Krippe, Kindergarten oder Hort, wohin mit dem Knirps, wenn Mami und Papi arbeiten müssen? Während die meisten Kinder zwischen dem dritten und sechsten Lebensjahr in den Kindergarten gehen, bieten die Krippen Betreuung für die Kleinkinder an. Schulkinder ab sechs Jahren können einen Hort besuchen. Drei Formen der Kindertagesbetreuung, die wir Dir in unserem eXtra vorstellen. In diesem Artikel: Die Kinderkrippe, Kindertagesbetreuung für Kleinkinder bis zum Alter von drei Jahren.
Unabhängig
von sogenannten regional tätigen Nestgruppen,
die den Kindern die Eingewöhnung in die KiTa erleichtern sollen und
nur temporär für diesen Zweck bestehen, gehen Kinder berufstätiger
Eltern unter drei Jahren in die Kinderkrippe. Deren pädagogischer Schwerpunkt liegt verstärkt auf den Bereichen Pflege,
sozialem Miteinander und der Vermittlung erster Kenntnisse und
Fähigkeiten. Die Krippe muss von anderen Betreuungsformen wie
etwa Spiel- und Krabbelgruppen unterschieden werden, die nicht etwa die Berufstätigkeit der Eltern ermöglichen, sondern
vielmehr als Treffpunkt für Eltern und Kinder dienen.
Zu
den Pluspunkten dieser Betreuungsform zählt, dass die Knirpse von
ausgebildeten Erzieherinnen und Erziehern betreut werden, die auf
einen gut strukturierten Tagesablauf achten und die Kinder im
Idealfall nach den neuesten Bildungsstandards fördern. Kinder lernen
hier früh den Umgang mit Gleichaltrigen und das Befolgen von
Regeln. Außerdem werden den Kleinen durch das größere Angebot an
Spielmaterialien und Bewegungsmöglichkeiten mehr Anreize als zu
Hause oder bei einer Tagesmutter geboten. Dies spiegelt sich oft in
einer hohen Sozialkompetenz der Kinder wider, da sie in der Gruppe lernen, Vertrauen zu entwickeln,
sich in Konflikten zu behaupten und diese zu lösen, Rücksicht auf andere zu nehmen oder einander gegebenenfalls auch einmal zu trösten.
Es
gibt aber auch negative Aspekte. So ist die Kinderanzahl in den Gruppen
in deutschen Krippen häufig zu groß, so dass eine intensive
und individuelle Betreuung der Kinder meist nicht möglich ist. Gerade diese ist für Kinder in dieser Altersgruppe aber ganz besonders notwendig. Gelten im internationalen
Vergleich drei bis vier Kinder unter drei Jahren pro Betreuungsperson
als guter Standard, sind es in Deutschland oft sechs bis sieben.
Besonders sensible Kinder haben in größeren Gruppen oft Angst und
geraten dadurch in Stress, was sich dann häufig durch Anhänglichkeit,
Kränkeln, Hunger oder Müdigkeit äußert. Hier ist eine behutsame
Eingewöhnung in die Kinderkrippe ganz besonders wichtig.
Die
Kosten für die Krippenbetreuung können sehr stark variieren. Sie sind wie bei anderer
Betreuungsformen vom Einkommen der Eltern und dem jeweiligen Wohnort
abhängig und können bis zu 600
Euro im Monat betragen. Wobei private Einrichtungen mitunter noch teurer sind.
Zum Betreuungsgeld kommen zusätzlich noch monatlich 30 bis 60 Euro
Verpflegungsgeld pro Kind hinzu.
Fazit:
Die Kinderkrippe ist für Kinder geeignet, die bereits über ein
gewisses Maß an Selbstbewusstsein verfügen und gerne Neues
entdecken, die kontaktfreudig sind und allgemein gern auf
Entdeckungstour gehen. Für Eltern ist die Krippe die richtige
Tagesbetreuung, wenn sie eine gut kontrollierte, verlässliche und
finanziell erschwingliche Institution für ihr Kind suchen. Da
Krippen nur relativ selten neue Kinder aufnehmen – durchschnittlich
etwa dreimal pro Jahr – ist hier auch eine große Kontinuität des
Umfelds gegeben. Tipp für Eltern mit Kindern, die zu Allergien
neigen: Das Risiko später an Asthma oder Heuschnupfen zu erkranken, ist bei Krippenkindern dreimal geringer als bei Kindern, die zu Hause
betreut werden.
[AKH]