu setzen. Das Ziel lautet: Fördern, nicht überfordern. Gut Ding will eben manchmal doch Weile haben. Und wenn die Eltern ihre Zweifel so gar nicht loswerden? Dann kann es helfen den Kinderarzt zu Rate ziehen. Er hat viele Jahre Erfahrung und geeignete Diagnosemethoden. Da können Sorgen manchmal ganz schnell hinweggefegt werden. Und: Nicht immer ist bei jeder kleinen Verzögerung gleich eine logopädische Therapie vonnöten, oft hilft dem Sprössling auch eine Sprachförderung. Doch welche Spracherwerbsstufen erklimmt das Kind in den ersten 24 Monaten? Antworten gibt es hier.

Wie startet ein Kind mit dem Spracherwerb?

Das Erste, was die Eltern von ihrem Baby hören ist ein Schrei. Gleich nach der Geburt. Und der Schrei bleibt auch ein Weilchen das einzige Medium, über das es sich mitteilen kann. Es schreit, wenn es Hunger hat, sich unwohl fühlt, Schmerzen hat oder die Mutter außer Reichweite ist.

Das Baby ist 3 Monate alt

Mit 3 Monaten werden die Laute bereits vielfältiger. Es wird gegurrt, gekrächzt, gelallt und gequietscht und die Mundbewegungen des Gegenüber fasziniert beobachtet. Diese Lautäußerungen sind angeboren – auch taub geborene Babys lallen im ersten halben Jahr.

Das Baby ist 6 Monate alt

Ab 6 Monaten ist sich das Baby bewusst, dass es die Laute selbst herstellen kann. Anregungen aus der Umwelt werden mit Begeisterung angenommen und gehörte Laute fleißig nachgeahmt: Dadadada, lalalala – es macht unglaublich Spaß, mit der eigenen Stimme zu spielen. Und das Baby reagiert auch schon auf seinen eigenen Namen und wendet den Kopf, wenn es gerufen wird.

Das Baby ist 10 Monate alt

Und dann, mit ungefähr 10 Monaten ist der Moment gekommen: Mama! Dada! Das "P" von Papa ist zu noch zu schwer. Durch die begeisterte Reaktion der Eltern merkt das Baby, dass es etwas von Bedeutung gesagt hat – das spornt zu weiteren Übungen an. Erste Satzmelodien werden nachgeahmt und in das vergnügte Brabbeln eingebettet.

Kindersprache ab ca. 1 Jahr

Ist es dann ein Jahr alt, spricht es die ersten Wörter, die sich auf seine Umgebung beziehen, oft in spezieller Kindersprache. So steht Wauwau oft für Hund und Muh für die Kuh. Die Bedeutung von Wörtern wird meist weit ausgedehnt. Das führt dann dazu, dass beispielsweise alles was Räder hat, als Auto bezeichnet wird oder das alles was rot ist, als Ball bezeichnet wird, weil der Ball des Kindes rot ist. Wir merken schon: Das Substantiv ist die bevorzugte Wortart.

Ab dem 2. Jahr geht es schnell

Und dann geht alles sehr schnell. Mit 2 Jahren kann das Kind knapp 200 Wörter und lernt jeden Tag neue dazu. Es nutzt Zweiwortäußerungen, um sich mitzuteilen und kann zwischen der Bedeutung von "Mein" und "Dein" unterscheiden. Und hier und da lässt sich das Plural-S vernehmen. Das führt dann zu Äußerungen wie "Balls" statt Bälle. Das Kind kennt noch keine unregelmäßigen Wortformen. Adjektive wie "lieb" und "kalt" gesellen sich ebenfalls langsam dazu.

Doch: Auch wenn das Kind viel spricht, tut es dies oft sehr undeutlich. Meist können nur Personen aus dem engen Umfeld die freudigen Sprachversuche deuten. Nun beginnt das erste Fragealter. Möchte das Kind seinen Ball wird es fragen: "Ball?" Und dabei am Ende des Wortes mit seiner Stimme nach oben gehen. Oder es fragt: "Das da?", wenn es wissen möchte, was es gerade sieht. Bis zu den Regeln des Satzbaus ist es aber noch ein weiter Weg. Aber es merkt, dass bestimmte Wörter im Satz angepasst werden und versucht sich eifrig darin. "Großes Hund" ist nur ein Beispiel. Ein anderes ist der Versuch das Partizip zu bilden. Das Kind sagt dann "ich gesalft" statt "ich habe geschlafen". Die Rachenlaute k, g, ch, r sind schließlich die letzten Laute, die das Kind noch lernen muss.

Die Sprachfreude anregen

Am besten lernt das Kind sprechen, wenn seine Umgebung viel mit ihm spricht und es in die sprachliche Interaktion miteinbezieht. Oft geschieht das ganz intuitiv. Ganz automatisch passiert es auch, dass mit Babys in höheren Tonlagen gesprochen wir, denn die kann das Baby besonders gut wahrnehmen. Stellt man eine Frage an das Baby, wartet man auch automatisch kurz ab, so als würde man eine Antwort erwarten. Das Baby merkt bald, dass auf eine Reaktion von seiner Seite gehofft wird und wird freudig brabbeln oder kräksen. So lernt es die Grundstruktur, wie ein Gespräch geführt wird – und das lange bevor es das erste Wort spricht. Bewundernswert, oder? Auch Eltern, die mit ihrem zweijährigen Kind sprechen, werden instinktiv keine komplexen Satzkonstruktionen bauen, sondern sich an die Sprache ihres Sprösslings anpassen.

[AKL]

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