Unabhängig von sogenannten regional tätigen Nestgruppen, die den Kindern die Eingewöhnung in die KiTa erleichtern sollen und nur temporär für diesen Zweck bestehen, gehen Kinder berufstätiger Eltern unter drei Jahren in die Kinderkrippe. Deren pädagogischer Schwerpunkt liegt verstärkt auf den Bereichen Pflege, sozialem Miteinander und der Vermittlung erster Kenntnisse und Fähigkeiten. Die Krippe muss von anderen Betreuungsformen wie etwa Spiel- und Krabbelgruppen unterschieden werden, die nicht etwa die Berufstätigkeit der Eltern ermöglichen, sondern vielmehr als Treffpunkt für Eltern und Kinder dienen.
Zu den Pluspunkten dieser Betreuungsform zählt, dass die Knirpse von ausgebildeten Erzieherinnen und Erziehern betreut werden, die auf einen gut strukturierten Tagesablauf achten und die Kinder im Idealfall nach den neuesten Bildungsstandards fördern. Kinder lernen hier früh den Umgang mit Gleichaltrigen und das Befolgen von Regeln. Außerdem werden den Kleinen durch das größere Angebot an Spielmaterialien und Bewegungsmöglichkeiten mehr Anreize als zu Hause oder bei einer Tagesmutter geboten. Dies spiegelt sich oft in einer hohen Sozialkompetenz der Kinder wider, da sie in der Gruppe lernen, Vertrauen zu entwickeln, sich in Konflikten zu behaupten und diese zu lösen, Rücksicht auf andere zu nehmen oder einander gegebenenfalls auch einmal zu trösten.
Es gibt aber auch negative Aspekte. So ist die Kinderanzahl in den Gruppen in deutschen Krippen häufig zu groß, so dass eine intensive und individuelle Betreuung der Kinder meist nicht möglich ist. Gerade diese ist für Kinder in dieser Altersgruppe aber ganz besonders notwendig. Gelten im internationalen Vergleich drei bis vier Kinder unter drei Jahren pro Betreuungsperson als guter Standard, sind es in Deutschland oft sechs bis sieben. Besonders sensible Kinder haben in größeren Gruppen oft Angst und geraten dadurch in Stress, was sich dann häufig durch Anhänglichkeit, Kränkeln, Hunger oder Müdigkeit äußert. Hier ist eine behutsame Eingewöhnung in die Kinderkrippe ganz besonders wichtig.
Die Kosten für die Krippenbetreuung können sehr stark variieren. Sie sind wie bei anderer Betreuungsformen vom Einkommen der Eltern und dem jeweiligen Wohnort abhängig und können bis zu 600 Euro im Monat betragen. Wobei private Einrichtungen mitunter noch teurer sind. Zum Betreuungsgeld kommen zusätzlich noch monatlich 30 bis 60 Euro Verpflegungsgeld pro Kind hinzu.
Fazit:
Die Kinderkrippe ist für Kinder geeignet, die bereits über ein
gewisses Maß an Selbstbewusstsein verfügen und gerne Neues
entdecken, die kontaktfreudig sind und allgemein gern auf
Entdeckungstour gehen. Für Eltern ist die Krippe die richtige
Tagesbetreuung, wenn sie eine gut kontrollierte, verlässliche und
finanziell erschwingliche Institution für ihr Kind suchen. Da
Krippen nur relativ selten neue Kinder aufnehmen – durchschnittlich
etwa dreimal pro Jahr – ist hier auch eine große Kontinuität des
Umfelds gegeben. Tipp für Eltern mit Kindern, die zu Allergien
neigen: Das Risiko später an Asthma oder Heuschnupfen zu erkranken, ist bei Krippenkindern dreimal geringer als bei Kindern, die zu Hause
betreut werden.
[AKH]
Was haben berufstätige Schwedinnen, Französinnen und Holländerinnen gemeinsam? All diese Frauen geben ihre lieben Kleinen bereits oft schon weit vor dem dritten Geburtstag in eine staatliche Kinderbetreuungseinrichtung. Die gibt es in besagten Ländern nämlich in so großer Zahl, dass Beruf und Familie für beide Elternteile vereinbar sind. Zwar sind wir hierzulande noch weit von diesem begrüßenswerten Zustand entfernt, doch gibt es auch in Deutschland immer mehr qualitativ gute Angebote für Kinder. Aber welche Betreuungsform ist die richtige für das eigene Kind? Krippe, Kindergarten, Hort oder doch eine Tagesmutter? Und ab welchem Alter und in welchem Umfang sollten Eltern diese Einrichtungen in Anspruch nehmen? In unserem eXtra findest Du eine Übersicht mit Infos über die gängigsten Formen der Kinderbetreuung.